Weihnachtszeit 2014 bis März 2015

Weil ich abends lieber gemütlich auf dem Sofa sitze, habe ich es nun seit über drei Monaten nicht geschafft, mal wieder etwas zu schreiben. Aber nicht nur meine News bleiben so liegen, sondern auch meine „Ablage“, die stapelt sich dafür immer auf meinem Schreibtisch, bis ich mich dann doch mal aufraffe, alles ordentlich abzuheften. Seit Jahren habe ich schon keine Fotos mehr eingeklebt (die bis 2009 sind schon ausgedruckt und die danach sollen irgendwann in diversen Fotobüchern verarbeitet werden). Es könnten natürlich auch irgendwelche Ecken und Kanten etwas gründlicher geputzt werden. Die Aufzählung könnte beliebig fortgesetzt werden. Aber zurück zu den News. In dieser langen Spanne ist etliches passiert: Vorweihnachtszeit, Weihnachtsferien, Schlittenfahren, Fasching, Faschingsferien.

Die Weihnachtsfeiern der Kinder haben wir mitgemacht. In der Klasse gab es ein Frühstück aus Plätzchen mit einer kleinen Aufführung der Kinder. Im Hort waren diverse Mitmach-Stationen für die Kinder und Kauf-Stationen für die Eltern. Gekauft hat sich nur Tenzin irgendwelche Süßigkeiten. Gebastelt hatte er nur einen Adventskranz, aber ich hatte ihm schon vorher gesagt, dass ich lieber selbst einen mit den beiden Kindern basteln wolle (weil das für mich auch so eine kleine Weihnachtstradition ist), zumal die im Hort dann auch ziemlich teuer sind. (Und da war es mir dann auch egal, dass das Geld dem Hort zu Gute kommt.) Im Kindergarten war auch Weihnachtsfeier. Die selbst gebastelten Geschenke der Kinder bekamen die Eltern am nächsten Morgen, weil vergessen wurde sie auszuteilen.

Die Weihnachtsferien waren diesmal ganz entspannt, weil wir zu Hause blieben. Unser Mini-Weihnachtsbaum, der vom letzten Weihnachten auf dem Balkon überdauert hatte, wurde auch dieses Jahr genutzt. Und auch wenn er sehr klein ist (kleiner als Yangzom), konnte er doch schön mit den diversen Schmuckteilchen behängt werden. Dieses Weihnachten habe ich es, dank des beliebten Weihnachtsfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, geschafft, dass wir die Bescherung abends, während es draußen schon dunkel war, machten. Eine andere Sache, die ich Weihnachten durchsetzen wollte, war, dass es das weihnachtliche Festessen auch wirklich erst an einem der Feiertage gab. Dafür gab es Heilig Abend… ehrlich gesagt, weiß ich es nicht mehr. Ich glaube, es waren einfach Wiener. Und unser Festessen war, meine ich, eine leckere Ente. Ansonsten waren es ruhige Feiertage. Spaziergang durch den Englischen Garten, Besuch der Stadtteilbibliothek. Am 30.12. musste ich noch einmal arbeiten.

Dann fiel auch endlich Schnee. Und wir konnten innerhalb der Ferien, auch zusammen mit Nanne und ihren beiden Mädels, bestimmt fünfmal Schlitten fahren. Das war toll, auch wenn es das einzige Schlittenabenteuer diesen Winter wohl war. Und ich habe es wieder nicht geschafft, Yangzom mit dem Schlitten in den Kindergarten zu bringen, weil einfach zur Kindergartenzeit kein Schnee lag. Die Tage mit Nanne und ihren beiden Töchtern waren auch sehr schön. Ich genieße es, dass meine Schwester nun auch wieder in Deutschland ist und der Kontakt wieder enger geworden ist. Tenzin ist bei den vier Kindern zum einen der Hahn im Korbe und zum anderen der Größte, er deichselt das ganz gut, ist geduldig und kümmert sich lieb. Yangzom als die Kleinste muss sich manchmal gegen die größeren Mädels behaupten, aber das kennt sie von Tenzin ja auch schon. Und gerade mit Sunay spielt sie immer ganz gerne.

Das nächste Highlight nach den Weihnachtsferien war dann Fasching und der Besuch von der Berliner Oma in den Faschingsferien. Tenzin steht ja immer noch auf Star Wars, aber dieses Jahr sagte er mir, dass er als Ninja gehen wolle. (Als das mit dem Kostüm ausdiskutiert war, sagte er mir, er hätte sich für einen Ninja entschieden, weil er weiß, dass ich Star Wars nicht mag.) Ich in meiner Vorstellung der perfekten Mutter wollte ihm wieder etwas selbst fabrizieren und hatte dann auch schon so meine Ideen, wobei Tenzin natürlich die Ninja-Figuren von Lego (oder was weiß ich für einem Anbieter) im Kopf hatte. Ich jedoch kenne entweder nur die Billigkostüme vom Discounter aus irgendeinem Plastikzeug oder eben teurere Kostüme aus dem Kaufhaus. Und bei letzteren denke ich mir immer, warum soll ich so viel Geld ausgeben für ein Kostüm, dass nur einmal im Jahr oder vielleicht ein paar Mal im Jahr angezogen wird. Also habe ich wieder selbst etwas gezaubert, was auch wirklich gut gelungen ist.

Aber ich habe draus gelernt, dass Kinder dieses Engagement der Mütter gar nicht so wollen. Nicht dass sie es nicht wertschätzen. Tenzin weiß schon, dass ich viel Zeit reinstecke und ihm gefällt es auch. Letztlich jedoch möchte er wohl doch eher aussehen wie die anderen Kinder auch. Wir haben uns darauf geeinigt, dass er sich nächstes Jahr zu Weihnachten ein gekauftes Faschingskostüm wünschen kann. Eine Entscheidung mit der ich mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge leben kann. Weinendes Auge, weil es eben doch auch schön etwas, etwas spezielles für die Kinder zu machen. Lachendes Auge, weil ich mir die Zeit des Nähens sparen kann. Tenzins Faschingsfeier in Schule und Hort fiel auf den Freitag vor den Ferien. (Ach, da fällt mir noch ein: Vor den Ferien bekam er natürlich auch noch sein drittes Zeugnis, letztmalig ohne Noten. Wie bei einem Arbeitszeugnis muss man auch hier zwischen den Zeilen lesen. Es gab auch einiges herauszulesen, aber im Großen und Ganzen bin ich weiterhin sehr, sehr zufrieden.)

Yangzom war das Ganze einfacher. Ich habe ihr einfach den Marienkäfer vorgeschlagen. Und dies war einfach umzusetzen. Tenzins knallroter Teufelsumhang bekam schwarze Punkte. Schwarze Leggings und Shirt waren vorhanden. Aus Tenzins Teufelsschwanz – fabriziert aus solchem Pfeifen-Putzer-Plüsch-Draht – wurden die kleinen Fühler. Und fertig war der kleine Marienkäfer. Mal sehen, wie lange wir es ohne rosa Prinzessinnen-Kostüm schaffen. Der Fasching im Kindergarten fiel in eine Zeit, in der fast alle Erzieherinnen dort krank waren. Trotzdem wurde Fasching gefeiert. Den Kindern hat es sicherlich viel Spaß gemacht. Aber lieber wäre es mir gewesen, sie hätten den Fasching um eine Woche verschoben und an diesem halben Tag (in Bayern ist an Fasching ab Mittag vieles geschlossen, auch bei uns im Büro) den Kindergarten zu gemacht und nicht an den beiden letzten Tagen der Woche, an denen sich die Eltern dann selbst behelfen mussten. Ich nahm kurzfristig einen Tag Urlaub und an einem Tag musste ich Yangzom kurzfristig zu einer anderen Familie gehen. Ich hatte etwas Bange, weil wir so etwas noch nie gemacht hatten und die beiden Kinder die andere Gruppe besuchen, aber es klappte wunderbar.

Zum Thema Kindergarten kann ich zwischendurch einfügen, dass wir nach gut sechs Jahren Elterninitiative nun auch, ehrlich gesagt, ein wenig die Nase voll haben. Vielleicht liegt es auch an der Entwicklung in dieser Elterninitiative. Es werden immer mehr Elternabende, bestimmte Informationen kommen relativ spät, wenn man etwas nicht macht, bekommt man „Strafstunden“ (dabei müssen wir schon 45 Stunden pro Jahr machen). Gut, ich kenne auch nicht mehr so viele Eltern, weil viele Kinder weg sind (meist aus Altersgründen) und ich durch meine Vollzeit-Arbeit die meisten Eltern auch nicht mehr so oft sehe und manche gar nicht.

Nun aber zurück zu den schönen Seiten des Lebens J. Dazu gehörte natürlich auch der Besuch meiner Mutter in den Faschingsferien. Ich genieße auch diese Zeit immer, nicht nur, weil meine Mama dann auch immer mal zwischendurch lecker für uns kocht, sondern weil wir auch ein bisschen reden können. (Und meine Mama lacht wahrscheinlich über die Trash-TV-Vorliebe meines Mannes J) Die paar Tage waren vollgestopft – natürlich mit (zweimal) lecker Kuchen essen. Meine Mutter liebt „konditorn“. Sonntag Mittag klinkte sich meine Mutter kurz aus und besuchte das Lenbachhaus, danach trafen wir sie im Café Klenze in der Alten Pinakothek zum Kuchen essen. Am Montag waren wir dann in Garmisch beim Ski fahren, wir alle (jedoch ohne Gendun). Ich hatte Tenzin letzten Winter versprochen, dass ich diesen Winter mit ihm zum Ski fahren gehe. Mein Gedanke war eben, dass wir das mit dem Besuch meiner Mutter verbinden, so dass Yangzom auch etwas vom Schnee hat (und Gendun seine Ruhe). Ob es jetzt so die richtige Idee war, beim schönsten Sonnenschein in den Faschingsferien im Garmischer Skigebiet Ski fahren zu wollen, wohl eher nicht. Erst mussten Ski ausgeliehen werden. Da war ich schon halb durchgeschwitzt, dann Tickets kaufen (Anstehen an einer langen Schlange), dann auf den Lift warten (eine noch längere Schlange, aber doch recht zügig) und dann ging es mit der Gondel hoch auf den Hausberg. Meine Füße in, wie sich herausstellte, zu engen Skischuhen waren schon am Absterben, als wir aus der Gondel ausstiegen.

Oben am Hausberg gibt es ein kleines Kinderland für Skianfänger. Dorthin fuhr ich dann mit Tenzin, während Mama fleißig Yangzom auf dem Schlitten hin und her zog. Als wir dann meine Freundin Doris mit ihren Kindern entdeckten, war ich froh, Tenzin mit dem Sohn losschicken zu können, um die verd…ten die Skischuhe, die wahnsinnig drückten, ausziehen zu können. Das Problem war dann nur, dass ich mit Tenzin keinen Treffpunkt ausgemacht hatte, wo wir uns treffen, wenn wir verloren gehen. Und diesmal hatte ich ihm auch nicht die Handynummer auf die Hand geschrieben, was ich sonst eigentlich immer mache. Und prompt kam der andere Junge und meldete uns, dass Tenzin weg sei. Das Kinderland ist nicht groß, aber es sind viele Leute unterwegs und weiß ich, was passiert, wenn man von der Piste abkommt. Während Doris auf die Suche ging und Mama mit Yangzom bei der Hütte blieb, ging ich mit dem Jungen zum Lift und meldete dort meinen „Verlust“. Während die Angestellten die anderen Lift-Kollegen anfunkten, tauchte Tenzin auf. Der war mittlerweile schon bei der Ausgangshütte gewesen, hatte uns jedoch nicht entdeckt, und war dann aber auch noch einmal mit dem Lift hoch und wieder mit den Ski heruntergefahren. Große Erleichterung mit Tränen in den Augen bei mir!

Nachdem wir dann nach ein paar Mal Skifahren wieder mit dem Lift runtergefahren sind, wollte ich gerne noch mit dem Schlitten durch den Schnee fahren, habe aber die Rechnung ohne meine Kinder gemacht, die – natürlich – lieber durch den Schnee tollen, als sich brav auf dem Schlitten ziehen lassen wollten. Es dauert dann manchmal eine Weile, bis ich die Situation dann akzeptiere. Ich stress mich dann manchmal selbst, indem ich den Kindern ein schönes Erlebnis bieten, aber gleichzeitig auch den früheren Zug erwischen möchte. Elternsein ist eben ein ewiger Lernprozess. Wir haben uns dann entschieden, den späteren Zug nehmen, schafften dann aber doch durch Zufall den früheren, dafür mussten wir ohne Trinken nach Hause fahren. Aber das haben wir dann auch gut ausgehalten.

A propos Lernen: Es gibt ja dieses afrikanische Sprichwort: Zur Erziehung eines Kindes braucht man ein ganzes Dorf. Unsere Kinder leben natürlich nicht in einem Dorf, und die Großeltern und andere Verwandte wohnen ziemlich weit weg, können also nicht spontan einspringen, wenn Not am Mann ist, was doch öfter mal passiert. Also muss man sich sein eigenes „Dorf“ schaffen, heißt Kontakte knüpfen, andere Eltern einbeziehen und dann auch lernen, dies anzunehmen. Tenzin ist manchmal bei einer anderen Familie am Nachmittag, wenn der Hort aus irgendwelchen Gründen (Streik oder Konzeptionstag) geschlossen hat. Letztes Jahr, als ich noch halbtags arbeitete, konnte ich mich auch gut revanchieren. Dieses Jahr ist schwieriger, weil wir ja nach Tibet wollen und ich kaum noch Urlaubstage übrig habe. (Deshalb saß Tenzin letzte Woche bei mir im Büro und bereitete sein Referat über Schlangen vor.)

Als letztens die Grippewelle auch unsere Erzieherinnen im Kindergarten überrollte und der Kindergarten zwei Tage schließen musste, konnte ich zwar einen Tag zu Hause bleiben, aber am zweiten Tag, als Gendun auch nicht von der Arbeit fern bleiben konnte, weil von zehn Köchen sieben krank waren, musste Yangzom ganz spontan und ungeprobt zu einer anderen Familie nach Hause. Es war nicht die Familien ihrer Freundin aus ihrer Gruppe, sondern von Kindern aus der anderen Gruppe. Aber es klappte einwandfrei. Und nachdem ihre eigentliche Spielfreundin mal kurzfristig zu uns musste, ließ ich Yangzom dann auch mal probehalber bei deren Familie mitgehen. (Witzigerweise ist das auch die Familie von Tenzins bestem Freund aus dem Kindergarten.) Auch das klappte super. Und die andere Mutter bot mir dann auch noch an, mir Yangzom nach Hause zu bringen. Erst wollte ich es nicht annehmen. Aber dann sagte sie: „Sonst würde ich nicht anrufen und es dir nicht anbieten“. Und Recht hatte sie. Ich muss das einfach nur annehmen und auch einfach ausnutzen. Gut, es kam nur eine halbe Stunde mehr Zeit für mich dabei heraus, die ich im Schnelldurchlauf in der Buchhandlung verbrachte. Aber es war eine halbe Stunde für mich.

Mein schlechtes Gewissen, es ist doch wirklich ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Kindern, kommt eben doch manchmal durch. Klar weiß ich, dass ich mir Freiräume schaffen muss, aber wenn ich abends nach Hause komme, will ich einfach noch in Ruhe Abendbrot essen und meine Kinder ins Bett bringen. Wäsche muss gemacht werden… was auch immer. Jetzt habe ich es wenigstens schon zweimal geschafft, dass ich morgens zwischen Yangzom-im-Kindergarten-abgeben und der Arbeit durch den Westpark nach Hause gejoggt bin. Und das möchte ich auch gerne beibehalten. Es tut so gut.

Ja, das berühmte Sich-Freiräume-schaffen… mir fällt es vielleicht schwerer als anderen. Aber manchmal sind die Tage einfach auch voll. Und manchmal komme ich mir, überspitzt gesagt, vor wie z.B. Tenzins Sklave. Vor allem wenn er immer wieder sagt, wen er treffen möchte, was er machen möchte. Da bin ich wirklich froh, dass er nun auch schon ein paar Mal allein mit dem Bus zum Fußballtraining gefahren ist. Das heißt dann für Gendun und Yangzom, dass sie nicht auch noch neben dem Fußballfeld stehen und warten müssen, wobei Yangzom immer gerne hingeht und auch ein bisschen spielt. Bis jetzt haben wir es dann so gemacht, dass ich direkt von der Arbeit hingefahren bin und Tenzin abgeholt habe. Aber so wird er mit jedem Schritt immer ein wenig selbstständiger, unser großer Junge!

