News Oktober 2014

Vor knapp drei Wochen hat die Schule wieder angefangen. Der ganz normale Wahnsinn mit Schule, Hort, Kindergarten, Arbeit und den damit zusammenhängenden festen Zeiten hat uns wieder. Zum Ende der Ferien war Tenzin noch einige Tage im Hort und für vier Tage bei mir hier in der Pinakothek der Moderne zu einem Kinderworkshop zur Ausstellung „Ich bin ein Sender. Multiples von Joseph Beuys“. Es wurde mit Graffiti-Spray gesprüht, Intuitionskästchen aus Holz gezimmert, ein Imker wurde besucht (weil Beuys auch etwas mit Honig gemacht hat), eine Naturwissenschaftlerin kam vorbei, um Stromexperimente zu machen und mit den Kindern eine Taschenlampe aus einer Klopapierrolle u.a. Zubehör zu bauen. Gekrönt wurde das Ganze mit einer Präsentation / Ausstellung, die die Kinder selbst gestalteten.

Zum ganz normalen, oben erwähnten Wahnsinn gehören auch die ganzen Informationen und gefühlten tausend Elternabende die auf einen einstürzen. Innerhalb von acht Tagen standen vier Elternabende an. An einem Tag sogar zwei, ein Termin wurde dann von mir gestrichen. Von Hort- und Schulangeboten musste ausgewählt und rückgemeldet werden, nun müssen wir warten, ob Tenzin überhaupt einen Platz bekommt. Vielleicht klappt es diesmal mit dem Ukulele-Kurs. Mit Schulbeginn hat nun auch das Fußballtraining angefangen, das uns gleich zum Anfang ganz schön viele Tränen und Nerven gekostet hat. Tenzin ist ein normaler Fußballspieler, nicht der beste, aber auch nicht der schlechteste, aber er ist manchmal ein Träumer und nicht ganz bei der Sache. Nach den Ferien sollte er wieder zu den „Großen“, also zu den Kindern seines Jahrgangs, weil es einen Wegfall von Kindern und damit auch der beiden Trainer gab. Auf einmal meinten die Trainer dann, Tenzin sei zu schlecht, er bekäme noch eine Chance, wenn er die nicht nütze, müsste er wieder zu den „Kleineren“. Ergebnis: Tenzin saß weinend an unserem Tisch. Wir haben uns über diese Leistungsorientiertheit schon in Kindersportgruppen geärgert, haben nach Alternativen, auch anderen Sportarten Ausschau gehalten, Tenzin war dann auch einmal bei seinem Freund zum Tennis spielen mit (im Oktober werden wir uns noch einmal beim Tag der Offenen Tür Karate anschauen). Ich habe sogar von dem ganzen Mist nachts geträumt (vermischt mit Träumen über das Chaos im Büro derzeit). Lange Rede, kurzer Sinn: Die letzte Chance wurde insofern gestrichen, dass der eine Trainer sich doch noch für die schlechteren Fußballer einsetzen konnte und nun eine Art extra Training für diese Jungs macht. Das Training scheint mir gut und Tenzin ist auch wieder glücklich. Vielleicht kann er trotzdem noch einmal mit seinem Freund zum Tennis. Und Karate schauen wir uns trotzdem noch an.

Yangzom ist nun seit einem Monat in ihrer neuen Gruppe (Raupengruppe) im anderen Raum mit teils anderen Erzieherinnen. Mal kann ich mich ohne Weinen von ihr verabschieden, mal gibt es Tränen. Manchmal bleibt sie morgens auch noch kurz in der Schmetterlingsgruppe, der Raum, in dem sie vorher war, und kuschelt sich an die Erzieherin dort. Ich denke, sie fühlt sich bei den Raupenkindern wohl, wäre aber auch bei den Schmetterlingskindern nicht fehl am Platze, weil sie ja doch im Vergleich zu manch anderen in mancher Hinsicht (sicher nicht in jeder) weiter. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Yangzom ist ja, wie auch schon Tenzin, bei den Bärchen, einer Elterninitiative, in der vieles abgestimmt werden muss. Zum Beispiel wollte eine Mutter, dass dieser Gruppenwechsel von übergreifend zu altersspezifisch abgestimmt wird. Der Wechsel war bereits Anfang September, die Mitgliederversammlung vorgestern. Nur war dann diese eine Mutter, die die Abstimmung wollte, zur Mitgliederversammlung nicht da. Außerdem ist viel Eigeninitiative gefragt und muss geleistet werden. Dieses Jahr sind es 45 Elternstunden. Uns fehlen noch etwa 12!

