Rückblick September 2015 bis März 2016

Eine solche lange Pause, nämlich sieben Monate, gab es bei mir, glaube ich, noch nie. Den Monatsrückblick mache ich deshalb nur ganz kurz und stichpunktartig – obwohl nach dem dritten Absatz merke ich, dass es doch Absätze und keine Stichpunkte werden:

Mitte September, am Wochenende vor Schulanfang, konnte ich Gendun doch überreden, für ein Wochenende mit uns zur Reintalangerhütte zu wandern. Ich wäre auch allein gegangen, aber ich gebe zu, mit Yangzom auf dem Rücken und dem ganzen Gepäck für drei wäre ich wohl jämmerlich eingegangen. Aber so hatten wir einen schönen Aufstieg bei gutem Wetter mit Rast an der Bockhütte (schön, dass mich die Wirtin Annemirl, obwohl ich wirklich höchstens einmal im Jahr vorbeischaue, immer noch erkennt) und wunderbaren Stunden im Reintal und auf der Hütte. Bergluft und das Wandern in den Bergen tut einfach so gut.

Seit Mitte September geht Yangzom in einen neuen Kindergarten. Nach lauter Absagen bekamen wir die erste (von ca. fünf) Zusagen von dem städtischen Kindergarten, der zwischen meiner und Genduns Arbeitsstelle und jeweils nur etwa drei Minuten von diesen entfernt liegt. Das heißt nun, dass Yangzom jeden Morgen mit mir in der U-Bahn zum Kindergarten fährt und ich dann vom Kindergarten fast in die Arbeit falle. Bei Gendun ist es anders rum. Dieses Jahr möchte ich dann auch wieder radeln. Yangzom dürfte dann auch schon so alt sein, dass sie Gendun nachmittags nicht mehr im Anhänger einschläft. Die Umstellung für mich als Mutter von Eltern-Initiative auf Städtischen Kindergarten war groß. Ich bekomme weniger mit, was aber auch damit zusammenhängt, dass ich Vollzeit arbeite. Trotzdem…

Tenzin ist mittlerweile in der 3. Klasse und weiterhin im Hort. Er ist weiterhin ein sehr guter Schüler, was uns natürlich sehr freut. Nur dass er mir die Mitteilungen von Schule und Hort nicht immer rechtzeitig und manchmal gar nicht gibt, ist weniger schön. Selbst Zettel in der Brotzeitbox und im Hausaufgabenheft helfen nicht immer. Und da Tenzin allein zur Schule und vom Hort nach Hause geht, bekommen wir auch immer weniger mit. Also weiß ich nicht immer, was die Kinder im Hort gemacht haben. Aber so ist eben doch der Lauf der Dinge. Nachdem ich Tenzin in den letzten Jahren immer wieder zu Museumsprogrammen anmelden konnte, ist er nun wählerischer geworden bzw. setzt andere Prioritäten. Aber manchmal gehen wir doch zusammen ins offene Kinderprogramm der Pinakotheken. Seit Oktober macht er nun Karate einmal in der Woche und hat mit Fußball aufgehört, weil das für ihn (und auch für uns Eltern) zu unbefriedigend war. Der Leistungsdruck beim Kinder-Fußball ist enorm und wenn man nicht gut genug ist, wird man nicht zu Spielen eingeteilt und wenn, dann sitzt man auf der Ersatzbank. Darauf hatten weder Tenzin noch wir weiterhin Lust. Und wir denken, Karate passt auch besser zum ihm. Im Juli steht dann die Gelbgurt-Prüfung an.

In den Herbstferien ist nicht viel passiert, dafür waren die Weihnachtsferien turbulenter. Bescherung feierten wir zu viert. Im dritten Jahr in Folge mit unserem Mini-Weihnachtsbaum, der nun schon seit drei Weihnachten immer zwischen den Weihnachtsfeiertagen sozusagen auf dem Balkon überwintern und -sommer muss. Zuerst waren meine Mutter und Siegfried da. Siegfried radelte mit Tenzin durch den Englischen Garten zur Allianz-Arena, während ich mit Mama bei einer Führung durch eine Graphik-Ausstellung in der Pinakothek der Moderne war. Über Silvester kamen sowohl meine Schwester und Kinder und auch mein Onkel Martin, der ausnutzen wollte, uns gleich alle zu sehen. Da Gendun am Silvesterabend arbeitete, übernahm Martin das Raketen abschießen, das sich Tenzin gewünscht hatte (den Mädels war es zu laut, aber sie hielten tapfer durch.) Am Neujahrstag fuhren wir (ohne Gendun, der ausschlief) an den Spitzingsee und hatten ein leckeres Mittagessen an der Albert-Link-Hütte. Abends wurden wir alle von Martin zum Essen ausgeführt.

Zu mir wäre noch zu sagen, dass ich im Büro eine Zeitlang allein war, weil meine Kollegin krankheitsbedingt ausfiel. (Nächsten Monat kommt sie nach etlichen Monaten wieder zurück.) Nach meinem Sommerurlaub, von dem ich schon erzählte, bis Anfang November war ich für den Besucherservice eigentlich allein verantwortlich. Einerseits macht es Spaß, andererseits bin ich doch auch an meine Grenzen geraten. Insofern kam dann die Kur im Februar gerade recht. (Über die Kur im Februar erzähle ich in einem extra Newsletter.) Seit November habe ich aber Unterstützung durch eine Krankheitsvertretung, mit der ich mich sehr gut verstehe. Aber ich habe wieder das Joggen aufgenommen und der milde hat ein fast sonntägliches Joggen erlaubt. Und jetzt probiere ich aus, wie es ist, einmal in der Woche in der Mittagspause schwimmen zu gehen. Ansonsten hat mich die Kur (eigentlich nichts Neues) gelehrt, dass ich mehr für mich machen soll und nicht immer nur funktionieren muss. Ich arbeite daran!!!

Eine schöne Sache noch: Ich hatte Gendun einen Schwimmkurs zu Weihnachten geschenkt. Nach zehn Wochen (jeden Freitag abends um acht) hat er nun letzte Woche seine Seepferdchen-Prüfung bestanden!

Nun steht erst einmal Ostern vor der Tür mit einer Reise von uns vieren nach Berlin mit vielerlei Aktionen (Besuch beider Großeltern, Ausflug in den Zoo in Leipzig, Treffen mit einer Schulfreundin und deren Familie und einer freier Tag für Gendun und mich, während die Großeltern mit den Kindern den T-Rex im Naturkundemuseum anschauen).

Frohe Ostern!

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September 2015

Ich bin doch wirklich eine faule Socke :-). Und irgendwie wird es ja auch etwas langweilig, wenn meine News immer wieder mit „schon wieder ist es x Monate her…“ beginnen. Aber nun sind es wieder drei Monate geworden. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zu Hause nicht mehr so oft am PC sitze, weil wir nun auch ein Tablet haben, das für die Nutzung zwischendurch toll ist, weil man es einfach kurz anmachen kann, aber zum Schreiben längerer Texte ist es eher suboptimal. Hinzukommt, dass ich abends einfach den PC nicht mehr anschmeißen mag.

In den Pfingstferien war Tenzin wieder eine Woche in Berlin bei den Großeltern, während wir dann zu dritt in München waren. Ehrlich gesagt, hatten wir Eltern gehofft, dass Yangzom zur Blockhüttenfahrt vom Kindergarten fahren darf (dann hätten wir nämlich mal komplett „kinderfrei“ gehabt), aber entgegen vorheriger Quasi-Zusagen wurde sie dann zwei Wochen vor ihrem dritten Geburtstag als zu jung befunden bzw. sie war noch nicht in der entsprechenden Gruppe. Na ja. Es war nicht wirklich nachvollziehbar für mich.

Aber für Yangzom war es sicherlich auch mal toll, uns allein zu haben. Und es war auch entspannt, weil sich unsere beiden Kleinen / Großen schon manchmal hochschaukeln können. Da wird es selbst für einen knapp Neunjährigen wichtig, auf den Fahrstuhlknopf zu drücken. Alle beide sind auch immer schneller, größer und was weiß ich nicht noch alles. Oder Yangzom betont, dass sie etwas in Rosa hat, worauf Tenzin dann sofort kontern muss, dass Rosa eh doof ist. Klar, manchmal denke ich mir, dass Tenzin sie doch einfach lassen soll, aber vielleicht ist man mit acht eben doch noch etwas zu jung, um so etwas permanent zu schaffen. Und Yangzom, die sprachlich doch recht gewandt ist, kommuniziert bei ihrem großen Bruder (und nicht nur bei ihm) gerne immer noch mit Wegschubsen, Schlagen, Kneifen, Schreien, anstatt ihm zu sagen, was sie möchte.

Der Kita-Streik (ich weiß, es ist falsch abgekürzt) ist ja nun vorbei. Ehrlich gesagt, weiß ich gerade gar nicht, wie der Stand der Dinge ist, denn es kann ja dann doch wieder einer kommen. Ich hoffe, dies fällt dann nicht eventuell in die Eingewhöhnungszeit von Yangzom im neuen Kindergarten. Zusammen mit drei anderen Kindern hat sie ihren Abschied im jetzigen Kindergarten gefeiert, auch wenn sie noch bis Mitte September dorthin geht. Am 17.09. ist dann ihr erster Tag im neuen Kindergarten. Ich bin gespannt, wie es wird. Gendun hat leider keinen Urlaub bekommen. Ich habe mir erst einmal nur zwei Tage frei genommen und hoffe, dass ich dann auch schon wieder zumindest teilweise in die Arbeit gehen kann. Zur Not kann man wohl auch einen Urlaubstag in Arbeitsstunden umwandeln, die ich dann quasi „abbummeln“ könnte.

Leider fällt die Eingewöhnung auch auf unseren Betriebsausflug, der diesmal zum Franz-Marc-Museum nach Kochel und zum Walchensee geht. Da ich in diesem Museum noch nie war, hätte ich gerne daran teilgenommen. Dafür konnte ich mit meiner Kollegin eine kleine „Dienstreise“ nach Herrenchiemsee unternehmen. Dort wird im Schloss derzeit eine Ausstellung der Pinakothek der Moderne gezeigt. Juli und August gab es dort ein neues Kunstvermittlungsprojekt von uns, dass wir uns gern anschauen wollten. Verknüpft haben wir das mit einem Besuch bei den dortigen Kollegen beim Besucherservice und wir konnten, da der Tag auch in diesen wunderbar heißen Sommer fiel, auch kurz in den kühlen Chiemsee springen, bevor es wieder zurück nach München ging.

Der Chiemsee ist ja schon fast die Berge. Eine kleine Bergtour gab es, als meine Schwester mit ihren beiden Mädels nach München kam und die drei in die Berge wollten, um Heidi zu sehen. Wir fuhren mit der Gondel zum Kreuzeck hoch und sind runter gelaufen. In der Zugspitzbahn trafen wir dann wirklich Heidi – auch wenn sie nicht klein mit rotem Röckchen war. Die Kinder erzählten einer Mitreisendin, dass sie Heidi treffen wollten, woraufhin die Dame sagte, sie sei doch Heide. Allerdings war diese Dame bestimmt schon 50 Jahre alt. Aber Heidi ist Heidi. Den Blick vom Kreuzeck ins Reintal und nach Garmisch-Partenkirchen, aber auf dem Rückweg wurden wir, wie bei so einigen unserer Bergtouren in den letzten Jahren, von Regen und Gewitter überrascht. Nicht wirklich überrascht, das war schon vorhergesagt, aber eben doch nicht so früh. Wir stellten uns kurz unter und dann kamen wir doch noch einigermaßen trocken wieder unten an.