Auf der einen Seite lass ich meine Kinder allein unterwegs sein oder zu anderen Familien. Und auf der anderen Seite lasse ich mir dann durch die Zeitung Panik vor der Sonnenfinsternis einflößen und lasse Yangzom nicht auf einen Ausflug in einen Garten. Ich hatte irgendwie erwartet, dass es spürbar dunkler würde und die Kinder dann natürlich neugierig werden und nach oben schauen. Und die Erzieherin konnte mir nicht schlüssig sagen, wie sie das verhindern würde. Ich konnte da einfach nicht aus meiner Haut raus. Jedenfalls dachte ich dann, bevor ich unruhig in der Arbeit sitze und mir Sorgen mache, lasse ich sie lieber nicht mitgehen. Na ja, letztendlich war es dann so, dass ich mir zwar keine Sorgen, aber dafür Gedanken machte, wie blöd ich doch gewesen sei.

Von der Schule kam auch ein Schreiben, dass die Kinder nur mit entsprechender Brille raus dürften. In Tenzins Klasse war es dann so, dass einige Kinder diese Brillen dabei hatten und alle Kinder dann auch vom Klassenzimmerfenster im dritten Stock die Sonnenfinsternis sehen konnten. Schade fand ich, dass die Schule das nicht ausgenutzt hatte, um ein Projekt oder ähnliches damit zu machen. Besser als live kann man doch so etwas nicht erklären.

Am Wochenende waren wir alle vier in der Alten Pinakothek. Zuerst brachten wir beide Kinder ins Atelier zu „Kinder können Kunst…“, eigentlich für Kinder ab fünf, aber wir durften Yangzom, zumal Geschwisterkind, bei meinen Kolleginnen lassen. In der Zeit gingen Gendun und ich ins Café und haben es genossen. Da es da erste Mal und viele andere Kinder da waren, holten wir Yangzom nach einer halben Stunde ab, um mit ihr in die Neue Pinakothek zu gehen. Während Tenzin an seinem Ritterhelm (aus Karton) und an seiner ein Krokodil würgenden Anakonda (aus Knete) bastelte und Gendun sich in aller Ruhe die Gemälde der Neuen Pinakothek anschaute, versuchte ich, Yangzom auf Details in den Bildern aufmerksam zu machen bzw. lief mit ihr dann im „Tunnel“, wie sie es nannte, der an den Sälen vorbei führt, hin und her.

Nächste Woche sind schon Osterferien. Vom ersten bis sechsten April bin ich mit den Kindern in Berlin. Ich freue mich auf ein paar freie Tage. Ich muss mal sehen, dass ich in Berlin vielleicht auch ein paar freie Stunden für mich rausschlagen kann. Diese Woche muss es einfach reichen, wieder vor der Arbeit durch den Westpark zu joggen. Und wenn dann die Sonne noch scheint, ist diese eine Stunde um so schöner.

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News Dezember 2014

Nach fünf Monaten Ganztagsarbeit kann ich nun ein erstes Fazit ziehen, denn nur zur Weihnachtszeit, mit den vielen zusätzlichen Terminen und Aufgaben, fällt der Unterschied eklatant auf.

Einige Arbeiten haben sich in Genduns Aufgabenbereiche verlagert. Zwar bin ich immer noch für die Morgengestaltung (wochentags, weil Gendun spätestens halb sieben aus dem Haus geht und am Wochenende, weil er es schafft weiterzuschlafen) verantwortlich. Aber nachmittags holt nun er immer Yangzom ab. Zweimal die Woche geht immer er mit Tenzin zum Fußballtraining (diesen Part vermisse ich nicht wirklich), manchmal hole ich Yangzom dort dann ab, weil derzeit immer noch draußen trainiert wird. Arzttermine nimmt meist nun Gendun mit den Kindern wahr. Tenzin, mittlerweile ja großer Zweitklässler kommt nun jeden Tag allein vom Hort nach Hause. (Ein bisschen fehlt mir hier schon der Kontakt zu den Erzieherinnen, man bekommt wirklich wenig mit.) Manchmal holt Gendun ihn aber auch ab.

Zur Schule ein kurzer Einschub: Weiterhin steht jeden Abend die Hausaufgabenkontrolle an. Nicht immer schafft er seine Hausaufgaben im Hort, was aber, glaube ich, nicht immer an der Fülle der Aufgaben liegt. Der Schulranzen ist mittlerweile kein „Überraschungsei“ mehr für mich. Ich muss oft dran denken nachzufragen, ob er einen Zettel von Schule oder Hort für uns Lehrer mit dabei hat. Manchmal gerät es in Vergessenheit. Er ist weiterhin ein guter (Mathe) bis sehr guter (Deutsch) Schüler – so würde ich zumindest die Testergebnisse beurteilen. (Und das bestätigte mir auch letztens die Lehrerin beim abendlichen Elterngespräch.) Und ich bin jedes Mal stolz, wenn er eine kleine Krone auf dem Zettel hat (Zensuren gibt es nicht). Aber jetzt bekomme ich doch auch viel weniger vom Schulalltag mit.

Zweimal die Woche bringt Gendun Tenzin mit Tibetisch ins Bett, jedoch weniger Vorlesen als Vokabelarbeit :). Aber ich habe mich nun daran gewöhnt, dass Gendun das auf seine Art macht. Und am Wochenende, wenn wir dran denken, macht Gendun nun auch mit Tenzin Tibetisch, manchmal sitzt Yangzom dabei und spricht das Alphabet oder die Zahlen ebenfalls eifrig mit. Auch hier mische ich mich nicht mehr ein. Sondern mache nur manchmal Übungsblätter für Tenzin, die sich eher an unseren heutzutage üblichen Schularbeitsbüchern orientieren. Tenzin ist ein großer Leser und verschlingt viele Bücher. Wir nehmen aus der Bibliothek immer riesige Stapel mit. Am liebsten mag er derzeit Comics. Das reicht von „Star Wars“ über „Tim und Struppi“ bis hin zu den ostdeutschen „Digedags“.

Dass ich nun 40 Stunden statt 20 Stunden arbeite, merke ich, weil mir die Zeit zu Hause fehlt: Ich komme nach Hause, dann ist Zeit für das Abendessen, dann machen sich die Kinder fertig. (Yangzom sagt manchmal zu mir „Mama, ich vermisse Dich.“ Oder wenn sie mich nachmittags anruft, fragt sie immer „Wann kommst Du?“ Da blutet einem schon ein wenig das Herz.) Sandmännchen geht noch, die darauf folgende Geschichte für Tenzin nur, wenn am nächsten Tag keine Schule ist. Und dann geht es ab ins Bett. Immer noch das Ritual mit Vorlesen natürlich. Tenzin darf dann im Bett noch weiterschmökern und zu unserer großen Freude macht er dann auch wirklich relativ bald das Licht selbst aus.

Aber jetzt wird es auch die eine oder andere Schul-, Hort-, Kindergartenveranstaltung geben, zu der ich nicht oder nur mit Verspätung kommen kann. Das fällt mir dann doch auch ein wenig schwer (wieder ein Loslassen mehr), weil ich so noch weniger von dem Ganzen mitbekomme und weil es für Gendun auch gar nicht so die Bedeutung hat wie für uns. Gendun geht schon hin, aber er sieht vielleicht nicht immer so den großen Sinn darin. Ein bisschen schwer fällt mir das Loslassen dann doch auch. Diesmal hat Gendun sich auch bereit erklärt, sich um den Weihnachtskalender zu kümmern. Und er hat sich dabei für die aufwändigere Variante des selbst zu befüllenden Adventskalenders entschieden. Ich bin wirklich ein bisschen neugierig, was dann drin sein wird.

Yangzom geht weiter in den Kindergarten. Nach einer Phase, in der sie morgens wieder öfter mal Tränen verdrückte, scheint es sich wieder normalisiert zu haben und die Abschiede fallen wieder leichter. (Und so kann ich dann auch viel besser in den Tag starten!) Wenn man sie fragt, was sie im Kindergarten gemacht hat, dann antwortet sie meist „Spielen und essen“! Was gleich eine gute Überleitung zum beliebten Kindermund ist. Ihr dürft dann mal raten. Die Auflösung gibt es ganz unten: Springhaufen, Katoberfest, Kamüse, labacieren, Soße, Madelane, Tefolon*. Da Yangzom noch nicht so wirklich viel darüber erzählt, was sie so macht und sie auch noch kein eigenes Programm wie Tenzin mit Schule, Sport und Hort hat, gibt es diesmal gar nicht so viel von ihr zu erzählen.

Yangzom macht alles gerne mit. Sie kommt mit zu „Kinder und Buddhismus“, will mitspielen, wenn Tenzins Freunde da sind (was den großen Bruder dann doch auch manchmal nervt), hat kein Problem zum Fußball mitzugehen. Als ich mit Tenzin ins Museum ging (ich hatte ihn zu einer Kinderführung zur aktuellen (und wunderbaren) Sonderausstellung „Canaletto – Bernardo Bellotto malt Europa“ angemeldet) , sagte sie gleich „Ich komm mit“, wobei dies dann doch nichts für sie war und sie zu Hause beim Papa blieb (und ich somit dann auch mal eine Stunde für mich allein hatte, die ich in der parallel stattfindenden Ausstellungsführung verbrachte und dies sehr genossen habe).

Selbst bei Tenzins Geburtstagsfeier, die wir wegen Ferienreise und Krankheit auf Mitte November verschieben mussten, wollte sie wie die Großen mitmischen. Ich hatte eine Stadtteilralley vorbereitet, hatte mir extra Unterstützung durch unsere Praktikantin organisiert, damit sich Gendun in Ruhe um Yangzom kümmern konnte, aber letztlich waren wir drei Erwachsenen mit den 7 größeren Kindern und Yangzom im Westend unterwegs.

An diesem Geburtstag merkte ich dann auch, dass ich nun mittlerweile zwei Kinder habe und Vollzeit arbeite. Ich erinnere mich, dass ich zu Tenzins viertem Geburtstag, den ersten, den wir mit anderen Kindern feierten, noch Bücher als Inspiration aus der Bibliothek auslieh und dann lange im Vorfeld schon überlegte, wie und was. Diesmal ging alles auf den letzten Drücker, letztlich stellte ich die Unterlagen für die Ralley eine Woche vorher her und kaufte auch die dazugehörigen Dinge. Tenzin war wieder insofern einbezogen, dass er sich einen Kuchen und auch das Abendessen wünschen durfte: Schokokuchen und Toast Hawaii. Auf Deko haben wir diesmal verzichtet.

Die Ralley verlief gut, kein Kind kam zu Schaden, kein Kind kam abhanden. Aber ich war danach fix und fertig, eine Bergtour ist weniger anstrengend. Sieben Kinder zwischen sechs und acht sind eine fast nicht zu bändigende Rasselbande. Ich war wirklich so froh, dass Maya, unsere damalige Praktikantin von der Arbeit, mit dabei war. Solche Kindergeburtstage bieten sich immer zu Vergleichen an, macht wohl jede Mutter unbewusst oder bewusst. Danach dachte ich mir, dass wir unsere Kinder doch ganz gut hinbekommen haben. 🙂 Wobei ich natürlich wiederum nicht weiß, wie Tenzin sich auf anderen Kindergeburtstagen verhält.

Vorher jedoch waren wir eine Woche in Stuttgart, wo meine Schwester nun mit ihren Kindern wohnt. Seit Mitte Oktober ist sie wieder in Deutschland und hatte großes Glück, vorher schon Wohnung und Kindergarten organisiert zu bekommen. Die Arbeitsstelle hatte sie noch vorher sicher. Es war so eine schöne Woche. Wir waren viel draußen und viel unterwegs. Meine Mutter und Bekannte waren vorher schon da und halfen beim Einkaufen, Einrichten usw., so dass wir doch fast die ganze Woche genießen konnten, ohne irgendwelche Verpflichtungen zu haben. Höhepunkt war der Zoobesuch (Tenzins Geburtstagsgeschenk) und ein ganz toller Abenteuerspielplatz auf dem Killesberg. In zwei Wochen sind wir wieder da und feiern gemeinsam ihren Geburtstag.

Wie ich schon schrieb, arbeite ich nun seit fünf Monaten wieder Vollzeit. In der Arbeit ist es derzeit sehr, wie soll ich sagen, abwechslungsreich und im großen Umbruch befindlich. Neue Kunstvermittlungsprogramme werden geschaffen und müssen schnell umgesetzt werden, wir müssen unsere Büroräume verlassen und noch vor Weihnachten umziehen, was wir noch nicht so lange wissen. Also, langweilig wird es nicht. Und ich muss ehrlich sagen, dass es einen besseren Zeitpunkt geben könnte.

Und dann steht auch noch Weihnachten vor der Tür. Letztens bin ich um drei Uhr morgens aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen, weil ich abends um acht mit Yangzom eingeschlafen war. Um vier stand ich dann doch auf und nutze die Zeit, um online Weihnachtsgeschenke zu bestellen. Also habe ich diese ganzen Bücher doch nicht beim kleinen Buchladen um die Ecke bestellt, wie ich es mir ursprünglich vorgenommen hatte. Aber die kostenlose Lieferung ins Haus, war einfach zu verlockend.

Eine kleine Portion Plätzchen haben wir letztes Wochenende gebacken. Ich sollte mir wohl mal eine lässigere Grundeinstellung zulegen, denn für mich ist dieses Plätzchen backen in unserer kleinen Küche doch eher stressig. Tenzin mit seinen acht Jahren bekommt das Ausrollen etc. schon ganz gut hin, aber Yangzom verstreicht das Mehl überall (klar, ist ja auch so schön weich), knetet rum, platziert die Ausstecherle halb auf dem Teig, halb auf der Arbeitsplatte. Dabei rief mir dann eine ehemalige Kollegin (und Mutter einer großen Tochter), die ich kurz darauf traf, in Erinnerung, dass man diese Momente genießen und es einem egal sein sollte, dass die Küche hinterher wie ein Saustall aussieht. Mal sehen, vielleicht machen wir noch einmal Vanillekipferl zusammen.

Übrigens waren dies, wie immer, Plätzchen nach einem Rezept von (meiner Groß-)Tante Ursi, die nun auch nicht mehr lebt. Dies wurde mir noch einmal um so mehr bewusst, als ich die alljährlichen Kalender von Nanne und mir zusammengestellt habe (nun nicht mehr mit nachbestellten Fotos, die in fertige Fotokalender geklebt wurden, sondern seit einigen Jahren, angepasst an unsere Zeit, digital und online erstellt und an den Produzenten übermittelt, demnächst hole ich sie im Drogerieladen um die Ecke ab). Diese Kalender machen Nanne und ich seit bestimmt zwanzig Jahren. Ursprünglich bekamen diese Kalender meine Eltern mit jeweiligem Anhang, die beiden Großeltern und eben besagte Tante Ursi. Dieses Jahr habe ich nur zwei Kalender bestellt, da die ältere Generation nicht mehr lebt. Auch ein Zeichen der Vergänglichkeit und des eigenen Älterwerdens.

Aber dafür mache ich nun seit vier Jahren einen Familienkalender (in dem man die Familientermine eintragen kann) für Nanne (und in Kopie für mich). Diesen Kalender hatte ich urprünglich mit dem Gedanken gemacht, den Kindern von Nanne und mir, die ja damals noch auf zwei Kontinenten lebten, die jeweils andere Seite der Schulze-Palden-Thalwitzer-Familie ins eigene Leben zu holen. Ob es diesen Kalender in zwanzig Jahren auch noch geben wird? Dann sind unsere Kinder vielleicht schon aus dem Haus. Auf diesem Familienkalender sind dann nicht nur wir Kinder und Kindeskinder (nebst dazugehörigen Vätern) zu sehen, sondern eben auch die Große.

Zurück zu Weihnachten: Morgen werden ich, wahrscheinlich wenn Gendun noch schläft, zusammen mit den Kindern den Adventskranz und die Wohnung weihnachtlich dekorieren. Da auch Tenzin diese CD liebt, wird wohl die CD mit Weihnachtsliedern, gesungen von Veronika Fischer, laufen, darunter das Lied „Weihnachten wieder daheim“, das in meiner Kindheit immer zu Weihnachten gespielt wurde. Gendun kümmert sich, wie gesagt, um den Adventskalender. Die meisten Geschenke sind schon bestellt und geliefert. Meine Schwester und ich, wir fabrizierten dabei ein kleines Geschenke-Chaos, in dem wir Geschenke für die jeweils anderen Kinder an meine Mutter liefern bzw. meine Mutter kaufen ließen. Na ja, Hauptsache, die Geschenke landen dann auf dem richtigen Gabentisch.

Die Weihnachtsfeiern von meiner Arbeit aus lasse ich diesmal links liegen. Heute war Weihnachtsbasar im Hort (die Kinder verkaufen diverse, wirklich schöne Basteleien, trotzdem habe ich diesmal nichts gekauft, auch nicht Tenzins Adventskranz, da ich diesen mit meinen Kindern selbst machen möchte, aber das wusste Tenzin auch). Tenzin hat dann mit der Klasse und mit Eltern, die zu der Uhrzeit (entweder Vormittag oder früher Nachmittag kommen können) noch einmal Weihnachtsfeier. Im Kindergarten ist natürlich auch noch einmal ein Fest. Und dann steht unser eigenes Weihnachtsfest vor der Tür, das wir diesmal zu viert in München verbringen werden. Nach Neujahr freuen wir uns dann auf den Besuch der Thalwitzer-Mädels.

