Österliche Abenteuerreise nach Berlin (Ende März 2016)

Was für den einen nur ein Familienbesuch ist, ist für die andere eine „Abenteuerreise“. Als wir Ostern – endlich mal wieder zu viert – nach Berlin fuhren, sagte meine Tochter am Morgen des zweiten oder dritten Tages, dass sie keine Abenteuerreise mehr machen wolle. Ich gebe zu, wie immer wenn wir nach Berlin fahren, war der Aufenthalt kurz (resultierend aus den verschiedensten Gründen) und dann auch noch vollgepackt mit Unternehmungen. Hier unsere Berlin-Tage im Kurzdurchlauf:

  • Karfreitag – Zugreise München-Berlin, Einquartierung im Gästezimmer der Nachbarwohnung bei meiner Mutter
  • Samstag – Zugreise nach Leipzig mit Ausflug in den Leipziger Zoo
  • Ostersonntag – S-Bahn-Reise quer durch Berlin nach Petershagen zu meinem Vater
  • Ostermontag – S-Bahn-Reise innerhalb von Berlin zu meiner Schulfreundin
  • Dienstag – Gendun und ich allein in Berlin unterwegs, die Kinder mit den Großeltern
  • Mittwoch – Rückreise nach Berlin, Ankunft gegen 21 Uhr

Was Erwachsene (meist) locker wegstecken, ist für Kleinere (wie unsere Vierjährige) dann eben doch anstrengend, weil sie doch mehr Ruhephasen brauchen. (Trotzdem schien mir Yangzom nicht wirklich unglücklich während dieser Zeit.)

Die Zugreise nach Berlin war normal. Leider hatte ich versehentlich die auf Tenzins Tablet (selbst gekauft vom Gesparten) kopierten Filme wieder gelöscht, worüber vor allem Yangzom enttäuscht war, weil sie unbedingt ihre „Eiskönigin“ sehen wollte. Tenzin hatte noch Spiele drauf, allerdings hat er auch weiterhin seinen Harry Potter gelesen (wir lesen gerade beide alle Bände um die Wette, wobei ich ihn bereits eingeholt habe – aber ich muss auch zugeben, dass ich die Seiten eher scanne und Tenzin sie ganz genau liest – er kann mir auch alle möglichen Flüche benennen, kann ich nicht). Mit Yangzom habe ich dann ein bisschen gelesen, ein bisschen gemalt, wobei sie aber auch länger aus dem Fenster schauen kann, was Tenzin nie so gemacht habe.

Am Samstag sind wir nach Leipzig gefahren. Es war Siegfrieds Vorschlag. Seine Tochter mit Familie (inkl. dreijähriger Enkelin) wohnt dort und sie gehen öfter dort in den Zoo. Es war wunderbares Wetter, Sonnenschein und halb Leipzig schien in den Zoo zu strömen. Ehrlich gesagt, obwohl wir ca. vier Stunden für den Besuch hatten, haben wir wohl nur einen Bruchteil davon gesehen: Raubtiere, Erdmännchen (sehr süß), Nashorn, Zebras und Giraffen, aber bei den Affen war es dann aus. Dort war es so voll, dass wir uns nur durch die Menschen durchquetschen konnten, um heil wieder rauszukommen. Ziemlich lange waren wir dann auf dem wirklich tollen Spielplatz mit Türmen zum Hochklettern, Drahtröhren zum Durchkrabbeln, kleine Kletterwände und was weiß ich nicht noch alles. Die Spielplätze in den Zoos sind heutzutage einmalig – wahrscheinlich die Zoos einfach mehr Finanzen dafür übrig als die Städte / Gemeinden.

Ostersonntag machten wir uns nach einem – wie immer – sehr feinen Frühstück bei meiner Mama auf zu Doris und Papa nach Petershagen, was von Lichterfelde West aus, wo meine Mutter wohnt, fast eine halbe Weltreise scheint und dabei ist man fast immer noch in einer Stadt (wahrscheinlich wird mich jetzt jemand korrigieren, dass Petershagen zu Brandenburg gehört und nicht zu Berlin). Diesmal waren wir (bedingt durch Bauarbeiten und Schienenersatzverkehr) einfach zwei Stunden unterwegs. Der Schienenersatzverkehr hat es dann jedoch wiederum durch das mehrmalige Umsteigen etwas abwechslungsreicher J gemacht. Auch Ostersonntag war wieder allerschönstes Frühlingswetter. Die Kinder (und auch wir Erwachsenen) konnten im Garten dort die versteckten Sachen vom Osterhasen suchen. Und wir konnten wieder die schöne Runde am Mühlenfließ entlang spazieren, was wir eigentlich jedes Mal in Petershaben machen. Gehört einfach mit dazu. Abends war der Osterhase dann auch noch einmal in Lichterfelde gewesen und die Kinder konnten weitersuchen. Das ist wirklich schön, dass meine beiden Eltern einen kleinen Garten am Haus haben und die Kinder also Ostern nicht in der Wohnung suchen müssen.

Meine Freundin mit ihrer kleinen Tochter, die ich noch nicht gesehen hatte, besuchten wir am Montag. Allerdings ohne Tenzin, der mit den Großeltern zum Ritterturnier ging und nachmittags noch Radeln war. Berlin ist mir ziemlich fremd geworden, und diese ganze Fülle an Verkehrsmittellinien ist doch sehr verwirrend. Prompt sind wir dann kurz vor dem Ausstieg noch in eine falsche Bahn gestiegen. Auch meine Freundin hat einen kleinen Garten vor dem Haus, so dass wir wieder bei Sonne (und doch etwas kühlem Wind) draußen sitzen und quatschen konnten. Ich habe es sehr genossen, mal wieder mit ihr ratschen zu können. Begegnungen mit Freunden kommen derzeit eindeutig zu kurz.

