September 2015

Ich bin doch wirklich eine faule Socke :-). Und irgendwie wird es ja auch etwas langweilig, wenn meine News immer wieder mit „schon wieder ist es x Monate her…“ beginnen. Aber nun sind es wieder drei Monate geworden. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich zu Hause nicht mehr so oft am PC sitze, weil wir nun auch ein Tablet haben, das für die Nutzung zwischendurch toll ist, weil man es einfach kurz anmachen kann, aber zum Schreiben längerer Texte ist es eher suboptimal. Hinzukommt, dass ich abends einfach den PC nicht mehr anschmeißen mag.

In den Pfingstferien war Tenzin wieder eine Woche in Berlin bei den Großeltern, während wir dann zu dritt in München waren. Ehrlich gesagt, hatten wir Eltern gehofft, dass Yangzom zur Blockhüttenfahrt vom Kindergarten fahren darf (dann hätten wir nämlich mal komplett „kinderfrei“ gehabt), aber entgegen vorheriger Quasi-Zusagen wurde sie dann zwei Wochen vor ihrem dritten Geburtstag als zu jung befunden bzw. sie war noch nicht in der entsprechenden Gruppe. Na ja. Es war nicht wirklich nachvollziehbar für mich.

Aber für Yangzom war es sicherlich auch mal toll, uns allein zu haben. Und es war auch entspannt, weil sich unsere beiden Kleinen / Großen schon manchmal hochschaukeln können. Da wird es selbst für einen knapp Neunjährigen wichtig, auf den Fahrstuhlknopf zu drücken. Alle beide sind auch immer schneller, größer und was weiß ich nicht noch alles. Oder Yangzom betont, dass sie etwas in Rosa hat, worauf Tenzin dann sofort kontern muss, dass Rosa eh doof ist. Klar, manchmal denke ich mir, dass Tenzin sie doch einfach lassen soll, aber vielleicht ist man mit acht eben doch noch etwas zu jung, um so etwas permanent zu schaffen. Und Yangzom, die sprachlich doch recht gewandt ist, kommuniziert bei ihrem großen Bruder (und nicht nur bei ihm) gerne immer noch mit Wegschubsen, Schlagen, Kneifen, Schreien, anstatt ihm zu sagen, was sie möchte.

Der Kita-Streik (ich weiß, es ist falsch abgekürzt) ist ja nun vorbei. Ehrlich gesagt, weiß ich gerade gar nicht, wie der Stand der Dinge ist, denn es kann ja dann doch wieder einer kommen. Ich hoffe, dies fällt dann nicht eventuell in die Eingewhöhnungszeit von Yangzom im neuen Kindergarten. Zusammen mit drei anderen Kindern hat sie ihren Abschied im jetzigen Kindergarten gefeiert, auch wenn sie noch bis Mitte September dorthin geht. Am 17.09. ist dann ihr erster Tag im neuen Kindergarten. Ich bin gespannt, wie es wird. Gendun hat leider keinen Urlaub bekommen. Ich habe mir erst einmal nur zwei Tage frei genommen und hoffe, dass ich dann auch schon wieder zumindest teilweise in die Arbeit gehen kann. Zur Not kann man wohl auch einen Urlaubstag in Arbeitsstunden umwandeln, die ich dann quasi „abbummeln“ könnte.

Leider fällt die Eingewöhnung auch auf unseren Betriebsausflug, der diesmal zum Franz-Marc-Museum nach Kochel und zum Walchensee geht. Da ich in diesem Museum noch nie war, hätte ich gerne daran teilgenommen. Dafür konnte ich mit meiner Kollegin eine kleine „Dienstreise“ nach Herrenchiemsee unternehmen. Dort wird im Schloss derzeit eine Ausstellung der Pinakothek der Moderne gezeigt. Juli und August gab es dort ein neues Kunstvermittlungsprojekt von uns, dass wir uns gern anschauen wollten. Verknüpft haben wir das mit einem Besuch bei den dortigen Kollegen beim Besucherservice und wir konnten, da der Tag auch in diesen wunderbar heißen Sommer fiel, auch kurz in den kühlen Chiemsee springen, bevor es wieder zurück nach München ging.