Ich merke gerade, dass in dem Text wenig und wenn nur indirekt auch etwas über mich und Gendun steht. Aber das ist vielleicht auch normal, wenn das Leben vor allem aus Kindern und Arbeit besteht. Ich versuche, den allseits bekannten Rat zu beherzigen, mir auch immer mal wieder Zeit für mich zu nehmen. (Ich gebe zu, es ist immer noch ein eher halbherziger Versuch. Andere Mütter schaffen da mehr.) Neben dem oben erwähnten Besuch der Canaletto-Ausstellung war ich einmal allein im Lenbachhaus, verbunden mit einem Café-Besuch (da komme ich doch eindeutig nach meiner Mutter). Ein anderes Mal brachte ich Tenzin zu einem offenen Kinderprogramm der Pinakotheken, während Gendun mit Yangzom auf dem Spielplatz war und hatte so auch ein wenig Zeit für mich (und war auch wieder im Café – diesmal in dem der Alten Pinakothek, die haben einfach so leckeren Kuchen). Ich war auch mal abends verabredet. Es ist nicht viel, aber doch mehr als vorher, auch wenn Ihr jetzt alle schmunzeln werdet.

Am 18.12., wenn Gendun Geburtstag und bereits Urlaub hat, werde ich mir auch frei nehmen. Der Urlaubstag fällt zwar in die Umzugswoche, ist aber schon genehmigt. Jedenfalls wollen wir beide dann die Zeit gemeinsam verbringen. Gendun möchte Geschenke kaufen gehen, aber vielleicht gelingt es mir noch, ihn zu irgendetwas Geburtstagsmäßigen zu bringen.

* Springhaufen = Springbrunnen, Katoberfest = Oktoberfest, Kamüse = Gemüse, labacieren = balancieren, Soße = für die morgendliche Nebelsuppe, Madelane = Marmelade, Tefolon = Telefon

Euch allen wünsche ich einen schönen ersten Advent und eine stressfreie Vorweihnachtszeit!

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News Oktober 2014

Vor knapp drei Wochen hat die Schule wieder angefangen. Der ganz normale Wahnsinn mit Schule, Hort, Kindergarten, Arbeit und den damit zusammenhängenden festen Zeiten hat uns wieder. Zum Ende der Ferien war Tenzin noch einige Tage im Hort und für vier Tage bei mir hier in der Pinakothek der Moderne zu einem Kinderworkshop zur Ausstellung „Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys“. Es wurde mit Graffiti-Spray gesprüht, Intuitionskästchen aus Holz gezimmert, ein Imker wurde besucht (weil Beuys auch etwas mit Honig gemacht hat), eine Naturwissenschaftlerin kam vorbei, um Stromexperimente zu machen und mit den Kindern eine Taschenlampe aus einer Klopapierrolle u.a. Zubehör zu bauen. Gekrönt wurde das Ganze mit einer Präsentation / Ausstellung, die die Kinder selbst gestalteten.

Zum ganz normalen, oben erwähnten Wahnsinn gehören auch die ganzen Informationen und gefühlten tausend Elternabende die auf einen einstürzen. Innerhalb von acht Tagen standen vier Elternabende an. An einem Tag sogar zwei, ein Termin wurde dann von mir gestrichen. Von Hort- und Schulangeboten musste ausgewählt und rückgemeldet werden, nun müssen wir warten, ob Tenzin überhaupt einen Platz bekommt. Vielleicht klappt es diesmal mit dem Ukulele-Kurs. Mit Schulbeginn hat nun auch das Fußballtraining angefangen, das uns gleich zum Anfang ganz schön viele Tränen und Nerven gekostet hat. Tenzin ist ein normaler Fußballspieler, nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste, aber er ist manchmal ein Träumer und nicht ganz bei der Sache. Nach den Ferien sollte er wieder zu den „Großen“, also zu den Kindern seines Jahrgangs, weil es einen Wegfall von Kindern und damit auch der beiden Trainer gab. Auf einmal meinten die Trainer dann, Tenzin sei zu schlecht, er bekäme noch eine Chance, wenn er die nicht nütze, müsste er wieder zu den „Kleineren“. Ergebnis: Tenzin saß weinend an unserem Tisch. Wir haben uns über diese Leistungsorientiertheit schon in Kindersportgruppen geärgert, haben nach Alternativen, auch anderen Sportarten Ausschau gehalten, Tenzin war dann auch einmal bei seinem Freund zum Tennis spielen mit (im Oktober werden wir uns noch einmal beim Tag der Offenen Tür Karate anschauen). Ich habe sogar von dem ganzen Mist nachts geträumt (vermischt mit Träumen über das Chaos im Büro derzeit). Lange Rede, kurzer Sinn: Die letzte Chance wurde insofern gestrichen, dass der eine Trainer sich doch noch für die schlechteren Fußballer einsetzen konnte und nun eine Art extra Training für diese Jungs macht. Das Training scheint mir gut und Tenzin ist auch wieder glücklich. Vielleicht kann er trotzdem noch einmal mit seinem Freund zum Tennis. Und Karate schauen wir uns trotzdem noch an.

Yangzom ist nun seit einem Monat in ihrer neuen Gruppe (Raupengruppe) im anderen Raum mit teils anderen Erzieherinnen. Mal kann ich mich ohne Weinen von ihr verabschieden, mal gibt es Tränen. Manchmal bleibt sie morgens auch noch kurz in der Schmetterlingsgruppe, der Raum, in dem sie vorher war, und kuschelt sich an die Erzieherin dort. Ich denke, sie fühlt sich bei den Raupenkindern wohl, wäre aber auch bei den Schmetterlingskindern nicht fehl am Platze, weil sie ja doch im Vergleich zu manch anderen in mancher Hinsicht (sicher nicht in jeder) weiter. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Yangzom ist ja, wie auch schon Tenzin, bei den Bärchen, einer Elterninitiative, in der vieles abgestimmt werden muss. Zum Beispiel wollte eine Mutter, dass dieser Gruppenwechsel von übergreifend zu altersspezifisch abgestimmt wird. Der Wechsel war bereits Anfang September, die Mitgliederversammlung vorgestern. Nur war dann diese eine Mutter, die die Abstimmung wollte, zur Mitgliederversammlung nicht da. Außerdem ist viel Eigeninitiative gefragt und muss geleistet werden. Dieses Jahr sind es 45 Elternstunden. Uns fehlen noch etwa 12!

So wahnsinnig viel zu erzählen gibt es diesmal gar nicht. Wir waren zweimal auf dem Olympiaberg. Ich hatte noch in Erinnerung, dass dort Apfelbäume wachsen, und dachte mir, dort könnten wir doch dann welche pflücken. Und dieses dann gleich mit einem Ausblick auf die Berge in der Ferne verbinden. Beim ersten Besuch waren die Äpfel teils noch recht grün, aber für Apfelmarmelade und Apfelstreuselkuchen perfekt. Beim zweiten Mal kletterte Gendun hoch in einen Baum und pflückte etwa fünf Kilo. Diese wurden nun zu Apfelmus verarbeitet und teils liegen die guten, nicht angedatschten noch auf dem Schrank und warten auf den Verzehr. So haben wir dieses Jahr viermal Obst in größeren Mengen gepflückt – Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren und zweimal Äpfel. Das machen wir nächstes Jahr unbedingt wieder.

Gerade ist Wiesn-Zeit, wobei das Oktoberfest schon fast vorbei ist. Die Kinder hatten am Freitag Kindergartenwiesn und Wiesnfest im Hort. Yangzom trug ganz stolz ihr Dirndl. Tenzin war etwas traurig, dass er keine passende Lederhose mehr hat. (Jedes Jahr wird ja in den Zeitungen auch ausführlich darüber geschrieben, wer welches Dirndl trägt, welche Dirndl es gibt, welches Dirndl ein absolutes No Go ist, dass die ganzen Touristen und Zugereisten sich in Dirndl und Lederhosen zwängen usw. usf. Dieses Jahr kamen nun Artikel hinzu, dass die Einheimischen nun verstärkt ganz normal in Jeans etc. gehen und dass dieser Trachten-Trend rückläufig ist.) Wir waren letzten Sonntag dort. Yangzom und ich wieder im Dirndl, Tenzin im blaukarierten Hemd, Gendun as usual. Es war schönes Wetter und dementsprechend war die Wiesn übervoll. Wir hatten den Kindern jeweils drei Fahrgeschäfte erlaubt, aber nach jeweils zwei mussten wir passen. Wir kamen kaum vorwärts, es war wahnsinnig laut, lange Wartezeiten. Es war einfach ziemlich grenzwertig. Die Kinder hatten trotzdem ihren Spaß, das ist die Hauptsache. Und ich konnte endlich mal wieder Kettenkarussell fahren. Nächstes Jahr gehen wir dann am Familientag unter der Woche. Dann ist es hoffentlich leerer, und wenn nicht das, dann wenigstens mit den Familienpreisen etwas günstiger.

Im Büro sowie im Bereich der Kunstvermittlung laufen die Umstrukturierungsarbeiten. Es muss alles ganz schnell gehen, einiges ist chaotisch – auch hier der ganz normale Wahnsinn, den man immer schaffen muss. Aber dieses Chaos führt dann eben dazu, dass ich auch von der Arbeit träume. Aber einen kleinen schönen Moment hatte ich vor einigen Wochen. Ich habe ja vor einiger Zeit die Übersetzung des Orientierungsplanes der Neuen Pinakothek in diverse Fremdsprachen organisiert und betreut, u.a. in Japanisch. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, den japanischen Plan Korrektur zu lesen, auch wenn es ziemlich lange gedauert hat und ich vielleicht auch nicht mehr so die Kompetenz dafür habe. Jedenfalls hatte ich diesen Plan dann an einen Herrn von einem japanischen Reisebüro geschickt, um ihn um seine Meinung zu bitten. Es gingen einige E-Mails hin und her, wir schrieben über unsere jeweiligen Studien in Berlin und dann fiel das japanische Wort 懐かしいです(natsukashii). Ein Wort, das Erinnerungen weckt und das ein ganz besonderes Wort ist. Es gibt nämlich keine richtige Übersetzung dafür. Es hat etwas mit Sehnsucht und Nostalgie zu tun und mit Vermissen. Es beschreibt ein besonderes Gefühl eben. Wenn ich an Japan denke, dann passt dieses Wort ganz gut. Ein bisschen Wehmut ist dabei, ein bisschen Sehnsucht und ein bisschen alte Erinnerungen…

Damit will ich für heute schließen. Bis zum nächsten Mal.

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News September 2014

Letztes Mal habe ich mit Kindermund aufgehört, fangen wir doch dieses Mal damit an. Von Yangzom kam letztens der Spruch: „Ich bin groß. Ich gehe zur Schule.“ Zu Gendun meinte sie auch, dass Tenzins Schulranzen jetzt ihrer sei und er Tenzin einen neuen kaufen solle. Woher Sprüche wie „Du bist ein Löwe. Ich bin ein Donner.“ kommen, kann ich mir nicht wirklich erklären. Und schon gar nicht den Satz, den sie irgendwann einmal zu Tenzin sagte: „Ich bin ein Spiegelei.“ Fragt man sie „Was habt Ihr heute im Kindergarten gemacht?“ kommt immer die Antwort „Spielen und Essen“. Sprachlich erstaunt uns Yangzom immer wieder und verblüfft uns mit komplizierten Sätzen oder Gedankengängen. Bei Tenzin fallen die neu hinzukommenden Wörter nicht mehr ganz so auf.

Meine zwei Wochen Urlaub sind nun auch schon wieder vorbei. Die freien Tage vorher, die ich mit den beiden Kindern hatte, verliefen dann doch ruhiger als geplant. Tenzin langweilte sich zwischendurch auch mal. Aber da muss man auch mal durch, auch wenn mein Argument, dass einem bei Langeweile doch die besten Ideen kommen, nicht wirklich zieht. An einem Tag fuhren wir raus Richtung Dachau zu einer ehemaligen Kollegin und hatten dort einen schönen Tag mit ihr und ihren Enkelkindern. Und am Sonntag ging es dann endlich in den wohlverdienten Urlaub im Heilbad Heiligenstadt im Eichsfeld, wo ich geboren wurde und wo ich (zusammen mit meiner Schwester) viele Ferien, sommers wie winters, verbracht habe. Die Erinnerungen daran sind immer noch in meinem Kopf und ich wollte nun noch einmal diese Stadt sehen und war absolut positiv überrascht.

Tag 1: Mit dem Zug ging es über Göttingen nach Heiligenstadt. Wir wurden vom Bahnhof netterweise abgeholt. Heiligenstadt ist zwar nicht groß und die Ferienwohnung war nicht weit weg, aber mit zwei Kindern und Gepäck ist es auch nicht so einfach zu Fuß. (Es wäre natürlich gegangen, keine Frage, aber die Vermieter hatten es uns angeboten und wir haben natürlich nicht abgelehnt.) Nachdem wir uns in der Ferienwohnung eingerichtet hatten, sind wir zu einem ersten Spaziergang durch die Stadt aufgebrochen, einmal die Fußgängerzone rauf und runter, kurzer Blick rüber zu meinem Geburtskrankenhaus und kurz rein in den alten Friedhof oberhalb des Kurparks, der nun bis auf vereinzelte Grabstellen eingeebnet ist. Für den ersten Abend (an einem Sonntag) hatten wir Spaghetti und Tomatensoße aus der Tüte dabei.
Tag 2: Aber am Montag ging ich dann gleich in der Früh los zum Bäcker (es war zwar eine Filiale, aber an der Backstube, aus der es duftete, gingen wir immer vorbei) und nach dem Frühstück gingen wir alle zusammen einkaufen. Nachdem dies erledigt war, zogen wir wieder in die Stadt bzw. zum Kurpark, den wir einmal durchquerten – mit Picknick am Musikpavillon, vorbei am Ententeich und am kleinen Wasserfallbach hoch zum Friedhof, zurück durch Fußgängerzone mit Abstecher zur Aureusstraße 3, wo meine Großeltern damals wohnten. Das Haus schaut noch genauso aus, nur die Wiese hinterm Haus war für Parkplätze verkleinert worden und das Gras schien dort wild zu wachsen.
Tag 3: Über den „Birkenweg“, der wahrscheinlich nur bei uns so hieß, denn auf der Wanderkarte hatte er eine andere Bezeichnung, wanderten wir zum Neun Brunnen. Wir kehrten nicht ein, sondern picknickten dort am Teich, neben uns eine kleine Entenfamilie mit Entenküken. Der alte Spielplatz war verwildert und abgesperrt. Rückzu machten wir einen Abstecher zur Ibergwarte. Ich erinnere mich, dass wir einmal Oma quer durch den Wald, also nicht über normale Waldwege dort hoch lockten. Damals war es noch eine wirkliche Ruine. Mittlerweile wurde dieser Wachturm restauriert und man kann ihn auf eigene Gefahr über eine wirklich schwindelerregend steile Leiter besteigen und von dort über durch eine Waldlücke über Heiligenstadt bis zum nächsten Berg, dem Dün, schauen.
Tag 4: Als wir am Ibergrandweg ankamen, fragte mich Gendun, ob wir wieder fünf Stunden laufen müssten. Wir waren zwar am Tag zuvor fünf Stunden unterwegs, aber wir sind natürlich nicht fünf Stunden am Stück gelaufen. Alles in allem waren es vielleicht fünf oder sechs Kilometer. So war es denn auch an den anderen Tagen. Diesmal wollte ich über das Iberghaus (Ruhetag) hoch zum Klöppelsklus, einer kleinen Kapelle oben auf dem Iberg. Oben vertrieben uns graue Wolken nach einem kurzen Picknick und wir wanderten über den Philosophenweg nach Heiligenstadt zurück.
Tag 5: „Ruhetag“ in der Stadt. Wir waren zwar auch fünf Stunden ungefähr unterwegs, aber diesmal mit dem Bus (so konnten wir auch unsere Kurkarte ausnutzen) zum Vitalpark bzw. zum dortigen Märchenpark, in dem wir einige Zeit blieben und relaxten. Von dort konnte man aufs Freibad schauen, das auch noch ungefähr so aussah wie früher. Auf dem Weg dorthin kamen wir an Pflaumen- und Haselnussbäumen vorbei, die in dieser Gegend oft am Wegesrand wachsen. Gendun pflückte immer etwas von dem Obst, das manchmal auch durchaus sehr lecker war. Das hatte ich ganz vergessen, dass es dort so viele Obstbäume gab.
Tag 6: Ausflug zur Burg Scharfenstein. Mit dem Bus fuhren wir in die kleine Stadt Beuren, von dort ist die Burg zweieinhalb Kilometer entfernt. Es gibt keinen schönen Fußweg dahin, aber die Obstbäume am Wegesrand entschädigten uns etwas mit Pflaumen, Mirabellen und Äpfeln, Tenzin pflückte noch Getreide unterwegs und steckte sich die Körner in die Hosentasche (auf meinen Einwand hin, leerte er diese auch wieder). Nur Yangzom konnten wir an der Straße nicht wirklich laufen lassen. Oben war es ziemlich windig, so dass wir dort nicht lange verweilten, nur auf der Terrasse picknickten wir mit Blick auf das Eichsfeld bis hin zum Brocken. Relativ früh waren wir wieder in Beuren. Wir liefen kurz durch die Stadt, weil wir noch auf den Bus zurück warten mussten, vorbei an einem anderen Wachturm, wirklich alten Fachwerkhäusern, die wahrscheinlich nicht unter Denkmalschutz standen, denn die Fenster hatten mittlerweile Plastikrahmen. Zum Glück fanden wir noch einen Spielplatz, auf dem sich die Kinder die Zeit vertreiben konnten.

