News Mai 2014

Mittlerweile ist Gendun wieder seit fast zwei Monaten zu Hause. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Ich habe mir diesmal für meine News wieder eine lange Stichpunktliste gemacht, aber leider funktioniert unser WLAN am PC derzeit nicht und mir war es zu mühselig, die News am iPad zu schreiben, aber nun tippe ich doch hier.

Während Gendun in Tibet war, bekam Tenzin sein erstes Zeugnis. In der ersten Klasse gibt es ja noch keine Noten, dafür viel Text. Ich muss sagen, dass ich richtig stolz auf Tenzin war und bin, weil er ein wirklich gutes, nein, eigentlich ein sehr gutes Zeugnis nach Hause gebracht hat. Hoffentlich bleibt es so.

Am letzten Wochenende vor Genduns Rückkehr haben wir noch einen Ausflug nach Ohlstadt gemacht und dort eine befreundete Familie besucht, die einen Jungen in Tenzins Alter und ein Mädchen in Yangzoms Alter haben. So passt es nicht nur für die Mütter, sondern auch für die Kinder, wenn man sich trifft. Das ist immer sehr angenehm und unkompliziert und einfach schön. Während die Jungs sich irgendwo verkrümelten und die andere kleine Tochter schlief, gingen wir drei Damen spazieren, ich in der Hoffnung, dass Yangzom irgendwann im Kinderwagen einschlief, was dann auch nach länger Zeit passierte. Aber die Runde war schön – bei dem herrlichsten Sonnenschein und mit einem wunderbaren Blick auf das Wetterstein. Das Bild davon ist immer noch mein Bildschirmschoner am PC und erinnert mich immer wieder an einen schönen Tag.

Der Fasching fiel auch in Genduns Abwesenheit. Tenzin wollte als Jedilehrling gehen. Ich habe auch dieses Jahr wieder etwas genäht, diesmal einen Umhang mit Gürtel. In die Schule konnte Tenzin sein Kostüm anziehen. Zum Hortfasching bzw. zu seinem letzten Schultag vor den Faschingsferien musste ich ihn leider wegen Krankheit abmelden. Auch Yangzom, der ich zum Glück zum Fasching nur ein T-Shirt bemalt hatte, konnte aus Krankheitsgründen nicht zum Kindergartenfasching, aber zum Glück weiß sie ja noch gar nicht, was Fasching ist.

Seit wir nun zu viert sind und Yangzom etwas größer und beweglicher ist und damit auch mehr draußen im Sand spielt, habe ich immer unendlich viel Wäsche zu waschen. Wenn dann Bettwäsche und Handtücher hinzukommen, habe ich den Eindruck, gar nicht mehr aus dem Waschen herauszukommen und Gendun fragt mit dann in regelmäßigen Abständen, ob ich jeden Tag waschen muss. Einmal habe ich sogar die Bettwäsche in die Wäscherei gebracht. Aber nun habe ich den Trockenraum im Keller entdeckt. Was für eine Wohltat, wenn man wenigstens die großen Teil nicht mehr in der Wohnung aufhängen muss. Und vor allem kann man dann mehrere Maschinen hintereinander laufen lassen.

In meinem Weihnachtsbrief hatte ich versucht, mir einen Rückblick über die 2013 gelesenen Bücher zu verschaffen. Dieses Jahr versuche ich mir gleich aufzuschreiben, welche Bücher ich lese. Es sind wieder viele Schmöker dabei, die mich in ferne Zeiten und an ferne Orte bringen. Manchmal weiß ich nicht, ob sie mir gegen Fernweh helfen oder ob sie nicht doch vielleicht das Fernweh schüren. Aber letztlich sind es doch ganz andere Welten und wir leben im Hier und jetzt. Gerade zum Schluss habe ich „die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami gelesen. obwohl ich Japanologie studiert habe, muss ich gestehen, dass es mein erstes Buch dieses Schriftstellers war, weil mich die Rezensionen seiner anderen Bücher überhaupt nicht ansprachen. Aber diesmal stand immer dabei, dass dieses Buch anders sei als die anderen. das kann ich natürlich beurteilen, aber gefallen hat mir das Buch wirklich.

