News August 2014

Heute, am 08.08., habe ich mir frei genommen. Einmal wollte ich etwas für mich tun, also war ich joggen. Aber dann musste auch mal klar Schiff gemacht werden bei den ganzen Taschen mit zu großer und zu kleiner Kleidung und bei den Schachteln mit zu großen Schuhen. Nun habe ich alles umsortiert, aussortiert und erfasst und ordentlich aufgeräumt. Und die große Plastikschachtel mit den Schuhen kommt in den Keller, nachdem ich alle Schuhe schön sortiert nach Sorte und Größe auf den Boden gestellt und mit Zettel, die die Größe anzeigen, versehen und das Ganze dann fotografiert habe. Das Foto kommt dann in den Kleiderschrank, so dass ich nur noch auf das Bild schauen muss und schon weiß, ob vielleicht noch ein paar Schuhe für Yangzom dabei ist. Ich weiß, man sollte Kindern lieber neue Schuhe kaufen. Keine Sorge, das mache ich auch. Aber es ist doch immer schön, noch ein zweites Paar oder ein Ersatzpaar da zu haben. Und bis jetzt war es auch meist so, dass, wenn Yangzom Sandalen brauchte, ihr Tenzins Winterstiefel gepasst hätten.

Seit anderhalb Wochen sind Sommerferien. Tenzins erste Sommerferien. Vorher gab es das erste Endjahrzeugnis. Wir sind sehr stolz auf ihn. Was wird ihm assistiert: großes Vorwissen (das hat mich natürlich stolz gemacht), liest, schreibt und spricht sehr gut, sehr gut in Sport und Schwimmen, in Mathe ist er auch gut, außer dass er gerne Flüchtigkeitsfehler in Mathe macht.

Schön ist, dass Tenzin gerne liest. Am liebsten liest er Comics. Ich versuche ihn immer zu animieren, „richtige“ Bücher zu lesen. Kurz vor den Ferien bekamen die Kinder einen Zugang zu einer Internetseite (antolin.de), nach jedem selbst gelesenen Buch können sie dort Fragen beantworten und bekommen für jede richtige Antwort (auf Verständnisfragen) Punkte. (Die Kinder müssen das nicht machen. Aber diese Website soll auch für die Kinder ein Anreiz sein mehr zu lesen.) Ich habe ihm nun zwei Bücher aus meiner Kindheit geschenkt: „Moritz in der Litfasssäule“, das ich auch wirklich selbst gelesen habe. Das liest er gerade und kann sich mit dem etwas verträumten Moritz, glaube ich, ganz gut identifizieren. Ob ich das Buch „Die Reise nach Sundevit“ von Benno Pludra selbst gelesen habe, das erinnere ich nicht. Aber Bücher von Benno Pludra natürlich schon. Was mich gefreut hat, dass diese ostdeutschen Kinderbuchklassiker auch auf antolin.de vertreten sind. Als ich nachgeschaut habe, ist mir aufgefallen, dass diese Bücher sich eher an 3.-Klässler richten. Bei Amazon stand eben immer für Kinder zwischen 8-10 Jahren und dann dachte ich, passt doch, Tenzin wird ja bald acht. Aber dabei vergesse ich immer, dass er ja mit fast sieben in die Schule gekommen. Und die meisten 3.-Klässler eben acht sind. Egal. Ihm macht es Spaß, die Bücher zu lesen und er kommt da auch gut mit.

Während der Ferien muss Tenzin teilweise in den Hort gehen, derzeit sogar in einen fremden Hort, weil seiner zu hat und die städtischen Horte sich immer abwechseln und so die Kinder in einen Gasthort gehen können. Aber auch dort hat Tenzin schnell Anschluss gefunden.

Die ersten drei Ferientage war Tenzin mit seinem „alten“ Kindergartenfreund, der leider in eine andere Schule geht, bei einem Fußballcamp. Von morgens viertel vor zehn bis nachmittags halb vier. Zwischendurch eine Stunde Mittagspause. Am 3. Tag konnten die Eltern dann bei einem kleinen Turnier zuschauen. Tenzin liebt ja Fußball über alles und würde am liebsten Fußballprofi werden, wobei er dies nach unseren vorsichtigen Einwänden dahingehend korrigiert hat, dass er einfach Fußballer werden will, also auch als Erwachsener Fußball spielen möchte. Tenzin, wenn Du diese Zeilen später einmal liest, verzeih mir meine Formulierung. Aber bei diesem kleinen Turnier, dachte ich mir wieder, dass Tenzin einfach ein „gemütlicher Fußballspieler“ ist, was, wie meine Mutter treffend meinte, sich eigentlich ausschließt. Er hat durchaus gute Ansätze, versucht den Ball zu kriegen und dem Gegner abzuluchsen, aber oft steht er da, spielt mit seinem Käppi oder seinem Trikot, er sitzt auch mal auf dem Boden, während das Spiel weitergeht und ich immer innerlich bange, dass wegen ihm jetzt kein Tor reingeht. Wir werden sehen, wie es mit seinem Fußballverein weitergeht (er wurde ja eh in eine jüngere Gruppe abgeschoben und nun hat auch noch der Trainer der älteren Kinder aufgehört…) oder ob er das Glück hat, bei einem anderen Verein, bei dem wir zum Probetraining waren, nachzurücken. Noch ein Nachtrag zur Fußball-WM. Das Finale durfte Tenzin gucken. Ich schwächelte als erste und ging nach der regulären Spielzeit ins Bett, Tenzin versuchte es noch weiter, aber war dann auch zu müde und verpasste damit das entscheidende Tor.)