Jeden Tag waren wir etwa fünf Stunden draußen, mittags gab es immer Picknick (Brotzeit) unterwegs, abends wurde gekocht. Gendun nahm sogar seinen Ausroller mit, um Momos machen zu können. Da Yangzom in Heiligenstadt eigentlich nie Mittagsschlaf machte, schlief sie abends ratzfatz ein und für Tenzin war das die Chance, endlich mal wieder mit seinen Eltern Uno-Karten spielen zu können. Tenzin (und natürlich auch Yangzom und wir anderen auch) hat die Zeit in Heiligenstadt sehr genossen. Er fand es, genau wie ich als Kind wahrscheinlich, toll, im Wald herumzulaufen, Stöcke zu laufen. In der Kurve vom Birkenweg (mein Vater weiß sicherlich, welche ich meine) wachsen am Rand ganz viele Blumen, Sonnenblumen, Disteln und andere Blumen, die ich nicht benennen kann. Durch diese Blumen sind wir durchgelaufen, Yangzom war teilweise gar nicht mehr zu sehen. Die Männer haben versucht, die Sonnenblumenkerne zu essen. (Gerade erst, eine Woche später, sagte mir Yangzom, dass sie die Kerne, die sie für die Vögel dalassen musste, wiederhaben wollte.) Ich fand es wunderschön, durch einen richtigen Mischwald mit Nadelbäumen, Birken, Buchen, Büschen und Blumen zu laufen, das Sonnenspiel zu bewundern und habe dabei auf dem kleinen Iberg meine geliebten bayrischen Alpen gar nicht so sehr vermisst.

Wir hatten natürlich auf Sommerwetter gehofft mit Sonne, aber wir hatten nur durchwachsenes Wetter. Wenigstens wurden wir nie nass und für unsere kleinen Spaziergänge war das Wetter gut genug. Nur einmal gingen wir dann doch etwas zügiger zurück und ließen Yangzom nicht laufen, weil der Himmel so grau und nach Regen aussah, der dann aber natürlich nicht kam. Das Freibad, in dem ich schwimmen lernte, haben wir uns nur von außen angeschaut.

Alleine hätte ich mir vielleicht noch mehr angeschaut, wäre in die kleinen Gassen gegangen und mehr gewandert. Aber mit Kindern und einem tibetischen Mann muss man dann eben Kompromisse machen. Komischerweise haben Gendun und ich dann überlegt, vielleicht weil Gendun immer wieder feststellte, dass sehr viele ältere Menschen unterwegs waren, dass Heiligenstadt (oder ein ähnlicher Ort) gut für die Rente wäre. (Komisch deshalb, weil mir eine solche Idee vielleicht früher mehr als absurd erschienen wäre.) Meine Mutter musste erst einmal lachen, aber die Mieten / Wohnungen sind sicherlich günstiger als in München, es liegt zentral in Deutschland (4,5 Stunden nach München, 4,5 Stunden nach Berlin), es ist ein Kurort (also gibt es genügend medizinische Versorgung) und es hat eine wunderschöne Umgebung, um sich auch aktiv bewegen zu können. Nun ja, bis wir in Rente gehen, fließt noch viel Wasser die Leine herunter. Wer weiß, was bis dahin alles passiert.

Die Ferienwohnung war okay: Küche zum Sitzen, Wohnzimmer, Schlafzimmer mit Doppelbett, Schlafzimmer mit Einzelbett, kleine Terrasse – alles für 35 Euro am Tag. Die Wohnung wurde zwar als modern eingerichtet beschrieben, aber schon auf den Bildern im Internet konnte man sehen, dass diese Beschreibung bereits vor einigen Jahren erstellt wurde und damit nicht unserer Vorstellung von modern entsprach. Aber bei Ferienwohnungen bin ich nicht so anspruchsvoll. Es sollte Betten geben, Herd, Dusche etc. Denn es ist ja ein Ort zum Schlafen und Ausruhen. Die Wohnung muss nicht unbedingt meinem Geschmack entsprechen. Die Vermieter waren nett, haben uns auch vom Bahnhof abgeholt und hingebracht, wir bekamen selbst gezogene Gurken und Tomaten geschenkt.

Am Samstag, Tag 7, fuhr Gendun allein nach München und ich mit den Kindern nach Berlin, um Tenzin bei seinen Berliner Großeltern abzuliefern, wobei ich mit Yangzom erst am Montag nach Hause fuhr. Meine Mutter kochte wie immer wunderbar. Und Opa Siggi war wie immer viel in Aktion – Spielplatz mit beiden Kindern, Fußball spielen und Radeln mit Tenzin, Schweinebaumeln mit Yangzom. Sonntag ging er mit Tenzin zu einer Familienführung ins Naturkundemuseum und wir anderen trafen die beiden dann zur „Dampferfahrt“ auf der Spree. Was besonders schön war: Meine Mutter lud mich am Abend ins Kino ein, während Siegfried auf die Kinder aufpasste. Ich war schon ewig nicht mehr im Kino, um so mehr genoss ich den „Schmöker“-Film „Madame Mallory“. Nachdem wir am Montag abreisten, ging es für Tenzin ähnlich weiter. Sie machten zu dritt sogar eine richtige Radtour mit insgesamt 34 Kilometern zur Pfaueninsel. Ich war „schwer beeindruckt“.

Diesmal ging es zum ersten Mal auch allein zu den Großeltern in Petershagen für einen Tag (inkl. Schlafen). Zusammen mit einem anderen Enkel übernachtete er dort und sie waren baden. Also hatten wir wenigstens seine Badehose nicht umsonst eingepackt.

Eine Woche ohne Tenzin – auch mal schön, mal in Ruhe mit Yangzom zu sein. Ich hatte morgens Ruhe mit ihr, bevor wir zu Kindergarten und Arbeit aufbrachen. Am Feierabend war es auch etwas entspannter. Und für Tenzin sicher auch mal schön ohne Eltern und ohne sich so oft nach seiner Schwester richten zu müssen. Trotzdem war die Freude groß, als wir gestern Tenzin am Flughafen abholen konnten. Aber spätestens, als beide in der Badewanne saßen, sie wollten gerne zusammen, gab es das erste Geschrei, wer denn nun wen mit oder ohne Absicht angespritzt hätte. Yangzom startet ihr Löwengebrüll, wenn ihr etwas nicht passt oder sie nicht genug Aufmerksamkeit bekommt. Und der große Bruder findet auch nicht immer den richtigen Ton. Das Alltagsleben hat uns wieder!

Nach unseren zwei Wochen Urlaub mag Yangzom wieder nicht in den Kindergarten gehen, zumal ihre Erzieherinnen nicht da sind. Und es stehen wieder Veränderungen im Kindergarten an, weil die altersübergreifenden Gruppen, die es bisher gab und die ich auch sehr gut fand, aufgelöst werden und jetzt die Kinder nach Alter aufgeteilt werden, weil es ab September so viele Kleine gibt. Ab Oktober werde ich die Betreuungszeiten um eine Stunde aufstocken. Meine Überstunden sind fast aufgebraucht. Aber dann gehen wir eben wieder zeitgleich mit Tenzin aus dem Haus und ich kann dadurch etwas früher Feierabend machen.

Heute geht Tenzin in den Hort. Ab morgen ist er hier bei mir im Palais zu einem Workshop (Beuys brummt… Zur Ausstellung „Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys“). Der Workshop geht nur bis 14 Uhr. Tenzin muss dann hier warten, bis Gendun, der ja gleich um die Ecke arbeitet, ihn abholt.

Ich hatte mir letzten Samstag mal familienfrei genommen und war vormittags joggen. Und am Nachmittag ging ich Kulturbanause ins mittlerweile nicht mehr ganz so neue Lenbachhaus, um mir dort die Sammlung zum Blauen Reiter (und auch die anderen Werke) anzusehen. Wobei ich die Bilder vom Blauen Reiter am schönsten fand. Ich mag einfach die Werke von Gabriele Münter oder August Macke. Das man in den schönen Garten nicht mehr von draußen kann, habe ich leider erst nach Verlassen des Museums bemerkt.

Das soll’s für heute mal wieder sein. Beim nächsten Mal mehr.

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News August 2014

Heute, am 08.08., habe ich mir frei genommen. Einmal wollte ich etwas für mich tun, also war ich joggen. Aber dann musste auch mal klar Schiff gemacht werden bei den ganzen Taschen mit zu großer und zu kleiner Kleidung und bei den Schachteln mit zu großen Schuhen. Nun habe ich alles umsortiert, aussortiert und erfasst und ordentlich aufgeräumt. Und die große Plastikschachtel mit den Schuhen kommt in den Keller, nachdem ich alle Schuhe schön sortiert nach Sorte und Größe auf den Boden gestellt und mit Zettel, die die Größe anzeigen, versehen und das Ganze dann fotografiert habe. Das Foto kommt dann in den Kleiderschrank, so dass ich nur noch auf das Bild schauen muss und schon weiß, ob vielleicht noch ein paar Schuhe für Yangzom dabei ist. Ich weiß, man sollte Kindern lieber neue Schuhe kaufen. Keine Sorge, das mache ich auch. Aber es ist doch immer schön, noch ein zweites Paar oder ein Ersatzpaar da zu haben. Und bis jetzt war es auch meist so, dass, wenn Yangzom Sandalen brauchte, ihr Tenzins Winterstiefel gepasst hätten.

Seit anderhalb Wochen sind Sommerferien. Tenzins erste Sommerferien. Vorher gab es das erste Endjahrzeugnis. Wir sind sehr stolz auf ihn. Was wird ihm assistiert: großes Vorwissen (das hat mich natürlich stolz gemacht), liest, schreibt und spricht sehr gut, sehr gut in Sport und Schwimmen, in Mathe ist er auch gut, außer dass er gerne Flüchtigkeitsfehler in Mathe macht.

Schön ist, dass Tenzin gerne liest. Am liebsten liest er Comics. Ich versuche ihn immer zu animieren, „richtige“ Bücher zu lesen. Kurz vor den Ferien bekamen die Kinder einen Zugang zu einer Internetseite (antolin.de), nach jedem selbst gelesenen Buch können sie dort Fragen beantworten und bekommen für jede richtige Antwort (auf Verständnisfragen) Punkte. (Die Kinder müssen das nicht machen. Aber diese Website soll auch für die Kinder ein Anreiz sein mehr zu lesen.) Ich habe ihm nun zwei Bücher aus meiner Kindheit geschenkt: „Moritz in der Litfasssäule“, das ich auch wirklich selbst gelesen habe. Das liest er gerade und kann sich mit dem etwas verträumten Moritz, glaube ich, ganz gut identifizieren. Ob ich das Buch „Die Reise nach Sundevit“ von Benno Pludra selbst gelesen habe, das erinnere ich nicht. Aber Bücher von Benno Pludra natürlich schon. Was mich gefreut hat, dass diese ostdeutschen Kinderbuchklassiker auch auf antolin.de vertreten sind. Als ich nachgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass diese Bücher sich eher an 3.-Klässler richten. Bei Amazon stand eben immer für Kinder zwischen 8-10 Jahren und dann dachte ich, passt doch, Tenzin wird ja bald acht. Aber dabei vergesse ich immer, dass er ja mit fast sieben in die Schule gekommen. Und die meisten 3.-Klässler eben acht sind. Egal. Ihm macht es Spaß, die Bücher zu lesen und er kommt da auch gut mit.

Während der Ferien muss Tenzin teilweise in den Hort gehen, derzeit sogar in einen fremden Hort, weil seiner zu hat und die städtischen Horte sich immer abwechseln und so die Kinder in einen Gasthort gehen können. Aber auch dort hat Tenzin schnell Anschluss gefunden.

Die ersten drei Ferientage war Tenzin mit seinem „alten“ Kindergartenfreund, der leider in eine andere Schule geht, bei einem Fußballcamp. Von morgens viertel vor zehn bis nachmittags halb vier. Zwischendurch eine Stunde Mittagspause. Am 3. Tag konnten die Eltern dann bei einem kleinen Turnier zuschauen. Tenzin liebt ja Fußball über alles und würde am liebsten Fußballprofi werden, wobei er dies nach unseren vorsichtigen Einwänden dahingehend korrigiert hat, dass er einfach Fußballer werden will, also auch als Erwachsener Fußball spielen möchte. Tenzin, wenn Du diese Zeilen später einmal liest, verzeih mir meine Formulierung. Aber bei diesem kleinen Turnier, dachte ich mir wieder, dass Tenzin einfach ein „gemütlicher Fußballspieler“ ist, was, wie meine Mutter treffend meinte, sich eigentlich ausschließt. Er hat durchaus gute Ansätze, versucht den Ball zu kriegen und dem Gegner abzuluchsen, aber oft steht er da, spielt mit seinem Käppi oder seinem Trikot, er sitzt auch mal auf dem Boden, während das Spiel weitergeht und ich immer innerlich bange, dass wegen ihm jetzt kein Tor reingeht. Wir werden sehen, wie es mit seinem Fußballverein weitergeht (er wurde ja eh in eine jüngere Gruppe abgeschoben und nun hat auch noch der Trainer der älteren Kinder aufgehört…) oder ob er das Glück hat, bei einem anderen Verein, bei dem wir zum Probetraining waren, nachzurücken. Noch ein Nachtrag zur Fußball-WM. Das Finale durfte Tenzin gucken. Ich schwächelte als erste und ging nach der regulären Spielzeit ins Bett, Tenzin versuchte es noch weiter, aber war dann auch zu müde und verpasste damit das entscheidende Tor.)

Ab Dienstag habe ich Urlaub. Drei Tage bin ich allein mit den Kindern zu Hause. Zwei Arztbesuche stehen an, ansonsten möchte ich gerne auch Freunde besuchen und vielleicht noch einmal aufs Beerenfeld, um Blaubeeren zu pflücken. Freitag ist Feiertag (Mariä Himmelfahrt), ein Glück, dass wir in Bayern wohnen. Sonntag fahren wir alle vier nach Heiligenstadt, in meine Geburtsstadt und die Stadt meiner Kinder-Ferien-Großeltern-Zeiten. Ich will so viel anschauen, weiß gar nicht, ob wir das alles schaffen. Nach einer Woche fährt Gendun zurück und ich mit den Kindern nach Berlin, wo ich Tenzin abliefere, der dann bei Berlin-Oma und Opa Siggi bleibt und auch noch zwei Tage bei Oma Doris und Locken-Opa in Petershagen ist. Ich bin mir sicher, dass sich die Großeltern wieder tolle Sachen überlegt haben. Ich weiß schon, dass Opa Siggi mit ihm radeln will und die Petershagener Großeltern vielleicht zum Baden. Ich bin gespannt, was Tenzin dann erzählt. In den letzten Ferientagen geht Tenzin wieder in den Hort, bis auf vier Tage Workshop zu den Multiples von Joseph Beuys bei mir im Museum. Also, ich denke, er kann sich nicht beschweren.

Ein paar Worte zu Yangzom. Im Kindergarten war seit Jahresanfang ein ziemlich großer personeller Wechsel bei den Erzieherinnen, auch viele Kinder sind weggegangen und neue hinzugekommen. Eine zeitlang weinte sie jeden Morgen, wenn ich sie in den Kindergarten brachte, was mir natürlich jeden Morgen fast das Herz brach. Jetzt endlich, seit dieser Woche, läuft sie wieder, wie ich es vom letzten Jahr kannte, allein in ihre Gruppe rein und ist ganz zufrieden und ich kann viel beschwingter in die Arbeit gehen. Mittlerweile ist sie windelfrei!!! Welche eine Erleichterung. Leider und komischerweise singt sie zurzeit gar nicht mehr so viel. Manchmal gibt es schwierige Phasen, wenn sie zum Beispiel den Teller oder die Tasse haben möchte, die sie gerade nicht hat und dann möchte sie doch wieder das alte Geschirr. Oder manchmal muss sie nachts innerhalb einer halben Stunde fünfmal auf die Toilette. Ich versuche nun, verstärkt konsequenter zu sein und es zeigen sich erste positive Ansätze. Manchmal denke ich mir dann, dass die Arbeit durchaus auch als Erholung angesehen werden kann oder zumindest als Familienauszeit.