Eine richtige Bergtour habe ich dieses Jahr allein gemacht. Damit meine Kindern keinen Terz machen können und weil ich an einem Tag zur Reintalangerhütte hoch und wieder runter wollte, stand ich bereits um vier Uhr auf und nahm dann die erste Bahn (um 05:30 Uhr) Richtung Ohlstadt, dort wurde ich von Freunden abgeholt, die nämlich für die erste Hälfte der Strecke eine Fahrgenehmigung hatten. Nach dem Umschlagplatz wanderte ich dann mit Doris (und der kleinen Tochter im Kinderwagen) zur Reintalangerhütte. Nach ich weiß nicht wie vielen Jahren. Ich meine, wir waren mit Tenzin mal oben, als er zwei oder drei Jahre alt war. Es war ein heißer Tag im Juli, meine ich, von Bremsen wurden wir zerstochen. Aber es war wunderschön. Um zehn waren wir dann oben im Reintal und zischten – wirklich schon so früh – ein kühles Weißbier. Eine kleine Runde über den Oberanger durfte nicht fehlen und dann ging es wieder runter mit einer ausgiebigen Pause an der Blockhütte, wo wir zweimal den leckeren Kuchen genossen. Als ich dann unten durch die Partnachklamm durch war, war ich froh, dass ich doch meine Trekkingsandalen mitgenommen hatte und meine festen Schuhe gehen die Sandalen austauschen konnte.

Und dann – nach einem sehr guten Zeugnis von Tenzin – kam endlich unser Urlaub. Nachdem die vier Wochen Tibet nicht realisierbar waren, verkürzten wir unseren Urlaub auf drei Wochen. Die Hälfte der Zeit waren wir in München (bis auf einen Wochenendausflug zu einer deutsch-tibetischen Familie an den wunderbaren Bodensee) und dann waren wir on tour. Zehn Tage lang lebten wir vier aus einem Koffer und einem Rucksack, saßen fünfmal im Zug (zum Bodensee ging es natürlich auch mit dem Zug; Regionalzug, ICE und TGV), schliefen auf Gäste- und Hotelbetten und auf dem Boden, hatten viel Trubel mit Familie(n) und Freunden, die wir besuchten. Bis auf vielleicht drei Tage hatten wir immer richtig heißes Sommerwetter (das gilt für den ganzen Urlaub).

Was haben wir also alles gemacht? Zum Anfang der Ferien hatte ich mit den Kindern noch überlegt, was wir alles machen wollen. Auf der Liste stand Ikea (wir brauchten etwas Neues für das Kinderzimmer), Schwimmbad, Fahrradtour, Bergtour, Kino, Eisbecher essen. Bis auf Fahrrad- und Bergtour haben wir alles und mehr geschafft. Die Ikea-Tour war notwendig und anstrengend, der Aufbau noch viel mehr, kostete uns zwei Urlaubstage, aber nun ist das Kinderzimmer wieder schön, wenn man davon absieht, dass es eigentlich auch gestrichen werden müsste.

Ansonsten waren wir mehrmals am und im Wasser: Schyren(frei)bad und Westbad in München, Flaucher(-Strand) an der Isar, Wasserspielplatz im Hirschgarten, Strawinsky-Brunnen beim Centre George Pompidou in Paris, Baden im Schwimmbad und direkt im Bodensee bei Fischbach, Planschbecken mit den Cousinen in Stuttgart. Spaziergänge auf dem Blaustrümpflerweg in Stuttgart (inklusive Anfahrt mit Zahnrad-Bahn und alter Holzseilbahn) sowie kleine Tour durch den Wald bei Baden-Baden. Tenzin war mit Papa und Josephine im Kino. Ich war froh, dass ich mich ausklinken konnte. Ich war in der Zeit mit Yangzom shoppen. Spaziergänge durch Strasbourg (eher anstrengend, weil die Kinder nicht so recht mitwollten und es großes Theater beim Karussell gab) und Paris (inklusive Bastille, Seine, Notre Dame, Mittagessen beim Griechen im Quartier Latin und Jardin du Luxembourg (mit Karussell und Mini-Kutschenfahrt) sowie Trocadero, unter dem Eiffelturm durch, Picknick auf dem Marsfeld und dann Abstecher zum Centre George Pompidou).

In Frankreich fielen uns immer die Soldaten auf, die in 3er und 4er Gruppen, bewaffnet mit Maschinengewehren durch die Straßen zogen. In der Galerie Lafayette wurden auch unsere Taschen kontrolliert. Das Warum war mir natürlich klar, aber wie erklärt man einer Dreijährigen, die gerade stark in der Warum-Phase ist, warum diese Soldaten mit den Gewehren herumlaufen. „Hänsel und Gretel“ mit der Hexe, die im Ofen verbrannt wird, ist zwar auch brutal, aber zu erklären, dass es schlechte Menschen gibt (und damit meine ich natürlich nicht Diebe oder so), die schlimme Dinge machen, die so etwas rechtfertigen, war für mich fast unmöglich.

Zurück zum Schönen: Am Bodensee trafen wir eine deutsch-tibetische Familie mit zwei Kindern (wie unsere: Junge und Mädchen, gleiches Alter), das passte super. Die Jungs spielten zusammen und die Mädchen spielten zusammen. Und wir Erwachsenen konnten uns fast ein bisschen ausklinken. In Stuttgart waren wir bei meiner Schwester mit ihren Mädchen (4 und 5,5 Jahre), für Tenzin vielleicht manchmal etwas schwierig, weil er der Älteste und noch ein Junge ist. Es war manchmal schon ein Von-Neuem-Zusammenraufen. Ich hoffe aber, dass die Kinder im Nachhinein schöne Erinnerungen daran haben, z.B. an unseren Spaziergang, auf dem wir so viele Brombeeren fanden. Und für mich ist es immer wieder schön, mit meiner Schwester wieder so eng sein zu können. In Baden-Baden besuchten wir für eine Nacht die Familie, bei der ich schon während meiner Praktika dort gewohnt habe. Wir wurden total verwöhnt dort und haben uns wunderbar aufgehoben gefühlt. In Strasbourg schliefen wir in einem Best Western, das so richtig den Vorstellungen entspricht, die man von den preiswerteren französischen Hotels hat. Aber da wir nur für eine Nacht dort waren und nicht so anspruchsvoll sind, war das kein Problem für uns.

In Paris wohnten wir bei meinem Schwager und seiner Familie, die zeitweise noch ergänzt war durch seine Schwägerin und deren Sohn. Es waren sozusagen tibetische Verhältnisse in Paris (mit neun Personen in einer Wohnung). Der Sohn der o.g. Schwägerin ist etwa 11 oder 14 Jahre alt, der war aber, zu Tenzins Leidwesen, nur zwei Nächte da. Dann war Tenzin wieder der Älteste neben seiner Schwester und seinem kleinen Cousin, beide 3 Jahre alt. Ich gebe zu, es war nicht immer einfach, ich glaube, für alle drei Kinder nicht. Yangzom als Mädchen, die gerne Pirouetten drehte, Kungga, der etwas wilder war, Tenzin fast sechs Jahre älter. Hinzukommt die Verständigung. Tenzin und Yangzom sprechen nur Deutsch und verstehen Tibetisch. Kungga spricht nur Tibetisch und Französisch, genau wie seine Eltern. Ich spreche nur Deutsch, Englisch und Französisch und verstehe Tibetisch. Gendun spricht Deutsch und Tibetisch. Das reinste Kauderwelsch. Jedenfalls für die Kinder war es nicht einfach zu kommunizieren. Ich denke, beim nächsten Aufeinandertreffen wird es schon viel einfacher sein, weil sie einfach älter sind.

Nun sind wir schon wieder eine Woche zurück. Der Alltag hat uns – wenn auch noch ruhig – zurück. Heute ist der letzte heiße Tag, dann wird es kühler (mit Regen), wenn man dem Wetterbericht glauben darf. Fahrrad- und Bergtour sind noch offen. Eine Bergtour von mir und den Kindern ist noch geplant, mal sehen, ob wir diese realisieren können. Ihr werdet es erfahren.

Euch allen einen schönen Bergsommer! Was für ein Tippfehler – ich wollte Spätsommer schreiben! Auch diesen wünsche ich Euch!

 

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News April bis Mai 2015

Vom „Kopfkissenbuch“ von Sei Shonagon schrieb ich schon einmal. Bei meinen jetzigen News werde ich mich wieder daran erinnern, auch wenn ich mein Geschriebsel nicht mit den Aufzeichnungen der Hofdame vergleichen möchte. Ich will mich nur etwas rausreden, dass es diesmal zwar nicht aus dem Pinsel fließt, sondern aus den Fingerspitzen in die Tastatur und dadurch vielleicht weniger tiefschürfend ist, sondern auch einfach nur einige Betrachtungen. In der deutschen Übersetzung des Kopfkissenbuches, das mir vorliegt, sind diese Gedanken zu einem Thema manchmal auch nur eine halbe Seite lang oder eine kleine Liste. Um mich ein wenig an die Hintergründe zu erinnern, musste ich noch einmal bei Wikipedia googeln, ich zitiere: „Der Name des Werks wird auf die Aufbewahrung der Aufzeichnungen in einem hohlen Kopfkissen (枕) aus Porzellan zurückgeführt. Das Kopfkissenbuch besteht aus 320 meist kurzen Einträgen zu verschiedenen Themen des Alltags am kaiserlichen Hof und bildet so eine Sammlung scharfsinniger Beobachtungen, verschiedener Anekdoten, Aufzählungen von Dingen und sehr direkter, offener Meinungen sowie Eindrücke und Gefühle. Es ist so eine wichtige Quelle für die Kulturgeschichte der Heian-Zeit. Die Einträge sind scheinbar kunstlos niedergeschrieben. Dieser Schreibstil wird mit dem Ausdruck „zui-hitsu“ – „aus dem Pinsel geflossen“ bezeichnet. Sei Shonagon gilt als die erste Meisterin dieses Stils.“

Kinderbücher
Vom Kopfkissenbuch zum Kinderbuch: Eines meiner Lieblingskinderbücher und auch von meinen Kindern gern vorgelesen bekommen, ist das Buch „Theodor trödelt“ von Rian Visser über einen ewig bummelnden Theodor, der jeden Morgen von seiner Mutter angetrieben wird, sich zu beeilen, weil sie sonst zu spät zum Bus und zur Schule kommen. Natürlich lässt sich Theodor davon nicht beeinflussen, bindet in Ruhe seine Schnürsenkeln, räumt noch auf, spielt Klavier, plaudert mit der alten Dame… und rettet dadurch dem Hausmeister in der Schule das Leben. Mein Lieblingssatz aus diesem Buch: „Wir kommen genau richtig für den nächsten Bus.“ Jedes Mal, wenn ich das Buch lese, denke ich mir, dass das doch eher ein Buch für die Eltern ist, etwas gelassener zu sein. Und oft, wenn ich mit Yangzom auf den Schultern über die Ampelkreuzung haste, um die Straßenbahn zu bekommen, muss ich an dieses Buch denken. Was mag in den Köpfen der Kinder vorgehen, wenn sie die Geschichte hören? Fühlen sie sich in ihrer Art und Weise, alles etwas langsamer anzugehen und noch zwischendurch dies und das zu machen, bestätigt?

A propos Kinderbücher: Leider sind die Lieblingsbücher der Eltern nicht unbedingt die Lieblingsbücher der Kinder. Und gerade die kunstvoll gestalteten lassen die Kinder leider oft links liegen (gilt auch für DVDs wie wahrscheinlich auch viele Spielsachen). Tenzin liest derzeit wieder und wieder die diversen „Star Wars“-Bücher und verschiedene Comics. Bin ich froh, dass er selbst lesen kann. „Star Wars“ mag ich einfach nicht vorlesen. Und Comics, finde ich, eignen sich einfach nicht. Was mich freut, dass Tenzin die „Digedags“ besser findet als die „Abrafaxe“. (Natürlich liest er auch „pädagogisch sinnvolle Literatur“ – dies wurde mit einem Schmunzeln geschrieben. Das Buch von Tom Saywer wollte er nicht lesen, weil der so viel Quatsch macht, da war ich dann doch verwundert. Vielleicht muss ich es doch noch einmal ausleihen.)

