News August 2014

Heute, am 08.08., habe ich mir frei genommen. Einmal wollte ich etwas für mich tun, also war ich joggen. Aber dann musste auch mal klar Schiff gemacht werden bei den ganzen Taschen mit zu großer und zu kleiner Kleidung und bei den Schachteln mit zu großen Schuhen. Nun habe ich alles umsortiert, aussortiert und erfasst und ordentlich aufgeräumt. Und die große Plastikschachtel mit den Schuhen kommt in den Keller, nachdem ich alle Schuhe schön sortiert nach Sorte und Größe auf den Boden gestellt und mit Zettel, die die Größe anzeigen, versehen und das Ganze dann fotografiert habe. Das Foto kommt dann in den Kleiderschrank, so dass ich nur noch auf das Bild schauen muss und schon weiß, ob vielleicht noch ein paar Schuhe für Yangzom dabei ist. Ich weiß, man sollte Kindern lieber neue Schuhe kaufen. Keine Sorge, das mache ich auch. Aber es ist doch immer schön, noch ein zweites Paar oder ein Ersatzpaar da zu haben. Und bis jetzt war es auch meist so, dass, wenn Yangzom Sandalen brauchte, ihr Tenzins Winterstiefel gepasst hätten.

Seit anderhalb Wochen sind Sommerferien. Tenzins erste Sommerferien. Vorher gab es das erste Endjahrzeugnis. Wir sind sehr stolz auf ihn. Was wird ihm assistiert: großes Vorwissen (das hat mich natürlich stolz gemacht), liest, schreibt und spricht sehr gut, sehr gut in Sport und Schwimmen, in Mathe ist er auch gut, außer dass er gerne Flüchtigkeitsfehler in Mathe macht.

Schön ist, dass Tenzin gerne liest. Am liebsten liest er Comics. Ich versuche ihn immer zu animieren, „richtige“ Bücher zu lesen. Kurz vor den Ferien bekamen die Kinder einen Zugang zu einer Internetseite (antolin.de), nach jedem selbst gelesenen Buch können sie dort Fragen beantworten und bekommen für jede richtige Antwort (auf Verständnisfragen) Punkte. (Die Kinder müssen das nicht machen. Aber diese Website soll auch für die Kinder ein Anreiz sein mehr zu lesen.) Ich habe ihm nun zwei Bücher aus meiner Kindheit geschenkt: „Moritz in der Litfasssäule“, das ich auch wirklich selbst gelesen habe. Das liest er gerade und kann sich mit dem etwas verträumten Moritz, glaube ich, ganz gut identifizieren. Ob ich das Buch „Die Reise nach Sundevit“ von Benno Pludra selbst gelesen habe, das erinnere ich nicht. Aber Bücher von Benno Pludra natürlich schon. Was mich gefreut hat, dass diese ostdeutschen Kinderbuchklassiker auch auf antolin.de vertreten sind. Als ich nachgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass diese Bücher sich eher an 3.-Klässler richten. Bei Amazon stand eben immer für Kinder zwischen 8-10 Jahren und dann dachte ich, passt doch, Tenzin wird ja bald acht. Aber dabei vergesse ich immer, dass er ja mit fast sieben in die Schule gekommen. Und die meisten 3.-Klässler eben acht sind. Egal. Ihm macht es Spaß, die Bücher zu lesen und er kommt da auch gut mit.

Während der Ferien muss Tenzin teilweise in den Hort gehen, derzeit sogar in einen fremden Hort, weil seiner zu hat und die städtischen Horte sich immer abwechseln und so die Kinder in einen Gasthort gehen können. Aber auch dort hat Tenzin schnell Anschluss gefunden.

Die ersten drei Ferientage war Tenzin mit seinem „alten“ Kindergartenfreund, der leider in eine andere Schule geht, bei einem Fußballcamp. Von morgens viertel vor zehn bis nachmittags halb vier. Zwischendurch eine Stunde Mittagspause. Am 3. Tag konnten die Eltern dann bei einem kleinen Turnier zuschauen. Tenzin liebt ja Fußball über alles und würde am liebsten Fußballprofi werden, wobei er dies nach unseren vorsichtigen Einwänden dahingehend korrigiert hat, dass er einfach Fußballer werden will, also auch als Erwachsener Fußball spielen möchte. Tenzin, wenn Du diese Zeilen später einmal liest, verzeih mir meine Formulierung. Aber bei diesem kleinen Turnier, dachte ich mir wieder, dass Tenzin einfach ein „gemütlicher Fußballspieler“ ist, was, wie meine Mutter treffend meinte, sich eigentlich ausschließt. Er hat durchaus gute Ansätze, versucht den Ball zu kriegen und dem Gegner abzuluchsen, aber oft steht er da, spielt mit seinem Käppi oder seinem Trikot, er sitzt auch mal auf dem Boden, während das Spiel weitergeht und ich immer innerlich bange, dass wegen ihm jetzt kein Tor reingeht. Wir werden sehen, wie es mit seinem Fußballverein weitergeht (er wurde ja eh in eine jüngere Gruppe abgeschoben und nun hat auch noch der Trainer der älteren Kinder aufgehört…) oder ob er das Glück hat, bei einem anderen Verein, bei dem wir zum Probetraining waren, nachzurücken. Noch ein Nachtrag zur Fußball-WM. Das Finale durfte Tenzin gucken. Ich schwächelte als erste und ging nach der regulären Spielzeit ins Bett, Tenzin versuchte es noch weiter, aber war dann auch zu müde und verpasste damit das entscheidende Tor.)

Ab Dienstag habe ich Urlaub. Drei Tage bin ich allein mit den Kindern zu Hause. Zwei Arztbesuche stehen an, ansonsten möchte ich gerne auch Freunde besuchen und vielleicht noch einmal aufs Beerenfeld, um Blaubeeren zu pflücken. Freitag ist Feiertag (Mariä Himmelfahrt), ein Glück, dass wir in Bayern wohnen. Sonntag fahren wir alle vier nach Heiligenstadt, in meine Geburtsstadt und die Stadt meiner Kinder-Ferien-Großeltern-Zeiten. Ich will so viel anschauen, weiß gar nicht, ob wir das alles schaffen. Nach einer Woche fährt Gendun zurück und ich mit den Kindern nach Berlin, wo ich Tenzin abliefere, der dann bei Berlin-Oma und Opa Siggi bleibt und auch noch zwei Tage bei Oma Doris und Locken-Opa in Petershagen ist. Ich bin mir sicher, dass sich die Großeltern wieder tolle Sachen überlegt haben. Ich weiß schon, dass Opa Siggi mit ihm radeln will und die Petershagener Großeltern vielleicht zum Baden. Ich bin gespannt, was Tenzin dann erzählt. In den letzten Ferientagen geht Tenzin wieder in den Hort, bis auf vier Tage Workshop zu den Multiples von Joseph Beuys bei mir im Museum. Also, ich denke, er kann sich nicht beschweren.

Ein paar Worte zu Yangzom. Im Kindergarten war seit Jahresanfang ein ziemlich großer personeller Wechsel bei den Erzieherinnen, auch viele Kinder sind weggegangen und neue hinzugekommen. Eine zeitlang weinte sie jeden Morgen, wenn ich sie in den Kindergarten brachte, was mir natürlich jeden Morgen fast das Herz brach. Jetzt endlich, seit dieser Woche, läuft sie wieder, wie ich es vom letzten Jahr kannte, allein in ihre Gruppe rein und ist ganz zufrieden und ich kann viel beschwingter in die Arbeit gehen. Mittlerweile ist sie windelfrei!!! Welche eine Erleichterung. Leider und komischerweise singt sie zurzeit gar nicht mehr so viel. Manchmal gibt es schwierige Phasen, wenn sie zum Beispiel den Teller oder die Tasse haben möchte, die sie gerade nicht hat und dann möchte sie doch wieder das alte Geschirr. Oder manchmal muss sie nachts innerhalb einer halben Stunde fünfmal auf die Toilette. Ich versuche nun, verstärkt konsequenter zu sein und es zeigen sich erste positive Ansätze. Manchmal denke ich mir dann, dass die Arbeit durchaus auch als Erholung angesehen werden kann oder zumindest als Familienauszeit.

Der erste Monat mit Vollzeitarbeit vorbei. Wir sind immer noch am Eingewöhnen, würde ich sagen. Gendun holt nun Yangzom immer ab und ich komme dann abends direkt nach Hause. Momentan habe ich noch das Glück, genug Überstunden zu haben, um nicht täglich volle acht Stunden arbeiten zu müssen. Derzeit ist es im Büro, was die externen Anfragen angeht, ziemlich ruhig. Dafür kommt es intern wohl zu einigen größeren Änderungen, die irgendwie die Arbeit „belasten“. Was natürlich eine zusätzliche Belastung darstellt. Manchmal hätte ich gerne abends eine halbe Stunde Ruhepause (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich muss sie endlich auch mal einfordern, was aber dann auch wiederum hieße, dass sich mein wirklicher Feierabend noch weiter nach hinten verschiebt.

Zum Schluss noch ein bisschen Kindermund: Yangzom sagt Springhaufen anstatt Springbrunnen. Ansonsten plappert sie sehr viel. Und wenn dann beide Kinder am Tisch sitzen und plappern… (Ehrlich gesagt, gibt es Momente, in denen ich mir am liebsten die Ohren zuhalten möchte.) Letztens lag ich mit den Kindern im Bett und meinte (aus irgendeinem Grund): „Yangzom ist die Größte, Tenzin ist der Größte, Papa ist der Allergrößte. Und die Mama? Die ist auch die Allergrößte.“ – Worauf Tenzin antwortet: „Nein, Mama, Du bist unser aller Herzblatt. Das passt besser!“ Und irgendwann zog ich mal meine Sandalen mit einem kleinen Absatz an, worauf Tenzin sagte: „Deine Beine sind ja richtig schlank mit den Schuhen!“ Kompliment oder sollte ich versuchen, irgendetwas zu machen, damit die Beine wieder schlanker werden?

So, nach dem Urlaub gibt es mehr.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter News | Kommentar hinterlassen

News Juli 2014

Die letzten News habe ich am 30. April geschrieben, also sind zweieinhalb Monate vergangen. Mittlerweile sind auch schon wieder die Pfingstferien vorüber und in drei Wochen beginnen die Sommerferien.

In den Pfingstferien waren wir zu Hause in München. Wir Eltern haben gearbeitet, Tenzin war im Hort und Yangzom im Kindergarten. Nur die letzten Tage hatten wir uns frei genommen, um doch einige Tage zusammen zu haben. Wobei uns dann zum Schluss Yangzom noch einen Strich durch die Rechnung machte, weil sie krank wurde. Aber trotzdem hatten wir in den Ferien einige schöne Erlebnisse. Wir waren natürlich einmal im Schwimmbad. Einmal sind wir alle vier aufs Erdbeerfeld, ausgestattet mit zwei Sandkasteneimer, die doch ein größeres Fassungsvermögen als gedacht hatten und wir dann mit drei Kilo Erdbeeren nach Hause gingen. Wir haben im Westpark gepicknickt und Ball gespielt. Wir sind einmal zur Isar geradelt und haben die Füße ins kalte Wasser gesteckt. Und einmal, das Highlight für mich, waren wir kinderfreundlich wandern. Mit der Ohlstädter Freundin (mit ihrer Tochter im gleichen Alter wie Yangzom) hatten wir überlegt, was wir machen könnten. (In Bahnnähe und nicht zu weit wegen der Kinder und des schlechten Wetters, das für Nachmittag vorhergesagt war.) Sie schlug dann den Kolbensattel vor. Vom Oberammergauer Bahnhof ging es dann zum Sessellift, den ließen wir natürlich rechts liegen und stiefelten in ca. anderthalb Stunden (ich weiß es nicht mehr genau) nach oben. Am Kolbensattel gibt es einen ganz schönen Spielplatz. Natürlich fragt man sich, warum muss man in die Berge einen Spielplatz stellen, aber für die Eltern, die auch mal in Ruhe ihr Kaffetscherl trinken möchten, ist es natürlich ideal. Tenzin und Gendun konnten mit dem Alpincoaster runter düsen. Wir Damen trugen uns und die beiden Mädchen wieder den Berg hinunter. Zum Glück, dass wir so früh schon unterwegs waren. Ich glaube, wir konnten noch einigermaßen trocken uns ein Eis holen und zum Bahnhof gehen und dann schüttete es wie aus Eimern.