Der erste Monat mit Vollzeitarbeit vorbei. Wir sind immer noch am Eingewöhnen, würde ich sagen. Gendun holt nun Yangzom immer ab und ich komme dann abends direkt nach Hause. Momentan habe ich noch das Glück, genug Überstunden zu haben, um nicht täglich volle acht Stunden arbeiten zu müssen. Derzeit ist es im Büro, was die externen Anfragen angeht, ziemlich ruhig. Dafür kommt es intern wohl zu einigen größeren Änderungen, die irgendwie die Arbeit „belasten“. Was natürlich eine zusätzliche Belastung darstellt. Manchmal hätte ich gerne abends eine halbe Stunde Ruhepause (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich muss sie endlich auch mal einfordern, was aber dann auch wiederum hieße, dass sich mein wirklicher Feierabend noch weiter nach hinten verschiebt.

Zum Schluss noch ein bisschen Kindermund: Yangzom sagt Springhaufen anstatt Springbrunnen. Ansonsten plappert sie sehr viel. Und wenn dann beide Kinder am Tisch sitzen und plappern… (Ehrlich gesagt, gibt es Momente, in denen ich mir am liebsten die Ohren zuhalten möchte.) Letztens lag ich mit den Kindern im Bett und meinte (aus irgendeinem Grund): „Yangzom ist die Größte, Tenzin ist der Größte, Papa ist der Allergrößte. Und die Mama? Die ist auch die Allergrößte.“ – Worauf Tenzin antwortet: „Nein, Mama, Du bist unser aller Herzblatt. Das passt besser!“ Und irgendwann zog ich mal meine Sandalen mit einem kleinen Absatz an, worauf Tenzin sagte: „Deine Beine sind ja richtig schlank mit den Schuhen!“ Kompliment oder sollte ich versuchen, irgendetwas zu machen, damit die Beine wieder schlanker werden?

So, nach dem Urlaub gibt es mehr.

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News Juli 2014

Die letzten News habe ich am 30. April geschrieben, also sind zweieinhalb Monate vergangen. Mittlerweile sind auch schon wieder die Pfingstferien vorüber und in drei Wochen beginnen die Sommerferien.

In den Pfingstferien waren wir zu Hause in München. Wir Eltern haben gearbeitet, Tenzin war im Hort und Yangzom im Kindergarten. Nur die letzten Tage hatten wir uns frei genommen, um doch einige Tage zusammen zu haben. Wobei uns dann zum Schluss Yangzom noch einen Strich durch die Rechnung machte, weil sie krank wurde. Aber trotzdem hatten wir in den Ferien einige schöne Erlebnisse. Wir waren natürlich einmal im Schwimmbad. Einmal sind wir alle vier aufs Erdbeerfeld, ausgestattet mit zwei Sandkasteneimer, die doch ein größeres Fassungsvermögen als gedacht hatten und wir dann mit drei Kilo Erdbeeren nach Hause gingen. Wir haben im Westpark gepicknickt und Ball gespielt. Wir sind einmal zur Isar geradelt und haben die Füße ins kalte Wasser gesteckt. Und einmal, das Highlight für mich, waren wir kinderfreundlich wandern. Mit der Ohlstädter Freundin (mit ihrer Tochter im gleichen Alter wie Yangzom) hatten wir überlegt, was wir machen könnten. (In Bahnnähe und nicht zu weit wegen der Kinder und des schlechten Wetters, das für Nachmittag vorhergesagt war.) Sie schlug dann den Kolbensattel vor. Vom Oberammergauer Bahnhof ging es dann zum Sessellift, den ließen wir natürlich rechts liegen und stiefelten in ca. anderthalb Stunden (ich weiß es nicht mehr genau) nach oben. Am Kolbensattel gibt es einen ganz schönen Spielplatz. Natürlich fragt man sich, warum muss man in die Berge einen Spielplatz stellen, aber für die Eltern, die auch mal in Ruhe ihr Kaffetscherl trinken möchten, ist es natürlich ideal. Tenzin und Gendun konnten mit dem Alpincoaster runter düsen. Wir Damen trugen uns und die beiden Mädchen wieder den Berg hinunter. Zum Glück, dass wir so früh schon unterwegs waren. Ich glaube, wir konnten noch einigermaßen trocken uns ein Eis holen und zum Bahnhof gehen und dann schüttete es wie aus Eimern.

Während der Pfingstferien wurde Yangzom zwei Jahre alt. Ich hatte ihr vorher ein bisschen erzählt und so konnte sie dann auch sagen, dass sie zwei Jahre alt wurde. Anfangs hatte sie noch Probleme mit dem Wort Zwei und sagte stattdessen drei, aber jetzt macht sie es richtig und zeigt auch die richtige Fingerzahl. Am Morgen bekam sie einen Kuchen mit Kerzen – das fand sie toll, aber davon gegessen hat sie nicht. Im Kindergarten fand sie die Feier zu ihren Ehren wohl nicht so gut. Sie wollte nicht auf den Geburtstagsstuhl, wollte nicht von den Muffins essen, hat geweint… Vielleicht war es einfach zu viel für sie. Sie redet und singt sehr viel. Sie kann ziemlich viele Lieder auswändig singen, wobei sie natürlich noch Wiederholungen oder Zeilen weglässt oder auch mehrere Lieder / Strophen zusammenhaut. Aber ich bin doch immer erstaunt, wie schön sie schon die Melodien trifft. Auch wenn Gendun nichts davon weiß, habe ich sie deshalb zum (kostenpflichtigen) Musikkurs im Kindergarten angemeldet, bei dem auch schon Tenzin war. Er hat immer nicht viel davon gehalten und immer wieder gefragt, was Tenzin denn dort lerne. Aber ich finde es doch wichtig.

Wenn man bei Kindern ist, dürfen Kindersprüche nicht fehlen. Im Mai, als wir Tenzin zur Schule brachten, sagte Yangzom folgenden Spruch: „Schule gehen – ranzen mit – größer werden.“ Von wem ist dieser Spruch? Sie sagte immer „Schule gehen – Ranzen“ mit und ich habe dann immer ergänzt, dass sie noch größer werden muss. Und dann hat sie selbst immer noch diesen Spruch ergänzt. Ihr momentaner Spruch ist „muss Pipi gehen“. Als es nämlich so heiß war, haben wir angefangen, sie zu Hause ohne Windeln herumlaufen zu lassen. Nun hat sie schon die ersten Nächte windelfrei geschafft und heute war sie zum ersten Mal ohne Windeln im Kindergarten. Wir sind stolz auf sie. Auch wenn sie uns manchmal mit ihrem Verhalten bei Essen und ihrem manchmal anstrengendem Verhalten („ich zuerst“ – auch wenn sie etwas gar nicht zuerst hatte) ganz schön auf Trab hält.

Von Tenzin gab es gerade heute einen tollen Spruch. Ich hatte ihm aus der Bibliothek das Buch „Tom Sawver“ ausgeliehen und fragte ihn, ob er es gelesen hätte. Als er sagte, er hätte es nicht zu Ende gelesen und ich nachfragte, sagte er, dass der Tom Sawyer ja so viel Quatsch macht und man ja nicht so viel Quatsch machen soll. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass dieses Buch ein Klassiker sei und er es ruhig lesen könne.

Tenzin liest viel und gerne, auch etwas schwierigere Bücher, die für ältere Kinder sind, was mich (als Germanistin) natürlich sehr stolz macht. Gendun ist da Mathe wichtiger. Ich muss zugeben, da ist er manchmal etwas schludderig, konzentriert sich vielleicht nicht und macht dadurch Flüchtigkeitsfehler. Tenzin hält uns auf Trab, weil wir ihm immer alles hundertmal sagen müssen: Hände waschen, Brotzeitbox aufräumen, Schuhe aufräumen. Oder ich stehe neben ihm und sage ihm, er solle sich anziehen. Zwei Minuten später weiß er schon nicht mehr, was er machen soll. Ich möchte wissen, was in den Köpfen der Kinder vorgeht, was so wichtig ist, dass diese Banalitäten so schnell verdrängt werden. Die Ansagen der Eltern nerven wahrscheinlich nur und haben absolut keine Priorität.

Das Fußballfieber anlässlich der WM in Brasilien ist – mehr oder weniger – auch bei uns ausgebrochen. Tenzin sammelt die Panini-Karten, darf manchmal auch die Fußballspiele schauen. In den Ferien waren wir kulanter, jetzt zur Schulzeit darf er höchstens ein Spiel um 18 Uhr schauen. (Erstaunt waren wir Eltern nur, als Tenzin einmal vor der Wahl stand, mittags eine DVD aus der Bibliothek oder abends ein Deutschland-Spiel zu schauen. Da entschied sich unser Sohn, der auch davon träumt, Profifußballer zu werden oder zumindest ein guter Fußballer, für die DVD aus der Bibliothek.) Gendun, der sich dann gerne als Fußball-Kenner gibt, schaut sich relativ viele Spiele bis spät in die Nacht an. Und ich bin letztens, beim Spiel Deutschland-Algerien (oder war es Deutschland-Algerien), obwohl ich eigentlich schlafen gehen wollte, doch bis zum Ende der zweiten Halbzeit hocken geblieben, nur die Verlängerung, die habe ich mir dann doch gespart. Ich lese mir dann lieber in der Zeitung die Kommentare zu den Spielen und Spielern durch. Natürlich haben wir diesmal auch ein Poster aufgehängt, auf dem wir alle Spielergebnisse vermerken. Gestern, nach Feierabend (der zweite Tag wieder in Vollzeit) bin ich mit Tenzin noch zu einem Panini-Karten-Tauschnachmittag gegangen. Ich hatte sogar eine Liste mit den fehlenden und doppelten Karten vorbereitet. Nach einer dreiviertel Stunde hatte ich genug, weil das Tauschen dann doch eher bei den Müttern (zumindest die der kleineren Kinder) hängen blieb. Tenzin war trotzdem zufrieden, weil ich ihm doch einen kleinen Stapel tauschen konnte. Nun fehlen zwar immer noch ziemlich viele und wir haben mindestens genauso viele doppelte. Aber zu irgendwelchen Tauschtagen gehe ich nicht mehr. Wenn sich noch etwas ergibt, dann schön. Aber ich werde nichts mehr forcieren. (Obwohl ich gerade gegoogelt habe, es gibt auch Tauschbörsen im Internet. Vielleicht mache ich mir (bzw. für Tenzin) noch einmal die Mühe und tippe alles ins Internet ein.) Heute ist das Spiel Deutschland gegen Brasilien. Aber das darf Tenzin, zu seinem Leidwesen, nicht gucken.

Jetzt freue ich mich erst einmal auf die Ferien, auch wenn unser Urlaub nicht sofort beginnt. Tenzin hat zum Anfang drei Tage Fußballcamp. Er wird in den Hort gehen. Vor unserem Urlaub in Heiligenstadt habe ich vier Tage frei. Aber ich habe noch keine besonderen Pläne. Dann gehen wir ja auch Erinnerungsreise in meine Heimatstadt. Auf dem Rückweg mache ich mit den Kindern einen Umweg in Berlin, um Tenzin dort abzuliefern, der eine Woche später allein zurückgeflogen kommt. Ende der Ferien ist Tenzin hier zu einem Joseph Beuys-Workshop angemeldet. Der geht zwar nur bis 14 Uhr, aber dann muss Tenzin eben bei mir im Büro ausharren, bis Gendun Feierabend hat. Die restlichen Tage geht Tenzin in den Hort.

Das wär’s erst einmal für heute.

Einen kleinen Nachtrag gibt es noch. Denn natürlich waren nicht nur Yangzoms Geburtstag und mein Wieder-Vollzeit-Start wichtig, sondern dass Gendun und ich am 05.07. vor zehn Jahren im schönen Thun geheiratet haben.Wir haben ihn nicht wirklich gefeiert, weil Gendun arbeiten musste und auch gestern leider nur einen halben Tag frei bekam. Aber für eine wunderbare, gut tuende Wohlfühl-Massage bei einem kleinen thailändischen Massage-Salon hat es gereicht. Sogar mein Göttergatte hat es genossen, obwohl er wohl erst skeptisch war.

Von unserer Trauzeugin bekamen wir ein schönes kleines Büchlein mit dem wunderbaren Gedicht „Was es ist“ von Erich Fried:

Es ist Unsinn – sagt die Vernunft.
Es ist was es ist – sagt die Liebe.
Es ist Unglück – sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz – sagt die Angst.
Es ist aussichtslos – sagt die Einsicht.
Es ist was es ist – sagt die Liebe.
Es ist lächerlich – sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig – sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich – sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist – sagt die Liebe

Auf die nächsten Jahrzehnte!

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News Mai 2014

Mittlerweile ist Gendun wieder seit fast zwei Monaten zu Hause. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Ich habe mir diesmal für meine News wieder eine lange Stichpunktliste gemacht, aber leider funktioniert unser WLAN am PC derzeit nicht und mir war es zu mühselig, die News am iPad zu schreiben, aber nun tippe ich doch hier.

Während Gendun in Tibet war, bekam Tenzin sein erstes Zeugnis. In der ersten Klasse gibt es ja noch keine Noten, dafür viel Text. Ich muss sagen, dass ich richtig stolz auf Tenzin war und bin, weil er ein wirklich gutes, nein, eigentlich ein sehr gutes Zeugnis nach Hause gebracht hat. Hoffentlich bleibt es so.

Am letzten Wochenende vor Genduns Rückkehr haben wir noch einen Ausflug nach Ohlstadt gemacht und dort eine befreundete Familie besucht, die einen Jungen in Tenzins Alter und ein Mädchen in Yangzoms Alter haben. So passt es nicht nur für die Mütter, sondern auch für die Kinder, wenn man sich trifft. Das ist immer sehr angenehm und unkompliziert und einfach schön. Während die Jungs sich irgendwo verkrümelten und die andere kleine Tochter schlief, gingen wir drei Damen spazieren, ich in der Hoffnung, dass Yangzom irgendwann im Kinderwagen einschlief, was dann auch nach länger Zeit passierte. Aber die Runde war schön – bei dem herrlichsten Sonnenschein und mit einem wunderbaren Blick auf das Wetterstein. Das Bild davon ist immer noch mein Bildschirmschoner am PC und erinnert mich immer wieder an einen schönen Tag.

Der Fasching fiel auch in Genduns Abwesenheit. Tenzin wollte als Jedilehrling gehen. Ich habe auch dieses Jahr wieder etwas genäht, diesmal einen Umhang mit Gürtel. In die Schule konnte Tenzin sein Kostüm anziehen. Zum Hortfasching bzw. zu seinem letzten Schultag vor den Faschingsferien musste ich ihn leider wegen Krankheit abmelden. Auch Yangzom, der ich zum Glück zum Fasching nur ein T-Shirt bemalt hatte, konnte aus Krankheitsgründen nicht zum Kindergartenfasching, aber zum Glück weiß sie ja noch gar nicht, was Fasching ist.

Seit wir nun zu viert sind und Yangzom etwas größer und beweglicher ist und damit auch mehr draußen im Sand spielt, habe ich immer unendlich viel Wäsche zu waschen. Wenn dann Bettwäsche und Handtücher hinzukommen, habe ich den Eindruck, gar nicht mehr aus dem Waschen herauszukommen und Gendun fragt mit dann in regelmäßigen Abständen, ob ich jeden Tag waschen muss. Einmal habe ich sogar die Bettwäsche in die Wäscherei gebracht. Aber nun habe ich den Trockenraum im Keller entdeckt. Was für eine Wohltat, wenn man wenigstens die großen Teil nicht mehr in der Wohnung aufhängen muss. Und vor allem kann man dann mehrere Maschinen hintereinander laufen lassen.

In meinem Weihnachtsbrief hatte ich versucht, mir einen Rückblick über die 2013 gelesenen Bücher zu verschaffen. Dieses Jahr versuche ich mir gleich aufzuschreiben, welche Bücher ich lese. Es sind wieder viele Schmöker dabei, die mich in ferne Zeiten und an ferne Orte bringen. Manchmal weiß ich nicht, ob sie mir gegen Fernweh helfen oder ob sie nicht doch vielleicht das Fernweh schüren. Aber letztlich sind es doch ganz andere Welten und wir leben im Hier und jetzt. Gerade zum Schluss habe ich „die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami gelesen. obwohl ich Japanologie studiert habe, muss ich gestehen, dass es mein erstes Buch dieses Schriftstellers war, weil mich die Rezensionen seiner anderen Bücher überhaupt nicht ansprachen. Aber diesmal stand immer dabei, dass dieses Buch anders sei als die anderen. das kann ich natürlich beurteilen, aber gefallen hat mir das Buch wirklich.