Seit acht Jahren
Seit acht Jahren (und vielleicht etwas mehr) singe ich abends Schlaflieder, es sind immer die gleichen. Bei Tenzin war es vor allem „Weißt Du, wie viel Sternlein stehen“, gefolgt von „Der Mond ist aufgegangen“ und „Guten Abend, gute Nacht“ (letzteres habe ich manchmal abgewandelt). Tenzin war da anspruchsloser, Yangzom will meist „Lalelu“ zum Einschlafen und derzeit „Bruder Jakob auf Französisch“. Warum gerade dieses Aufstehlied zum Einschlafen, weiß ich nicht. Bei Tenzin hat mich immer gewundert, dass er nach den vielen Jahren Vorsingen gerade diese Lieder nicht singen konnte und kann. Yangzom kann sie wenigstens teilweise mitsingen.

Seit acht Jahren singe ich also und lese vor. Zuerst kommt das Lesen, dann das Singen. Bei Tenzin wird es langsam weniger, weil ich, wie schon geschrieben, bestimmte Bücher nicht mehr vorlese und wir seine Bücher (Dinosaurier, Ritter, Mittelalter, andere Länder, halt Sachbücher) schon rauf und runter gelesen haben. Bei Yangzom geht es querbeet. Wir leihen auch oft Bücher aus der Bibliothek aus. Beliebt bei beiden ist übrigens das Pixi-Buch von „Ritter Bodobert ruft das Abenteuer“. Die andere Geschichte von „Ritter Bodobert und der Yeti“ gibt es leider nur als App.

Selbstständigkeit und groß werden und ich bin ich
Komisch, dass Kinder auf dem Weg in die Selbstständigkeit sind (und dies auch irgendwie einfordern) und immer und immer wieder ihre Freunde treffen wollen, aber trotzdem immer und immer wieder das Kuscheln einfordern. Tenzins erste Worte nach der Bauernhoffahrt vom Hort, waren nicht etwa „Hallo, wie geht es Dir? Die Fahrt war super.“, sondern (ohne Begrüßung) „Kann ich heute bei Angel bleiben?“ (ungelogen). A propos Selbstständigkeit: Am Samstag ist Tenzin wieder allein nach Berlin geflogen.

„Ich bin schon groß“, „wenn ich groß bin…“ – Das ist derzeit ein wichtiges Thema für Yangzom. Diesen Satz in allen möglichen Varianten hören wir immer wieder. In diesem Zusammenhang kommt natürlich auch gerne der Satz „Ich bin nicht klein“, aber dabei ist sie doch meine kleine Kuschelmaus. Oder Yangzoms Antwort, wenn ich sie frage: „Bist du meine Kuschelmaus (o.ä.)?“ – „Ich bin keine Kuschelmaus!“ – „Was bist Du dann?“ – „Ich bin eine Yangzom!“ (Ich muss immer über das „eine“ schmunzeln.)

Streik
Der Post- und der Bahn- und der Pilotenstreik hat uns wenig betroffen. Nein, ich muss korrigieren: Als wir Ostern nach Berlin fahren wollten, fuhr unser eigentlich gebuchter Zug nicht. Also gingen wir zwei Stunden vorher zum Bahnhof und schafften wirklich einen doch fahrenden, vorherigen Zug und ergatterten sogar Sitzplätze.

Der Kita-Streik betrifft uns natürlich schon, zum Glück nur bei Tenzin. Der Hort hat seit knapp vier Wochen geschlossen. (Yangzom geht in eine Elternini, dort wird nicht gestreikt.) Zum Glück fällt der Streik auch in unsere Pfingstferien. Letzte Woche war Tenzin mit dem Hort auf einem Bauernhof (die Fahrt fand glücklicherweise doch statt) und diese Woche ist er bei den Großeltern in Berlin. Die beiden Wochen davor konnte er teils zu anderen Familien nach Hause, zum Teil habe ich ihn auch ins Büro mitgenommen und nach den erledigten Hausaufgaben vor einer DVD geparkt, bis Gendun, der quasi um die Ecke arbeitet, ihn dann hier bei mir abholte.

Ich kann die Forderungen der Gewerkschaft bzw. der ErzieherInnen nachvollziehen nach mehr Anerkennung und mehr Geld bzw. Höherstufung der Gehaltsgruppe (auch wenn Berufsanfänger wohl teils mehr verdienen als ich jetzt). Trotzdem geht dieser Streik zu Lasten der Eltern, Kindern und Familien. Und die Belastungen der Erzieherinnen, der schlechte Betreuungsschlüssel, Burn out… werden durch mehr Geld auch nicht geändert.

Für uns ist der Streik noch einigermaßen zu managen. Ich muss halt länger im Büro bleiben, wenn ich Tenzin mittags von der Schule abhole und dadurch länger Mittagspause mache. Aber dass Tenzin dann hier im Büro sitzt und ruhig sein muss, finde ich nicht gut. Für andere Familien sieht die Situation ja ganz anders aus. Ohne ein entsprechendes Netzwerk geht da gar nichts.

Silikon
Letztens hatten wir mal wieder Handwerker der Wohnungsgenossenschaft bei uns, die eine lose Leiste reparierten. Und wieder dachte ich mir, dass Silikon die Wunderwaffe zumindest dieser Handwerker ist. (Aber vielleicht sehen das alle Handwerker so.) Eine wackelnde Kloschüssel wurde so wieder festgemacht. Die Leiste wurde vor dem Bohren mit Silikon festgeklebt. Fugen werden mit Silikon verbessert.

Wäsche
Seit Jahren predigt mir meine Mutter, ich solle meine Wäsche nach Farben etc. sortieren. Nun, mit einer vierköpfigen Familie, gelingt das: Yangzom liebt Rosa, Tenzin eher blau und grau, Gendun hat viel schwarz, ich mittlerweile leider auch, sogar Kochwäsche bekomme ich zusammen. Ob das nun so eine tolle Meldung ist, weiß ich nicht. Wohl eher nicht. Bedeutet ja auch, dass es mehr zu waschen gibt. Und Gendun fragt mich jedes Wochenende, warum ich so viel Wäsche wasche 🙂

Tibetisch wird deutsch
Immer wieder amüsant, wenn Gendun deutsche Züge aufweist, z.B. wenn er sich ärgert, dass jemand zu spät kommt oder wenn er mich, wie verstärkt in letzter Zeit, fragt, ob ich wieder einen Kuchen gebacken hätte.

Kindergarten
Nicht seit acht Jahren, aber im Herbst seit ca. sieben Jahren wurde erst Tenzin, nun auch Yangzom in der Elterninitiative „Die Bärchen“ betreut. Bei Tenzin hatten wir uns damals gegen einen anderen Kindergarten entschieden, als er ins Kindergartenalter kam. Nun mit zwei Kindern und wieder Vollzeitarbeit ist es uns doch wichtiger, eine Betreuungseinrichtung zu finden, die uns neben dem Geld nicht auch so viel Zeit kostet. Den Die Bärchen liegen entgegengesetzt zu unserer Arbeit und zwischen 15 Minuten (mit dem Rad) oder 30 Minuten (mit der Bahn) von uns zu Hause entfernt. Außerdem müssen pro Jahr 45 Elternstunden geleistet werden. Ich muss gestehen, die Luft ist bei uns raus. (Elterninis sind toll, keine Frage, aber doch eher geeignet für Familien mit nur einem Kind oder wenn einer der Elternteile nicht Vollzeit arbeitet, vielleicht muss man auch gelassener sein.) Wie damals bei den Anmeldungen beim Hort haben wir Yangzom bei ca. 13 Kindergärten angemeldet und bis jetzt zehn Absagen bekommen. Aber immerhin kam auch eine Zusage von einem Kindergarten – leider nicht bei uns im Wohnviertel, aber dafür gleich zwischen meiner und Genduns Arbeitsstelle. So hätten wir alle drei zumindest den gleichen Weg. So wie es aussieht, wird Yangzom also ab Oktober in einen städtischen Kindergarten gehen.

Ferien
Die Osterferien war ich mit den Kindern in Berlin. Ich habe meine Freundin Gesine getroffen, wir waren in einem Kindercafé, so dass wir, während Yangzom mehr oder weniger allein spielte, in Ruhe reden konnten. Wir waren im Park von Sanssouci, dort war ich das letzte Mal als Teenager wahrscheinlich. Die Ostereier wurden wieder im Garten meiner Mutter gesucht. Für Yangzom versteckten wir einfach ein paar von den bereits gefundenen Teilen wieder, damit sie weiter suchen konnte. Meine Mutter hat wieder lecker gekocht und gebacken. Wie immer schön!

Die Pfingstferien sind nun schon bald wieder rum. Tenzin war fast die ganze Zeit nicht zu Hause. Zwischen seinen beiden Reisen waren wir auf einem Erdbeerfeld. Wieder war ich erstaunt, wie viele Kilo doch in diese kleinen Spielplatzsandkasteneimer reinpasst. 5,5 kg haben wir mit nach Hause genommen. Nun haben wir endlich wieder ein paar Gläser selbst gemachter Marmelade parat. Lecker! Donnerstag ist in Bayern Feiertag. Mal sehen, was wir beim endlich sommerlichen Wetter machen. Tenzin kommt am Samstag wieder. Da müssen wir dann erst einmal wieder Wäsche waschen.

Ob wir in den Sommerferien nach Tibet fahren können, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wir haben zwar vor einem Monat unsere Visa beantragt, aber leider noch keine positive Antwort bekommen. Zum Glück konnte das Reisebüro unsere Reservierung noch bis Mitte Juni verlängern. Ich hoffe so sehr, dass wir bis dahin eine Antwort haben.

Museumspädagogik
Zum Internationalen Museumstag habe ich mich im Alpinen Museum mal als Museumspädagogin versucht – ansatzweise. Zurzeit läuft dort eine Ausstellung zu den Gebrüdern Schlagintweit, die als Forschungsreisende u.a. den Himalaya, Indien, Tibet usw. bereisten. Und meine ehemalige Kollegin fragte mich, ob ich Lust hätte, etwas zu den tibetischen Symbolen und zur Schrift zu machen. So habe ich mit den (leider nur wenigen) Kindern Gebetsfahnen gebastelt und mit den erwachsenen Besuchern etwas über die tibetische Schrift gesprochen. Es war eine interessante Erfahrung gepaart mit der Erkenntnis, dass Vermittlung im Museum nicht so einfach ist. Trotzalledem wird das Programm vielleicht noch einmal wiederholt.

Alles voll
Nicht nur die Terminkalender sind immer voll, auch der Kopf ist immer voll. Mit Terminen, mit Aufgaben, mit Wünschen von anderen und auch den eigenen. Alles muss irgendwie koordiniert werden. Hort-, Schul-, Kindergartentermine, Arztbesuche, Anmeldung im Kindergarten, Termine in der Arbeit, Treffen mit Freunden, Organisation der Betreuung während des Streiks, Organisation der Ferien. Tausend verschiedene Kennwörter muss man sich merken. Und dann wundere ich mich doch jedes Mal, warum ich mir eigentlich merke, wie die E-Mail-Adressen unserer freien Mitarbeiter anfangen. Aber Telefonnummern, die habe ich leider nicht mehr parat. Na ja, so ist es eben heutzutage.

Der Sommer ist in Anmarsch, hoffentlich bleibt es so.
Ich wünsche Euch eine schöne Sommerzeit!

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Weihnachtszeit 2014 bis März 2015

Weil ich abends lieber gemütlich auf dem Sofa sitze, habe ich es nun seit über drei Monaten nicht geschafft, mal wieder etwas zu schreiben. Aber nicht nur meine News bleiben so liegen, sondern auch meine „Ablage“, die stapelt sich dafür immer auf meinem Schreibtisch, bis ich mich dann doch mal aufraffe, alles ordentlich abzuheften. Seit Jahren habe ich schon keine Fotos mehr eingeklebt (die bis 2009 sind schon ausgedruckt und die danach sollen irgendwann in diversen Fotobüchern verarbeitet werden). Es könnten natürlich auch irgendwelche Ecken und Kanten etwas gründlicher geputzt werden. Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Aber zurück zu den News. In dieser langen Spanne ist etliches passiert: Vorweihnachtszeit, Weihnachtsferien, Schlittenfahren, Fasching, Faschingsferien.