Während der Pfingstferien wurde Yangzom zwei Jahre alt. Ich hatte ihr vorher ein bisschen erzählt und so konnte sie dann auch sagen, dass sie zwei Jahre alt wurde. Anfangs hatte sie noch Probleme mit dem Wort Zwei und sagte stattdessen drei, aber jetzt macht sie es richtig und zeigt auch die richtige Fingerzahl. Am Morgen bekam sie einen Kuchen mit Kerzen – das fand sie toll, aber davon gegessen hat sie nicht. Im Kindergarten fand sie die Feier zu ihren Ehren wohl nicht so gut. Sie wollte nicht auf den Geburtstagsstuhl, wollte nicht von den Muffins essen, hat geweint… Vielleicht war es einfach zu viel für sie. Sie redet und singt sehr viel. Sie kann ziemlich viele Lieder auswändig singen, wobei sie natürlich noch Wiederholungen oder Zeilen weglässt oder auch mehrere Lieder / Strophen zusammenhaut. Aber ich bin doch immer erstaunt, wie schön sie schon die Melodien trifft. Auch wenn Gendun nichts davon weiß, habe ich sie deshalb zum (kostenpflichtigen) Musikkurs im Kindergarten angemeldet, bei dem auch schon Tenzin war. Er hat immer nicht viel davon gehalten und immer wieder gefragt, was Tenzin denn dort lerne. Aber ich finde es doch wichtig.

Wenn man bei Kindern ist, dürfen Kindersprüche nicht fehlen. Im Mai, als wir Tenzin zur Schule brachten, sagte Yangzom folgenden Spruch: „Schule gehen – ranzen mit – größer werden.“ Von wem ist dieser Spruch? Sie sagte immer „Schule gehen – Ranzen“ mit und ich habe dann immer ergänzt, dass sie noch größer werden muss. Und dann hat sie selbst immer noch diesen Spruch ergänzt. Ihr momentaner Spruch ist „muss Pipi gehen“. Als es nämlich so heiß war, haben wir angefangen, sie zu Hause ohne Windeln herumlaufen zu lassen. Nun hat sie schon die ersten Nächte windelfrei geschafft und heute war sie zum ersten Mal ohne Windeln im Kindergarten. Wir sind stolz auf sie. Auch wenn sie uns manchmal mit ihrem Verhalten bei Essen und ihrem manchmal anstrengendem Verhalten („ich zuerst“ – auch wenn sie etwas gar nicht zuerst hatte) ganz schön auf Trab hält.

Von Tenzin gab es gerade heute einen tollen Spruch. Ich hatte ihm aus der Bibliothek das Buch „Tom Sawver“ ausgeliehen und fragte ihn, ob er es gelesen hätte. Als er sagte, er hätte es nicht zu Ende gelesen und ich nachfragte, sagte er, dass der Tom Sawyer ja so viel Quatsch macht und man ja nicht so viel Quatsch machen soll. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass dieses Buch ein Klassiker sei und er es ruhig lesen könne.

Tenzin liest viel und gerne, auch etwas schwierigere Bücher, die für ältere Kinder sind, was mich (als Germanistin) natürlich sehr stolz macht. Gendun ist da Mathe wichtiger. Ich muss zugeben, da ist er manchmal etwas schludderig, konzentriert sich vielleicht nicht und macht dadurch Flüchtigkeitsfehler. Tenzin hält uns auf Trab, weil wir ihm immer alles hundertmal sagen müssen: Hände waschen, Brotzeitbox aufräumen, Schuhe aufräumen. Oder ich stehe neben ihm und sage ihm, er solle sich anziehen. Zwei Minuten später weiß er schon nicht mehr, was er machen soll. Ich möchte wissen, was in den Köpfen der Kinder vorgeht, was so wichtig ist, dass diese Banalitäten so schnell verdrängt werden. Die Ansagen der Eltern nerven wahrscheinlich nur und haben absolut keine Priorität.

Das Fußballfieber anlässlich der WM in Brasilien ist – mehr oder weniger – auch bei uns ausgebrochen. Tenzin sammelt die Panini-Karten, darf manchmal auch die Fußballspiele schauen. In den Ferien waren wir kulanter, jetzt zur Schulzeit darf er höchstens ein Spiel um 18 Uhr schauen. (Erstaunt waren wir Eltern nur, als Tenzin einmal vor der Wahl stand, mittags eine DVD aus der Bibliothek oder abends ein Deutschland-Spiel zu schauen. Da entschied sich unser Sohn, der auch davon träumt, Profifußballer zu werden oder zumindest ein guter Fußballer, für die DVD aus der Bibliothek.) Gendun, der sich dann gerne als Fußball-Kenner gibt, schaut sich relativ viele Spiele bis spät in die Nacht an. Und ich bin letztens, beim Spiel Deutschland-Algerien (oder war es Deutschland-Algerien), obwohl ich eigentlich schlafen gehen wollte, doch bis zum Ende der zweiten Halbzeit hocken geblieben, nur die Verlängerung, die habe ich mir dann doch gespart. Ich lese mir dann lieber in der Zeitung die Kommentare zu den Spielen und Spielern durch. Natürlich haben wir diesmal auch ein Poster aufgehängt, auf dem wir alle Spielergebnisse vermerken. Gestern, nach Feierabend (der zweite Tag wieder in Vollzeit) bin ich mit Tenzin noch zu einem Panini-Karten-Tauschnachmittag gegangen. Ich hatte sogar eine Liste mit den fehlenden und doppelten Karten vorbereitet. Nach einer dreiviertel Stunde hatte ich genug, weil das Tauschen dann doch eher bei den Müttern (zumindest die der kleineren Kinder) hängen blieb. Tenzin war trotzdem zufrieden, weil ich ihm doch einen kleinen Stapel tauschen konnte. Nun fehlen zwar immer noch ziemlich viele und wir haben mindestens genauso viele doppelte. Aber zu irgendwelchen Tauschtagen gehe ich nicht mehr. Wenn sich noch etwas ergibt, dann schön. Aber ich werde nichts mehr forcieren. (Obwohl ich gerade gegoogelt habe, es gibt auch Tauschbörsen im Internet. Vielleicht mache ich mir (bzw. für Tenzin) noch einmal die Mühe und tippe alles ins Internet ein.) Heute ist das Spiel Deutschland gegen Brasilien. Aber das darf Tenzin, zu seinem Leidwesen, nicht gucken.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf die Ferien, auch wenn unser Urlaub nicht sofort beginnt. Tenzin hat zum Anfang drei Tage Fußballcamp. Er wird in den Hort gehen. Vor unserem Urlaub in Heiligenstadt habe ich vier Tage frei. Aber ich habe noch keine besonderen Pläne. Dann gehen wir ja auch Erinnerungsreise in meine Heimatstadt. Auf dem Rückweg mache ich mit den Kindern einen Umweg in Berlin, um Tenzin dort abzuliefern, der eine Woche später allein zurückgeflogen kommt. Ende der Ferien ist Tenzin hier zu einem Joseph Beuys-Workshop angemeldet. Der geht zwar nur bis 14 Uhr, aber dann muss Tenzin eben bei mir im Büro ausharren, bis Gendun Feierabend hat. Die restlichen Tage geht Tenzin in den Hort.

Das wär’s erst einmal für heute.

Einen kleinen Nachtrag gibt es noch. Denn natürlich waren nicht nur Yangzoms Geburtstag und mein Wieder-Vollzeit-Start wichtig, sondern dass Gendun und ich am 05.07. vor zehn Jahren im schönen Thun geheiratet haben.Wir haben ihn nicht wirklich gefeiert, weil Gendun arbeiten musste und auch gestern leider nur einen halben Tag frei bekam. Aber für eine wunderbare, gut tuende Wohlfühl-Massage bei einem kleinen thailändischen Massage-Salon hat es gereicht. Sogar mein Göttergatte hat es genossen, obwohl er wohl erst skeptisch war.

Von unserer Trauzeugin bekamen wir ein schönes kleines Büchlein mit dem wunderbaren Gedicht „Was es ist“ von Erich Fried:

Es ist Unsinn – sagt die Vernunft.
Es ist was es ist – sagt die Liebe.
Es ist Unglück – sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz – sagt die Angst.
Es ist aussichtslos – sagt die Einsicht.
Es ist was es ist – sagt die Liebe.
Es ist lächerlich – sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig – sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich – sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist – sagt die Liebe

Auf die nächsten Jahrzehnte!

Veröffentlicht unter News | Kommentar hinterlassen

News Mai 2014

Mittlerweile ist Gendun wieder seit fast zwei Monaten zu Hause. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Ich habe mir diesmal für meine News wieder eine lange Stichpunktliste gemacht, aber leider funktioniert unser WLAN am PC derzeit nicht und mir war es zu mühselig, die News am iPad zu schreiben, aber nun tippe ich doch hier.

Während Gendun in Tibet war, bekam Tenzin sein erstes Zeugnis. In der ersten Klasse gibt es ja noch keine Noten, dafür viel Text. Ich muss sagen, dass ich richtig stolz auf Tenzin war und bin, weil er ein wirklich gutes, nein, eigentlich ein sehr gutes Zeugnis nach Hause gebracht hat. Hoffentlich bleibt es so.

Am letzten Wochenende vor Genduns Rückkehr haben wir noch einen Ausflug nach Ohlstadt gemacht und dort eine befreundete Familie besucht, die einen Jungen in Tenzins Alter und ein Mädchen in Yangzoms Alter haben. So passt es nicht nur für die Mütter, sondern auch für die Kinder, wenn man sich trifft. Das ist immer sehr angenehm und unkompliziert und einfach schön. Während die Jungs sich irgendwo verkrümelten und die andere kleine Tochter schlief, gingen wir drei Damen spazieren, ich in der Hoffnung, dass Yangzom irgendwann im Kinderwagen einschlief, was dann auch nach länger Zeit passierte. Aber die Runde war schön – bei dem herrlichsten Sonnenschein und mit einem wunderbaren Blick auf das Wetterstein. Das Bild davon ist immer noch mein Bildschirmschoner am PC und erinnert mich immer wieder an einen schönen Tag.

Der Fasching fiel auch in Genduns Abwesenheit. Tenzin wollte als Jedilehrling gehen. Ich habe auch dieses Jahr wieder etwas genäht, diesmal einen Umhang mit Gürtel. In die Schule konnte Tenzin sein Kostüm anziehen. Zum Hortfasching bzw. zu seinem letzten Schultag vor den Faschingsferien musste ich ihn leider wegen Krankheit abmelden. Auch Yangzom, der ich zum Glück zum Fasching nur ein T-Shirt bemalt hatte, konnte aus Krankheitsgründen nicht zum Kindergartenfasching, aber zum Glück weiß sie ja noch gar nicht, was Fasching ist.

Seit wir nun zu viert sind und Yangzom etwas größer und beweglicher ist und damit auch mehr draußen im Sand spielt, habe ich immer unendlich viel Wäsche zu waschen. Wenn dann Bettwäsche und Handtücher hinzukommen, habe ich den Eindruck, gar nicht mehr aus dem Waschen herauszukommen und Gendun fragt mit dann in regelmäßigen Abständen, ob ich jeden Tag waschen muss. Einmal habe ich sogar die Bettwäsche in die Wäscherei gebracht. Aber nun habe ich den Trockenraum im Keller entdeckt. Was für eine Wohltat, wenn man wenigstens die großen Teil nicht mehr in der Wohnung aufhängen muss. Und vor allem kann man dann mehrere Maschinen hintereinander laufen lassen.

In meinem Weihnachtsbrief hatte ich versucht, mir einen Rückblick über die 2013 gelesenen Bücher zu verschaffen. Dieses Jahr versuche ich mir gleich aufzuschreiben, welche Bücher ich lese. Es sind wieder viele Schmöker dabei, die mich in ferne Zeiten und an ferne Orte bringen. Manchmal weiß ich nicht, ob sie mir gegen Fernweh helfen oder ob sie nicht doch vielleicht das Fernweh schüren. Aber letztlich sind es doch ganz andere Welten und wir leben im Hier und jetzt. Gerade zum Schluss habe ich „die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami gelesen. obwohl ich Japanologie studiert habe, muss ich gestehen, dass es mein erstes Buch dieses Schriftstellers war, weil mich die Rezensionen seiner anderen Bücher überhaupt nicht ansprachen. Aber diesmal stand immer dabei, dass dieses Buch anders sei als die anderen. das kann ich natürlich beurteilen, aber gefallen hat mir das Buch wirklich.