Yangzom entwickelt sich zu einer kleinen Prinzessin, nicht immer zum Vorteil bzw. Einfachen für uns, aber doch auch immer wieder zum lächeln. Sie ist wählerisch, was ihre Kleidung angeht und es kommt regelmäßig zu Kämpfen, wenn sie bei schönstem Sonnenschein Gummistiefel anziehen möchte oder eine dicke Jacke, gegen Mützen wehrt sie sich schon lange. Aber gerade letzte musste ich ihr Winterhandschuhe anziehen. Ich gebe zu, dass es morgens noch frisch ist, aber so nun auch nicht und mittags waren zwanzig Grad vorhergesagt. Jetzt kann man ihr auch schon Spängchen in die Haare und Zöpfe machen. Es hält nicht lange, sie rupft es schnell wieder raus. Aber ich finde es immer wieder süß und kaufe ihr das Zeug gerne, auch wenn es vielleicht nicht sehr feministisch ist, einem kleinen Mädchen diese süßen Mädchensachen zu kaufen. Gendun will Yangzom die Haare auch dieses Jahr wieder abrasieren, weil man das so bei ihm zu Hause macht. Bis jetzt konnte ich mich noch durchsetzen. Ich hoffe, es bleibt so.

Beim Essen ist sie auch nicht sehr einfach. Vielleicht muss man sagen, war. Es ist alles im Fluss, das heißt in diesem Fall, es wird langsam besser. Eine zeitlang hat sie eher mit und bei dem Essen herumgespielt, wollte ein Brot spielen, aber es nicht essen, wollte anderes Besteck, aber dabei war sie dann auch nicht konsequent, mal sollte es das Erwachsenenbesteck sein, dann wieder ein Plastiklöffel. Sie aß wie ein kleiner Spatz. Ich bin diejenige, die versucht einigermaßen konsequent zu sein, leider zieht Gendun da nicht immer so mit, wie er sollte. Klar, man möchte sein Kind ja auch nicht verhungern lassen, aber diese Geziere und Gezicke ist auch nicht gerade erbaulich. Aber mittlerweile isst sie gut, zumindest mittags und abends. Wahrscheinlich müssen wir irgendwann aufpassen.

Momentan läuft bei uns alles ziemlich geregelt nach festen Strukturen und Zeiten. Ich versuche, um sechs aufzustehen, um die diversen Brotzeiten herzurichten. Gegen halb sieben gibt es Frühstück, wobei Yangzom da meist nichts isst. Gegen 15 Uhr hole ich Yangzom ab. Wenn Tenzin kein Fußballtraining hat, ist er gegen 17:15 zu Hause, 18 Uhr gibt es Abendessen, dann Sandmännchen für Yangzom und die Geschichte danach für Tenzin. Während Tenzin seinen Film schaut, lese ich Yangzom vor, danach ist Tenzin dran. Am Wochenende kommt noch das Mittagessen hinzu, manchmal durchaus schom um 12 Uhr, damit Yangzom ihren Mittagsschlaf machen kann. Aber das ist nur die Grundregel, wenn Tenzin Training oder ein Spiel hat, läuft es natürlich doch auch anders, oder wenn wir bei schönem Wetter am Nachmittag länger draußen sind.

Und unser Großer? Geht zur Schule. Seit den letzten News hatte er bereits zweimal Ferien – Faschings-/Winterferien und Osterferien. Er geht weiterhin zum Fußballtraining und hatte auch ein paar Spiele. Seine Mannschaft hat bisher immer verloren. Er gehört leider nicht so zu den starken Spielern, träumt manchmal auf dem Spielfeld, träumt aber auch davon, zumindest ein bisschen, Profi zu werden. Wir wissen gar nicht so richtig, wie es weitergehen soll. Die Trainerin bzw. die Verantwortliche für die Anfänger ist nicht sehr motivierend, sagt manchmal auf etwas ungeschickte Weise, was nicht so gut war. Es gibt noch einen Trainer, der wird irgendwann die Jungs vom Jahrgang 2007 übernehmen. Und die 2006er – wurden ja teils, wie Tenzin aus der „richtigen“ 2006er Gruppe aussortiert, aber für die ist dann nach dem Sommer kein Trainer. Keine Ahnung, wohin sie dann kommen, wieder in die 2006er Gruppe. Mittrainieren könnten sie bei den Kleinen, aber dann könnten sie nicht zu Spielen gehen, was zumindest Tenzin schon auch wichtig ist. (Wir als Eltern könnten darauf durchaus verzichten, am Samstag in der Früh irgendwo auf einem Fußballplatz zu stehen.) Ich habe Tenzin für die Sommerferien zu einem dreitägigen Fußballcamp angemeldet, mal sehen, ob das etwas bringt (außer dass es einiges an Geld nimmt J). Ansonsten müssen wir einfach in einem Jahr uns anders orientieren. Ein anderer Verein kommt leider derzeit nicht in Frage, da es für uns erreichbar sein muss.