Der Chiemsee ist ja schon fast die Berge. Eine kleine Bergtour gab es, als meine Schwester mit ihren beiden Mädels nach München kam und die drei in die Berge wollten, um Heidi zu sehen. Wir fuhren mit der Gondel zum Kreuzeck hoch und sind runter gelaufen. In der Zugspitzbahn trafen wir dann wirklich Heidi – auch wenn sie nicht klein mit rotem Röckchen war. Die Kinder erzählten einer Mitreisendin, dass sie Heidi treffen wollten, woraufhin die Dame sagte, sie sei doch Heide. Allerdings war diese Dame bestimmt schon 50 Jahre alt. Aber Heidi ist Heidi. Den Blick vom Kreuzeck ins Reintal und nach Garmisch-Partenkirchen, aber auf dem Rückweg wurden wir, wie bei so einigen unserer Bergtouren in den letzten Jahren, von Regen und Gewitter überrascht. Nicht wirklich überrascht, das war schon vorhergesagt, aber eben doch nicht so früh. Wir stellten uns kurz unter und dann kamen wir doch noch einigermaßen trocken wieder unten an.

Eine richtige Bergtour habe ich dieses Jahr allein gemacht. Damit meine Kindern keinen Terz machen können und weil ich an einem Tag zur Reintalangerhütte hoch und wieder runter wollte, stand ich bereits um vier Uhr auf und nahm dann die erste Bahn (um 05:30 Uhr) Richtung Ohlstadt, dort wurde ich von Freunden abgeholt, die nämlich für die erste Hälfte der Strecke eine Fahrgenehmigung hatten. Nach dem Umschlagplatz wanderte ich dann mit Doris (und der kleinen Tochter im Kinderwagen) zur Reintalangerhütte. Nach ich weiß nicht wie vielen Jahren. Ich meine, wir waren mit Tenzin mal oben, als er zwei oder drei Jahre alt war. Es war ein heißer Tag im Juli, meine ich, von Bremsen wurden wir zerstochen. Aber es war wunderschön. Um zehn waren wir dann oben im Reintal und zischten – wirklich schon so früh – ein kühles Weißbier. Eine kleine Runde über den Oberanger durfte nicht fehlen und dann ging es wieder runter mit einer ausgiebigen Pause an der Blockhütte, wo wir zweimal den leckeren Kuchen genossen. Als ich dann unten durch die Partnachklamm durch war, war ich froh, dass ich doch meine Trekkingsandalen mitgenommen hatte und meine festen Schuhe gehen die Sandalen austauschen konnte.

Und dann – nach einem sehr guten Zeugnis von Tenzin – kam endlich unser Urlaub. Nachdem die vier Wochen Tibet nicht realisierbar waren, verkürzten wir unseren Urlaub auf drei Wochen. Die Hälfte der Zeit waren wir in München (bis auf einen Wochenendausflug zu einer deutsch-tibetischen Familie an den wunderbaren Bodensee) und dann waren wir on tour. Zehn Tage lang lebten wir vier aus einem Koffer und einem Rucksack, saßen fünfmal im Zug (zum Bodensee ging es natürlich auch mit dem Zug; Regionalzug, ICE und TGV), schliefen auf Gäste- und Hotelbetten und auf dem Boden, hatten viel Trubel mit Familie(n) und Freunden, die wir besuchten. Bis auf vielleicht drei Tage hatten wir immer richtig heißes Sommerwetter (das gilt für den ganzen Urlaub).

Was haben wir also alles gemacht? Zum Anfang der Ferien hatte ich mit den Kindern noch überlegt, was wir alles machen wollen. Auf der Liste stand Ikea (wir brauchten etwas Neues für das Kinderzimmer), Schwimmbad, Fahrradtour, Bergtour, Kino, Eisbecher essen. Bis auf Fahrrad- und Bergtour haben wir alles und mehr geschafft. Die Ikea-Tour war notwendig und anstrengend, der Aufbau noch viel mehr, kostete uns zwei Urlaubstage, aber nun ist das Kinderzimmer wieder schön, wenn man davon absieht, dass es eigentlich auch gestrichen werden müsste.

Ansonsten waren wir mehrmals am und im Wasser: Schyren(frei)bad und Westbad in München, Flaucher(-Strand) an der Isar, Wasserspielplatz im Hirschgarten, Strawinsky-Brunnen beim Centre George Pompidou in Paris, Baden im Schwimmbad und direkt im Bodensee bei Fischbach, Planschbecken mit den Cousinen in Stuttgart. Spaziergänge auf dem Blaustrümpflerweg in Stuttgart (inklusive Anfahrt mit Zahnrad-Bahn und alter Holzseilbahn) sowie kleine Tour durch den Wald bei Baden-Baden. Tenzin war mit Papa und Josephine im Kino. Ich war froh, dass ich mich ausklinken konnte. Ich war in der Zeit mit Yangzom shoppen. Spaziergänge durch Strasbourg (eher anstrengend, weil die Kinder nicht so recht mitwollten und es großes Theater beim Karussell gab) und Paris (inklusive Bastille, Seine, Notre Dame, Mittagessen beim Griechen im Quartier Latin und Jardin du Luxembourg (mit Karussell und Mini-Kutschenfahrt) sowie Trocadero, unter dem Eiffelturm durch, Picknick auf dem Marsfeld und dann Abstecher zum Centre George Pompidou).