Yangzom entwickelt sich zu einer kleinen Prinzessin, nicht immer zum Vorteil bzw. Einfachen für uns, aber doch auch immer wieder zum lächeln. Sie ist wählerisch, was ihre Kleidung angeht und es kommt regelmäßig zu Kämpfen, wenn sie bei schönstem Sonnenschein Gummistiefel anziehen möchte oder eine dicke Jacke, gegen Mützen wehrt sie sich schon lange. Aber gerade letzte musste ich ihr Winterhandschuhe anziehen. Ich gebe zu, dass es morgens noch frisch ist, aber so nun auch nicht und mittags waren zwanzig Grad vorhergesagt. Jetzt kann man ihr auch schon Spängchen in die Haare und Zöpfe machen. Es hält nicht lange, sie rupft es schnell wieder raus. Aber ich finde es immer wieder süß und kaufe ihr das Zeug gerne, auch wenn es vielleicht nicht sehr feministisch ist, einem kleinen Mädchen diese süßen Mädchensachen zu kaufen. Gendun will Yangzom die Haare auch dieses Jahr wieder abrasieren, weil man das so bei ihm zu Hause macht. Bis jetzt konnte ich mich noch durchsetzen. Ich hoffe, es bleibt so.

Beim Essen ist sie auch nicht sehr einfach. Vielleicht muss man sagen, war. Es ist alles im Fluss, das heißt in diesem Fall, es wird langsam besser. Eine zeitlang hat sie eher mit und bei dem Essen herumgespielt, wollte ein Brot spielen, aber es nicht essen, wollte anderes Besteck, aber dabei war sie dann auch nicht konsequent, mal sollte es das Erwachsenenbesteck sein, dann wieder ein Plastiklöffel. Sie aß wie ein kleiner Spatz. Ich bin diejenige, die versucht einigermaßen konsequent zu sein, leider zieht Gendun da nicht immer so mit, wie er sollte. Klar, man möchte sein Kind ja auch nicht verhungern lassen, aber diese Geziere und Gezicke ist auch nicht gerade erbaulich. Aber mittlerweile isst sie gut, zumindest mittags und abends. Wahrscheinlich müssen wir irgendwann aufpassen.

Momentan läuft bei uns alles ziemlich geregelt nach festen Strukturen und Zeiten. Ich versuche, um sechs aufzustehen, um die diversen Brotzeiten herzurichten. Gegen halb sieben gibt es Frühstück, wobei Yangzom da meist nichts isst. Gegen 15 Uhr hole ich Yangzom ab. Wenn Tenzin kein Fußballtraining hat, ist er gegen 17:15 zu Hause, 18 Uhr gibt es Abendessen, dann Sandmännchen für Yangzom und die Geschichte danach für Tenzin. Während Tenzin seinen Film schaut, lese ich Yangzom vor, danach ist Tenzin dran. Am Wochenende kommt noch das Mittagessen hinzu, manchmal durchaus schom um 12 Uhr, damit Yangzom ihren Mittagsschlaf machen kann. Aber das ist nur die Grundregel, wenn Tenzin Training oder ein Spiel hat, läuft es natürlich doch auch anders, oder wenn wir bei schönem Wetter am Nachmittag länger draußen sind.

Und unser Großer? Geht zur Schule. Seit den letzten News hatte er bereits zweimal Ferien – Faschings-/Winterferien und Osterferien. Er geht weiterhin zum Fußballtraining und hatte auch ein paar Spiele. Seine Mannschaft hat bisher immer verloren. Er gehört leider nicht so zu den starken Spielern, träumt manchmal auf dem Spielfeld, träumt aber auch davon, zumindest ein bisschen, Profi zu werden. Wir wissen gar nicht so richtig, wie es weitergehen soll. Die Trainerin bzw. die Verantwortliche für die Anfänger ist nicht sehr motivierend, sagt manchmal auf etwas ungeschickte Weise, was nicht so gut war. Es gibt noch einen Trainer, der wird irgendwann die Jungs vom Jahrgang 2007 übernehmen. Und die 2006er – wurden ja teils, wie Tenzin aus der „richtigen“ 2006er Gruppe aussortiert, aber für die ist dann nach dem Sommer kein Trainer. Keine Ahnung, wohin sie dann kommen, wieder in die 2006er Gruppe. Mittrainieren könnten sie bei den Kleinen, aber dann könnten sie nicht zu Spielen gehen, was zumindest Tenzin schon auch wichtig ist. (Wir als Eltern könnten darauf durchaus verzichten, am Samstag in der Früh irgendwo auf einem Fußballplatz zu stehen.) Ich habe Tenzin für die Sommerferien zu einem dreitägigen Fußballcamp angemeldet, mal sehen, ob das etwas bringt (außer dass es einiges an Geld nimmt J). Ansonsten müssen wir einfach in einem Jahr uns anders orientieren. Ein anderer Verein kommt leider derzeit nicht in Frage, da es für uns erreichbar sein muss.

In der Osterferienwoche war ich mit den Kindern in Berlin bei meinen Eltern, zuerst einige Tage bei meiner Mutter in Lichterfelde, dann einen Tag bei meinem Vater in Petershagen. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter. So konnten die Kinder zweimal im jeweiligen Garten Ostereier suchen. Yangzom wusste bei der ersten Suche noch gar nicht so richtig, was wir (oder der Osterhase) von ihr wollten. Aber das ist doch immer viel schöner als eine Suche in der Wohnung. Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder mal mit unseren Eltern in irgendeinem Wald waren und dort Ostereier suchen sollten, aber wir konnten gar nicht alles mitnehmen, weil sich unsere Eltern nicht mehr erinnerten, wo sie alles versteckt hatten.

Am letzten Samstag war ich mit Tenzin zum ersten Mal auf einem Flohmarkt. Ich wollte nicht mehr benötigte Kinderkleidung verkaufen und Tenzin wollte ein paar seiner Autos verkaufen. Für mich bedeutete das eine fast dreistündige Vorbereitung inkl. Muffins backen für unseren Kindergarten, der den Flohmarkt veranstaltete, und am Verkaufstag selbst standen wir drei Stunden da und versuchten, unsere Sachen loszuwerden. Letztlich waren es wohl 30 Verkäufer und nicht so sehr viel Besucher. Wir haben vielleicht die Hälfte verkauft und die Einnahmen hätten um einiges besser sein können. Der zeitliche Aufwand rechtfertigte den Erlös nicht wirklich. Aber wir sind doch einiges losgeworden und den Rest haben wir in die Kleidersammlung gegeben. Ob ich es noch einmal mache, weiß ich nicht. Das viele Kleingeld liegt nun in der Schublade und wartet darauf, für Eis oder Taschengeld ausgegeben zu werden.

Mit unseren beiden Kindern bin ich in Kindergarten, Schule und Hort – nicht nur als normales Elternteil, sondern beim Kindergarten sowieso, da es ja eine Elterninitiative ist und die eigene Mitarbeit gefordert ist. Bei den „Bärchen“ sind 45 Elternstunden im Jahr Pflicht, jede nicht geleistete Elternstunde muss bezahlt werden. Bis jetzt habe ich es zum Glück immer geschafft und mir wurde noch keine Rechnung gestellt. Bei den Bärchen engagiere ich mich mehr oder weniger erfolgreich in der „Pädagogikgruppe“ – neben den sich wiederholenden Pflichtaufgaben wie Bettwäsche waschen, Oberflächenreinigung, Gartenarbeit etc. Aber auch bei Schule und Hort, auch bei den städtischen Einrichtungen, geht ohne Beteiligung der Eltern nichts. Ich habe mich dieses Jahr auch als eine von zwei Klassenelternsprechern ernennen lassen und gehe abwechselnd zu den Elternbeiratssitzungen (die leider immer länger als zwei Stunden gehen). So bekomme ich vieles mit, was ich vielleicht gar nicht immer so genau wissen möchte. An vielen Schulen gibt es Fördervereine, die bei bestimmten Aktionen und Projekten finanziell unterstützen. Der Hort bittet um Kuchenspenden für den Flohmarkt, um von dem Erlös eine Tischtennisplatte kaufen zu können. Für den Kindergartenflohmarkt habe ich auch Muffins gebacken. Dieses Geld wird auch für Anschaffungen verwendet. Der Elternbeirat bat um Kaffee- und Kuchenspenden für die Schuleinschreibung und jetzt für das Maifest. Auch dieses Geld kommt den Schülern zu Gute. Und bei offenkundig anstehenden Sanierungen (WC’s und Fenster müssten dringend erneuert werden an unserer Schule) schieben sich (ähnlich wie bei der Hortsituation) Stadt und Land die Verantwortlichkeiten zu und nichts passiert. Einfach gemütlich zu Hause etwas machen, geht für Eltern eigentlich gar nicht.

So, nun steht ein verlängertes Wochenende ins Haus. Da der Kindergarten am Freitag (nach dem 1. Mai) geschlossen hat, bin ich mit Yangzom zu Hause.

Das Wetter wird leider erst zum Sonntag wieder schön, glaube ich. Aber vielleicht schaffe ich es ja doch mal wieder, meine Beine durch den Westpark zu bewegen.

Veröffentlicht unter News | Kommentar hinterlassen

News Februar 2014

Mal wieder ist es Monate, genauer gesagt vier Monate, her, dass ich meine News schreibe. Es passiert schon genug, aber ich bin abends einfach manchmal bzw. oft zu faul.

Diesmal hatte ich mir auch gar nicht so viel aufgeschrieben an Notizen für den Newsletter. Nur einige Kindermünder. Fangen wir mit Tenzin an. An einem Morgen im November am Frühstückstisch. Tenzin beschwert sich, dass ein Junge P. immer im Unterricht so viel redet. Ich sage zu ihm, dass er seine Nachbarin A. immer zutextet und muss ihm dieses Wort natürlich erklären. Tenzin fasst zusammen: „Der Text geht um A. herum und zu ihm zurück. Und damit der Text bricht, antwortet sie ihm.“ Rettung einer gestressten Mutter am Morgen. Mein Sohn: „Du hast wirklich abgenommen. Das muss man schon sagen.“ Schlechte Laune weggepustet. Und nach zwei Kinderpalais-Besuchen bekam ich folgendes zu hören: „Manchmal ist Kunst nur Kritzel, aber trotzdem schön.“ Und „Ich habe mich inspirieren lassen.“ Das hatte ihm die Kursleiterin gesagt und er hatte es sich gemerkt.

Yangzom ist auch nicht ohne. Eine Unterhaltung im November, während ich faul auf dem Bett liege: „Buf“ – „Ja, hol dir ein Buch.“ – „oké. mann eh (oder meine).“ – sie tappt zum Regal und kommt mit einem Buch zurück und sagt „Bat“, um sich mit mir zusammen auf dem Bett (=bat) das „Buf“ (=Buch) anzuschauen. Mittlerweile kann sie „Bett“ und „Buch anschauen“ sagen. Sie plappert alles nach, spricht oder singt Reime oder Liedzeilen zu Ende. Leider habe ich in der letzten Zeit zu oft das Sch-Wort gesagt. Das muss ich ihr dringend wieder abgewöhnen. Denn kleine Kinder haben doch auch schnell die richtige Verwendung raus. Gendun redet mit ihr Tibetisch. Sie plappert die Zahlen und Zutaten nach. Zu mir sagt sie auch manchmal tibetische Wörter. Eine Zeitlang sagte sie zu Flugzeug „tsote“, das ist das tibetische Wort für Schiff. Flugzeug heißt „shatte“. Als sie dann abends im Bett ihren eigenen Schatten, der durch die Nachttischlampe entstand, entdeckte, sagte sie hierzu ebenfalls „tsote“ – ein Durcheinander der Sprachen. Zazom ist sie selbst. Und äPäd ist das beim Papa so beliebt iPad. Ich habe ja auch einige Sprichwörter meiner Mutter verinnerlicht. Dazu gehört auch das folgende „Wunderbar, wunderbar, ist nur die Kuh mit Pferdehaar.“ Letztens sagte ich dann zu Yangzom, als sie etwas gut machte „wunderbar“ und sie führte fort mit „Kuh Pferdehaar“.