Die Weihnachtsfeiern der Kinder haben wir mitgemacht. In der Klasse gab es ein Frühstück aus Plätzchen mit einer kleinen Aufführung der Kinder. Im Hort waren diverse Mitmach-Stationen für die Kinder und Kauf-Stationen für die Eltern. Gekauft hat sich nur Tenzin irgendwelche Süßigkeiten. Gebastelt hatte er nur einen Adventskranz, aber ich hatte ihm schon vorher gesagt, dass ich lieber selbst einen mit den beiden Kindern basteln wolle (weil das für mich auch so eine kleine Weihnachtstradition ist), zumal die im Hort dann auch ziemlich teuer sind. (Und da war es mir dann auch egal, dass das Geld dem Hort zu Gute kommt.) Im Kindergarten war auch Weihnachtsfeier. Die selbst gebastelten Geschenke der Kinder bekamen die Eltern am nächsten Morgen, weil vergessen wurde sie auszuteilen.

Die Weihnachtsferien waren diesmal ganz entspannt, weil wir zu Hause blieben. Unser Mini-Weihnachtsbaum, der vom letzten Weihnachten auf dem Balkon überdauert hatte, wurde auch dieses Jahr genutzt. Und auch wenn er sehr klein ist (kleiner als Yangzom), konnte er doch schön mit den diversen Schmuckteilchen behängt werden. Dieses Weihnachten habe ich es, dank des beliebten Weihnachtsfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, geschafft, dass wir die Bescherung abends, während es draußen schon dunkel war, machten. Eine andere Sache, die ich Weihnachten durchsetzen wollte, war, dass es das weihnachtliche Festessen auch wirklich erst an einem der Feiertage gab. Dafür gab es Heilig Abend… ehrlich gesagt, weiß ich es nicht mehr. Ich glaube, es waren einfach Wiener. Und unser Festessen war, meine ich, eine leckere Ente. Ansonsten waren es ruhige Feiertage. Spaziergang durch den Englischen Garten, Besuch der Stadtteilbibliothek. Am 30.12. musste ich noch einmal arbeiten.

Dann fiel auch endlich Schnee. Und wir konnten innerhalb der Ferien, auch zusammen mit Nanne und ihren beiden Mädels, bestimmt fünfmal Schlitten fahren. Das war toll, auch wenn es das einzige Schlittenabenteuer diesen Winter wohl war. Und ich habe es wieder nicht geschafft, Yangzom mit dem Schlitten in den Kindergarten zu bringen, weil einfach zur Kindergartenzeit kein Schnee lag. Die Tage mit Nanne und ihren beiden Töchtern waren auch sehr schön. Ich genieße es, dass meine Schwester nun auch wieder in Deutschland ist und der Kontakt wieder enger geworden ist. Tenzin ist bei den vier Kindern zum einen der Hahn im Korbe und zum anderen der Größte, er deichselt das ganz gut, ist geduldig und kümmert sich lieb. Yangzom als die Kleinste muss sich manchmal gegen die größeren Mädels behaupten, aber das kennt sie von Tenzin ja auch schon. Und gerade mit Sunay spielt sie immer ganz gerne.

Das nächste Highlight nach den Weihnachtsferien war dann Fasching und der Besuch von der Berliner Oma in den Faschingsferien. Tenzin steht ja immer noch auf Star Wars, aber dieses Jahr sagte er mir, dass er als Ninja gehen wolle. (Als das mit dem Kostüm ausdiskutiert war, sagte er mir, er hätte sich für einen Ninja entschieden, weil er weiß, dass ich Star Wars nicht mag.) Ich in meiner Vorstellung der perfekten Mutter wollte ihm wieder etwas selbst fabrizieren und hatte dann auch schon so meine Ideen, wobei Tenzin natürlich die Ninja-Figuren von Lego (oder was weiß ich für einem Anbieter) im Kopf hatte. Ich jedoch kenne entweder nur die Billigkostüme vom Discounter aus irgendeinem Plastikzeug oder eben teurere Kostüme aus dem Kaufhaus. Und bei letzteren denke ich mir immer, warum soll ich so viel Geld ausgeben für ein Kostüm, dass nur einmal im Jahr oder vielleicht ein paar Mal im Jahr angezogen wird. Also habe ich wieder selbst etwas gezaubert, was auch wirklich gut gelungen ist.

Aber ich habe draus gelernt, dass Kinder dieses Engagement der Mütter gar nicht so wollen. Nicht dass sie es nicht wertschätzen. Tenzin weiß schon, dass ich viel Zeit reinstecke und ihm gefällt es auch. Letztlich jedoch möchte er wohl doch eher aussehen wie die anderen Kinder auch. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er sich nächstes Jahr zu Weihnachten ein gekauftes Faschingskostüm wünschen kann. Eine Entscheidung mit der ich mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge leben kann. Weinendes Auge, weil es eben doch auch schön etwas, etwas spezielles für die Kinder zu machen. Lachendes Auge, weil ich mir die Zeit des Nähens sparen kann. Tenzins Faschingsfeier in Schule und Hort fiel auf den Freitag vor den Ferien. (Ach, da fällt mir noch ein: Vor den Ferien bekam er natürlich auch noch sein drittes Zeugnis, letztmalig ohne Noten. Wie bei einem Arbeitszeugnis muss man auch hier zwischen den Zeilen lesen. Es gab auch einiges herauszulesen, aber im Großen und Ganzen bin ich weiterhin sehr, sehr zufrieden.)

Yangzom war das Ganze einfacher. Ich habe ihr einfach den Marienkäfer vorgeschlagen. Und dies war einfach umzusetzen. Tenzins knallroter Teufelsumhang bekam schwarze Punkte. Schwarze Leggings und Shirt waren vorhanden. Aus Tenzins Teufelsschwanz – fabriziert aus solchem Pfeifen-Putzer-Plüsch-Draht – wurden die kleinen Fühler. Und fertig war der kleine Marienkäfer. Mal sehen, wie lange wir es ohne rosa Prinzessinnen-Kostüm schaffen. Der Fasching im Kindergarten fiel in eine Zeit, in der fast alle Erzieherinnen dort krank waren. Trotzdem wurde Fasching gefeiert. Den Kindern hat es sicherlich viel Spaß gemacht. Aber lieber wäre es mir gewesen, sie hätten den Fasching um eine Woche verschoben und an diesem halben Tag (in Bayern ist an Fasching ab Mittag vieles geschlossen, auch bei uns im Büro) den Kindergarten zu gemacht und nicht an den beiden letzten Tagen der Woche, an denen sich die Eltern dann selbst behelfen mussten. Ich nahm kurzfristig einen Tag Urlaub und an einem Tag musste ich Yangzom kurzfristig zu einer anderen Familie gehen. Ich hatte etwas Bange, weil wir so etwas noch nie gemacht hatten und die beiden Kinder die andere Gruppe besuchen, aber es klappte wunderbar.

Zum Thema Kindergarten kann ich zwischendurch einfügen, dass wir nach gut sechs Jahren Elterninitiative nun auch, ehrlich gesagt, ein wenig die Nase voll haben. Vielleicht liegt es auch an der Entwicklung in dieser Elterninitiative. Es werden immer mehr Elternabende, bestimmte Informationen kommen relativ spät, wenn man etwas nicht macht, bekommt man „Strafstunden“ (dabei müssen wir schon 45 Stunden pro Jahr machen). Gut, ich kenne auch nicht mehr so viele Eltern, weil viele Kinder weg sind (meist aus Altersgründen) und ich durch meine Vollzeit-Arbeit die meisten Eltern auch nicht mehr so oft sehe und manche gar nicht.

Nun aber zurück zu den schönen Seiten des Lebens J. Dazu gehörte natürlich auch der Besuch meiner Mutter in den Faschingsferien. Ich genieße auch diese Zeit immer, nicht nur, weil meine Mama dann auch immer mal zwischendurch lecker für uns kocht, sondern weil wir auch ein bisschen reden können. (Und meine Mama lacht wahrscheinlich über die Trash-TV-Vorliebe meines Mannes J) Die paar Tage waren vollgestopft – natürlich mit (zweimal) lecker Kuchen essen. Meine Mutter liebt „konditorn“. Sonntag Mittag klinkte sich meine Mutter kurz aus und besuchte das Lenbachhaus, danach trafen wir sie im Café Klenze in der Alten Pinakothek zum Kuchen essen. Am Montag waren wir dann in Garmisch beim Ski fahren, wir alle (jedoch ohne Gendun). Ich hatte Tenzin letzten Winter versprochen, dass ich diesen Winter mit ihm zum Ski fahren gehe. Mein Gedanke war eben, dass wir das mit dem Besuch meiner Mutter verbinden, so dass Yangzom auch etwas vom Schnee hat (und Gendun seine Ruhe). Ob es jetzt so die richtige Idee war, beim schönsten Sonnenschein in den Faschingsferien im Garmischer Skigebiet Ski fahren zu wollen, wohl eher nicht. Erst mussten Ski ausgeliehen werden. Da war ich schon halb durchgeschwitzt, dann Tickets kaufen (Anstehen an einer langen Schlange), dann auf den Lift warten (eine noch längere Schlange, aber doch recht zügig) und dann ging es mit der Gondel hoch auf den Hausberg. Meine Füße in, wie sich herausstellte, zu engen Skischuhen waren schon am Absterben, als wir aus der Gondel ausstiegen.

Oben am Hausberg gibt es ein kleines Kinderland für Skianfänger. Dorthin fuhr ich dann mit Tenzin, während Mama fleißig Yangzom auf dem Schlitten hin und her zog. Als wir dann meine Freundin Doris mit ihren Kindern entdeckten, war ich froh, Tenzin mit dem Sohn losschicken zu können, um die verd…ten die Skischuhe, die wahnsinnig drückten, ausziehen zu können. Das Problem war dann nur, dass ich mit Tenzin keinen Treffpunkt ausgemacht hatte, wo wir uns treffen, wenn wir verloren gehen. Und diesmal hatte ich ihm auch nicht die Handynummer auf die Hand geschrieben, was ich sonst eigentlich immer mache. Und prompt kam der andere Junge und meldete uns, dass Tenzin weg sei. Das Kinderland ist nicht groß, aber es sind viele Leute unterwegs und weiß ich, was passiert, wenn man von der Piste abkommt. Während Doris auf die Suche ging und Mama mit Yangzom bei der Hütte blieb, ging ich mit dem Jungen zum Lift und meldete dort meinen „Verlust“. Während die Angestellten die anderen Lift-Kollegen anfunkten, tauchte Tenzin auf. Der war mittlerweile schon bei der Ausgangshütte gewesen, hatte uns jedoch nicht entdeckt, und war dann aber auch noch einmal mit dem Lift hoch und wieder mit den Ski heruntergefahren. Große Erleichterung mit Tränen in den Augen bei mir!

Nachdem wir dann nach ein paar Mal Skifahren wieder mit dem Lift runtergefahren sind, wollte ich gerne noch mit dem Schlitten durch den Schnee fahren, habe aber die Rechnung ohne meine Kinder gemacht, die – natürlich – lieber durch den Schnee tollen, als sich brav auf dem Schlitten ziehen lassen wollten. Es dauert dann manchmal eine Weile, bis ich die Situation dann akzeptiere. Ich stress mich dann manchmal selbst, indem ich den Kindern ein schönes Erlebnis bieten, aber gleichzeitig auch den früheren Zug erwischen möchte. Elternsein ist eben ein ewiger Lernprozess. Wir haben uns dann entschieden, den späteren Zug nehmen, schafften dann aber doch durch Zufall den früheren, dafür mussten wir ohne Trinken nach Hause fahren. Aber das haben wir dann auch gut ausgehalten.