In Frankreich fielen uns immer die Soldaten auf, die in 3er und 4er Gruppen, bewaffnet mit Maschinengewehren durch die Straßen zogen. In der Galerie Lafayette wurden auch unsere Taschen kontrolliert. Das Warum war mir natürlich klar, aber wie erklärt man einer Dreijährigen, die gerade stark in der Warum-Phase ist, warum diese Soldaten mit den Gewehren herumlaufen. „Hänsel und Gretel“ mit der Hexe, die im Ofen verbrannt wird, ist zwar auch brutal, aber zu erklären, dass es schlechte Menschen gibt (und damit meine ich natürlich nicht Diebe oder so), die schlimme Dinge machen, die so etwas rechtfertigen, war für mich fast unmöglich.

Zurück zum Schönen: Am Bodensee trafen wir eine deutsch-tibetische Familie mit zwei Kindern (wie unsere: Junge und Mädchen, gleiches Alter), das passte super. Die Jungs spielten zusammen und die Mädchen spielten zusammen. Und wir Erwachsenen konnten uns fast ein bisschen ausklinken. In Stuttgart waren wir bei meiner Schwester mit ihren Mädchen (4 und 5,5 Jahre), für Tenzin vielleicht manchmal etwas schwierig, weil er der Älteste und noch ein Junge ist. Es war manchmal schon ein Von-Neuem-Zusammenraufen. Ich hoffe aber, dass die Kinder im Nachhinein schöne Erinnerungen daran haben, z.B. an unseren Spaziergang, auf dem wir so viele Brombeeren fanden. Und für mich ist es immer wieder schön, mit meiner Schwester wieder so eng sein zu können. In Baden-Baden besuchten wir für eine Nacht die Familie, bei der ich schon während meiner Praktika dort gewohnt habe. Wir wurden total verwöhnt dort und haben uns wunderbar aufgehoben gefühlt. In Strasbourg schliefen wir in einem Best Western, das so richtig den Vorstellungen entspricht, die man von den preiswerteren französischen Hotels hat. Aber da wir nur für eine Nacht dort waren und nicht so anspruchsvoll sind, war das kein Problem für uns.

In Paris wohnten wir bei meinem Schwager und seiner Familie, die zeitweise noch ergänzt war durch seine Schwägerin und deren Sohn. Es waren sozusagen tibetische Verhältnisse in Paris (mit neun Personen in einer Wohnung). Der Sohn der o.g. Schwägerin ist etwa 11 oder 14 Jahre alt, der war aber, zu Tenzins Leidwesen, nur zwei Nächte da. Dann war Tenzin wieder der Älteste neben seiner Schwester und seinem kleinen Cousin, beide 3 Jahre alt. Ich gebe zu, es war nicht immer einfach, ich glaube, für alle drei Kinder nicht. Yangzom als Mädchen, die gerne Pirouetten drehte, Kungga, der etwas wilder war, Tenzin fast sechs Jahre älter. Hinzukommt die Verständigung. Tenzin und Yangzom sprechen nur Deutsch und verstehen Tibetisch. Kungga spricht nur Tibetisch und Französisch, genau wie seine Eltern. Ich spreche nur Deutsch, Englisch und Französisch und verstehe Tibetisch. Gendun spricht Deutsch und Tibetisch. Das reinste Kauderwelsch. Jedenfalls für die Kinder war es nicht einfach zu kommunizieren. Ich denke, beim nächsten Aufeinandertreffen wird es schon viel einfacher sein, weil sie einfach älter sind.

Nun sind wir schon wieder eine Woche zurück. Der Alltag hat uns – wenn auch noch ruhig – zurück. Heute ist der letzte heiße Tag, dann wird es kühler (mit Regen), wenn man dem Wetterbericht glauben darf. Fahrrad- und Bergtour sind noch offen. Eine Bergtour von mir und den Kindern ist noch geplant, mal sehen, ob wir diese realisieren können. Ihr werdet es erfahren.

Euch allen einen schönen Bergsommer! Was für ein Tippfehler – ich wollte Spätsommer schreiben! Auch diesen wünsche ich Euch!

 

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