In der Osterferienwoche war ich mit den Kindern in Berlin bei meinen Eltern, zuerst einige Tage bei meiner Mutter in Lichterfelde, dann einen Tag bei meinem Vater in Petershagen. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter. So konnten die Kinder zweimal im jeweiligen Garten Ostereier suchen. Yangzom wusste bei der ersten Suche noch gar nicht so richtig, was wir (oder der Osterhase) von ihr wollten. Aber das ist doch immer viel schöner als eine Suche in der Wohnung. Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder mal mit unseren Eltern in irgendeinem Wald waren und dort Ostereier suchen sollten, aber wir konnten gar nicht alles mitnehmen, weil sich unsere Eltern nicht mehr erinnerten, wo sie alles versteckt hatten.

Am letzten Samstag war ich mit Tenzin zum ersten Mal auf einem Flohmarkt. Ich wollte nicht mehr benötigte Kinderkleidung verkaufen und Tenzin wollte ein paar seiner Autos verkaufen. Für mich bedeutete das eine fast dreistündige Vorbereitung inkl. Muffins backen für unseren Kindergarten, der den Flohmarkt veranstaltete, und am Verkaufstag selbst standen wir drei Stunden da und versuchten, unsere Sachen loszuwerden. Letztlich waren es wohl 30 Verkäufer und nicht so sehr viel Besucher. Wir haben vielleicht die Hälfte verkauft und die Einnahmen hätten um einiges besser sein können. Der zeitliche Aufwand rechtfertigte den Erlös nicht wirklich. Aber wir sind doch einiges losgeworden und den Rest haben wir in die Kleidersammlung gegeben. Ob ich es noch einmal mache, weiß ich nicht. Das viele Kleingeld liegt nun in der Schublade und wartet darauf, für Eis oder Taschengeld ausgegeben zu werden.

Mit unseren beiden Kindern bin ich in Kindergarten, Schule und Hort – nicht nur als normales Elternteil, sondern beim Kindergarten sowieso, da es ja eine Elterninitiative ist und die eigene Mitarbeit gefordert ist. Bei den „Bärchen“ sind 45 Elternstunden im Jahr Pflicht, jede nicht geleistete Elternstunde muss bezahlt werden. Bis jetzt habe ich es zum Glück immer geschafft und mir wurde noch keine Rechnung gestellt. Bei den Bärchen engagiere ich mich mehr oder weniger erfolgreich in der „Pädagogikgruppe“ – neben den sich wiederholenden Pflichtaufgaben wie Bettwäsche waschen, Oberflächenreinigung, Gartenarbeit etc. Aber auch bei Schule und Hort, auch bei den städtischen Einrichtungen, geht ohne Beteiligung der Eltern nichts. Ich habe mich dieses Jahr auch als eine von zwei Klassenelternsprechern ernennen lassen und gehe abwechselnd zu den Elternbeiratssitzungen (die leider immer länger als zwei Stunden gehen). So bekomme ich vieles mit, was ich vielleicht gar nicht immer so genau wissen möchte. An vielen Schulen gibt es Fördervereine, die bei bestimmten Aktionen und Projekten finanziell unterstützen. Der Hort bittet um Kuchenspenden für den Flohmarkt, um von dem Erlös eine Tischtennisplatte kaufen zu können. Für den Kindergartenflohmarkt habe ich auch Muffins gebacken. Dieses Geld wird auch für Anschaffungen verwendet. Der Elternbeirat bat um Kaffee- und Kuchenspenden für die Schuleinschreibung und jetzt für das Maifest. Auch dieses Geld kommt den Schülern zu Gute. Und bei offenkundig anstehenden Sanierungen (WC’s und Fenster müssten dringend erneuert werden an unserer Schule) schieben sich (ähnlich wie bei der Hortsituation) Stadt und Land die Verantwortlichkeiten zu und nichts passiert. Einfach gemütlich zu Hause etwas machen, geht für Eltern eigentlich gar nicht.

So, nun steht ein verlängertes Wochenende ins Haus. Da der Kindergarten am Freitag (nach dem 1. Mai) geschlossen hat, bin ich mit Yangzom zu Hause.

Das Wetter wird leider erst zum Sonntag wieder schön, glaube ich. Aber vielleicht schaffe ich es ja doch mal wieder, meine Beine durch den Westpark zu bewegen.

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