A propos Lernen: Es gibt ja dieses afrikanische Sprichwort: Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf. Unsere Kinder leben natürlich nicht in einem Dorf, und die Großeltern und andere Verwandte wohnen ziemlich weit weg, können also nicht spontan einspringen, wenn Not am Mann ist, was doch öfter mal passiert. Also muss man sich sein eigenes „Dorf“ schaffen, heißt Kontakte knüpfen, andere Eltern einbeziehen und dann auch lernen, dies anzunehmen. Tenzin ist manchmal bei einer anderen Familie am Nachmittag, wenn der Hort aus irgendwelchen Gründen (Streik oder Konzeptionstag) geschlossen hat. Letztes Jahr, als ich noch halbtags arbeitete, konnte ich mich auch gut revanchieren. Dieses Jahr ist schwieriger, weil wir ja nach Tibet wollen und ich kaum noch Urlaubstage übrig habe. (Deshalb saß Tenzin letzte Woche bei mir im Büro und bereitete sein Referat über Schlangen vor.)

Als letztens die Grippewelle auch unsere Erzieherinnen im Kindergarten überrollte und der Kindergarten zwei Tage schließen musste, konnte ich zwar einen Tag zu Hause bleiben, aber am zweiten Tag, als Gendun auch nicht von der Arbeit fern bleiben konnte, weil von zehn Köchen sieben krank waren, musste Yangzom ganz spontan und ungeprobt zu einer anderen Familie nach Hause. Es war nicht die Familien ihrer Freundin aus ihrer Gruppe, sondern von Kindern aus der anderen Gruppe. Aber es klappte einwandfrei. Und nachdem ihre eigentliche Spielfreundin mal kurzfristig zu uns musste, ließ ich Yangzom dann auch mal probehalber bei deren Familie mitgehen. (Witzigerweise ist das auch die Familie von Tenzins bestem Freund aus dem Kindergarten.) Auch das klappte super. Und die andere Mutter bot mir dann auch noch an, mir Yangzom nach Hause zu bringen. Erst wollte ich es nicht annehmen. Aber dann sagte sie: „Sonst würde ich nicht anrufen und es dir nicht anbieten“. Und Recht hatte sie. Ich muss das einfach nur annehmen und auch einfach ausnutzen. Gut, es kam nur eine halbe Stunde mehr Zeit für mich dabei heraus, die ich im Schnelldurchlauf in der Buchhandlung verbrachte. Aber es war eine halbe Stunde für mich.

Mein schlechtes Gewissen, es ist doch wirklich ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Kindern, kommt eben doch manchmal durch. Klar weiß ich, dass ich mir Freiräume schaffen muss, aber wenn ich abends nach Hause komme, will ich einfach noch in Ruhe Abendbrot essen und meine Kinder ins Bett bringen. Wäsche muss gemacht werden… was auch immer. Jetzt habe ich es wenigstens schon zweimal geschafft, dass ich morgens zwischen Yangzom-im-Kindergarten-abgeben und der Arbeit durch den Westpark nach Hause gejoggt bin. Und das möchte ich auch gerne beibehalten. Es tut so gut.

Ja, das berühmte Sich-Freiräume-schaffen… mir fällt es vielleicht schwerer als anderen. Aber manchmal sind die Tage einfach auch voll. Und manchmal komme ich mir, überspitzt gesagt, vor wie z.B. Tenzins Sklave. Vor allem wenn er immer wieder sagt, wen er treffen möchte, was er machen möchte. Da bin ich wirklich froh, dass er nun auch schon ein paar Mal allein mit dem Bus zum Fußballtraining gefahren ist. Das heißt dann für Gendun und Yangzom, dass sie nicht auch noch neben dem Fußballfeld stehen und warten müssen, wobei Yangzom immer gerne hingeht und auch ein bisschen spielt. Bis jetzt haben wir es dann so gemacht, dass ich direkt von der Arbeit hingefahren bin und Tenzin abgeholt habe. Aber so wird er mit jedem Schritt immer ein wenig selbstständiger, unser großer Junge!

Auf der einen Seite lass ich meine Kinder allein unterwegs sein oder zu anderen Familien. Und auf der anderen Seite lasse ich mir dann durch die Zeitung Panik vor der Sonnenfinsternis einflößen und lasse Yangzom nicht auf einen Ausflug in einen Garten. Ich hatte irgendwie erwartet, dass es spürbar dunkler würde und die Kinder dann natürlich neugierig werden und nach oben schauen. Und die Erzieherin konnte mir nicht schlüssig sagen, wie sie das verhindern würde. Ich konnte da einfach nicht aus meiner Haut raus. Jedenfalls dachte ich dann, bevor ich unruhig in der Arbeit sitze und mir Sorgen mache, lasse ich sie lieber nicht mitgehen. Na ja, letztendlich war es dann so, dass ich mir zwar keine Sorgen, aber dafür Gedanken machte, wie blöd ich doch gewesen sei.

Von der Schule kam auch ein Schreiben, dass die Kinder nur mit entsprechender Brille raus dürften. In Tenzins Klasse war es dann so, dass einige Kinder diese Brillen dabei hatten und alle Kinder dann auch vom Klassenzimmerfenster im dritten Stock die Sonnenfinsternis sehen konnten. Schade fand ich, dass die Schule das nicht ausgenutzt hatte, um ein Projekt oder ähnliches damit zu machen. Besser als live kann man doch so etwas nicht erklären.

Am Wochenende waren wir alle vier in der Alten Pinakothek. Zuerst brachten wir beide Kinder ins Atelier zu „Kinder können Kunst…“, eigentlich für Kinder ab fünf, aber wir durften Yangzom, zumal Geschwisterkind, bei meinen Kolleginnen lassen. In der Zeit gingen Gendun und ich ins Café und haben es genossen. Da es da erste Mal und viele andere Kinder da waren, holten wir Yangzom nach einer halben Stunde ab, um mit ihr in die Neue Pinakothek zu gehen. Während Tenzin an seinem Ritterhelm (aus Karton) und an seiner ein Krokodil würgenden Anakonda (aus Knete) bastelte und Gendun sich in aller Ruhe die Gemälde der Neuen Pinakothek anschaute, versuchte ich, Yangzom auf Details in den Bildern aufmerksam zu machen bzw. lief mit ihr dann im „Tunnel“, wie sie es nannte, der an den Sälen vorbei führt, hin und her.

Nächste Woche sind schon Osterferien. Vom ersten bis sechsten April bin ich mit den Kindern in Berlin. Ich freue mich auf ein paar freie Tage. Ich muss mal sehen, dass ich in Berlin vielleicht auch ein paar freie Stunden für mich rausschlagen kann. Diese Woche muss es einfach reichen, wieder vor der Arbeit durch den Westpark zu joggen. Und wenn dann die Sonne noch scheint, ist diese eine Stunde um so schöner.

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News Dezember 2014

Nach fünf Monaten Ganztagsarbeit kann ich nun ein erstes Fazit ziehen, denn nur zur Weihnachtszeit, mit den vielen zusätzlichen Terminen und Aufgaben, fällt der Unterschied eklatant auf.

Einige Arbeiten haben sich in Genduns Aufgabenbereiche verlagert. Zwar bin ich immer noch für die Morgengestaltung (wochentags, weil Gendun spätestens halb sieben aus dem Haus geht und am Wochenende, weil er es schafft weiterzuschlafen) verantwortlich. Aber nachmittags holt nun er immer Yangzom ab. Zweimal die Woche geht immer er mit Tenzin zum Fußballtraining (diesen Part vermisse ich nicht wirklich), manchmal hole ich Yangzom dort dann ab, weil derzeit immer noch draußen trainiert wird. Arzttermine nimmt meist nun Gendun mit den Kindern wahr. Tenzin, mittlerweile ja großer Zweitklässler kommt nun jeden Tag allein vom Hort nach Hause. (Ein bisschen fehlt mir hier schon der Kontakt zu den Erzieherinnen, man bekommt wirklich wenig mit.) Manchmal holt Gendun ihn aber auch ab.

Zur Schule ein kurzer Einschub: Weiterhin steht jeden Abend die Hausaufgabenkontrolle an. Nicht immer schafft er seine Hausaufgaben im Hort, was aber, glaube ich, nicht immer an der Fülle der Aufgaben liegt. Der Schulranzen ist mittlerweile kein „Überraschungsei“ mehr für mich. Ich muss oft dran denken nachzufragen, ob er einen Zettel von Schule oder Hort für uns Lehrer mit dabei hat. Manchmal gerät es in Vergessenheit. Er ist weiterhin ein guter (Mathe) bis sehr guter (Deutsch) Schüler – so würde ich zumindest die Testergebnisse beurteilen. (Und das bestätigte mir auch letztens die Lehrerin beim abendlichen Elterngespräch.) Und ich bin jedes Mal stolz, wenn er eine kleine Krone auf dem Zettel hat (Zensuren gibt es nicht). Aber jetzt bekomme ich doch auch viel weniger vom Schulalltag mit.

Zweimal die Woche bringt Gendun Tenzin mit Tibetisch ins Bett, jedoch weniger Vorlesen als Vokabelarbeit :). Aber ich habe mich nun daran gewöhnt, dass Gendun das auf seine Art macht. Und am Wochenende, wenn wir dran denken, macht Gendun nun auch mit Tenzin Tibetisch, manchmal sitzt Yangzom dabei und spricht das Alphabet oder die Zahlen ebenfalls eifrig mit. Auch hier mische ich mich nicht mehr ein. Sondern mache nur manchmal Übungsblätter für Tenzin, die sich eher an unseren heutzutage üblichen Schularbeitsbüchern orientieren. Tenzin ist ein großer Leser und verschlingt viele Bücher. Wir nehmen aus der Bibliothek immer riesige Stapel mit. Am liebsten mag er derzeit Comics. Das reicht von „Star Wars“ über „Tim und Struppi“ bis hin zu den ostdeutschen „Digedags“.

Dass ich nun 40 Stunden statt 20 Stunden arbeite, merke ich, weil mir die Zeit zu Hause fehlt: Ich komme nach Hause, dann ist Zeit für das Abendessen, dann machen sich die Kinder fertig. (Yangzom sagt manchmal zu mir „Mama, ich vermisse Dich.“ Oder wenn sie mich nachmittags anruft, fragt sie immer „Wann kommst Du?“ Da blutet einem schon ein wenig das Herz.) Sandmännchen geht noch, die darauf folgende Geschichte für Tenzin nur, wenn am nächsten Tag keine Schule ist. Und dann geht es ab ins Bett. Immer noch das Ritual mit Vorlesen natürlich. Tenzin darf dann im Bett noch weiterschmökern und zu unserer großen Freude macht er dann auch wirklich relativ bald das Licht selbst aus.

Aber jetzt wird es auch die eine oder andere Schul-, Hort-, Kindergartenveranstaltung geben, zu der ich nicht oder nur mit Verspätung kommen kann. Das fällt mir dann doch auch ein wenig schwer (wieder ein Loslassen mehr), weil ich so noch weniger von dem Ganzen mitbekomme und weil es für Gendun auch gar nicht so die Bedeutung hat wie für uns. Gendun geht schon hin, aber er sieht vielleicht nicht immer so den großen Sinn darin. Ein bisschen schwer fällt mir das Loslassen dann doch auch. Diesmal hat Gendun sich auch bereit erklärt, sich um den Weihnachtskalender zu kümmern. Und er hat sich dabei für die aufwändigere Variante des selbst zu befüllenden Adventskalenders entschieden. Ich bin wirklich ein bisschen neugierig, was dann drin sein wird.