Bleiben wir bei den Kindern. Tenzin beschwert sich zwar über die Schule, die Hausaufgaben, dass alles so anstrengend sei, aber ich glaube, da ist auch viel Show dabei. Vor kurzem beklagte er sich, dass er keine richtigen Freunde in Schule und Hort hätte. Daraufhin bat ich um Elterngespräche mit Lehrerin und Erzieherinnen und bekam von beiden Seiten ein durchweg gutes Feedback. (Ich habe ihm dann natürlich auch erklärt, dass es eben schwierig ist mit den richtig guten Freunden, dass es lange dauern kann, bis man welche findet und dass man auch etwas dafür tun muss.) Vor einer Woche bekam er sein erstes Zeugnis. Ich war wirklich positiv überrascht, um nicht zu sagen sehr positiv überrascht. Mit so einem guten Zeugnis hatte ich nicht gerechnet. Ich bin richtig stolz auf meinen kleinen großen Jungen!!! Hoffentlich bleibt es so. Zur Schule geht er mittlerweile schon lange allein. Und jetzt ist er auch schon dreimal alleine vom Hort nach Hause gekommen und war schneller zu Hause als erwartet.

Bei Tenzin sind die Dinosaurier jetzt nicht mehr so angesagt. Die wurden abgelöst von einer Star Wars-Mania. Ständig erzählt er davon, kann stundenlang vor einem Lego-Star Wars-Heft sitzen und überlegen, was er sich als nächstes kaufen oder wünschen soll. Malt Star Wars-Bilder. Er will die Star Wars-Hefte kaufen und vorgelesen bekommen. Diese Hefte machen mich ehrlich gesagt etwas aggressiv und schlecht gelaunt. Deshalb sagte ich dann letztens zu ihm, dass ich ihm nur ein neues Heft kaufe, wenn er es allein liest, was er dann auch versuchte. Aber bei den schwierigen Namen der Figuren, Planeten und Raumschiffe scheiterte er, obwohl er schon wirklich ordentlich lesen kann. Also musste ich wieder eine Geschichte vorlesen. Und was kommt zum Fasching? Natürlich eine Star Wars-Figur. Er möchte als Jedi-Lehrling gehen. Und da ich keine Lust habe, vierzig Euro für ein Kostüm auszugeben, nutzen wir vorhandene Kleidung und ich darf wieder etwas nähen. Dabei muss sich immer an den Spruch meiner Oma denken, die sagte „Langes Fädchen, faules Mädchen“. Tenzin geht weiterhin zum Fußballtraining. Im Winter war ein Turnier mit Tenzin als Torwart. Zum Glück landete seine Mannschaft auf dem fünften Platz (von sechs), wurde also nicht letzte. Obwohl er bei einem Spiel sieben Bälle durchließ. Dann konnte ich nicht mehr zuschauen. Mir tat richtig das Herz weh. Nach den Faschingsferien beginnt dann wieder das Außentraining zweimal in der Woche und die Turniere gehen los.

Yangzom ist mittlerweile 20 Monate alt, sehr agil, sehr aktiv, klettert überall drauf, will alles ausprobieren, am liebsten die Dinge vom großen Bruder. Sie spricht viel. Sie ist eitel und sucht sich manchmal selbst die Kleidung aus. Manchmal denkt sie wohl, dass sie schon richtig groß ist, denn zumindest zu Hause mag sie schon lange kein Lätzchen mehr tragen und am liebsten mit der großen Gabel und dem großen Löffel essen, was dann oft dazu führt, dass Gendun oder ich mit Kinderbesteck weiteressen. A propos Essen, da ist sie ganz anders als Tenzin. Eher schwierig leider, aber ich hoffe, dass sich das bald gibt. In den Kindergarten geht sie gerne. Nur nach den drei Wochen Weihnachtsferien war es dann noch einmal kurzzeitig schwierig morgens beim Abgeben.

Weihnachten waren wir diesmal die ganze Zeit zu Hause. Gendun drei Wochen, ich zweieinhalb. Zwischendurch musste ich zwei Tage ins Büro. Nach Weihnachten kam meine Mutter zu Besuch, aber Heilig Abend hatten wir schon allein gefeiert und feierten dann noch einmal mit meiner Mutter. Diesmal gab es wieder nur einen winzig kleinen Weihnachtsbaum, weil ich nicht genau wusste, ob ihn Yangzom nicht doch umreißen würde. Die Tage mit meiner Mutter waren wie immer sehr schön. Ich muss zugeben, dass ich es immer genieße, wenn sie da ist. Eigentlich müssten wir sie ja verwöhnen, aber sie steht dann doch immer wieder mit mir oder auch allein in der Küche und zaubert etwas Schönes für uns. Wir waren aber auch einmal schön frühstücken. Und ein anderes Mal spazierten wir vom Nymphenburger Schloss nach Neuhausen zum Café Ruffini, weil Mama doch so eine Konditor-Maus ist und guten Kuchen über alles liebt.

Vor Weihnachten machte Tenzin an zwei Samstagen einen Skikurs. Er war wie immer begeistert. Ich hatte gehofft, dass ich in den Ferien eine Freundin besuchen könnte. Aber leider ist sie familiär sehr eingebunden dieses Jahr und es klappt nicht. Weil Tenzin mit der Familie in den letzten beiden Jahren schon Ski fahren war. Und der Winter ist zumindest in München überhaupt nicht vorbeigekommen. Dabei haben wir für Tenzin richtig teure Winterstiefel kaufen müssen, weil alle anderen nicht passten. Und er hatte sich von seinem Gesparten einen schönen speziellen Schlitten gekauft. Aber es kommt einfach kein Schnee. Und ich hatte mich auch schon darauf gefreut, Yangzom mit dem Schlitten in den Kindergarten zu ziehen. Mal sehen, vielleicht klappt es, dass ich mit Tenzin einen Tag irgendwohin zum Ski fahren kann.

Im Januar war meine Schwester für zwei Tage da.Sie möchte mit ihrer Familie wieder zurück nach Deutschland und hatte hier ein paar Informations- und Vorstellungsgespräche. Wir sind natürlich gespannt, wann ihr Wunsch nun Wirklichkeit wird. Mama und ich sind auf jeden Fall involviert und unterstützen mit Recherchen, Briefe losschicken und empfangen usw. So sind wir immer auf dem Laufenden.

Was gibt es von mit zu berichten? Der Alltag ist wie gehabt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich ihn ohne Kurzzeitwecker nicht strukturieren könnte. Der Kurzzeitwecker klingelt nicht nur, wenn die Muffins gebacken sind, sondern er klingelt auch nach fünf Minuten, wenn ich die Fenster wieder schließen muss. Er klingelt nach zwanzig Minuten, wenn meine Auszeit in der Badewanne (manchmal hilft nur die Flucht in die Badewanne, wenn ich in Ruhe gelassen werden möchte) beendet ist. (Ich gebe zu, manchmal überziehe ich auch.) Er klingelt, um Gendun und Tenzin anzuzeigen, dass Tenzins Kika-Film anfängt, wenn ich schon dabei bin, Yangzom ins Bett zu bringen. Ich könnte wohl noch einige Beispiele mehr anbringen.

Seit gut drei Wochen ist Gendun in Tibet, am Montag kommt er zurück. Nachdem er sich vor Weihnachten entschieden hatte, nicht zu fahren, überraschte er mich in der ersten Arbeitswoche damit, nun doch fahren zu wollen. Was etwas kurzfristig war, für alle, denn es galt einiges zu organisieren – Visum, Flugticket (zu dieser Zeit, zum chinesischen Neujahrsfest, wollen nämlich alle Chinesen nach Hause und die günstigen Tickets waren schon weg). Aber ich verstehe Gendun, seit vielen, vielen Jahren hat er Lhosar, das tibetische Neujahrsfest, nicht mehr zu Hause feiern können. Und dieses Jahr, da ich noch halbtags arbeite, war im Prinzip die letzte Gelegenheit.

Also bin ich nun mit den Kindern allein und muss zugeben, dass es eigentlich ziemlich entspannt ist, weil es einfach nicht so viele Erziehungsdiskussionen gibt. Der Tagesablauf ist fast der gleiche, weil ich ja vorher eh schon für Frühstück, Bringen und Abholen zuständig war. Es kam im Prinzip nur noch das Fußballtraining dazu. Aber wir haben uns auch mal etwas gegönnt. Frühstücken vor dem Einkauf beim Bauhaus, Frühstücken vor dem Wocheneinkauf. Diese Woche kam sogar mal eine Putzfrau. Zum ersten Mal in meinem Leben und wahrscheinlich auch das einzige Mal für eine lange Zeit. Heute habe ich mir eine Thai-Massage gegönnt, war eher eine Wellness-Massage, aber trotzdem schön. Nur hätte ich den Termin wohl lieber nach meinen Wocheneinkauf legen sollen. Einen Sonntag war ich zum „Kaffeekränzchen“ mit meinen Ex-Kolleginnen eingeladen. Tenzin war anfangs zu mäßig begeistert. Nur die Aussicht, zurück mit Rad durch den dunklen Westpark zu radeln, lockte ihn dann raus. Es blieb ihm allerdings auch keine andere Wahl. Dann hat er sich mit der Tochter der einen Kollegin doch noch ziemlich amüsiert. Letzten Samstag, bei schönstem Sonnenschein, waren wir am Tegernsee und sind die fünf Kilometer Höhenweg von Gmund nach Tegernsee gelaufen bzw. Yangzom saß in der Kraxe. Es war ein wunderschöner Tag. Über einen selbst gemachten Kalender, in dem ich vermerke und Bilder male oder reinklebe, können wir verfolgen, was Gendun zu Hause so macht. Über Chat und Telefon haben wir eigentlich jeden Tag Kontakt. Die Kinder dürfen bei mir schlafen.

Ostern fahre ich mit den Kindern nach Berlin. Der Hort hat eh eine Woche zu und einmal im Jahr versuche ich doch meine Eltern in Berlin zu besuchen. Also werden die Ostereier diesmal in Berlin gesucht, sogar zweimal. Einmal im Vorgarten meiner Mutter in Lichterfelde und einmal im Garten meines Vaters im Umland.

Auch der Sommerurlaub ist schon geplant und organisiert. Ich habe für eine Woche eine Ferienwohnung in Heiligenstadt gebucht, dort, wo ich geboren wurde und wo wir als Kinder viele Sommer und Winter bei meinen Großeltern verbrachten. Als ich beim Recherchieren und Buchen war, sind ganz viele Kindheitserinnerungen hochgekommen von Waldspaziergängen mit Beeren suchen und Tannzapfen sammeln, Zwischenstationierung im dortigen Kindergarten, auskurierte Krankheiten, OP’s und gebrochene Beine, Sammeln von Versteinerungen, Ausflüge in den Wald, zu Wachtürmen etc. Unendlich wirklich viele schöne Erinnerungen gibt es hier. Ich bin gespannt, was alles noch so ist, zumindest in Ansätzen.

So, nun müssen wir noch drei Tage warten, bis Gendun Montag geht sieben oder acht Uhr früh bei uns in der Tür steht, aber vielleicht sind wir dann auch schon unterwegs. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

21. Februar 2014

Veröffentlicht unter News | Kommentar hinterlassen

News November 2013

Tenzin geht nun schon seit über einem Monat zur Schule. (Die letzten drei Tage hat er wegen Krankheit gefehlt. Er war wirklich krank. Aber ich glaube, er fand es auch ganz schön, mal wieder mit der Mama allein zu Hause zu sein. Wobei wir in diesen drei Tagen auch dreimal zum Arzt mussten und er immer wieder inhalieren musste und er uns auch noch etwas angesteckt hat.)

Aber zurück zur Schule. Am 12.09. war die Einschulung. Schulranzen war gepackt, Schultüte gefüllt. Im Nieselregen ging es dann zu viert zur Schule. In der Aula versammelten sich alle ca. 100 Erstklässler (es gibt fünf erste Klassen) und die dazugehörigen Verwandten. Ihr könnt Euch vorstellen, wie wuselig, unruhig und schnell warm es wurde. Nach einem Lied der Zweitklässler und einer kurzen Ansprache durch den Direktor wurden die Erstklässler von ihren Lehrerinnen eingesammelt und gingen zusammen (ohne Eltern) in ihre Klassenräume. Um elf durften wir dann die aufgeregten Kinder wieder abholen. Tenzins Klassenlehrerin ist witzigerweise eine ehemalige Nachbarin aus der Schießstättststraße. In Tenzins Klasse geht auch ein Mädchen, das wir von „Kinder und Buddhismus“ kennen. Das hatten wir beiden Eltern extra bei der Einschreibung angegeben, da unsere Kinder eigentlich keine Kinder in der Schule kannten, weil beide in weiter entfernte Elterninitiativen gingen. In seinen Hort gehen auch ein paar Jungs vom Fußball. Die Horterzieherin sagte mir letztens, dass er sich gut eingelebt hat, er habe zwar noch keinen richtigen Freund, aber er würde überall akzeptiert, alle spielten gerne mit ihm. Witzigerweise ist das eine ähnliche Einschätzung, wie auch seine Kindergartenerzieherin sie einmal traf.