So wahnsinnig viel zu erzählen gibt es diesmal gar nicht. Wir waren zweimal auf dem Olympiaberg. Ich hatte noch in Erinnerung, dass dort Apfelbäume wachsen, und dachte mir, dort könnten wir doch dann welche pflücken. Und dieses dann gleich mit einem Ausblick auf die Berge in der Ferne verbinden. Beim ersten Besuch waren die Äpfel teils noch recht grün, aber für Apfelmarmelade und Apfelstreuselkuchen perfekt. Beim zweiten Mal kletterte Gendun hoch in einen Baum und pflückte etwa fünf Kilo. Diese wurden nun zu Apfelmus verarbeitet und teils liegen die guten, nicht angedatschten noch auf dem Schrank und warten auf den Verzehr. So haben wir dieses Jahr viermal Obst in größeren Mengen gepflückt – Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren und zweimal Äpfel. Das machen wir nächstes Jahr unbedingt wieder.

Gerade ist Wiesn-Zeit, wobei das Oktoberfest schon fast vorbei ist. Die Kinder hatten am Freitag Kindergartenwiesn und Wiesnfest im Hort. Yangzom trug ganz stolz ihr Dirndl. Tenzin war etwas traurig, dass er keine passende Lederhose mehr hat. (Jedes Jahr wird ja in den Zeitungen auch ausführlich darüber geschrieben, wer welches Dirndl trägt, welche Dirndl es gibt, welches Dirndl ein absolutes No Go ist, dass die ganzen Touristen und Zugereisten sich in Dirndl und Lederhosen zwängen usw. usf. Dieses Jahr kamen nun Artikel hinzu, dass die Einheimischen nun verstärkt ganz normal in Jeans etc. gehen und dass dieser Trachten-Trend rückläufig ist.) Wir waren letzten Sonntag dort. Yangzom und ich wieder im Dirndl, Tenzin im blaukarierten Hemd, Gendun as usual. Es war schönes Wetter und dementsprechend war die Wiesn übervoll. Wir hatten den Kindern jeweils drei Fahrgeschäfte erlaubt, aber nach jeweils zwei mussten wir passen. Wir kamen kaum vorwärts, es war wahnsinnig laut, lange Wartezeiten. Es war einfach ziemlich grenzwertig. Die Kinder hatten trotzdem ihren Spaß, das ist die Hauptsache. Und ich konnte endlich mal wieder Kettenkarussell fahren. Nächstes Jahr gehen wir dann am Familientag unter der Woche. Dann ist es hoffentlich leerer, und wenn nicht das, dann wenigstens mit den Familienpreisen etwas günstiger.

Im Büro sowie im Bereich der Kunstvermittlung laufen die Umstrukturierungsarbeiten. Es muss alles ganz schnell gehen, einiges ist chaotisch – auch hier der ganz normale Wahnsinn, den man immer schaffen muss. Aber dieses Chaos führt dann eben dazu, dass ich auch von der Arbeit träume. Aber einen kleinen schönen Moment hatte ich vor einigen Wochen. Ich habe ja vor einiger Zeit die Übersetzung des Orientierungsplanes der Neuen Pinakothek in diverse Fremdsprachen organisiert und betreut, u.a. in Japanisch. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, den japanischen Plan Korrektur zu lesen, auch wenn es ziemlich lange gedauert hat und ich vielleicht auch nicht mehr so die Kompetenz dafür habe. Jedenfalls hatte ich diesen Plan dann an einen Herrn von einem japanischen Reisebüro geschickt, um ihn um seine Meinung zu bitten. Es gingen einige E-Mails hin und her, wir schrieben über unsere jeweiligen Studien in Berlin und dann fiel das japanische Wort 懐かしいです(natsukashii). Ein Wort, das Erinnerungen weckt und das ein ganz besonderes Wort ist. Es gibt nämlich keine richtige Übersetzung dafür. Es hat etwas mit Sehnsucht und Nostalgie zu tun und mit Vermissen. Es beschreibt ein besonderes Gefühl eben. Wenn ich an Japan denke, dann passt dieses Wort ganz gut. Ein bisschen Wehmut ist dabei, ein bisschen Sehnsucht und ein bisschen alte Erinnerungen…

Damit will ich für heute schließen. Bis zum nächsten Mal.

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