Ab Dienstag habe ich Urlaub. Drei Tage bin ich allein mit den Kindern zu Hause. Zwei Arztbesuche stehen an, ansonsten möchte ich gerne auch Freunde besuchen und vielleicht noch einmal aufs Beerenfeld, um Blaubeeren zu pflücken. Freitag ist Feiertag (Mariä Himmelfahrt), ein Glück, dass wir in Bayern wohnen. Sonntag fahren wir alle vier nach Heiligenstadt, in meine Geburtsstadt und die Stadt meiner Kinder-Ferien-Großeltern-Zeiten. Ich will so viel anschauen, weiß gar nicht, ob wir das alles schaffen. Nach einer Woche fährt Gendun zurück und ich mit den Kindern nach Berlin, wo ich Tenzin abliefere, der dann bei Berlin-Oma und Opa Siggi bleibt und auch noch zwei Tage bei Oma Doris und Locken-Opa in Petershagen ist. Ich bin mir sicher, dass sich die Großeltern wieder tolle Sachen überlegt haben. Ich weiß schon, dass Opa Siggi mit ihm radeln will und die Petershagener Großeltern vielleicht zum Baden. Ich bin gespannt, was Tenzin dann erzählt. In den letzten Ferientagen geht Tenzin wieder in den Hort, bis auf vier Tage Workshop zu den Multiples von Joseph Beuys bei mir im Museum. Also, ich denke, er kann sich nicht beschweren.

Ein paar Worte zu Yangzom. Im Kindergarten war seit Jahresanfang ein ziemlich großer personeller Wechsel bei den Erzieherinnen, auch viele Kinder sind weggegangen und neue hinzugekommen. Eine zeitlang weinte sie jeden Morgen, wenn ich sie in den Kindergarten brachte, was mir natürlich jeden Morgen fast das Herz brach. Jetzt endlich, seit dieser Woche, läuft sie wieder, wie ich es vom letzten Jahr kannte, allein in ihre Gruppe rein und ist ganz zufrieden und ich kann viel beschwingter in die Arbeit gehen. Mittlerweile ist sie windelfrei!!! Welche eine Erleichterung. Leider und komischerweise singt sie zurzeit gar nicht mehr so viel. Manchmal gibt es schwierige Phasen, wenn sie zum Beispiel den Teller oder die Tasse haben möchte, die sie gerade nicht hat und dann möchte sie doch wieder das alte Geschirr. Oder manchmal muss sie nachts innerhalb einer halben Stunde fünfmal auf die Toilette. Ich versuche nun, verstärkt konsequenter zu sein und es zeigen sich erste positive Ansätze. Manchmal denke ich mir dann, dass die Arbeit durchaus auch als Erholung angesehen werden kann oder zumindest als Familienauszeit.

Der erste Monat mit Vollzeitarbeit vorbei. Wir sind immer noch am Eingewöhnen, würde ich sagen. Gendun holt nun Yangzom immer ab und ich komme dann abends direkt nach Hause. Momentan habe ich noch das Glück, genug Überstunden zu haben, um nicht täglich volle acht Stunden arbeiten zu müssen. Derzeit ist es im Büro, was die externen Anfragen angeht, ziemlich ruhig. Dafür kommt es intern wohl zu einigen größeren Änderungen, die irgendwie die Arbeit „belasten“. Was natürlich eine zusätzliche Belastung darstellt. Manchmal hätte ich gerne abends eine halbe Stunde Ruhepause (im wahrsten Sinne des Wortes). Ich muss sie endlich auch mal einfordern, was aber dann auch wiederum hieße, dass sich mein wirklicher Feierabend noch weiter nach hinten verschiebt.

Zum Schluss noch ein bisschen Kindermund: Yangzom sagt Springhaufen anstatt Springbrunnen. Ansonsten plappert sie sehr viel. Und wenn dann beide Kinder am Tisch sitzen und plappern… (Ehrlich gesagt, gibt es Momente, in denen ich mir am liebsten die Ohren zuhalten möchte.) Letztens lag ich mit den Kindern im Bett und meinte (aus irgendeinem Grund): „Yangzom ist die Größte, Tenzin ist der Größte, Papa ist der Allergrößte. Und die Mama? Die ist auch die Allergrößte.“ – Worauf Tenzin antwortet: „Nein, Mama, Du bist unser aller Herzblatt. Das passt besser!“ Und irgendwann zog ich mal meine Sandalen mit einem kleinen Absatz an, worauf Tenzin sagte: „Deine Beine sind ja richtig schlank mit den Schuhen!“ Kompliment oder sollte ich versuchen, irgendetwas zu machen, damit die Beine wieder schlanker werden?

So, nach dem Urlaub gibt es mehr.

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