Nun mit zwei Kindern in drei Einrichtungen (Krippe, Schule, Hort, zudem hatte ich mich als zweite Klassenelternsprecherin wählen lassen) hatten sich die Abendtermine in den letzten Wochen gehäuft. Elternabend Schule, Elternabend Hort, Elternabend Fußball (zu dem ich Gendun schickte, der erstmals überhaupt zu einem Elternabend ging). Elternabend Kindergarten, musste ich absagen, da ich stattdessen zu einem Treffen der Klassenelternsprecher ging, dies zweimal. Treffen mit der ersten Klassenelternsprecherin. Treffen der Pädagogikgruppe im Kindergarten. Zum außerordentlichen Elternabend im Kindergarten konnten wir nicht gehen, da da gerade Tenzin krank wurde und ich eine Arztodyssee hinter mir hatte und abends einfach fertig war. Letztens fragte mich Gendun, ob wir die Woche nicht mal eine freie Woche hatte, zumal eben noch diverse Arzttermine (Impfung, Durch-Checken…) hinzukamen. Und dann ja noch das Fußballtraining von Tenzin. Jetzt muss es mal wieder ruhiger werden. Und deshalb habe ich mir nächsten Montag und Dienstag, wenn Gendun mit Tenzin noch in Paris bei seinem Bruder ist, frei genommen. Und in dieser Zeit mache ich etwas für mich, weil Yangzom dann auch in die Krippe gehen wird. Dieser Egoismus muss mal sein. Und sei es auch nur, hier mal in Ruhe die Fotos der letzten Jahre einzukleben.

Ich schweife schon wieder ab. Zurück zur Schule. So richtig eingespielt hat es sich noch nicht. Tenzin fehlt die Zeit mit uns allein, was natürlich auch schon vorher so war, weil nun auch Yangzom unsere Zeit beansprucht. Dafür müssen wir neue Wege und neue Rituale für die Abendzeitung finden. Das Problem ist nur, dass er erst um fünf aus dem Hort kommt (und auch nur in Ausnahmefällen vorher abgeholt werden darf) und dann passiert nicht mehr sehr viel außer Abendessen, Kika gucken und sich bettfertig machen. Aber immerhin hat er schon einmal von allein vorgeschlagen, freiwillig auf das Kika gucken zu verzichten, um dadurch etwas mit einem von uns zu machen.

Die Hausaufgaben macht Tenzin im Hort. Aber wir Eltern sind angehalten, sie auch trotzdem noch einmal jeden Abend anzuschauen. Was ich als gute Mama natürlich auch mache. Und so ist es für mich, zumindest jetzt noch zum Anfang, immer so, als würde ich ein Überraschungsei öffnen, wenn ich in den Schulranzen schaue: Welches ist die Hausaufgabe? Welche Wörter hat Tenzin geschrieben? (da die Kinder ja noch mit der Anlauttabelle schreiben, also, so wie die Kinder es hören! sehen die Wörter manchmal wirklich abenteuerlich aus.) Gibt es einen Brief von der Schule oder einen Elternbrief vom Hort? Diese müssen immer unterschrieben zurückgegeben werden. (Bis jetzt haben wir bestimmt schon drei oder vier Briefe zur Läuseproblematik bekommen. Und jedes mal unterschreibe ich, dass ich täglich nachschaue, ob er Läuse hat. Ich muss gestehen, ich habe bisher nur sporadisch nachgefragt, ob sein Kopf juckt.)

Zu Tenzin habe ich nun relativ viel geschrieben. Zu erwähnen sei noch, dass er gestern sieben Jahre alt wurde. Er hat sich diesmal Geld gewünscht, weil er sich ein teureres Lego-Starwars-Teil kaufen möchte und wir den Preis zu hoch fanden mit 140 Euro. Dieses Teil hatte er sich zuerst ausgesucht! mittlerweile hat er sich für ein anderes entschieden, das nur halb so teuer ist. Und das Geld hat er nun schon fast zusammen. Trotzdem bekam er natürlich noch etwas zum Auspacken. und letztlich war es so, dass er sich den Geldschein kurz ansah und zur Seite legte, um sich dann mit seinen „richtigen“ Geschenken zu befassen. da hat man eben etwas Richtiges in der Hand. Und er kann zwar schon die Zahlen auf den Geldscheinen lesen, aber den Wert wohl auch noch nicht richtig erfassen.

Yangzom bekam zu Tenzins Geburtstag von der Oma auch ein kleines Geschenk – ein paar Wachsmalstifte. Der Hintergedanke meiner Mutter war der, dass Yangzom nicht eifersüchtig sein sollte. Was war? Tenzin war neidisch, weil Yangzom nun mehr Wachsmalstifte hatte als er. Dabei hat er dafür viel mehr Buntstifte. Die ihm Yangzom immer stibitzte, obwohl sie ein eigenes kleines Regal und auch einen kleinen Tisch hat. Sie klettert nämlich auf alle Stühle, auch auf Tenzins und angelt sich dann die interessanten Dinge von den Tischen. mittlerweile ist die kletterphase schon etwas besser / ruhiger geworden, aber es sieht wirklich manchmal abenteuerlich und gefährlich aus. Und wir müssen nun abwägen, kann sie es selbst einschätzen, soll man sie dabei unterstützen oder soll man es unterbinden?

Yangzom plappert zurzeit ziemlich viel und singt. Manchmal „redet“ sie auch mit uns, nur dass wir sie leider meist überhaupt nicht verstehen. Aber ihr Wortschatz wird – logischerweise – immer größer, wobei sie jedoch eines ihrer ersten Wörter, nämlich „ba“ für Kuss, nicht mehr sagt. Hier ein paar Beispiele: höa’aff (hör auf) und meine als doch mit die wichtigsten Wörter für so ein kleines Kind. Sie kann zwar auch „nein“ sagen, wobei sie es oft nicht eindeutig benutzt. ahziehen (anziehen), dahte (danke), dertig (fertig), kann die gängigen Tiere mit den Tierlauten benennen (auch wenn gendun auf tibetisch fragt), apa, ama, adja. manchmal meine ich ya’yom (Yangzom) und tenten (Tenzin) zu hören.

Es gibt Tage, da denke ich, ich habe zwei kleine Teufelchen zu Hause. Yangzom zeigt zunehmend ihren eigenen Willen, manchmal für uns vollkommen unmotiviert. Manchmal bestimmt, weil sie sich untergebuttert fühlt. Sicherlich auch zu Recht. Ich finde es, wie wahrscheinlich alle Eltern, wirklich alle Parteien zu berücksichtigen! alle Kinderparteien, aber auch alle Elternparteien. Bis jetzt habe ich noch keine wirklich gute Lösung gefunden. Ich will ja auch keinen Stundenplan aufstellen. Wobei? vielleicht wäre das mal eine Idee :-). zurück zu den Teufelchen: von Tenzin durfte ich mir schon folgendes anhören: „Ich ziehe aus“ oder der Klassiker „Du bist gemein“. Letzteres nehme ich mir nicht mehr so zu Herzen, obwohl meistens ich es hören muss. Regelmäßig fühlt sich Tenzin auch von mir erpresst oder gibt mir derzeit ständig Retour-Kutschen nach dem Mott „Du selber“. Dafür muss ich mir noch eine Regel überlegen, denn es gibt durchaus viele Momente, in denen Eltern mehr wissen, mehr entscheiden und es unangebracht ist als Siebenjähriger, das letzte Wort haben zu müssen. Bei Yangzom ist das noch einfach. Sie sagt dann einfach nur „höa’aff“.

Hier noch ein paar Gedanken / Beobachtungen für’s „Kopfkissenbuch“:
1) Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass man es, zumindest hier in Bayern geschafft hat, Hundebesitzer dazu zu bringen, dass sie die Exkremente ihrer Vierbeiner einsammeln. Wobei andererseits war ich letztens in der Post, ein Hund wartete drinnen kurz hinter der Tür und hinterließ genau dort sein Geschäft. Ich hatte gehofft, dass die Besitzerin beim Hinausgehen reintreten würde. Aber leider nicht und sie nahm es auch nicht wahr.
2) Letztens an einer Tram-Haltestelle sagt ein vielleicht 12jähriger zu seinem Freund: „Du bist mir echt ans Herz gewachsen, weil Du so bist wie ich. Nur anders.“
3) Erstaunlich finde ich auch immer wieder, dass es gerade die Menschen sind, die bei rot über die Ampel gehen, die nicht gut zu Fuß sind. Damit meine ich nicht nur ältere Fußgänger, sondern auch welche mit Beinbeschwerden, Gehhilfen oder was auch immer.
4) Fremdschämen – ein schönes Wort, das vor allem bei den Castingshows im Fernsehen fällt. Letztens passierte mir dies in der Tram, denn mein Sohn gehört mit seinen sieben Jahren immer noch zu den Menschen, die Popel als kulinarische Delikatesse ansehen und steckte sich eine solche coram publico in den Mund. Während er schon wieder herumgrinste, war mein Gesicht gefühlt immer noch rot.

Mit dieser Anekdote schließe ich für heute. Liebe Grüße aus München!

Veröffentlicht unter News | Kommentar hinterlassen

News September 2013

Unser Urlaub ist nun auch schon wieder fast zwei Wochen vorbei. Ich muss sagen, bei der Urlaubsplanung und –organisation ergeht es mir ähnlich wie bei Organisation von Wandertouren mit Kind. Ich bin immer noch im Lernprozess. Und es ist nicht so einfach, einen Ort, eine Unterkunft, eine Anreisemöglichkeit zu finden, die für eine vierköpfige Familie (unterwegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln) mit Kindern im Alter von eins und fast sieben zu finden. Die Organisation der Tibet-Reisen war relativ einfach, da wir hierfür nur die Flüge zu buchen brauchten. (Die Reise mit der Bahn von Peking nach Xining, Ihr erinnert Euch vielleicht, war sehr abenteuerlich, aber man konnte auch nichts von Deutschland aus buchen). Der kurze Familienurlaub in Paris bei meinem Schwager war ähnlich einfach, da wir auch beim Schwager wohnten. Für den Kroatienurlaub buchte ich damals eine Anreise mit Bus (dass keine WC’s drinnen waren, stellte sich dann als doch nicht so tragisch heraus), die Ferienwohnung war gut, aber der Fußweg zum Strand war doch, vor allem mit dem einem damals etwa vierjährigen Kind, recht weit.

Diesmal ging es nach Stralsund. Aber warum gerade Stralsund? Nachdem ich letztes Jahr mit Tenzin im Frühling in Warnemünde war (mit Übernachtung in der Jugendherberge), wollte er natürlich auch mal zum Baden an die Ostsee. Da das mit der Jugendherberge eigentlich ganz gut passte, wollte ich diesmal auch wieder in die Jugendherberge. Als ich um die Weihnachtszeit herum bei den diversen Jugendherbergen an der Ostsee nachfragte, waren dort bereits alle Familienzimmer für den August belegt. Irgendwie kam ich dann auf die Jugendherberge Stralsund, reservierte dort ein Familienzimmer, realisierte jedoch nicht sofort, dass Stralsund ja gar nicht an der „richtigen“ Ostsee liegt, sondern am Strelasund, einem Meeresarm der Ostsee. Dann wollte Gendun nicht in einer Jugendherberge übernachten. Als ich dann nach einer Ferienwohnung suchte, blieb ich bei Stralsund. Ich glaube, ich dachte, dass eh alle Ferienwohnungen schon voll seien, aber vielleicht dachte ich ab diesem Zeitpunkt dann einfach nicht weiter. Dann begann ich mich zu informieren über Stralsund. Und da Rügen mit den richtigen Ostseestränden gar nicht so weit weg ist, war ich es auch zufrieden.