Yangzom entwickelt sich zu einer kleinen Prinzessin, nicht immer zum Vorteil bzw. Einfachen für uns, aber doch auch immer wieder zum lächeln. Sie ist wählerisch, was ihre Kleidung angeht und es kommt regelmäßig zu Kämpfen, wenn sie bei schönstem Sonnenschein Gummistiefel anziehen möchte oder eine dicke Jacke, gegen Mützen wehrt sie sich schon lange. Aber gerade letzte musste ich ihr Winterhandschuhe anziehen. Ich gebe zu, dass es morgens noch frisch ist, aber so nun auch nicht und mittags waren zwanzig Grad vorhergesagt. Jetzt kann man ihr auch schon Spängchen in die Haare und Zöpfe machen. Es hält nicht lange, sie rupft es schnell wieder raus. Aber ich finde es immer wieder süß und kaufe ihr das Zeug gerne, auch wenn es vielleicht nicht sehr feministisch ist, einem kleinen Mädchen diese süßen Mädchensachen zu kaufen. Gendun will Yangzom die Haare auch dieses Jahr wieder abrasieren, weil man das so bei ihm zu Hause macht. Bis jetzt konnte ich mich noch durchsetzen. Ich hoffe, es bleibt so.

Beim Essen ist sie auch nicht sehr einfach. Vielleicht muss man sagen, war. Es ist alles im Fluss, das heißt in diesem Fall, es wird langsam besser. Eine zeitlang hat sie eher mit und bei dem Essen herumgespielt, wollte ein Brot spielen, aber es nicht essen, wollte anderes Besteck, aber dabei war sie dann auch nicht konsequent, mal sollte es das Erwachsenenbesteck sein, dann wieder ein Plastiklöffel. Sie aß wie ein kleiner Spatz. Ich bin diejenige, die versucht einigermaßen konsequent zu sein, leider zieht Gendun da nicht immer so mit, wie er sollte. Klar, man möchte sein Kind ja auch nicht verhungern lassen, aber diese Geziere und Gezicke ist auch nicht gerade erbaulich. Aber mittlerweile isst sie gut, zumindest mittags und abends. Wahrscheinlich müssen wir irgendwann aufpassen.

Momentan läuft bei uns alles ziemlich geregelt nach festen Strukturen und Zeiten. Ich versuche, um sechs aufzustehen, um die diversen Brotzeiten herzurichten. Gegen halb sieben gibt es Frühstück, wobei Yangzom da meist nichts isst. Gegen 15 Uhr hole ich Yangzom ab. Wenn Tenzin kein Fußballtraining hat, ist er gegen 17:15 zu Hause, 18 Uhr gibt es Abendessen, dann Sandmännchen für Yangzom und die Geschichte danach für Tenzin. Während Tenzin seinen Film schaut, lese ich Yangzom vor, danach ist Tenzin dran. Am Wochenende kommt noch das Mittagessen hinzu, manchmal durchaus schom um 12 Uhr, damit Yangzom ihren Mittagsschlaf machen kann. Aber das ist nur die Grundregel, wenn Tenzin Training oder ein Spiel hat, läuft es natürlich doch auch anders, oder wenn wir bei schönem Wetter am Nachmittag länger draußen sind.

Und unser Großer? Geht zur Schule. Seit den letzten News hatte er bereits zweimal Ferien – Faschings-/Winterferien und Osterferien. Er geht weiterhin zum Fußballtraining und hatte auch ein paar Spiele. Seine Mannschaft hat bisher immer verloren. Er gehört leider nicht so zu den starken Spielern, träumt manchmal auf dem Spielfeld, träumt aber auch davon, zumindest ein bisschen, Profi zu werden. Wir wissen gar nicht so richtig, wie es weitergehen soll. Die Trainerin bzw. die Verantwortliche für die Anfänger ist nicht sehr motivierend, sagt manchmal auf etwas ungeschickte Weise, was nicht so gut war. Es gibt noch einen Trainer, der wird irgendwann die Jungs vom Jahrgang 2007 übernehmen. Und die 2006er – wurden ja teils, wie Tenzin aus der „richtigen“ 2006er Gruppe aussortiert, aber für die ist dann nach dem Sommer kein Trainer. Keine Ahnung, wohin sie dann kommen, wieder in die 2006er Gruppe. Mittrainieren könnten sie bei den Kleinen, aber dann könnten sie nicht zu Spielen gehen, was zumindest Tenzin schon auch wichtig ist. (Wir als Eltern könnten darauf durchaus verzichten, am Samstag in der Früh irgendwo auf einem Fußballplatz zu stehen.) Ich habe Tenzin für die Sommerferien zu einem dreitägigen Fußballcamp angemeldet, mal sehen, ob das etwas bringt (außer dass es einiges an Geld nimmt J). Ansonsten müssen wir einfach in einem Jahr uns anders orientieren. Ein anderer Verein kommt leider derzeit nicht in Frage, da es für uns erreichbar sein muss.

In der Osterferienwoche war ich mit den Kindern in Berlin bei meinen Eltern, zuerst einige Tage bei meiner Mutter in Lichterfelde, dann einen Tag bei meinem Vater in Petershagen. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter. So konnten die Kinder zweimal im jeweiligen Garten Ostereier suchen. Yangzom wusste bei der ersten Suche noch gar nicht so richtig, was wir (oder der Osterhase) von ihr wollten. Aber das ist doch immer viel schöner als eine Suche in der Wohnung. Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder mal mit unseren Eltern in irgendeinem Wald waren und dort Ostereier suchen sollten, aber wir konnten gar nicht alles mitnehmen, weil sich unsere Eltern nicht mehr erinnerten, wo sie alles versteckt hatten.

Am letzten Samstag war ich mit Tenzin zum ersten Mal auf einem Flohmarkt. Ich wollte nicht mehr benötigte Kinderkleidung verkaufen und Tenzin wollte ein paar seiner Autos verkaufen. Für mich bedeutete das eine fast dreistündige Vorbereitung inkl. Muffins backen für unseren Kindergarten, der den Flohmarkt veranstaltete, und am Verkaufstag selbst standen wir drei Stunden da und versuchten, unsere Sachen loszuwerden. Letztlich waren es wohl 30 Verkäufer und nicht so sehr viel Besucher. Wir haben vielleicht die Hälfte verkauft und die Einnahmen hätten um einiges besser sein können. Der zeitliche Aufwand rechtfertigte den Erlös nicht wirklich. Aber wir sind doch einiges losgeworden und den Rest haben wir in die Kleidersammlung gegeben. Ob ich es noch einmal mache, weiß ich nicht. Das viele Kleingeld liegt nun in der Schublade und wartet darauf, für Eis oder Taschengeld ausgegeben zu werden.

Mit unseren beiden Kindern bin ich in Kindergarten, Schule und Hort – nicht nur als normales Elternteil, sondern beim Kindergarten sowieso, da es ja eine Elterninitiative ist und die eigene Mitarbeit gefordert ist. Bei den „Bärchen“ sind 45 Elternstunden im Jahr Pflicht, jede nicht geleistete Elternstunde muss bezahlt werden. Bis jetzt habe ich es zum Glück immer geschafft und mir wurde noch keine Rechnung gestellt. Bei den Bärchen engagiere ich mich mehr oder weniger erfolgreich in der „Pädagogikgruppe“ – neben den sich wiederholenden Pflichtaufgaben wie Bettwäsche waschen, Oberflächenreinigung, Gartenarbeit etc. Aber auch bei Schule und Hort, auch bei den städtischen Einrichtungen, geht ohne Beteiligung der Eltern nichts. Ich habe mich dieses Jahr auch als eine von zwei Klassenelternsprechern ernennen lassen und gehe abwechselnd zu den Elternbeiratssitzungen (die leider immer länger als zwei Stunden gehen). So bekomme ich vieles mit, was ich vielleicht gar nicht immer so genau wissen möchte. An vielen Schulen gibt es Fördervereine, die bei bestimmten Aktionen und Projekten finanziell unterstützen. Der Hort bittet um Kuchenspenden für den Flohmarkt, um von dem Erlös eine Tischtennisplatte kaufen zu können. Für den Kindergartenflohmarkt habe ich auch Muffins gebacken. Dieses Geld wird auch für Anschaffungen verwendet. Der Elternbeirat bat um Kaffee- und Kuchenspenden für die Schuleinschreibung und jetzt für das Maifest. Auch dieses Geld kommt den Schülern zu Gute. Und bei offenkundig anstehenden Sanierungen (WC’s und Fenster müssten dringend erneuert werden an unserer Schule) schieben sich (ähnlich wie bei der Hortsituation) Stadt und Land die Verantwortlichkeiten zu und nichts passiert. Einfach gemütlich zu Hause etwas machen, geht für Eltern eigentlich gar nicht.

So, nun steht ein verlängertes Wochenende ins Haus. Da der Kindergarten am Freitag (nach dem 1. Mai) geschlossen hat, bin ich mit Yangzom zu Hause.

Das Wetter wird leider erst zum Sonntag wieder schön, glaube ich. Aber vielleicht schaffe ich es ja doch mal wieder, meine Beine durch den Westpark zu bewegen.

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News Februar 2014

Mal wieder ist es Monate, genauer gesagt vier Monate, her, dass ich meine News schreibe. Es passiert schon genug, aber ich bin abends einfach manchmal bzw. oft zu faul.

Diesmal hatte ich mir auch gar nicht so viel aufgeschrieben an Notizen für den Newsletter. Nur einige Kindermünder. Fangen wir mit Tenzin an. An einem Morgen im November am Frühstückstisch. Tenzin beschwert sich, dass ein Junge P. immer im Unterricht so viel redet. Ich sage zu ihm, dass er seine Nachbarin A. immer zutextet und muss ihm dieses Wort natürlich erklären. Tenzin fasst zusammen: „Der Text geht um A. herum und zu ihm zurück. Und damit der Text bricht, antwortet sie ihm.“ Rettung einer gestressten Mutter am Morgen. Mein Sohn: „Du hast wirklich abgenommen. Das muss man schon sagen.“ Schlechte Laune weggepustet. Und nach zwei Kinderpalais-Besuchen bekam ich folgendes zu hören: „Manchmal ist Kunst nur Kritzel, aber trotzdem schön.“ Und „Ich habe mich inspirieren lassen.“ Das hatte ihm die Kursleiterin gesagt und er hatte es sich gemerkt.

Yangzom ist auch nicht ohne. Eine Unterhaltung im November, während ich faul auf dem Bett liege: „Buf“ – „Ja, hol dir ein Buch.“ – „oké. mann eh (oder meine).“ – sie tappt zum Regal und kommt mit einem Buch zurück und sagt „Bat“, um sich mit mir zusammen auf dem Bett (=bat) das „Buf“ (=Buch) anzuschauen. Mittlerweile kann sie „Bett“ und „Buch anschauen“ sagen. Sie plappert alles nach, spricht oder singt Reime oder Liedzeilen zu Ende. Leider habe ich in der letzten Zeit zu oft das Sch-Wort gesagt. Das muss ich ihr dringend wieder abgewöhnen. Denn kleine Kinder haben doch auch schnell die richtige Verwendung raus. Gendun redet mit ihr Tibetisch. Sie plappert die Zahlen und Zutaten nach. Zu mir sagt sie auch manchmal tibetische Wörter. Eine Zeitlang sagte sie zu Flugzeug „tsote“, das ist das tibetische Wort für Schiff. Flugzeug heißt „shatte“. Als sie dann abends im Bett ihren eigenen Schatten, der durch die Nachttischlampe entstand, entdeckte, sagte sie hierzu ebenfalls „tsote“ – ein Durcheinander der Sprachen. Zazom ist sie selbst. Und äPäd ist das beim Papa so beliebt iPad. Ich habe ja auch einige Sprichwörter meiner Mutter verinnerlicht. Dazu gehört auch das folgende „Wunderbar, wunderbar, ist nur die Kuh mit Pferdehaar.“ Letztens sagte ich dann zu Yangzom, als sie etwas gut machte „wunderbar“ und sie führte fort mit „Kuh Pferdehaar“.

Bleiben wir bei den Kindern. Tenzin beschwert sich zwar über die Schule, die Hausaufgaben, dass alles so anstrengend sei, aber ich glaube, da ist auch viel Show dabei. Vor kurzem beklagte er sich, dass er keine richtigen Freunde in Schule und Hort hätte. Daraufhin bat ich um Elterngespräche mit Lehrerin und Erzieherinnen und bekam von beiden Seiten ein durchweg gutes Feedback. (Ich habe ihm dann natürlich auch erklärt, dass es eben schwierig ist mit den richtig guten Freunden, dass es lange dauern kann, bis man welche findet und dass man auch etwas dafür tun muss.) Vor einer Woche bekam er sein erstes Zeugnis. Ich war wirklich positiv überrascht, um nicht zu sagen sehr positiv überrascht. Mit so einem guten Zeugnis hatte ich nicht gerechnet. Ich bin richtig stolz auf meinen kleinen großen Jungen!!! Hoffentlich bleibt es so. Zur Schule geht er mittlerweile schon lange allein. Und jetzt ist er auch schon dreimal alleine vom Hort nach Hause gekommen und war schneller zu Hause als erwartet.

Bei Tenzin sind die Dinosaurier jetzt nicht mehr so angesagt. Die wurden abgelöst von einer Star Wars-Mania. Ständig erzählt er davon, kann stundenlang vor einem Lego-Star Wars-Heft sitzen und überlegen, was er sich als nächstes kaufen oder wünschen soll. Malt Star Wars-Bilder. Er will die Star Wars-Hefte kaufen und vorgelesen bekommen. Diese Hefte machen mich ehrlich gesagt etwas aggressiv und schlecht gelaunt. Deshalb sagte ich dann letztens zu ihm, dass ich ihm nur ein neues Heft kaufe, wenn er es allein liest, was er dann auch versuchte. Aber bei den schwierigen Namen der Figuren, Planeten und Raumschiffe scheiterte er, obwohl er schon wirklich ordentlich lesen kann. Also musste ich wieder eine Geschichte vorlesen. Und was kommt zum Fasching? Natürlich eine Star Wars-Figur. Er möchte als Jedi-Lehrling gehen. Und da ich keine Lust habe, vierzig Euro für ein Kostüm auszugeben, nutzen wir vorhandene Kleidung und ich darf wieder etwas nähen. Dabei muss sich immer an den Spruch meiner Oma denken, die sagte „Langes Fädchen, faules Mädchen“. Tenzin geht weiterhin zum Fußballtraining. Im Winter war ein Turnier mit Tenzin als Torwart. Zum Glück landete seine Mannschaft auf dem fünften Platz (von sechs), wurde also nicht letzte. Obwohl er bei einem Spiel sieben Bälle durchließ. Dann konnte ich nicht mehr zuschauen. Mir tat richtig das Herz weh. Nach den Faschingsferien beginnt dann wieder das Außentraining zweimal in der Woche und die Turniere gehen los.

Yangzom ist mittlerweile 20 Monate alt, sehr agil, sehr aktiv, klettert überall drauf, will alles ausprobieren, am liebsten die Dinge vom großen Bruder. Sie spricht viel. Sie ist eitel und sucht sich manchmal selbst die Kleidung aus. Manchmal denkt sie wohl, dass sie schon richtig groß ist, denn zumindest zu Hause mag sie schon lange kein Lätzchen mehr tragen und am liebsten mit der großen Gabel und dem großen Löffel essen, was dann oft dazu führt, dass Gendun oder ich mit Kinderbesteck weiteressen. A propos Essen, da ist sie ganz anders als Tenzin. Eher schwierig leider, aber ich hoffe, dass sich das bald gibt. In den Kindergarten geht sie gerne. Nur nach den drei Wochen Weihnachtsferien war es dann noch einmal kurzzeitig schwierig morgens beim Abgeben.

Weihnachten waren wir diesmal die ganze Zeit zu Hause. Gendun drei Wochen, ich zweieinhalb. Zwischendurch musste ich zwei Tage ins Büro. Nach Weihnachten kam meine Mutter zu Besuch, aber Heilig Abend hatten wir schon allein gefeiert und feierten dann noch einmal mit meiner Mutter. Diesmal gab es wieder nur einen winzig kleinen Weihnachtsbaum, weil ich nicht genau wusste, ob ihn Yangzom nicht doch umreißen würde. Die Tage mit meiner Mutter waren wie immer sehr schön. Ich muss zugeben, dass ich es immer genieße, wenn sie da ist. Eigentlich müssten wir sie ja verwöhnen, aber sie steht dann doch immer wieder mit mir oder auch allein in der Küche und zaubert etwas Schönes für uns. Wir waren aber auch einmal schön frühstücken. Und ein anderes Mal spazierten wir vom Nymphenburger Schloss nach Neuhausen zum Café Ruffini, weil Mama doch so eine Konditor-Maus ist und guten Kuchen über alles liebt.