Yangzom geht weiter in den Kindergarten. Nach einer Phase, in der sie morgens wieder öfter mal Tränen verdrückte, scheint es sich wieder normalisiert zu haben und die Abschiede fallen wieder leichter. (Und so kann ich dann auch viel besser in den Tag starten!) Wenn man sie fragt, was sie im Kindergarten gemacht hat, dann antwortet sie meist „Spielen und essen“! Was gleich eine gute Überleitung zum beliebten Kindermund ist. Ihr dürft dann mal raten. Die Auflösung gibt es ganz unten: Springhaufen, Katoberfest, Kamüse, labacieren, Soße, Madelane, Tefolon*. Da Yangzom noch nicht so wirklich viel darüber erzählt, was sie so macht und sie auch noch kein eigenes Programm wie Tenzin mit Schule, Sport und Hort hat, gibt es diesmal gar nicht so viel von ihr zu erzählen.

Yangzom macht alles gerne mit. Sie kommt mit zu „Kinder und Buddhismus“, will mitspielen, wenn Tenzins Freunde da sind (was den großen Bruder dann doch auch manchmal nervt), hat kein Problem zum Fußball mitzugehen. Als ich mit Tenzin ins Museum ging (ich hatte ihn zu einer Kinderführung zur aktuellen (und wunderbaren) Sonderausstellung „Canaletto – Bernardo Bellotto malt Europa“ angemeldet) , sagte sie gleich „Ich komm mit“, wobei dies dann doch nichts für sie war und sie zu Hause beim Papa blieb (und ich somit dann auch mal eine Stunde für mich allein hatte, die ich in der parallel stattfindenden Ausstellungsführung verbrachte und dies sehr genossen habe).

Selbst bei Tenzins Geburtstagsfeier, die wir wegen Ferienreise und Krankheit auf Mitte November verschieben mussten, wollte sie wie die Großen mitmischen. Ich hatte eine Stadtteilralley vorbereitet, hatte mir extra Unterstützung durch unsere Praktikantin organisiert, damit sich Gendun in Ruhe um Yangzom kümmern konnte, aber letztlich waren wir drei Erwachsenen mit den 7 größeren Kindern und Yangzom im Westend unterwegs.

An diesem Geburtstag merkte ich dann auch, dass ich nun mittlerweile zwei Kinder habe und Vollzeit arbeite. Ich erinnere mich, dass ich zu Tenzins viertem Geburtstag, den ersten, den wir mit anderen Kindern feierten, noch Bücher als Inspiration aus der Bibliothek auslieh und dann lange im Vorfeld schon überlegte, wie und was. Diesmal ging alles auf den letzten Drücker, letztlich stellte ich die Unterlagen für die Ralley eine Woche vorher her und kaufte auch die dazugehörigen Dinge. Tenzin war wieder insofern einbezogen, dass er sich einen Kuchen und auch das Abendessen wünschen durfte: Schokokuchen und Toast Hawaii. Auf Deko haben wir diesmal verzichtet.

Die Ralley verlief gut, kein Kind kam zu Schaden, kein Kind kam abhanden. Aber ich war danach fix und fertig, eine Bergtour ist weniger anstrengend. Sieben Kinder zwischen sechs und acht sind eine fast nicht zu bändigende Rasselbande. Ich war wirklich so froh, dass Maya, unsere damalige Praktikantin von der Arbeit, mit dabei war. Solche Kindergeburtstage bieten sich immer zu Vergleichen an, macht wohl jede Mutter unbewusst oder bewusst. Danach dachte ich mir, dass wir unsere Kinder doch ganz gut hinbekommen haben. 🙂 Wobei ich natürlich wiederum nicht weiß, wie Tenzin sich auf anderen Kindergeburtstagen verhält.

Vorher jedoch waren wir eine Woche in Stuttgart, wo meine Schwester nun mit ihren Kindern wohnt. Seit Mitte Oktober ist sie wieder in Deutschland und hatte großes Glück, vorher schon Wohnung und Kindergarten organisiert zu bekommen. Die Arbeitsstelle hatte sie noch vorher sicher. Es war so eine schöne Woche. Wir waren viel draußen und viel unterwegs. Meine Mutter und Bekannte waren vorher schon da und halfen beim Einkaufen, Einrichten usw., so dass wir doch fast die ganze Woche genießen konnten, ohne irgendwelche Verpflichtungen zu haben. Höhepunkt war der Zoobesuch (Tenzins Geburtstagsgeschenk) und ein ganz toller Abenteuerspielplatz auf dem Killesberg. In zwei Wochen sind wir wieder da und feiern gemeinsam ihren Geburtstag.

Wie ich schon schrieb, arbeite ich nun seit fünf Monaten wieder Vollzeit. In der Arbeit ist es derzeit sehr, wie soll ich sagen, abwechslungsreich und im großen Umbruch befindlich. Neue Kunstvermittlungsprogramme werden geschaffen und müssen schnell umgesetzt werden, wir müssen unsere Büroräume verlassen und noch vor Weihnachten umziehen, was wir noch nicht so lange wissen. Also, langweilig wird es nicht. Und ich muss ehrlich sagen, dass es einen besseren Zeitpunkt geben könnte.

Und dann steht auch noch Weihnachten vor der Tür. Letztens bin ich um drei Uhr morgens aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen, weil ich abends um acht mit Yangzom eingeschlafen war. Um vier stand ich dann doch auf und nutze die Zeit, um online Weihnachtsgeschenke zu bestellen. Also habe ich diese ganzen Bücher doch nicht beim kleinen Buchladen um die Ecke bestellt, wie ich es mir ursprünglich vorgenommen hatte. Aber die kostenlose Lieferung ins Haus, war einfach zu verlockend.

Eine kleine Portion Plätzchen haben wir letztes Wochenende gebacken. Ich sollte mir wohl mal eine lässigere Grundeinstellung zulegen, denn für mich ist dieses Plätzchen backen in unserer kleinen Küche doch eher stressig. Tenzin mit seinen acht Jahren bekommt das Ausrollen etc. schon ganz gut hin, aber Yangzom verstreicht das Mehl überall (klar, ist ja auch so schön weich), knetet rum, platziert die Ausstecherle halb auf dem Teig, halb auf der Arbeitsplatte. Dabei rief mir dann eine ehemalige Kollegin (und Mutter einer großen Tochter), die ich kurz darauf traf, in Erinnerung, dass man diese Momente genießen und es einem egal sein sollte, dass die Küche hinterher wie ein Saustall aussieht. Mal sehen, vielleicht machen wir noch einmal Vanillekipferl zusammen.

Übrigens waren dies, wie immer, Plätzchen nach einem Rezept von (meiner Groß-)Tante Ursi, die nun auch nicht mehr lebt. Dies wurde mir noch einmal um so mehr bewusst, als ich die alljährlichen Kalender von Nanne und mir zusammengestellt habe (nun nicht mehr mit nachbestellten Fotos, die in fertige Fotokalender geklebt wurden, sondern seit einigen Jahren, angepasst an unsere Zeit, digital und online erstellt und an den Produzenten übermittelt, demnächst hole ich sie im Drogerieladen um die Ecke ab). Diese Kalender machen Nanne und ich seit bestimmt zwanzig Jahren. Ursprünglich bekamen diese Kalender meine Eltern mit jeweiligem Anhang, die beiden Großeltern und eben besagte Tante Ursi. Dieses Jahr habe ich nur zwei Kalender bestellt, da die ältere Generation nicht mehr lebt. Auch ein Zeichen der Vergänglichkeit und des eigenen Älterwerdens.

Aber dafür mache ich nun seit vier Jahren einen Familienkalender (in dem man die Familientermine eintragen kann) für Nanne (und in Kopie für mich). Diesen Kalender hatte ich urprünglich mit dem Gedanken gemacht, den Kindern von Nanne und mir, die ja damals noch auf zwei Kontinenten lebten, die jeweils andere Seite der Schulze-Palden-Thalwitzer-Familie ins eigene Leben zu holen. Ob es diesen Kalender in zwanzig Jahren auch noch geben wird? Dann sind unsere Kinder vielleicht schon aus dem Haus. Auf diesem Familienkalender sind dann nicht nur wir Kinder und Kindeskinder (nebst dazugehörigen Vätern) zu sehen, sondern eben auch die Große.

Zurück zu Weihnachten: Morgen werden ich, wahrscheinlich wenn Gendun noch schläft, zusammen mit den Kindern den Adventskranz und die Wohnung weihnachtlich dekorieren. Da auch Tenzin diese CD liebt, wird wohl die CD mit Weihnachtsliedern, gesungen von Veronika Fischer, laufen, darunter das Lied „Weihnachten wieder daheim“, das in meiner Kindheit immer zu Weihnachten gespielt wurde. Gendun kümmert sich, wie gesagt, um den Adventskalender. Die meisten Geschenke sind schon bestellt und geliefert. Meine Schwester und ich, wir fabrizierten dabei ein kleines Geschenke-Chaos, in dem wir Geschenke für die jeweils anderen Kinder an meine Mutter liefern bzw. meine Mutter kaufen ließen. Na ja, Hauptsache, die Geschenke landen dann auf dem richtigen Gabentisch.

Die Weihnachtsfeiern von meiner Arbeit aus lasse ich diesmal links liegen. Heute war Weihnachtsbasar im Hort (die Kinder verkaufen diverse, wirklich schöne Basteleien, trotzdem habe ich diesmal nichts gekauft, auch nicht Tenzins Adventskranz, da ich diesen mit meinen Kindern selbst machen möchte, aber das wusste Tenzin auch). Tenzin hat dann mit der Klasse und mit Eltern, die zu der Uhrzeit (entweder Vormittag oder früher Nachmittag kommen können) noch einmal Weihnachtsfeier. Im Kindergarten ist natürlich auch noch einmal ein Fest. Und dann steht unser eigenes Weihnachtsfest vor der Tür, das wir diesmal zu viert in München verbringen werden. Nach Neujahr freuen wir uns dann auf den Besuch der Thalwitzer-Mädels.

Ich merke gerade, dass in dem Text wenig und wenn nur indirekt auch etwas über mich und Gendun steht. Aber das ist vielleicht auch normal, wenn das Leben vor allem aus Kindern und Arbeit besteht. Ich versuche, den allseits bekannten Rat zu beherzigen, mir auch immer mal wieder Zeit für mich zu nehmen. (Ich gebe zu, es ist immer noch ein eher halbherziger Versuch. Andere Mütter schaffen da mehr.) Neben dem oben erwähnten Besuch der Canaletto-Ausstellung war ich einmal allein im Lenbachhaus, verbunden mit einem Café-Besuch (da komme ich doch eindeutig nach meiner Mutter). Ein anderes Mal brachte ich Tenzin zu einem offenen Kinderprogramm der Pinakotheken, während Gendun mit Yangzom auf dem Spielplatz war und hatte so auch ein wenig Zeit für mich (und war auch wieder im Café – diesmal in dem der Alten Pinakothek, die haben einfach so leckeren Kuchen). Ich war auch mal abends verabredet. Es ist nicht viel, aber doch mehr als vorher, auch wenn Ihr jetzt alle schmunzeln werdet.

Am 18.12., wenn Gendun Geburtstag und bereits Urlaub hat, werde ich mir auch frei nehmen. Der Urlaubstag fällt zwar in die Umzugswoche, ist aber schon genehmigt. Jedenfalls wollen wir beide dann die Zeit gemeinsam verbringen. Gendun möchte Geschenke kaufen gehen, aber vielleicht gelingt es mir noch, ihn zu irgendetwas Geburtstagsmäßigen zu bringen.

* Springhaufen = Springbrunnen, Katoberfest = Oktoberfest, Kamüse = Gemüse, labacieren = balancieren, Soße = für die morgendliche Nebelsuppe, Madelane = Marmelade, Tefolon = Telefon

Euch allen wünsche ich einen schönen ersten Advent und eine stressfreie Vorweihnachtszeit!