Die Ferienwohnung buchte ich übers Internet. Ich finde es immer etwas schwierig, anhand der Beschreibung dort zu erkennen, ob es die richtige Ferienwohnung für die jeweilige Familie ist. Die Bilder der Wohnung waren ansprechend und stimmten dann auch mit der Realität überein. Die Entfernung zum nächsten Strand war mit 0,5 Kilometer angegeben, das war für mich der ausschlaggebende Punkt zur Buchung. Aber es stand natürlich nicht da, dass es sich dabei um einen Mini-Strand bei einem kleinen Spielplatz in der Nähe handelt. Ich hatte dabei an einen richtigen Strand gedacht. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten waren auch drei bzw. fünf Busstationen entfernt. Nachdem wir über neun Stunden Zugfahrt (die lange Anreise hatte ich auch nicht bedacht) hinter uns hatten und dann noch zum Einkaufen mussten, waren wir abends doch ziemlich gerädert und ehrlich gesagt auch etwas genervt. Fazit für mich für das nächste Organisieren: vor dem Buchen nachschauen, wie man hinkommt, wie lange es von Haustür zu Haustür dauert, wie weit Strand oder andere Örtlichkeiten wirklich entfernt sind und wie man dorthin kommt, wie weit die Einkaufsmöglichkeiten entfernt sind, wie man vom Bahnhof zur Unterkunft kommt, ob man nicht vielleicht mit Unterbrechung oder im Nachtzug anreist. Ihr werdet es im nächsten Jahr, wenn es denn dann wieder einen solchen Urlaub gibt, nachlesen können, ob ich mir dies alles gemerkt habe. Andererseits sollte man ja schon fast jetzt den nächsten Sommerurlaub buchen. Aber darüber will ich jetzt noch gar nicht nachdenken, schließlich muss ich davor noch über die Einschulung, Weihnachtsgeschenke etc. sinnieren.

Für unseren Urlaub, der dieses Jahr aus verschiedenen Gründen sehr kurz ausfiel, hatten wir zwei Fahrttage und vier Urlaubstage vor Ort. Die beiden ersten Tagen fielen etwas ins Wasser, d.h. an diesen Tagen gab es vom Wetter her alles: Platzregen, Gewitter, Sonne, Wolken und immer wieder viel Wind. Am ersten Tag sind wir erst einmal auf Erkundungstour nach Stralsund reingefahren, waren am Hafen, haben uns und vor allem Tenzin irgendwie am Ozeaneum vorbeilaviert. Er wollte natürlich unbedingt rein, aber die Schlange sehr lang. Jedenfalls haben wir es trotz Regen und dadurch bedingter Kaffeepause in einem Café irgendwann zum richtigen Strand geschafft. Als wir dann dort ankamen, war das Wetter einigermaßen und ich stürzte mich todesmutig mit Tenzin, der unbedingt wollte (er wäre wahrscheinlich auch bei Minusgraden ins Wasser gestiegen) in die eisigen Fluten. Wobei stürzen natürlich auch nicht wirklich stimmt, denn ich bin eigentlich nur bis zur Hüfte rein. Im starken Wind haben wir dann Ball gespielt. Zurück sind wir durch die Altstadt geschlendert. Am nächsten Schlechtwettertag fuhren wir dann kurz entschlossen nach Binz. Nachdem wir endlich die Fußgängerzone erreicht hatten, mussten wir bei einem Regenguss wieder in einem Café Unterschlupf suchen. Später wurde es auch hier wieder etwas besser und wir spazierten Richtung Strand. Gendun blieb die ganze Zeit mit Yangzom oben an der Promenade. Mit Tenzin war ich am Wasser, wir steckten die Füße ins kühle Nass. Tenzin entdeckte dann noch ein Fußballangebot und spielten mit anderen Kindern und Jugendlichen ein richtiges Spiel.

Am dritten und vierten Tag hatten wir dann endlich Glück mit dem Wetter. Den ersten Sonnentag verbrachten wir am Strand von Stralsund. Und die Krönung war dann der vierte Tag, wieder in Binz. Am Strand auf Höhe des Bahnhofs mieteten wir uns einen Strandkorb und verbrachten dort einen ganzen Tag in der Sonne, im Sand und im Wasser. Tenzin war überglücklich. Mal ging er allein ins Wasser, mal konnte er seinen Papa zum Ball spielen überreden, mal beobachtete er die kleinen Quallen, ich war natürlich auch mit ihm im Wasser. Diesmal durfte auch Yangzom ins Wasser. Sie fand es amüsant, vom Wasser umspült zu werden, plumpste immer wieder hinein und lachte vor sich hin.

Die Regenschauer und Spaziergänge führten uns immer mal wieder zu Cafés oder Buden. Zum Strandbesuch gehört natürlich auch ein Eis. Gendun und ich hatten nach dem Urlaub beide ein paar Kilo mehr auf den Rippen, dabei hatte ich mich kurz vorher schon gefreut, dass ich fünf Kilo weniger als vor der Schwangerschaft wog. Aber zum Glück sind ein paar Pfunde schon wieder verschwunden. Am sechsten Urlaubstag traten wir dann wieder die lange Heimreise an. Aufgrund der Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und des Ausflugs nach Binz und der späten Ankunft in München bot uns meine Mutter, uns in Berlin, wo wir umstiegen, zu treffen und uns einen kleinen Proviant mitzugeben. Abends gegen halb acht waren wir dann endlich in unserer Wohnung und freuten uns, dass Pizza im Tiefkühlfach lag.

Bzgl. Hort wollte ich eigentlich etwas ausführlicher schreiben, aber jetzt gibt es doch nur eine kurze Zusammenfassung. Vor etwa einem Jahr hatte ich Tenzin den Städtischen Horts bei den beiden Grundschulen in unserer Nähe sowie bei der in Nähe des Kindergartens angemeldet. Außerdem bei zwei kirchlichen Einrichtungen sowie diversen Elterninitiativen in unserem Sprengel. Im Laufe der Zeit kamen dann noch zwei Mittagsbetreuungen in der Sprengelschule und in einer Schule etwas weiter weg hinzu sowie ein Hort in einer Realschule, wo Kinder bevorzugt ab der 5. bis 9. Klasse, aber auch ab der 1. Klasse betreut werden. Nachdem wir im März lauter Absagen bekamen, kam ich mir vor wie „Land unter“. Natürlich hatte ich mich bei allen Einrichtungen zurückgemeldet, dass wir weiterhin Bedarf an einem Platz hätten.

Ich schrieb ans Bundesfamilienministerium, an die Bayerische Bildungsministerium, an Herrn Ude, den Noch-Bürgermeister von München, nicht in der Hoffnung, dass sie mir weiterhelfen haben, sondern eher um eine weitere Familie zu sein, die auf die Missstände aufmerksam macht. Ich bekam von den Ministerien lange Briefe. Der Brief an Herrn Ude wurde an das Bildungsreferat weitergeleitet und von dem Schulrat auch beantwortet wurde. Unter zwei Seiten ging gar nichts, in denen Verständnis geäußert wird, dann wird geschrieben was der Deutsche und der Bayerische Staat und was die Stadt München alles bereits macht und was die jeweils andere Seite noch zu machen hat.

Diese Briefe beschafften uns jedoch keinen Hortplatz. Den bekam ich letztlich nur durch Eigeninitiative und mehrmaliges Rückmelden bei den Einrichtungen. Inspiriert durch die Antworten machte ich mich auf die Suche nach einer Ganztagsschule, natürlich war ich damit recht spät dran, zumal es bei uns im Sprengel keine Ganztagsklasse gibt, die nächste Schule wäre über die große Donnersberger Brücke, über die der Mittlere Ring führt. Dort war dann noch ein Platz bei der Mittagsbetreuung frei. Nachteil bei Mittagsbetreuungen ist, dass die oft nur bis 14 oder 15 Uhr gehen und die meisten Ferientagen geschlossen haben. Diese war da sogar noch recht liberal. Nachdem ich hier fast unterschrieben hätte, bekam ich die Zusage von einer Elterninitiative, die einen Platz für zwei Jahre gehabt hätten. Kurz bevor ich die Unterlagen dorthin schickte, bekam ich die Zusage von einer kirchlichen Einrichtung. Deren Vorteil wäre die eigene Hausaufgabenbetreuung für die Erstklässler gewesen und dass es nur eine Gruppe gewesen wäre. Nachteil: Tenzin hätte von der Schule die etwa zehn Minuten dorthin laufen müssen.

Den Vertrag hatten wir schon unterschrieben, dann kam jetzt kurz vor unserem Urlaub die Zusage vom Städtischen Hort direkt in der Schule. Dort sind drei oder vier Gruppen, aber sie sind gleich im Haus. Und der große Vorteil ist, dass sie wirklich fast das ganze Jahr auf haben, bis auf drei Wochen in den Sommerferien und evtl. mal Weihnachten. Lange Rede kurzer Sinn: wir haben einen Hortplatz!!!

Heute Abend fahre ich zum Flughafen und hole Tenzin ab, der eine gute Woche in Berlin bei Oma und Opa war. Am 1. September ist er erstmals allein geflogen. Die Zeitersparnis für die Erwachsenen war groß, die finanzielle Belastung für einen betreuten Flug genauso groß, als würde ich zweimal nach Berlin fahren, um ihn hinzubringen und wieder abzuholen. Da fiel die Entscheidung leicht. Mit knapp sieben Jahren ist Tenzin nun auch groß genug, um diese gute Stunde im Flugzeug allein zu verbringen. Ich durfte bis zum Gate rein und übergab ihn dann auch erst kurz vor Boarding an eine Angestellte des Flughafens, die ihn dann im Flugzeug an eine Stewardess übergab. Und in Berlin wurde er von einem Angestellten an die Großeltern übergeben.

Tenzin hatte eine volle Woche mit dreimal Dinosauriern (Naturkundemuseum, Biosphärenreservat Potsdam, Dinopark bei Oranienburg), Ritterspiele in der Domäne Dahlem (ein Kinderbauernhof), Baden im Wannsee und vielen Radtouren. So viel action bekommt er nicht so bald wieder geboten. Manchmal kam das Heimweh durch, deshalb reduzierten wir das Telefonieren und Skypen. Auch nach ein paar Tagen erkannte Yangzom ihren großen Bruder sofort am Telefon und war immer hellauf begeistert, wenn sie ihn über Skype auch am Computer sehen konnte. Ob sie ihn vermisst hat, kann ich nicht wirklich sagen, darüber hat sie nichts gesagt. Aber sie wird sich heute Abend sicherlich riesig freuen, wenn sie ihn wiedersieht.

Als Tenzin bzw. Mama vom Ferienprogramm erzählten, musste ich natürlich an meine eigenen Ferien bei den Großeltern denken und stellte fest, dass wir nie so großes Programm hatten. Aber damals war es auch eine ganz andere Situation. Erstens waren wir immer zu zwei und vom  Alter her immer recht nah bei einander. Zweitens gab es sowohl in Heiligenstadt als auch in Freital hinter dem Haus einen großen Garten, auf dem wir, teils vom Haus aus beaufsichtigt, allein spielen konnten. Und drittens waren jede Ferien Nachbarskinder da, die wir schon kannten und mit denen wir spielen konnten. Also ganz anders als bei Tenzin, der allein bei den Großeltern war, keine Nachbarskinder drum herum und auch kein großer Garten. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich später einmal etwas. Tenzin hat es auf jeden Fall gefallen und auch für die Großeltern war es eine Bereicherung, schrieb zumindest meine Mutter.

Ich nutzte das letzte Wochenende mit schönem Spätsommerwetter und ohne großen Sohn für eine Wandertour ein Stück das Reintal hinauf. Gendun musste leider arbeiten, also musste ich Yangzom allein tragen. Mein Ziel war die Bockhütte, die etwa auf halbem Weg zur Reintalangerhütte liegt. Ich gebe zu, ich habe mich von der Zeit etwas verschätzt und war länger unterwegs als gedacht, vielleicht so 6 Stunden reine Gehzeit, ich hatte mit vier Stunden gerechnet. Allerdings ließ ich Yangzom auch zweimal laufen, damit sie nicht den ganzen Tag in der Kraxe sitzen musste. Yangzom hat zudem schon ein ganz ordentliches Gewicht und die Kraxe ist für mich vielleicht auch nicht ganz perfekt. Ich hatte ganz schön zu schleppen und die Kraxe drückte auf die Hüften oder das Becken, je nachdem wohin ich sie schob. Aber trotzalledem war es ein super schöner Tag mit Sonnenschein, warmen Temperaturen, einem leckeren selbst gemachten Kuchen auf der Bockhütte und vor allem in den Bergen. Es hat mich schon so lange dorthin gezogen. Es musste einfach sein. Und es hat sich gelohnt.

Morgen und übermorgen habe ich frei, um noch einmal zwei Tage mit Tenzin zu haben. Yangzom wird in den Kindergarten gehen, damit Tenzin eine Mama-Zeit bekommt. Denn am Donnerstag ist der erste Schultag! Die Schultüte mit Drachen drauf wurde im Kindergarten gebastelt. Alles, was auf der Liste stand, habe ich gekauft (und musste dabei feststellen, dass es kaum noch Seifenschachteln gibt). An einem der nächsten Abende werde ich die Schultüte füllen und an einem der nächsten Tage Tenzins Schulranzen packen. Wie der erste Schultag war, erfahrt Ihr beim nächsten Mal.