Kleiner Höhepunkt unserer Berlin-Reise war für Gendun und mich der Dienstag. Wir hatten es zwar nicht geschafft, dass Yangzom probeweise in der Wohnung von Oma und Opa schläft, so wie Tenzin auch. Aber immerhin hatten wir diesen kompletten Dienstag kinderfrei. Die Kinder waren mit den Großeltern im Naturkundemuseum und haben dort u.a. den neuen T-Rex bewundert. Wir hatten zuerst einen Termin bei dem Reisebüro, das für uns die Visa besorgen soll. Und danach hatten wir einfach nur frei. Wir waren am Ku’damm shoppen und dann sind wir mit unseren Tagestickets ein bisschen kreuz und quer gefahren, was in Berlin nur bedingt gelingt, weil Berlin einfach so groß (so groß im Verhältnis zu München) ist. Vom Wittenbergplatz ging es über den Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor und Reichstag, von dort dann weiter zum Viertel am Hackeschen Markt mit Kuchen essen bei „Barcomi’s“, zu Fuß dann Richtung Friedrichstraße, kurz mit dem Bus ein bisschen quer zur Haltestelle „Märkisches Museum“, auf dem Nachhauseweg noch einmal kurz hoch zum Potsdamer Platz (wo ich dann erkannte, dass wir von dort am morgen locker zum Brandenburger Tor hätten laufen können) und zurück nach Lichterfelde West. Gerade im im Viertel am Hackeschen Markt, wo ich als Studentin oft unterwegs war (meine Fakultäten waren nicht weit weg, abends waren wir dort oft), wurde mir ganz stark bewusst, wie sehr Berlin sich seit meinem Wegzug vor etwa 16 Jahren verändert hat. Die Hackeschen Höfe – früher doch eher alternativ – haben sich zu ganz schicken Plätzen (sogar mit einem kleinen h&m-Laden) entwickelt. Ich will nicht sagen, dass es früher viel besser war, aber das Flair ist heute ein ganz anderes. Im Oktober wird Abitreffen von unserer Klasse sein. Diese Gelegenheit werde ich nutzen und doch mir noch einmal einiges von Berlin anschauen.

Die Rückreise am Mittwoch zog sich dann doch ziemlich. Nach einem kleinen Mittagessen fuhr unser Zug erst gegen 14 Uhr. Yangzom wollte partout keinen kleinen Mittagsschlaf machen, was mir zu einer kleinen Verschnaufpause verholfen hätte. Aber auch die längste Reise hat ein Ende, gegen kurz vor zehn waren wir dann abends in unserer Wohnung und freuten uns schon sehr auf unsere eigenen Betten. Zu Hause schläft es sich eben doch immer auch sehr gut.

Nun sind die Osterferien auch schon wieder vorbei. Der Alltag hat uns wieder – entsetzlich, wie schnell das immer geht. Die letzten Wochenenden waren für meinen Geschmack zu sehr von Tenzin bestimmt – Einladung zum Kindergeburtstag, Verabredung mit Freunden. Das nächste Wochenende werde ich bestimmen, was gemacht wird. Hoffentlich klappt es. Vorsätze macht man ja immer viele. Ich will zum Beispiel in den Botanischen Garten, vielleicht verbunden mit einem Ausflug in den Nymphenburger Schlosspark. Jetzt wo alles so schön blüht, muss man doch mal dahin. Social Media geht ja auch bei mir nicht vorbei, aus beruflicher Neugierde habe ich mich auch bei instagram angemeldet und habe einen japanischen Fotografen angeklickt (neudeutsch: geliket) und bekomme nun auf diesem instagram-account immer wieder wunderschöne Blüten-Impressionen aus Japan. Ich hoffe, dass ich ähnliches im Botanischen Garten finde. Wobei die rosa Blüten des Mandelbaumes (?) vor meinem Bürofenster schon wieder abfallen.

A propos social media – über Facebook hatte ich letztens nach schönen Wörtern mit SCH gefragt, weil ich gerade in letzter Zeit immer mal wieder über schnabulieren und Schlawiner gestolpert bin – zwei Wörter, die ich total schön finde, die aber vielleicht auch etwas altmodisch sind. Jedenfalls haben wir dort (mit Unterstützung meiner Mutter per Mail) folgende Wörter zusammengetragen:

Schnabulieren * Schlawiner * schwadronieren * (herum)scharwenzeln * Schlummerland * schwuppdiwupp * Schlaraffenland * Scharmützel * Schabracke * Schabernack * schwoofen * Schindluder * Schickeria * schickimicki * schlohweiß * Schlagobers * Schnupftuch * Schwarzbrot * Schnarchnase * Schluckspecht * Schlummerrolle * Schwarz-Weiß-Fernsehen * Schnickschnack * Schmarotzer * Schiererei * Schlaumeier * Schnipsel * und – was meine Tochter immer sagt – „Schmusie“ (womit sie eigentlich smoothie meint) * von „Schmusie“ kommt man dann noch auf schmusen

Und wozu diese ganzen Wörter? Einfach so. Aber eigentlich auch, weil ich sie schön finde und ich mir wünsche, dass sie Eingang in den Wortschatz meiner Kinder finden bzw. dort auch bleiben!

Bleiben wir bei SCH: Schöne Woche noch!

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