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News Oktober 2014

Vor knapp drei Wochen hat die Schule wieder angefangen. Der ganz normale Wahnsinn mit Schule, Hort, Kindergarten, Arbeit und den damit zusammenhängenden festen Zeiten hat uns wieder. Zum Ende der Ferien war Tenzin noch einige Tage im Hort und für vier Tage bei mir hier in der Pinakothek der Moderne zu einem Kinderworkshop zur Ausstellung „Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys“. Es wurde mit Graffiti-Spray gesprüht, Intuitionskästchen aus Holz gezimmert, ein Imker wurde besucht (weil Beuys auch etwas mit Honig gemacht hat), eine Naturwissenschaftlerin kam vorbei, um Stromexperimente zu machen und mit den Kindern eine Taschenlampe aus einer Klopapierrolle u.a. Zubehör zu bauen. Gekrönt wurde das Ganze mit einer Präsentation / Ausstellung, die die Kinder selbst gestalteten.

Zum ganz normalen, oben erwähnten Wahnsinn gehören auch die ganzen Informationen und gefühlten tausend Elternabende die auf einen einstürzen. Innerhalb von acht Tagen standen vier Elternabende an. An einem Tag sogar zwei, ein Termin wurde dann von mir gestrichen. Von Hort- und Schulangeboten musste ausgewählt und rückgemeldet werden, nun müssen wir warten, ob Tenzin überhaupt einen Platz bekommt. Vielleicht klappt es diesmal mit dem Ukulele-Kurs. Mit Schulbeginn hat nun auch das Fußballtraining angefangen, das uns gleich zum Anfang ganz schön viele Tränen und Nerven gekostet hat. Tenzin ist ein normaler Fußballspieler, nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste, aber er ist manchmal ein Träumer und nicht ganz bei der Sache. Nach den Ferien sollte er wieder zu den „Großen“, also zu den Kindern seines Jahrgangs, weil es einen Wegfall von Kindern und damit auch der beiden Trainer gab. Auf einmal meinten die Trainer dann, Tenzin sei zu schlecht, er bekäme noch eine Chance, wenn er die nicht nütze, müsste er wieder zu den „Kleineren“. Ergebnis: Tenzin saß weinend an unserem Tisch. Wir haben uns über diese Leistungsorientiertheit schon in Kindersportgruppen geärgert, haben nach Alternativen, auch anderen Sportarten Ausschau gehalten, Tenzin war dann auch einmal bei seinem Freund zum Tennis spielen mit (im Oktober werden wir uns noch einmal beim Tag der Offenen Tür Karate anschauen). Ich habe sogar von dem ganzen Mist nachts geträumt (vermischt mit Träumen über das Chaos im Büro derzeit). Lange Rede, kurzer Sinn: Die letzte Chance wurde insofern gestrichen, dass der eine Trainer sich doch noch für die schlechteren Fußballer einsetzen konnte und nun eine Art extra Training für diese Jungs macht. Das Training scheint mir gut und Tenzin ist auch wieder glücklich. Vielleicht kann er trotzdem noch einmal mit seinem Freund zum Tennis. Und Karate schauen wir uns trotzdem noch an.

Yangzom ist nun seit einem Monat in ihrer neuen Gruppe (Raupengruppe) im anderen Raum mit teils anderen Erzieherinnen. Mal kann ich mich ohne Weinen von ihr verabschieden, mal gibt es Tränen. Manchmal bleibt sie morgens auch noch kurz in der Schmetterlingsgruppe, der Raum, in dem sie vorher war, und kuschelt sich an die Erzieherin dort. Ich denke, sie fühlt sich bei den Raupenkindern wohl, wäre aber auch bei den Schmetterlingskindern nicht fehl am Platze, weil sie ja doch im Vergleich zu manch anderen in mancher Hinsicht (sicher nicht in jeder) weiter. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Yangzom ist ja, wie auch schon Tenzin, bei den Bärchen, einer Elterninitiative, in der vieles abgestimmt werden muss. Zum Beispiel wollte eine Mutter, dass dieser Gruppenwechsel von übergreifend zu altersspezifisch abgestimmt wird. Der Wechsel war bereits Anfang September, die Mitgliederversammlung vorgestern. Nur war dann diese eine Mutter, die die Abstimmung wollte, zur Mitgliederversammlung nicht da. Außerdem ist viel Eigeninitiative gefragt und muss geleistet werden. Dieses Jahr sind es 45 Elternstunden. Uns fehlen noch etwa 12!

So wahnsinnig viel zu erzählen gibt es diesmal gar nicht. Wir waren zweimal auf dem Olympiaberg. Ich hatte noch in Erinnerung, dass dort Apfelbäume wachsen, und dachte mir, dort könnten wir doch dann welche pflücken. Und dieses dann gleich mit einem Ausblick auf die Berge in der Ferne verbinden. Beim ersten Besuch waren die Äpfel teils noch recht grün, aber für Apfelmarmelade und Apfelstreuselkuchen perfekt. Beim zweiten Mal kletterte Gendun hoch in einen Baum und pflückte etwa fünf Kilo. Diese wurden nun zu Apfelmus verarbeitet und teils liegen die guten, nicht angedatschten noch auf dem Schrank und warten auf den Verzehr. So haben wir dieses Jahr viermal Obst in größeren Mengen gepflückt – Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren und zweimal Äpfel. Das machen wir nächstes Jahr unbedingt wieder.

Gerade ist Wiesn-Zeit, wobei das Oktoberfest schon fast vorbei ist. Die Kinder hatten am Freitag Kindergartenwiesn und Wiesnfest im Hort. Yangzom trug ganz stolz ihr Dirndl. Tenzin war etwas traurig, dass er keine passende Lederhose mehr hat. (Jedes Jahr wird ja in den Zeitungen auch ausführlich darüber geschrieben, wer welches Dirndl trägt, welche Dirndl es gibt, welches Dirndl ein absolutes No Go ist, dass die ganzen Touristen und Zugereisten sich in Dirndl und Lederhosen zwängen usw. usf. Dieses Jahr kamen nun Artikel hinzu, dass die Einheimischen nun verstärkt ganz normal in Jeans etc. gehen und dass dieser Trachten-Trend rückläufig ist.) Wir waren letzten Sonntag dort. Yangzom und ich wieder im Dirndl, Tenzin im blaukarierten Hemd, Gendun as usual. Es war schönes Wetter und dementsprechend war die Wiesn übervoll. Wir hatten den Kindern jeweils drei Fahrgeschäfte erlaubt, aber nach jeweils zwei mussten wir passen. Wir kamen kaum vorwärts, es war wahnsinnig laut, lange Wartezeiten. Es war einfach ziemlich grenzwertig. Die Kinder hatten trotzdem ihren Spaß, das ist die Hauptsache. Und ich konnte endlich mal wieder Kettenkarussell fahren. Nächstes Jahr gehen wir dann am Familientag unter der Woche. Dann ist es hoffentlich leerer, und wenn nicht das, dann wenigstens mit den Familienpreisen etwas günstiger.

Im Büro sowie im Bereich der Kunstvermittlung laufen die Umstrukturierungsarbeiten. Es muss alles ganz schnell gehen, einiges ist chaotisch – auch hier der ganz normale Wahnsinn, den man immer schaffen muss. Aber dieses Chaos führt dann eben dazu, dass ich auch von der Arbeit träume. Aber einen kleinen schönen Moment hatte ich vor einigen Wochen. Ich habe ja vor einiger Zeit die Übersetzung des Orientierungsplanes der Neuen Pinakothek in diverse Fremdsprachen organisiert und betreut, u.a. in Japanisch. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, den japanischen Plan Korrektur zu lesen, auch wenn es ziemlich lange gedauert hat und ich vielleicht auch nicht mehr so die Kompetenz dafür habe. Jedenfalls hatte ich diesen Plan dann an einen Herrn von einem japanischen Reisebüro geschickt, um ihn um seine Meinung zu bitten. Es gingen einige E-Mails hin und her, wir schrieben über unsere jeweiligen Studien in Berlin und dann fiel das japanische Wort 懐かしいです(natsukashii). Ein Wort, das Erinnerungen weckt und das ein ganz besonderes Wort ist. Es gibt nämlich keine richtige Übersetzung dafür. Es hat etwas mit Sehnsucht und Nostalgie zu tun und mit Vermissen. Es beschreibt ein besonderes Gefühl eben. Wenn ich an Japan denke, dann passt dieses Wort ganz gut. Ein bisschen Wehmut ist dabei, ein bisschen Sehnsucht und ein bisschen alte Erinnerungen…

Damit will ich für heute schließen. Bis zum nächsten Mal.

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News September 2014

Letztes Mal habe ich mit Kindermund aufgehört, fangen wir doch dieses Mal damit an. Von Yangzom kam letztens der Spruch: „Ich bin groß. Ich gehe zur Schule.“ Zu Gendun meinte sie auch, dass Tenzins Schulranzen jetzt ihrer sei und er Tenzin einen neuen kaufen solle. Woher Sprüche wie „Du bist ein Löwe. Ich bin ein Donner.“ kommen, kann ich mir nicht wirklich erklären. Und schon gar nicht den Satz, den sie irgendwann einmal zu Tenzin sagte: „Ich bin ein Spiegelei.“ Fragt man sie „Was habt Ihr heute im Kindergarten gemacht?“ kommt immer die Antwort „Spielen und Essen“. Sprachlich erstaunt uns Yangzom immer wieder und verblüfft uns mit komplizierten Sätzen oder Gedankengängen. Bei Tenzin fallen die neu hinzukommenden Wörter nicht mehr ganz so auf.

Meine zwei Wochen Urlaub sind nun auch schon wieder vorbei. Die freien Tage vorher, die ich mit den beiden Kindern hatte, verliefen dann doch ruhiger als geplant. Tenzin langweilte sich zwischendurch auch mal. Aber da muss man auch mal durch, auch wenn mein Argument, dass einem bei Langeweile doch die besten Ideen kommen, nicht wirklich zieht. An einem Tag fuhren wir raus Richtung Dachau zu einer ehemaligen Kollegin und hatten dort einen schönen Tag mit ihr und ihren Enkelkindern. Und am Sonntag ging es dann endlich in den wohlverdienten Urlaub im Heilbad Heiligenstadt im Eichsfeld, wo ich geboren wurde und wo ich (zusammen mit meiner Schwester) viele Ferien, sommers wie winters, verbracht habe. Die Erinnerungen daran sind immer noch in meinem Kopf und ich wollte nun noch einmal diese Stadt sehen und war absolut positiv überrascht.