Bis dahin viele Grüße und noch einen schönen Spätsommer!

Veröffentlicht unter News | Kommentar hinterlassen

News August 2013

Bevor ich mit meinen News anfange, mache ich mir immer schon Stichpunkte, was ich alles schreiben möchte. Dabei kommt einiges zusammen: was mir so zu Yangzom und Tenzin einfällt, was wir gemacht haben, kleine Anekdoten, Dinge, die mir unterwegs auffallen. Diesmal ist meine Liste auch wieder etwas länger geworden.

Ich fange mal mit einer guten Nachricht an, auch wenn sie heute hier nur kurz erwähnt wird: Wir haben einen Hortplatz bekommen und sind damit ziemlich erleichtert. Aber zum Thema Hort werde ich ausführlicher ein anderes Mal schreiben. Außerdem werde ich doch länger als nur bis 30.09.2013 halbtags arbeiten, wahrscheinlich ein ganzes Jahr, was vieles entspannt und leichter macht.

Ich habe ja mal wieder beschrieben, wie so ein Tagesablauf in der Familien Palden aussieht. Das möchte ich heute, da ich wieder arbeite und mittlerweile zwei Kinder da sind, wieder machen. Gendun steht immer vor uns auf, außer am Wochenende (da würde er wohl am liebsten bis in die Puppen schlafen, steht mittlerweile jedoch auch öfter mal um halb sieben oder acht auf, wenn ich das Frühstück fertig habe). Der Wecker klingelt für ihn gegen fünf oder halb sechs, ich weiß es nicht genau. Er steht aber eigentlich erst eine halbe Stunde später auf. Manchmal sehen wir ihn noch zum Verabschieden. Mittlerweile wird Tenzin nicht mehr vor dem Aufstehen wach, Yangzom ist auch keine absolute Frühaufsteherin. Mit Tenzin kann ich relativ früh frühstücken, Yangzom dagegen isst kaum etwas (sie scheint eh nicht so eine große Esserin zu sein). Mal sehen, wie es sich dann mit der Schule einspielt, vielleicht wird sie eher im Kindergarten frühstücken, wobei es mir eigentlich immer wichtig ist, dass die Kinder zu Hause frühstücken, weil ich dann auch einfach weiß, dass sie etwas im Bauch haben. Dann bringe ich beide in den Kindergarten, wir sind meist gegen halb neun da. Mit meiner halben Stelle bin ich nicht so auf die Arbeitszeiten festgelegt, glücklicherweise. Nach Yangzoms Mittagsschlaf bin ich dann im Kindergarten und nehme ein ausgeschlafenes Kind in Empfang.

Nach dem Kindergarten möchte Tenzin gerne noch seine Freunde, die er gerade noch im Kindergarten gesehen hat, treffen. Manchmal sehen wir dann alle wieder auf einem Spielplatz in der Nähe, manchmal habe ich keine Lust dazu und kann mich rausreden. Tenzin spielt zu Hause dann meist allein etwas, Yangzom ist immer noch gerne bei der Mama. Nach Tenzins Kika-Film (mittlerweile nicht mehr das „Sandmännchen“, sondern der Film danach) bringe ich die beiden ins Bett, d.h. wir liegen im großen Bett und ich lese vor, dann stille ich Yangzom und Gendun steckt Tenzin in sein Bett. Letztens habe ich Yangzom zuerst zum Schlafen gebracht und dann mit Tenzin etwas aus seinen Legosteinen gebaut. Er kommt halt doch etwas zu kurz, was das Eins-zu-eins-Spielen betrifft. Das sollten wir öfter machen. Mittwochs und samstags, wenn Gendun seinen Mini-Job hat und etwas später kommt, darf Tenzin bei uns im Bett schlafen. Montags und freitags liest Gendun auf Tibetisch vor. Es ist jedoch ein etwas anderes vorlesen, eher ein Abfragen, aber ich mische mich da nicht ein. Samstags darf Tenzin eine DVD anschauen, während Yangzom ihren Mittagsschlaf macht. Sonntags schaut er „Löwenzahn“ oder „Die Sendung mit der Maus“. Wenn Yangzom dann schläft, ist das meine Zeit, die ich meist mit Lesen verbringe. Früher, als er donnerstags zu Hause war, gab es den iPad-Tag, aber den vergessen wir meistens. Dienstags und donnerstags hat Tenzin Fußballtraining, zum Glück haben jetzt die Sommerferien angefangen und es ist Pause.

Ich merke gerade, es ist ein Tagesablauf aus Sicht der Kinder. Gendun ist meist gegen vier zu Hause und braucht dann seine Ruhe bzw. er nimmt sie sich. Ich schaffe das nicht immer und lasse mich mehr von den Kindern vereinnahmen. Aber ich habe es doch jetzt auch mal geschafft, mich mit einer Freundin zu treffen und abends in Schwabing während einer lauen Sommernacht etwas zu trinken, was mich an meine Studentenzeit erinnerte. Gendun besucht abends manchmal tibetische Freunde. Manchmal sind wir im Park zum Picknicken, wir haben es auch dreimal ins Schwimmbad geschafft. Gerade letzten Sonntag, als es so furchtbar heiß war, waren wir vormittags im Schyrenbad. Siesta zu Hause und gegen 4 dann in den Westpark zum Picknick. Ich hatte auf etwas Abkühlung durch Wind gehofft, Wind gab es auch, aber wahrscheinlich wäre es zu Hause doch kühler gewesen. Ich hatte ab Abend doch etwas Kopfschmerzen, wahrscheinlich von der Hitze und wahrscheinlich zu wenig getrunken. Aber es ist einfach so, dass die Kinder viel Zeit und viel von uns beanspruchen.

Seit dem 14.06. ist meine Elternzeit vorbei, seit dem 24.06. arbeite ich wieder, diesmal nur halbtags und zwar für die nächsten Monate. In der ersten Woche hatte ich Urlaub, um mit Yangzom auf ihren ersten Kindergartentag zu warten, da wir den Krippenplatz erst ab 01.07. hatten. Dann war Gendun zwei Wochen mit Yangzom zu Hause. Also eine Woche richtig zu Hause und dann die erste Woche Eingewöhnung im Kindergarten. Gendun war immer dabei, es ist ja eine schleichende Eingewöhnung. An den beiden letzten Tagen konnte er sie für einige Stunden da lassen. Ich war in der zweiten Woche dran und konnte sie jeden Tag da lassen, erst bis vor dem Mittagessen, dann bis nach dem Mittagessen und am letzten Tag dann sogar bis nach dem Mittagsschlaf. Obwohl ich einiges zu erledigen hatte (endlich mal die ganze Wohnung putzen, Amtliches), war dies doch auch wie eine Woche Urlaub für mich, weil ich doch immer wieder Zeit für mich fand. Das tat mir wirklich gut. Mittlerweile schreit sie morgens fast gar nicht mehr (sie beruhigt sich aber immer sehr schnell, kaum bin ich um die Ecke rum, höre ich gar nichts mehr) und sie streckt ihre Arme der Erzieherin entgegen, fast so nach dem Motto „Du willst mich ja nicht.“ Wenn ich dann nachmittags komme, sitzt sie ganz ruhig auf dem Boden, schaut oder spielt. Und freut sich von ganzem Herzen, mich zu sehen. Tagsüber ist sie wohl „tiefenentspannt“, wie eine andere Mutter, die auch gerade Eingewöhnung hat, meinte. Wir sind sehr glücklich, dass die Eingewöhnung so einfach verlief. Yangzom geht in Tenzins Gruppe. Laut Erzieherin orientiert sie sich, wenn sie nicht allein spielt, eher an den Großen, was sicherlich auch mit Tenzin zusammenhängt.

Ich müsste nachlesen, wie es wirklich bei Tenzin war. Aber bei Yangzom habe ich den Eindruck, dass sie schneller in der Entwicklung ist: Bei Yangzom vollzog sich der Wechsel vom Baby zum Kleinkind vielleicht schneller als bei Tenzin. Sie läuft seit ihrem 11. Monat, sie kann schon mit der Gabel essen, mit dem Löffel klappt es nicht so gut, sie trinkt aus dem Glas oder Becher oder aus einer normalen Flasche. Die ersten Wörter kommen: „meine“ ist gerade ganz beliebt. „Tau-Tau“ heißt „Ciao, ciao“. Man kann ein „Danke“ oder ein „Papa Arbeit“ erahnen. Wenn sie gestillt werden möchte, sagt sie merkwürdigerweise „gahben-gahben“. Sie tanzt gerne und sie spielt gerne in der Badewanne, wie wahrscheinlich alle Kleinkinder.

Momentan bringe ich die Kinder in den Kindergarten und hole sie auch ab. Bei schönem Wetter radeln wir, also Tenzin mit seinem großen Rad und Yangzom im Fahrradanhänger. Und letztens ist mir doch wirklich passiert, was man schon manchmal gelesen und gehört hat und worüber man immer den Kopf schüttelt: Ich habe Yangzom, die schon angeschnallt im Fahrradanhänger saß, im Hof vergessen und bin mit Tenzin schon aus dem Hof geradelt und war schon über der nächsten Kreuzung, wunderte mich dann, dass das Fahrrad sich so leicht fuhr. Also habe es bereits nach hundert Metern gemerkt, aber der Schreck war groß. Ich bin sofort zurück geradelt, Yangzom saß erstaunlicherweise ganz seelenruhig in ihrem Fahrradanhänger, ohne zu weinen, und knabberte an ihrem Stück Brot.

Yangzom hat im Kinderzimmer ihr eigenes Regal mit Bilderbüchern und Babyspielzeug. Lustig finde ich, dass auch Tenzin manchmal ihre Sachen rausholt oder mit ins Bilderbuch schaut, wenn ich ihr „vorlese“. In der Küche darf Yangzom die Plastikschachteln herausräumen. Aber sie findet es auch spannend, aus einem leeren Marmeladenglas die darin gesammelten Tetrapak-Deckel rauszuholen und wieder reinzuwerfen.

Das Schreiben der News ist immer auf mehrere Tage verteilt, ich schaffe es meist nicht mehr an einem einzigen Abend. Gerade ist Yangzom eingeschlafen, Gendun ist bei Tenzin im Zimmer. Ich vermute fast, dass Gendun mit eingeschlafen ist. So liegt oben Tenzin in seinem Doppelstockbett und Gendun unten. Dieses Doppelstockbett bekam Tenzin zu seinem Geburtstag, er hatte es sich gewünscht. Vorher hatte er ein kleines Kinderbett im Kinderzimmer stehen, aber trotzdem schlief er oft noch bei uns. Jetzt mit Yangzom geht das natürlich nicht mehr so. Wir haben zwar ein großes Bett, aber für vier Personen ist es zu viel. Und obwohl er ein großer Junge ist und sich sein Doppelstockbett gewünscht hat, fragt er mich doch noch jeden zweiten Abend, ob er bei mir schlafen kann. Wenn man dann nachfragt, antwortet er mit Tränen in den Augen (wirklich!): „Ich vermisse Euch beim Schlafen.“ Wir haben uns schon vor einer Weile darauf geeinigt, dass er Mittwoch und Samstag, wenn Gendun durch seinen Nebenjob länger arbeitet, mit Yangzom und mir im Schlafzimmer schläft und Gendun im Kinderzimmer. Hintergrund war der, dass ich dadurch nicht nacheinander, sondern gleichzeitig die Beiden ins Bett bringen konnte. Manchmal, wenn Yangzom mehrere Nächte hindurch sehr unruhig schläft, zieht Gendun auch freiwillig ins Kinderzimmer. Ich muss gestehen, dass ich dann das Schlafen im großen Bett mit der kleinen Tochter doch auch sehr genieße.

Letztens war Sommerfest im Kindergarten – wieder mit einem Musical. Tenzin eröffnete Solo das Musical. Ich muss gestehen, dass ich vom Inhalt des ganzen Musicals nicht viel mitbekam, weil Yangzom so unruhig war. Aber dass er so ganz allein sang, das fand ich toll. Im Gegensatz zum letzten Jahr habe ich diesmal die Vorbereitungen zum Musical gar nicht so mitbekommen. Letztes Jahr gab es noch Tränen und fast Kindergarten-Verweigerung, weil er sein Lied nicht so gut konnte und deshalb nicht mit der Erzieherin proben wollte. Diesmal war es fast ein Selbstläufer.