Vor Weihnachten machte Tenzin an zwei Samstagen einen Skikurs. Er war wie immer begeistert. Ich hatte gehofft, dass ich in den Ferien eine Freundin besuchen könnte. Aber leider ist sie familiär sehr eingebunden dieses Jahr und es klappt nicht. Weil Tenzin mit der Familie in den letzten beiden Jahren schon Ski fahren war. Und der Winter ist zumindest in München überhaupt nicht vorbeigekommen. Dabei haben wir für Tenzin richtig teure Winterstiefel kaufen müssen, weil alle anderen nicht passten. Und er hatte sich von seinem Gesparten einen schönen speziellen Schlitten gekauft. Aber es kommt einfach kein Schnee. Und ich hatte mich auch schon darauf gefreut, Yangzom mit dem Schlitten in den Kindergarten zu ziehen. Mal sehen, vielleicht klappt es, dass ich mit Tenzin einen Tag irgendwohin zum Ski fahren kann.

Im Januar war meine Schwester für zwei Tage da.Sie möchte mit ihrer Familie wieder zurück nach Deutschland und hatte hier ein paar Informations- und Vorstellungsgespräche. Wir sind natürlich gespannt, wann ihr Wunsch nun Wirklichkeit wird. Mama und ich sind auf jeden Fall involviert und unterstützen mit Recherchen, Briefe losschicken und empfangen usw. So sind wir immer auf dem Laufenden.

Was gibt es von mit zu berichten? Der Alltag ist wie gehabt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich ihn ohne Kurzzeitwecker nicht strukturieren könnte. Der Kurzzeitwecker klingelt nicht nur, wenn die Muffins gebacken sind, sondern er klingelt auch nach fünf Minuten, wenn ich die Fenster wieder schließen muss. Er klingelt nach zwanzig Minuten, wenn meine Auszeit in der Badewanne (manchmal hilft nur die Flucht in die Badewanne, wenn ich in Ruhe gelassen werden möchte) beendet ist. (Ich gebe zu, manchmal überziehe ich auch.) Er klingelt, um Gendun und Tenzin anzuzeigen, dass Tenzins Kika-Film anfängt, wenn ich schon dabei bin, Yangzom ins Bett zu bringen. Ich könnte wohl noch einige Beispiele mehr anbringen.

Seit gut drei Wochen ist Gendun in Tibet, am Montag kommt er zurück. Nachdem er sich vor Weihnachten entschieden hatte, nicht zu fahren, überraschte er mich in der ersten Arbeitswoche damit, nun doch fahren zu wollen. Was etwas kurzfristig war, für alle, denn es galt einiges zu organisieren – Visum, Flugticket (zu dieser Zeit, zum chinesischen Neujahrsfest, wollen nämlich alle Chinesen nach Hause und die günstigen Tickets waren schon weg). Aber ich verstehe Gendun, seit vielen, vielen Jahren hat er Lhosar, das tibetische Neujahrsfest, nicht mehr zu Hause feiern können. Und dieses Jahr, da ich noch halbtags arbeite, war im Prinzip die letzte Gelegenheit.

Also bin ich nun mit den Kindern allein und muss zugeben, dass es eigentlich ziemlich entspannt ist, weil es einfach nicht so viele Erziehungsdiskussionen gibt. Der Tagesablauf ist fast der gleiche, weil ich ja vorher eh schon für Frühstück, Bringen und Abholen zuständig war. Es kam im Prinzip nur noch das Fußballtraining dazu. Aber wir haben uns auch mal etwas gegönnt. Frühstücken vor dem Einkauf beim Bauhaus, Frühstücken vor dem Wocheneinkauf. Diese Woche kam sogar mal eine Putzfrau. Zum ersten Mal in meinem Leben und wahrscheinlich auch das einzige Mal für eine lange Zeit. Heute habe ich mir eine Thai-Massage gegönnt, war eher eine Wellness-Massage, aber trotzdem schön. Nur hätte ich den Termin wohl lieber nach meinen Wocheneinkauf legen sollen. Einen Sonntag war ich zum „Kaffeekränzchen“ mit meinen Ex-Kolleginnen eingeladen. Tenzin war anfangs zu mäßig begeistert. Nur die Aussicht, zurück mit Rad durch den dunklen Westpark zu radeln, lockte ihn dann raus. Es blieb ihm allerdings auch keine andere Wahl. Dann hat er sich mit der Tochter der einen Kollegin doch noch ziemlich amüsiert. Letzten Samstag, bei schönstem Sonnenschein, waren wir am Tegernsee und sind die fünf Kilometer Höhenweg von Gmund nach Tegernsee gelaufen bzw. Yangzom saß in der Kraxe. Es war ein wunderschöner Tag. Über einen selbst gemachten Kalender, in dem ich vermerke und Bilder male oder reinklebe, können wir verfolgen, was Gendun zu Hause so macht. Über Chat und Telefon haben wir eigentlich jeden Tag Kontakt. Die Kinder dürfen bei mir schlafen.

Ostern fahre ich mit den Kindern nach Berlin. Der Hort hat eh eine Woche zu und einmal im Jahr versuche ich doch meine Eltern in Berlin zu besuchen. Also werden die Ostereier diesmal in Berlin gesucht, sogar zweimal. Einmal im Vorgarten meiner Mutter in Lichterfelde und einmal im Garten meines Vaters im Umland.

Auch der Sommerurlaub ist schon geplant und organisiert. Ich habe für eine Woche eine Ferienwohnung in Heiligenstadt gebucht, dort, wo ich geboren wurde und wo wir als Kinder viele Sommer und Winter bei meinen Großeltern verbrachten. Als ich beim Recherchieren und Buchen war, sind ganz viele Kindheitserinnerungen hochgekommen von Waldspaziergängen mit Beeren suchen und Tannzapfen sammeln, Zwischenstationierung im dortigen Kindergarten, auskurierte Krankheiten, OP’s und gebrochene Beine, Sammeln von Versteinerungen, Ausflüge in den Wald, zu Wachtürmen etc. Unendlich wirklich viele schöne Erinnerungen gibt es hier. Ich bin gespannt, was alles noch so ist, zumindest in Ansätzen.

So, nun müssen wir noch drei Tage warten, bis Gendun Montag geht sieben oder acht Uhr früh bei uns in der Tür steht, aber vielleicht sind wir dann auch schon unterwegs. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

21. Februar 2014

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News November 2013

Tenzin geht nun schon seit über einem Monat zur Schule. (Die letzten drei Tage hat er wegen Krankheit gefehlt. Er war wirklich krank. Aber ich glaube, er fand es auch ganz schön, mal wieder mit der Mama allein zu Hause zu sein. Wobei wir in diesen drei Tagen auch dreimal zum Arzt mussten und er immer wieder inhalieren musste und er uns auch noch etwas angesteckt hat.)

Aber zurück zur Schule. Am 12.09. war die Einschulung. Schulranzen war gepackt, Schultüte gefüllt. Im Nieselregen ging es dann zu viert zur Schule. In der Aula versammelten sich alle ca. 100 Erstklässler (es gibt fünf erste Klassen) und die dazugehörigen Verwandten. Ihr könnt Euch vorstellen, wie wuselig, unruhig und schnell warm es wurde. Nach einem Lied der Zweitklässler und einer kurzen Ansprache durch den Direktor wurden die Erstklässler von ihren Lehrerinnen eingesammelt und gingen zusammen (ohne Eltern) in ihre Klassenräume. Um elf durften wir dann die aufgeregten Kinder wieder abholen. Tenzins Klassenlehrerin ist witzigerweise eine ehemalige Nachbarin aus der Schießstättststraße. In Tenzins Klasse geht auch ein Mädchen, das wir von „Kinder und Buddhismus“ kennen. Das hatten wir beiden Eltern extra bei der Einschreibung angegeben, da unsere Kinder eigentlich keine Kinder in der Schule kannten, weil beide in weiter entfernte Elterninitiativen gingen. In seinen Hort gehen auch ein paar Jungs vom Fußball. Die Horterzieherin sagte mir letztens, dass er sich gut eingelebt hat, er habe zwar noch keinen richtigen Freund, aber er würde überall akzeptiert, alle spielten gerne mit ihm. Witzigerweise ist das eine ähnliche Einschätzung, wie auch seine Kindergartenerzieherin sie einmal traf.

Nun mit zwei Kindern in drei Einrichtungen (Krippe, Schule, Hort, zudem hatte ich mich als zweite Klassenelternsprecherin wählen lassen) hatten sich die Abendtermine in den letzten Wochen gehäuft. Elternabend Schule, Elternabend Hort, Elternabend Fußball (zu dem ich Gendun schickte, der erstmals überhaupt zu einem Elternabend ging). Elternabend Kindergarten, musste ich absagen, da ich stattdessen zu einem Treffen der Klassenelternsprecher ging, dies zweimal. Treffen mit der ersten Klassenelternsprecherin. Treffen der Pädagogikgruppe im Kindergarten. Zum außerordentlichen Elternabend im Kindergarten konnten wir nicht gehen, da da gerade Tenzin krank wurde und ich eine Arztodyssee hinter mir hatte und abends einfach fertig war. Letztens fragte mich Gendun, ob wir die Woche nicht mal eine freie Woche hatte, zumal eben noch diverse Arzttermine (Impfung, Durch-Checken…) hinzukamen. Und dann ja noch das Fußballtraining von Tenzin. Jetzt muss es mal wieder ruhiger werden. Und deshalb habe ich mir nächsten Montag und Dienstag, wenn Gendun mit Tenzin noch in Paris bei seinem Bruder ist, frei genommen. Und in dieser Zeit mache ich etwas für mich, weil Yangzom dann auch in die Krippe gehen wird. Dieser Egoismus muss mal sein. Und sei es auch nur, hier mal in Ruhe die Fotos der letzten Jahre einzukleben.

Ich schweife schon wieder ab. Zurück zur Schule. So richtig eingespielt hat es sich noch nicht. Tenzin fehlt die Zeit mit uns allein, was natürlich auch schon vorher so war, weil nun auch Yangzom unsere Zeit beansprucht. Dafür müssen wir neue Wege und neue Rituale für die Abendzeitung finden. Das Problem ist nur, dass er erst um fünf aus dem Hort kommt (und auch nur in Ausnahmefällen vorher abgeholt werden darf) und dann passiert nicht mehr sehr viel außer Abendessen, Kika gucken und sich bettfertig machen. Aber immerhin hat er schon einmal von allein vorgeschlagen, freiwillig auf das Kika gucken zu verzichten, um dadurch etwas mit einem von uns zu machen.

Die Hausaufgaben macht Tenzin im Hort. Aber wir Eltern sind angehalten, sie auch trotzdem noch einmal jeden Abend anzuschauen. Was ich als gute Mama natürlich auch mache. Und so ist es für mich, zumindest jetzt noch zum Anfang, immer so, als würde ich ein Überraschungsei öffnen, wenn ich in den Schulranzen schaue: Welches ist die Hausaufgabe? Welche Wörter hat Tenzin geschrieben? (da die Kinder ja noch mit der Anlauttabelle schreiben, also, so wie die Kinder es hören! sehen die Wörter manchmal wirklich abenteuerlich aus.) Gibt es einen Brief von der Schule oder einen Elternbrief vom Hort? Diese müssen immer unterschrieben zurückgegeben werden. (Bis jetzt haben wir bestimmt schon drei oder vier Briefe zur Läuseproblematik bekommen. Und jedes mal unterschreibe ich, dass ich täglich nachschaue, ob er Läuse hat. Ich muss gestehen, ich habe bisher nur sporadisch nachgefragt, ob sein Kopf juckt.)

Zu Tenzin habe ich nun relativ viel geschrieben. Zu erwähnen sei noch, dass er gestern sieben Jahre alt wurde. Er hat sich diesmal Geld gewünscht, weil er sich ein teureres Lego-Starwars-Teil kaufen möchte und wir den Preis zu hoch fanden mit 140 Euro. Dieses Teil hatte er sich zuerst ausgesucht! mittlerweile hat er sich für ein anderes entschieden, das nur halb so teuer ist. Und das Geld hat er nun schon fast zusammen. Trotzdem bekam er natürlich noch etwas zum Auspacken. und letztlich war es so, dass er sich den Geldschein kurz ansah und zur Seite legte, um sich dann mit seinen „richtigen“ Geschenken zu befassen. da hat man eben etwas Richtiges in der Hand. Und er kann zwar schon die Zahlen auf den Geldscheinen lesen, aber den Wert wohl auch noch nicht richtig erfassen.

Yangzom bekam zu Tenzins Geburtstag von der Oma auch ein kleines Geschenk – ein paar Wachsmalstifte. Der Hintergedanke meiner Mutter war der, dass Yangzom nicht eifersüchtig sein sollte. Was war? Tenzin war neidisch, weil Yangzom nun mehr Wachsmalstifte hatte als er. Dabei hat er dafür viel mehr Buntstifte. Die ihm Yangzom immer stibitzte, obwohl sie ein eigenes kleines Regal und auch einen kleinen Tisch hat. Sie klettert nämlich auf alle Stühle, auch auf Tenzins und angelt sich dann die interessanten Dinge von den Tischen. mittlerweile ist die kletterphase schon etwas besser / ruhiger geworden, aber es sieht wirklich manchmal abenteuerlich und gefährlich aus. Und wir müssen nun abwägen, kann sie es selbst einschätzen, soll man sie dabei unterstützen oder soll man es unterbinden?

Yangzom plappert zurzeit ziemlich viel und singt. Manchmal „redet“ sie auch mit uns, nur dass wir sie leider meist überhaupt nicht verstehen. Aber ihr Wortschatz wird – logischerweise – immer größer, wobei sie jedoch eines ihrer ersten Wörter, nämlich „ba“ für Kuss, nicht mehr sagt. Hier ein paar Beispiele: höa’aff (hör auf) und meine als doch mit die wichtigsten Wörter für so ein kleines Kind. Sie kann zwar auch „nein“ sagen, wobei sie es oft nicht eindeutig benutzt. ahziehen (anziehen), dahte (danke), dertig (fertig), kann die gängigen Tiere mit den Tierlauten benennen (auch wenn gendun auf tibetisch fragt), apa, ama, adja. manchmal meine ich ya’yom (Yangzom) und tenten (Tenzin) zu hören.

Es gibt Tage, da denke ich, ich habe zwei kleine Teufelchen zu Hause. Yangzom zeigt zunehmend ihren eigenen Willen, manchmal für uns vollkommen unmotiviert. Manchmal bestimmt, weil sie sich untergebuttert fühlt. Sicherlich auch zu Recht. Ich finde es, wie wahrscheinlich alle Eltern, wirklich alle Parteien zu berücksichtigen! alle Kinderparteien, aber auch alle Elternparteien. Bis jetzt habe ich noch keine wirklich gute Lösung gefunden. Ich will ja auch keinen Stundenplan aufstellen. Wobei? vielleicht wäre das mal eine Idee :-). zurück zu den Teufelchen: von Tenzin durfte ich mir schon folgendes anhören: „Ich ziehe aus“ oder der Klassiker „Du bist gemein“. Letzteres nehme ich mir nicht mehr so zu Herzen, obwohl meistens ich es hören muss. Regelmäßig fühlt sich Tenzin auch von mir erpresst oder gibt mir derzeit ständig Retour-Kutschen nach dem Mott „Du selber“. Dafür muss ich mir noch eine Regel überlegen, denn es gibt durchaus viele Momente, in denen Eltern mehr wissen, mehr entscheiden und es unangebracht ist als Siebenjähriger, das letzte Wort haben zu müssen. Bei Yangzom ist das noch einfach. Sie sagt dann einfach nur „höa’aff“.

Hier noch ein paar Gedanken / Beobachtungen für’s „Kopfkissenbuch“:
1) Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass man es, zumindest hier in Bayern geschafft hat, Hundebesitzer dazu zu bringen, dass sie die Exkremente ihrer Vierbeiner einsammeln. Wobei andererseits war ich letztens in der Post, ein Hund wartete drinnen kurz hinter der Tür und hinterließ genau dort sein Geschäft. Ich hatte gehofft, dass die Besitzerin beim Hinausgehen reintreten würde. Aber leider nicht und sie nahm es auch nicht wahr.
2) Letztens an einer Tram-Haltestelle sagt ein vielleicht 12jähriger zu seinem Freund: „Du bist mir echt ans Herz gewachsen, weil Du so bist wie ich. Nur anders.“
3) Erstaunlich finde ich auch immer wieder, dass es gerade die Menschen sind, die bei rot über die Ampel gehen, die nicht gut zu Fuß sind. Damit meine ich nicht nur ältere Fußgänger, sondern auch welche mit Beinbeschwerden, Gehhilfen oder was auch immer.
4) Fremdschämen – ein schönes Wort, das vor allem bei den Castingshows im Fernsehen fällt. Letztens passierte mir dies in der Tram, denn mein Sohn gehört mit seinen sieben Jahren immer noch zu den Menschen, die Popel als kulinarische Delikatesse ansehen und steckte sich eine solche coram publico in den Mund. Während er schon wieder herumgrinste, war mein Gesicht gefühlt immer noch rot.