Tag 1: Mit dem Zug ging es über Göttingen nach Heiligenstadt. Wir wurden vom Bahnhof netterweise abgeholt. Heiligenstadt ist zwar nicht groß und die Ferienwohnung war nicht weit weg, aber mit zwei Kindern und Gepäck ist es auch nicht so einfach zu Fuß. (Es wäre natürlich gegangen, keine Frage, aber die Vermieter hatten es uns angeboten und wir haben natürlich nicht abgelehnt.) Nachdem wir uns in der Ferienwohnung eingerichtet hatten, sind wir zu einem ersten Spaziergang durch die Stadt aufgebrochen, einmal die Fußgängerzone rauf und runter, kurzer Blick rüber zu meinem Geburtskrankenhaus und kurz rein in den alten Friedhof oberhalb des Kurparks, der nun bis auf vereinzelte Grabstellen eingeebnet ist. Für den ersten Abend (an einem Sonntag) hatten wir Spaghetti und Tomatensoße aus der Tüte dabei.
Tag 2: Aber am Montag ging ich dann gleich in der Früh los zum Bäcker (es war zwar eine Filiale, aber an der Backstube, aus der es duftete, gingen wir immer vorbei) und nach dem Frühstück gingen wir alle zusammen einkaufen. Nachdem dies erledigt war, zogen wir wieder in die Stadt bzw. zum Kurpark, den wir einmal durchquerten – mit Picknick am Musikpavillon, vorbei am Ententeich und am kleinen Wasserfallbach hoch zum Friedhof, zurück durch Fußgängerzone mit Abstecher zur Aureusstraße 3, wo meine Großeltern damals wohnten. Das Haus schaut noch genauso aus, nur die Wiese hinterm Haus war für Parkplätze verkleinert worden und das Gras schien dort wild zu wachsen.
Tag 3: Über den „Birkenweg“, der wahrscheinlich nur bei uns so hieß, denn auf der Wanderkarte hatte er eine andere Bezeichnung, wanderten wir zum Neun Brunnen. Wir kehrten nicht ein, sondern picknickten dort am Teich, neben uns eine kleine Entenfamilie mit Entenküken. Der alte Spielplatz war verwildert und abgesperrt. Rückzu machten wir einen Abstecher zur Ibergwarte. Ich erinnere mich, dass wir einmal Oma quer durch den Wald, also nicht über normale Waldwege dort hoch lockten. Damals war es noch eine wirkliche Ruine. Mittlerweile wurde dieser Wachturm restauriert und man kann ihn auf eigene Gefahr über eine wirklich schwindelerregend steile Leiter besteigen und von dort über durch eine Waldlücke über Heiligenstadt bis zum nächsten Berg, dem Dün, schauen.
Tag 4: Als wir am Ibergrandweg ankamen, fragte mich Gendun, ob wir wieder fünf Stunden laufen müssten. Wir waren zwar am Tag zuvor fünf Stunden unterwegs, aber wir sind natürlich nicht fünf Stunden am Stück gelaufen. Alles in allem waren es vielleicht fünf oder sechs Kilometer. So war es denn auch an den anderen Tagen. Diesmal wollte ich über das Iberghaus (Ruhetag) hoch zum Klöppelsklus, einer kleinen Kapelle oben auf dem Iberg. Oben vertrieben uns graue Wolken nach einem kurzen Picknick und wir wanderten über den Philosophenweg nach Heiligenstadt zurück.
Tag 5: „Ruhetag“ in der Stadt. Wir waren zwar auch fünf Stunden ungefähr unterwegs, aber diesmal mit dem Bus (so konnten wir auch unsere Kurkarte ausnutzen) zum Vitalpark bzw. zum dortigen Märchenpark, in dem wir einige Zeit blieben und relaxten. Von dort konnte man aufs Freibad schauen, das auch noch ungefähr so aussah wie früher. Auf dem Weg dorthin kamen wir an Pflaumen- und Haselnussbäumen vorbei, die in dieser Gegend oft am Wegesrand wachsen. Gendun pflückte immer etwas von dem Obst, das manchmal auch durchaus sehr lecker war. Das hatte ich ganz vergessen, dass es dort so viele Obstbäume gab.
Tag 6: Ausflug zur Burg Scharfenstein. Mit dem Bus fuhren wir in die kleine Stadt Beuren, von dort ist die Burg zweieinhalb Kilometer entfernt. Es gibt keinen schönen Fußweg dahin, aber die Obstbäume am Wegesrand entschädigten uns etwas mit Pflaumen, Mirabellen und Äpfeln, Tenzin pflückte noch Getreide unterwegs und steckte sich die Körner in die Hosentasche (auf meinen Einwand hin, leerte er diese auch wieder). Nur Yangzom konnten wir an der Straße nicht wirklich laufen lassen. Oben war es ziemlich windig, so dass wir dort nicht lange verweilten, nur auf der Terrasse picknickten wir mit Blick auf das Eichsfeld bis hin zum Brocken. Relativ früh waren wir wieder in Beuren. Wir liefen kurz durch die Stadt, weil wir noch auf den Bus zurück warten mussten, vorbei an einem anderen Wachturm, wirklich alten Fachwerkhäusern, die wahrscheinlich nicht unter Denkmalschutz standen, denn die Fenster hatten mittlerweile Plastikrahmen. Zum Glück fanden wir noch einen Spielplatz, auf dem sich die Kinder die Zeit vertreiben konnten.

Jeden Tag waren wir etwa fünf Stunden draußen, mittags gab es immer Picknick (Brotzeit) unterwegs, abends wurde gekocht. Gendun nahm sogar seinen Ausroller mit, um Momos machen zu können. Da Yangzom in Heiligenstadt eigentlich nie Mittagsschlaf machte, schlief sie abends ratzfatz ein und für Tenzin war das die Chance, endlich mal wieder mit seinen Eltern Uno-Karten spielen zu können. Tenzin (und natürlich auch Yangzom und wir anderen auch) hat die Zeit in Heiligenstadt sehr genossen. Er fand es, genau wie ich als Kind wahrscheinlich, toll, im Wald herumzulaufen, Stöcke zu laufen. In der Kurve vom Birkenweg (mein Vater weiß sicherlich, welche ich meine) wachsen am Rand ganz viele Blumen, Sonnenblumen, Disteln und andere Blumen, die ich nicht benennen kann. Durch diese Blumen sind wir durchgelaufen, Yangzom war teilweise gar nicht mehr zu sehen. Die Männer haben versucht, die Sonnenblumenkerne zu essen. (Gerade erst, eine Woche später, sagte mir Yangzom, dass sie die Kerne, die sie für die Vögel dalassen musste, wiederhaben wollte.) Ich fand es wunderschön, durch einen richtigen Mischwald mit Nadelbäumen, Birken, Buchen, Büschen und Blumen zu laufen, das Sonnenspiel zu bewundern und habe dabei auf dem kleinen Iberg meine geliebten bayrischen Alpen gar nicht so sehr vermisst.

Wir hatten natürlich auf Sommerwetter gehofft mit Sonne, aber wir hatten nur durchwachsenes Wetter. Wenigstens wurden wir nie nass und für unsere kleinen Spaziergänge war das Wetter gut genug. Nur einmal gingen wir dann doch etwas zügiger zurück und ließen Yangzom nicht laufen, weil der Himmel so grau und nach Regen aussah, der dann aber natürlich nicht kam. Das Freibad, in dem ich schwimmen lernte, haben wir uns nur von außen angeschaut.

Alleine hätte ich mir vielleicht noch mehr angeschaut, wäre in die kleinen Gassen gegangen und mehr gewandert. Aber mit Kindern und einem tibetischen Mann muss man dann eben Kompromisse machen. Komischerweise haben Gendun und ich dann überlegt, vielleicht weil Gendun immer wieder feststellte, dass sehr viele ältere Menschen unterwegs waren, dass Heiligenstadt (oder ein ähnlicher Ort) gut für die Rente wäre. (Komisch deshalb, weil mir eine solche Idee vielleicht früher mehr als absurd erschienen wäre.) Meine Mutter musste erst einmal lachen, aber die Mieten / Wohnungen sind sicherlich günstiger als in München, es liegt zentral in Deutschland (4,5 Stunden nach München, 4,5 Stunden nach Berlin), es ist ein Kurort (also gibt es genügend medizinische Versorgung) und es hat eine wunderschöne Umgebung, um sich auch aktiv bewegen zu können. Nun ja, bis wir in Rente gehen, fließt noch viel Wasser die Leine herunter. Wer weiß, was bis dahin alles passiert.

Die Ferienwohnung war okay: Küche zum Sitzen, Wohnzimmer, Schlafzimmer mit Doppelbett, Schlafzimmer mit Einzelbett, kleine Terrasse – alles für 35 Euro am Tag. Die Wohnung wurde zwar als modern eingerichtet beschrieben, aber schon auf den Bildern im Internet konnte man sehen, dass diese Beschreibung bereits vor einigen Jahren erstellt wurde und damit nicht unserer Vorstellung von modern entsprach. Aber bei Ferienwohnungen bin ich nicht so anspruchsvoll. Es sollte Betten geben, Herd, Dusche etc. Denn es ist ja ein Ort zum Schlafen und Ausruhen. Die Wohnung muss nicht unbedingt meinem Geschmack entsprechen. Die Vermieter waren nett, haben uns auch vom Bahnhof abgeholt und hingebracht, wir bekamen selbst gezogene Gurken und Tomaten geschenkt.

Am Samstag, Tag 7, fuhr Gendun allein nach München und ich mit den Kindern nach Berlin, um Tenzin bei seinen Berliner Großeltern abzuliefern, wobei ich mit Yangzom erst am Montag nach Hause fuhr. Meine Mutter kochte wie immer wunderbar. Und Opa Siggi war wie immer viel in Aktion – Spielplatz mit beiden Kindern, Fußball spielen und Radeln mit Tenzin, Schweinebaumeln mit Yangzom. Sonntag ging er mit Tenzin zu einer Familienführung ins Naturkundemuseum und wir anderen trafen die beiden dann zur „Dampferfahrt“ auf der Spree. Was besonders schön war: Meine Mutter lud mich am Abend ins Kino ein, während Siegfried auf die Kinder aufpasste. Ich war schon ewig nicht mehr im Kino, um so mehr genoss ich den „Schmöker“-Film „Madame Mallory“. Nachdem wir am Montag abreisten, ging es für Tenzin ähnlich weiter. Sie machten zu dritt sogar eine richtige Radtour mit insgesamt 34 Kilometern zur Pfaueninsel. Ich war „schwer beeindruckt“.

Diesmal ging es zum ersten Mal auch allein zu den Großeltern in Petershagen für einen Tag (inkl. Schlafen). Zusammen mit einem anderen Enkel übernachtete er dort und sie waren baden. Also hatten wir wenigstens seine Badehose nicht umsonst eingepackt.

Eine Woche ohne Tenzin – auch mal schön, mal in Ruhe mit Yangzom zu sein. Ich hatte morgens Ruhe mit ihr, bevor wir zu Kindergarten und Arbeit aufbrachen. Am Feierabend war es auch etwas entspannter. Und für Tenzin sicher auch mal schön ohne Eltern und ohne sich so oft nach seiner Schwester richten zu müssen. Trotzdem war die Freude groß, als wir gestern Tenzin am Flughafen abholen konnten. Aber spätestens, als beide in der Badewanne saßen, sie wollten gerne zusammen, gab es das erste Geschrei, wer denn nun wen mit oder ohne Absicht angespritzt hätte. Yangzom startet ihr Löwengebrüll, wenn ihr etwas nicht passt oder sie nicht genug Aufmerksamkeit bekommt. Und der große Bruder findet auch nicht immer den richtigen Ton. Das Alltagsleben hat uns wieder!

Nach unseren zwei Wochen Urlaub mag Yangzom wieder nicht in den Kindergarten gehen, zumal ihre Erzieherinnen nicht da sind. Und es stehen wieder Veränderungen im Kindergarten an, weil die altersübergreifenden Gruppen, die es bisher gab und die ich auch sehr gut fand, aufgelöst werden und jetzt die Kinder nach Alter aufgeteilt werden, weil es ab September so viele Kleine gibt. Ab Oktober werde ich die Betreuungszeiten um eine Stunde aufstocken. Meine Überstunden sind fast aufgebraucht. Aber dann gehen wir eben wieder zeitgleich mit Tenzin aus dem Haus und ich kann dadurch etwas früher Feierabend machen.

Heute geht Tenzin in den Hort. Ab morgen ist er hier bei mir im Palais zu einem Workshop (Beuys brummt… Zur Ausstellung „Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys“). Der Workshop geht nur bis 14 Uhr. Tenzin muss dann hier warten, bis Gendun, der ja gleich um die Ecke arbeitet, ihn abholt.

Ich hatte mir letzten Samstag mal familienfrei genommen und war vormittags joggen. Und am Nachmittag ging ich Kulturbanause ins mittlerweile nicht mehr ganz so neue Lenbachhaus, um mir dort die Sammlung zum Blauen Reiter (und auch die anderen Werke) anzusehen. Wobei ich die Bilder vom Blauen Reiter am schönsten fand. Ich mag einfach die Werke von Gabriele Münter oder August Macke. Das man in den schönen Garten nicht mehr von draußen kann, habe ich leider erst nach Verlassen des Museums bemerkt.

Das soll’s für heute mal wieder sein. Beim nächsten Mal mehr.

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