Seit dem Winter war ich immer mal wieder mit Tenzin im Schwimmbad, eigentlich um schwimmen zu üben, aber für ihn war das Spielen und Planschen natürlich wichtiger. Trotzdem musste er mit mir ins tiefe Becken zum Üben. Und wenigstens einmal haben wir auch wirklich die ganze Bahn geschafft. Letztens im Freibad wollte ich auch wieder mit ihm üben, aber es ging nicht, das tiefe Becken war zu voll. Ich denke, da hat ihn dann auch zu viel abgelenkt.

Den Tibetischunterricht macht jetzt Gendun, nicht unbedingt nach meinem Geschmack, aber ich versuche, mich da nicht reinzuhängen. Tenzin meint, es sei besser als der alte Unterricht, aber manchmal gibt es doch auch Tränen. Weil Tenzin seine Buchstaben perfekt schreiben möchte, es aber nicht sofort kann. Gendun wird manchmal schnell ungeduldig bzw. sieht nicht immer, dass Tenzin ja noch ein Kind und Vorschulkind ist. Dann greife ich manchmal ein, weil ich doch der Meinung bin, dass Tenzin daran Spaß haben soll. Aber sie müssen da ihren eigenen Weg finden.

Momentan hole ich die Kinder meistens vom Kindergarten ab. Oft will Tenzin nach dem Kindergarten mit seinen Freunden, die er gerade ein paar Stunden im Kindergarten gesehen hat, auf den Spielplatz oder sich verabreden. Manchmal mache ich mit, aber manchmal habe ich auch wirklich gar keine Lust, sein „Freizeitsklave“ zu sein. Er reagiert da immer mit großem Unverständnis. Aber es kann auch nicht immer alles nach ihm gehen.

Bis zu den Sommerferien hatte Tenzin zweimal in der Woche Fußballtraining. Zum Glück konnten wir uns da mit einer anderen Familie aus dem Kindergarten reinteilen, so dass wir nicht zu beiden Terminen mitmussten. Die kleinen Fußballer sind ja oft wie die großen ausgestattet. Hier in München natürlich bevorzugt mit der FC Bayern-Kleidung, beliebt ist auch FC Barcelona. Da kommt schon so ein Markenbewusstsein durch, Tenzin kennt auch die ganzen Sportmarken und findet sie „cool“, zum Glück gehen da auch gebrauchte Sachen noch als cool durch. Letztens erbte er eine 1860er Hose. Sein Freund und er fanden die Hose toll, sie wissen wahrscheinlich nicht, dass man nur Fan von dem einen oder von dem anderen Verein sein kann. An dem Tag ging Tenzin FC Bayern-Stutzen, 1860-Hose und Tibet-Trikot zum Training. Das nenne ich mal Toleranz.

Am 12.09. ist Einschulung. Dann beginnt wieder ein neuer Lebensabschnitt für Tenzin, aber natürlich auch für uns. Schule und Hort und Sport müssen organisiert werden, alles mit Yangzom koordiniert werden. Tenzin möchte gerne ein Instrument lernen (sagt er selbst), entweder Geige oder Gitarre, es soll etwas Wildes sein. Ich habe erste Erkundungen, aber wir haben den Beginn erst einmal auf Januar verschoben, weil sich dann hoffentlich alles eingespielt hat. Nächste Woche wird im Kindergarten die Schultüte gebastelt, die letzten Dinge muss ich noch kaufen, aber wir sind schon ganz gut ausgestattet.

Ich bin gespannt, wie sein Hort wird. Letztens war ich schon bei einem ersten Elternabend. Es ist ein großer Unterschied zu unserem Kindergarten. Dieser ist ja eine teurere Elterninitiative, deshalb sind es wahrscheinlich auch etwas andere Eltern. Hier im Sprengel ist es ja ganz gemischt aus allen Schichten, Ländern, Bereichen. Interessant ist immer wieder, worüber alles diskutiert wird. Es wurden im Hort Dienste eingeführt, erst einmal nur der Tischdienst. Hier meinten die Eltern, dass die Kinder bei der Einführung zu wenig einbezogen wurden. Auch die Länge des Mittagessens mit zwanzig Minuten wurde als zu viel angesehen. Ich saß nur da und fragte mich, was das soll. Klar muss man den Kindern sagen, dass es ab sofort die und die Aufgaben gibt, aber man muss da nicht ewig drüber diskutieren. Zu Hause diskutiere ich ja auch nicht mit Tenzin, dass er den Tisch decken soll. Er muss es einfach machen.

Vor etwas zwei Wochen konnte ich Gendun endlich mal wieder zu einer Bergtour motivieren. Ich hatte mir das Hörnle ausgesucht. Mit der Bahn ging es nach Bad Kohlgrub, von dort mit dem Sessellift nach oben und dann sind wir nach Unterammergau hinuntergelaufen. Leider hatten wir kein richtiges Glück mit dem Wetter. Normalerweise hätte man wohl eine super Sicht auf die Ammergauer Alpen, aber wir sahen nur grau, nämlich Nebel. Als dann auch noch graue Wolken aufzogen, scheuchten wir Tenzin doch wieder runter. Was natürlich etwas schade war, weil wir uns keine richtigen Picknick-Pausen gönnen konnten. Letztlich regnete es natürlich nicht. Trotzdem hatten wir alle einen schönen Bergtag. Sogar Gendun hatte Spaß daran und meinte, dass er beim Nebelpicknick sehr glücklich gewesen sei.

In einer guten Woche geht es nach Stralsund, allerdings sind wir nur vier ganze Tage da. Ich hoffe, das tolle Sommerwetter hält an, damit wir auch jeden Tag an den Strand gehen können. Wir haben dort eine kleine Ferienwohnung gemietet. Leider hatte ich bei der Auswahl des Ferienortes nicht bedacht, dass die Anfahrt doch sehr lang ist.

Seit einem Monat arbeite ich wieder. Momentan gefällt es mir gut, es ist nur halbtags, aber ich komme raus aus meinem Muttersein und habe wieder andere Dinge im Kopf. Für mich ist Arbeit schon auch so etwas wie eine Auszeit aus dem Muttersein. Letztens wurde ich kurzzeitig verunsichert, als eine Bekannte (ca. 65 Jahre) zu mir meinte: sie sei der Meinung, dass das Kind drei Jahre bei der Mutter bleiben solle. Verunsichert ist eigentlich das falsche Wort, weil ich davon überzeugt bin, dass es mit der Halbtagsarbeit, abgesehen vom Geld, für uns das richtige ist. (Weil ich als Vollzeitmama eingehen würde.) Aber ich dachte darüber nach, ob diese Äußerung nun als „freie Meinungsäußerung“ zu sehen ist. Oder ob es nicht doch auch etwas unsensibel ist so etwas zu sagen, wenn man nicht genau weiß, warum das Kind mit einem Jahr schon in die Krippe geht. Wenn ich nun wirklich ein schlechtes Gewissen, aber keine andere Wahl (zum Beispiel aus finanziellen Gründen) hätte, dann wäre so eine Äußerung doch wie ein Faustschlag ins Gesicht.

Während meines Japanologie-Studiums habe ich natürlich auch japanische Klassiker gelesen, u.a. das „Kopfkissenbuch der Sei Shonagon“. Dieses Buch, ein Sammelsurium aus Gedanken, Beobachtungen, Meinungen, Anekdoten, Aufzählungen ist mir immer noch in guter Erinnerung. Jetzt kommt mein kleines Kopfkissenbuch.

Letztens war ich beim Juwelier, weil ich eine Kette reparieren und Schmuck reinigen lassen wollte, aber auch um etwas Silber zu verkaufen. Im Laufe der Jahre hatte sich doch so einiges an Silber angesammelt, Schmuck, den ich nicht mehr trug, den ich aber auch nicht für Yangzom aufheben wollte (außer einen kleinen Blumenring). Dieses kleine Häuflein Silber war ganze 64 Gramm schwer und 20 Euro wert. Davon bezahlte ich dann Reinigung und Reparatur.

Wegen meiner Rückenschmerzen, die kurz nach Arbeitsbeginn wiederkehrten, war ich beim Arzt. Was ich überhaupt nicht mag und auch nicht verstehe, ist der Umstand, dass man nicht nur im Wartezimmer warten muss, sondern dann auch schon einmal ins Sprechzimmer gebeten wird und dann dort auch noch einmal warten muss oder vielleicht im Flur davor. Was immer furchtbar langweilig ist, weil man das Käseblatt aus dem Wartezimmer meist doch nicht mitnimmt, weil man ja denkt, dass man gleich dran kommt. Erschwert wird es dann noch, wenn man ein Kleinkind dabei hat, weil es ja nicht herumspielen darf. Und als Krönung dann guckt einen der Arzt gar nicht an, sondern schaut nur flüchtig auf den Rücken, wofür er das T-Shirt nur kurz hochziehen lässt.

Wir wohnen über einem Eiscafe. Dieses Eiscafé öffnet Februar / März und schließt so gegen Anfang Oktober. Frau Stefani ist unsere Nachbarin aus Norditalien. Mit ihr rede ich immer mal wieder über das Wetter. Mal ist es ihr zu kalt, mal zu warm, dann zu spät warm, für Juli zu kühl. eigentlich passt das Wetter nie. Wenn es dann über 35 Grad sind, kommen die Leute nicht ins Eiscafé, weil sie am Strand sind usw. Ich gebe zu, ich mache mir manchmal einen Spaß daraus.

Mit Kinderwagen in den Öffentlichen unterwegs – da muss man öfter den Fahrstuhl benutzen. Jedesmal, wenn ich hier in München einen benutze, wundere ich mich einmal über das Wort „Sperrengeschoss“. (IM Internet fand ich mal eine Erklärung, dass es wohl davon kommt, dass es früher Sperren gab, bevor man auf die Bahnsteige kam. Es bezeichnet hier jedenfalls die Zwischengeschosse.) Und dann finde ich die Beschreibung der Tasten zum Bedienen des Fahrstuhls sehr merkwürdig. Hier ein Beispiel. Im Lift an der Schwanthaler Höhe steht in Rollstuhlhöhe: „AUF“ und „AB“. Auf den Tasten neben der Tür steht „Sperrengeschoss“, „Oberfläche“, „Notruf“, „Türe“, alles noch mit großem Anfangsbuchstaben daneben. Im Lift in Hebertshausen standen nur die Abkürzungen „U“ und „EO“. „U“ steht vielleicht für Unterführung. Aber wofür steht „EO“? Und was machen Touristen, wenn sie sich in einen Fahrstuhl verirren? In Hebertshausen habe ich einfach auf beide Tasten gedrückt.

Bei unserem Lidl steht auf der Kasse vor den Kassierern u.a., dass sie die Kassiergeschwindigkeit den Kunden anpassen sollten. Mal abgesehen, dass sie das nicht wirklich berücksichtigen, wünschte ich mir diesen Hinweis auch bei Aldi. Da wird die Ware so schnell über den Scanner gezogen, dass man fast nicht hinterherkommt. Mittlerweile lasse ich mich davon nicht mehr beeindrucken und packe alles in Ruhe ein.

Ist es das Alter oder liegt es an den Kindern? Immer öfter kommen Kindheitserinnerungen hoch. Zum Beispiel an den Ostseeurlaub in Polen mit Milchnudeln zum Abendessen, schlafen in einer Burg, Flieger steigen lassen am Strand. Oder haben wir in Tschechien in einer Burg geschlafen?

Oder Erinnerungen daran, was meine Mutter oft kochte: Schnitzel, Tütensuppe, Pudding mit untergehobenem Eischnee. Welche „Essenserinnerungen“ werden unsere Kinder haben? Momo, Spaghetti Bolognese, Brathähnchen aus dem Backofen, Gemüsepfanne aus dem, was der Kühlschrank hergibt. Manchmal backe ich Brot selbst, na ja, mit einer Brotbackmischung. Oder ich mache aus Marmelade. Und dann denke ich an den Keller meiner Großeltern in Freital mit den Einweckgläsern voll gräulicher Erdbeeren (die sollte man doch lieber frisch essen) oder Omas unübertroffener Pflaumenmarmelade oder Quittengelee. Da wird man doch so richtig wehmütig.

Mit den Gedanken daran, werde ich mich langsam bettfertig machen. Gute Nacht und kommt gut durch die Sommerhitze.

Veröffentlicht unter News | Kommentar hinterlassen