Mit dieser Anekdote schließe ich für heute. Liebe Grüße aus München!

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News September 2013

Unser Urlaub ist nun auch schon wieder fast zwei Wochen vorbei. Ich muss sagen, bei der Urlaubsplanung und –organisation ergeht es mir ähnlich wie bei Organisation von Wandertouren mit Kind. Ich bin immer noch im Lernprozess. Und es ist nicht so einfach, einen Ort, eine Unterkunft, eine Anreisemöglichkeit zu finden, die für eine vierköpfige Familie (unterwegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln) mit Kindern im Alter von eins und fast sieben zu finden. Die Organisation der Tibet-Reisen war relativ einfach, da wir hierfür nur die Flüge zu buchen brauchten. (Die Reise mit der Bahn von Peking nach Xining, Ihr erinnert Euch vielleicht, war sehr abenteuerlich, aber man konnte auch nichts von Deutschland aus buchen). Der kurze Familienurlaub in Paris bei meinem Schwager war ähnlich einfach, da wir auch beim Schwager wohnten. Für den Kroatienurlaub buchte ich damals eine Anreise mit Bus (dass keine WC’s drinnen waren, stellte sich dann als doch nicht so tragisch heraus), die Ferienwohnung war gut, aber der Fußweg zum Strand war doch, vor allem mit dem einem damals etwa vierjährigen Kind, recht weit.

Diesmal ging es nach Stralsund. Aber warum gerade Stralsund? Nachdem ich letztes Jahr mit Tenzin im Frühling in Warnemünde war (mit Übernachtung in der Jugendherberge), wollte er natürlich auch mal zum Baden an die Ostsee. Da das mit der Jugendherberge eigentlich ganz gut passte, wollte ich diesmal auch wieder in die Jugendherberge. Als ich um die Weihnachtszeit herum bei den diversen Jugendherbergen an der Ostsee nachfragte, waren dort bereits alle Familienzimmer für den August belegt. Irgendwie kam ich dann auf die Jugendherberge Stralsund, reservierte dort ein Familienzimmer, realisierte jedoch nicht sofort, dass Stralsund ja gar nicht an der „richtigen“ Ostsee liegt, sondern am Strelasund, einem Meeresarm der Ostsee. Dann wollte Gendun nicht in einer Jugendherberge übernachten. Als ich dann nach einer Ferienwohnung suchte, blieb ich bei Stralsund. Ich glaube, ich dachte, dass eh alle Ferienwohnungen schon voll seien, aber vielleicht dachte ich ab diesem Zeitpunkt dann einfach nicht weiter. Dann begann ich mich zu informieren über Stralsund. Und da Rügen mit den richtigen Ostseestränden gar nicht so weit weg ist, war ich es auch zufrieden.

Die Ferienwohnung buchte ich übers Internet. Ich finde es immer etwas schwierig, anhand der Beschreibung dort zu erkennen, ob es die richtige Ferienwohnung für die jeweilige Familie ist. Die Bilder der Wohnung waren ansprechend und stimmten dann auch mit der Realität überein. Die Entfernung zum nächsten Strand war mit 0,5 Kilometer angegeben, das war für mich der ausschlaggebende Punkt zur Buchung. Aber es stand natürlich nicht da, dass es sich dabei um einen Mini-Strand bei einem kleinen Spielplatz in der Nähe handelt. Ich hatte dabei an einen richtigen Strand gedacht. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten waren auch drei bzw. fünf Busstationen entfernt. Nachdem wir über neun Stunden Zugfahrt (die lange Anreise hatte ich auch nicht bedacht) hinter uns hatten und dann noch zum Einkaufen mussten, waren wir abends doch ziemlich gerädert und ehrlich gesagt auch etwas genervt. Fazit für mich für das nächste Organisieren: vor dem Buchen nachschauen, wie man hinkommt, wie lange es von Haustür zu Haustür dauert, wie weit Strand oder andere Örtlichkeiten wirklich entfernt sind und wie man dorthin kommt, wie weit die Einkaufsmöglichkeiten entfernt sind, wie man vom Bahnhof zur Unterkunft kommt, ob man nicht vielleicht mit Unterbrechung oder im Nachtzug anreist. Ihr werdet es im nächsten Jahr, wenn es denn dann wieder einen solchen Urlaub gibt, nachlesen können, ob ich mir dies alles gemerkt habe. Andererseits sollte man ja schon fast jetzt den nächsten Sommerurlaub buchen. Aber darüber will ich jetzt noch gar nicht nachdenken, schließlich muss ich davor noch über die Einschulung, Weihnachtsgeschenke etc. sinnieren.

Für unseren Urlaub, der dieses Jahr aus verschiedenen Gründen sehr kurz ausfiel, hatten wir zwei Fahrttage und vier Urlaubstage vor Ort. Die beiden ersten Tagen fielen etwas ins Wasser, d.h. an diesen Tagen gab es vom Wetter her alles: Platzregen, Gewitter, Sonne, Wolken und immer wieder viel Wind. Am ersten Tag sind wir erst einmal auf Erkundungstour nach Stralsund reingefahren, waren am Hafen, haben uns und vor allem Tenzin irgendwie am Ozeaneum vorbeilaviert. Er wollte natürlich unbedingt rein, aber die Schlange sehr lang. Jedenfalls haben wir es trotz Regen und dadurch bedingter Kaffeepause in einem Café irgendwann zum richtigen Strand geschafft. Als wir dann dort ankamen, war das Wetter einigermaßen und ich stürzte mich todesmutig mit Tenzin, der unbedingt wollte (er wäre wahrscheinlich auch bei Minusgraden ins Wasser gestiegen) in die eisigen Fluten. Wobei stürzen natürlich auch nicht wirklich stimmt, denn ich bin eigentlich nur bis zur Hüfte rein. Im starken Wind haben wir dann Ball gespielt. Zurück sind wir durch die Altstadt geschlendert. Am nächsten Schlechtwettertag fuhren wir dann kurz entschlossen nach Binz. Nachdem wir endlich die Fußgängerzone erreicht hatten, mussten wir bei einem Regenguss wieder in einem Café Unterschlupf suchen. Später wurde es auch hier wieder etwas besser und wir spazierten Richtung Strand. Gendun blieb die ganze Zeit mit Yangzom oben an der Promenade. Mit Tenzin war ich am Wasser, wir steckten die Füße ins kühle Nass. Tenzin entdeckte dann noch ein Fußballangebot und spielten mit anderen Kindern und Jugendlichen ein richtiges Spiel.

Am dritten und vierten Tag hatten wir dann endlich Glück mit dem Wetter. Den ersten Sonnentag verbrachten wir am Strand von Stralsund. Und die Krönung war dann der vierte Tag, wieder in Binz. Am Strand auf Höhe des Bahnhofs mieteten wir uns einen Strandkorb und verbrachten dort einen ganzen Tag in der Sonne, im Sand und im Wasser. Tenzin war überglücklich. Mal ging er allein ins Wasser, mal konnte er seinen Papa zum Ball spielen überreden, mal beobachtete er die kleinen Quallen, ich war natürlich auch mit ihm im Wasser. Diesmal durfte auch Yangzom ins Wasser. Sie fand es amüsant, vom Wasser umspült zu werden, plumpste immer wieder hinein und lachte vor sich hin.

Die Regenschauer und Spaziergänge führten uns immer mal wieder zu Cafés oder Buden. Zum Strandbesuch gehört natürlich auch ein Eis. Gendun und ich hatten nach dem Urlaub beide ein paar Kilo mehr auf den Rippen, dabei hatte ich mich kurz vorher schon gefreut, dass ich fünf Kilo weniger als vor der Schwangerschaft wog. Aber zum Glück sind ein paar Pfunde schon wieder verschwunden. Am sechsten Urlaubstag traten wir dann wieder die lange Heimreise an. Aufgrund der Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und des Ausflugs nach Binz und der späten Ankunft in München bot uns meine Mutter, uns in Berlin, wo wir umstiegen, zu treffen und uns einen kleinen Proviant mitzugeben. Abends gegen halb acht waren wir dann endlich in unserer Wohnung und freuten uns, dass Pizza im Tiefkühlfach lag.

Bzgl. Hort wollte ich eigentlich etwas ausführlicher schreiben, aber jetzt gibt es doch nur eine kurze Zusammenfassung. Vor etwa einem Jahr hatte ich Tenzin den Städtischen Horts bei den beiden Grundschulen in unserer Nähe sowie bei der in Nähe des Kindergartens angemeldet. Außerdem bei zwei kirchlichen Einrichtungen sowie diversen Elterninitiativen in unserem Sprengel. Im Laufe der Zeit kamen dann noch zwei Mittagsbetreuungen in der Sprengelschule und in einer Schule etwas weiter weg hinzu sowie ein Hort in einer Realschule, wo Kinder bevorzugt ab der 5. bis 9. Klasse, aber auch ab der 1. Klasse betreut werden. Nachdem wir im März lauter Absagen bekamen, kam ich mir vor wie „Land unter“. Natürlich hatte ich mich bei allen Einrichtungen zurückgemeldet, dass wir weiterhin Bedarf an einem Platz hätten.

Ich schrieb ans Bundesfamilienministerium, an die Bayerische Bildungsministerium, an Herrn Ude, den Noch-Bürgermeister von München, nicht in der Hoffnung, dass sie mir weiterhelfen haben, sondern eher um eine weitere Familie zu sein, die auf die Missstände aufmerksam macht. Ich bekam von den Ministerien lange Briefe. Der Brief an Herrn Ude wurde an das Bildungsreferat weitergeleitet und von dem Schulrat auch beantwortet wurde. Unter zwei Seiten ging gar nichts, in denen Verständnis geäußert wird, dann wird geschrieben was der Deutsche und der Bayerische Staat und was die Stadt München alles bereits macht und was die jeweils andere Seite noch zu machen hat.

Diese Briefe beschafften uns jedoch keinen Hortplatz. Den bekam ich letztlich nur durch Eigeninitiative und mehrmaliges Rückmelden bei den Einrichtungen. Inspiriert durch die Antworten machte ich mich auf die Suche nach einer Ganztagsschule, natürlich war ich damit recht spät dran, zumal es bei uns im Sprengel keine Ganztagsklasse gibt, die nächste Schule wäre über die große Donnersberger Brücke, über die der Mittlere Ring führt. Dort war dann noch ein Platz bei der Mittagsbetreuung frei. Nachteil bei Mittagsbetreuungen ist, dass die oft nur bis 14 oder 15 Uhr gehen und die meisten Ferientagen geschlossen haben. Diese war da sogar noch recht liberal. Nachdem ich hier fast unterschrieben hätte, bekam ich die Zusage von einer Elterninitiative, die einen Platz für zwei Jahre gehabt hätten. Kurz bevor ich die Unterlagen dorthin schickte, bekam ich die Zusage von einer kirchlichen Einrichtung. Deren Vorteil wäre die eigene Hausaufgabenbetreuung für die Erstklässler gewesen und dass es nur eine Gruppe gewesen wäre. Nachteil: Tenzin hätte von der Schule die etwa zehn Minuten dorthin laufen müssen.

Den Vertrag hatten wir schon unterschrieben, dann kam jetzt kurz vor unserem Urlaub die Zusage vom Städtischen Hort direkt in der Schule. Dort sind drei oder vier Gruppen, aber sie sind gleich im Haus. Und der große Vorteil ist, dass sie wirklich fast das ganze Jahr auf haben, bis auf drei Wochen in den Sommerferien und evtl. mal Weihnachten. Lange Rede kurzer Sinn: wir haben einen Hortplatz!!!

Heute Abend fahre ich zum Flughafen und hole Tenzin ab, der eine gute Woche in Berlin bei Oma und Opa war. Am 1. September ist er erstmals allein geflogen. Die Zeitersparnis für die Erwachsenen war groß, die finanzielle Belastung für einen betreuten Flug genauso groß, als würde ich zweimal nach Berlin fahren, um ihn hinzubringen und wieder abzuholen. Da fiel die Entscheidung leicht. Mit knapp sieben Jahren ist Tenzin nun auch groß genug, um diese gute Stunde im Flugzeug allein zu verbringen. Ich durfte bis zum Gate rein und übergab ihn dann auch erst kurz vor Boarding an eine Angestellte des Flughafens, die ihn dann im Flugzeug an eine Stewardess übergab. Und in Berlin wurde er von einem Angestellten an die Großeltern übergeben.

Tenzin hatte eine volle Woche mit dreimal Dinosauriern (Naturkundemuseum, Biosphärenreservat Potsdam, Dinopark bei Oranienburg), Ritterspiele in der Domäne Dahlem (ein Kinderbauernhof), Baden im Wannsee und vielen Radtouren. So viel action bekommt er nicht so bald wieder geboten. Manchmal kam das Heimweh durch, deshalb reduzierten wir das Telefonieren und Skypen. Auch nach ein paar Tagen erkannte Yangzom ihren großen Bruder sofort am Telefon und war immer hellauf begeistert, wenn sie ihn über Skype auch am Computer sehen konnte. Ob sie ihn vermisst hat, kann ich nicht wirklich sagen, darüber hat sie nichts gesagt. Aber sie wird sich heute Abend sicherlich riesig freuen, wenn sie ihn wiedersieht.

Als Tenzin bzw. Mama vom Ferienprogramm erzählten, musste ich natürlich an meine eigenen Ferien bei den Großeltern denken und stellte fest, dass wir nie so großes Programm hatten. Aber damals war es auch eine ganz andere Situation. Erstens waren wir immer zu zwei und vom  Alter her immer recht nah bei einander. Zweitens gab es sowohl in Heiligenstadt als auch in Freital hinter dem Haus einen großen Garten, auf dem wir, teils vom Haus aus beaufsichtigt, allein spielen konnten. Und drittens waren jede Ferien Nachbarskinder da, die wir schon kannten und mit denen wir spielen konnten. Also ganz anders als bei Tenzin, der allein bei den Großeltern war, keine Nachbarskinder drum herum und auch kein großer Garten. Aber wer weiß, vielleicht ergibt sich später einmal etwas. Tenzin hat es auf jeden Fall gefallen und auch für die Großeltern war es eine Bereicherung, schrieb zumindest meine Mutter.

Ich nutzte das letzte Wochenende mit schönem Spätsommerwetter und ohne großen Sohn für eine Wandertour ein Stück das Reintal hinauf. Gendun musste leider arbeiten, also musste ich Yangzom allein tragen. Mein Ziel war die Bockhütte, die etwa auf halbem Weg zur Reintalangerhütte liegt. Ich gebe zu, ich habe mich von der Zeit etwas verschätzt und war länger unterwegs als gedacht, vielleicht so 6 Stunden reine Gehzeit, ich hatte mit vier Stunden gerechnet. Allerdings ließ ich Yangzom auch zweimal laufen, damit sie nicht den ganzen Tag in der Kraxe sitzen musste. Yangzom hat zudem schon ein ganz ordentliches Gewicht und die Kraxe ist für mich vielleicht auch nicht ganz perfekt. Ich hatte ganz schön zu schleppen und die Kraxe drückte auf die Hüften oder das Becken, je nachdem wohin ich sie schob. Aber trotzalledem war es ein super schöner Tag mit Sonnenschein, warmen Temperaturen, einem leckeren selbst gemachten Kuchen auf der Bockhütte und vor allem in den Bergen. Es hat mich schon so lange dorthin gezogen. Es musste einfach sein. Und es hat sich gelohnt.

Morgen und übermorgen habe ich frei, um noch einmal zwei Tage mit Tenzin zu haben. Yangzom wird in den Kindergarten gehen, damit Tenzin eine Mama-Zeit bekommt. Denn am Donnerstag ist der erste Schultag! Die Schultüte mit Drachen drauf wurde im Kindergarten gebastelt. Alles, was auf der Liste stand, habe ich gekauft (und musste dabei feststellen, dass es kaum noch Seifenschachteln gibt). An einem der nächsten Abende werde ich die Schultüte füllen und an einem der nächsten Tage Tenzins Schulranzen packen. Wie der erste Schultag war, erfahrt Ihr beim nächsten Mal.

Bis dahin viele Grüße und noch einen schönen Spätsommer!

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