News 2012 – übernommen von www.pankeanke.de

Februar 2012

Es war wieder eine lange Pause nach meinen letzten News. Fast vier Monate. In denen auch einiges passiert ist, immerhin lagen schon allein zwei Feiertage dazwischen – Weihnachten und Silvester und dann auch noch Fasching.

Weihnachten war meine Mama zu Besuch. Diesmal gab es natürlich wieder eine Tieftemperaturgans, die über Nacht im Ofen blieb und sehr lecker war. Und ich habe zum ersten Mal einen Weihnachtsbaum (ich weiß, in Bayern heißt es natürlich „Christbaum“) gekauft, wenn auch einen sehr kleinen, er war sogar noch kleiner als Tenzin. Für diesen Weihnachtsbaum mussten wir dann noch an die Isar und Steine einsammeln, weil ich natürlich keinen Ständer dafür hatte und wir den Baum in einen Blumentopf stellten und die Steine ihn halten sollten, was sie auch sehr gut taten. Einen Tag musste ich noch arbeiten. Den nutzten meine Mutter und Tenzin, um in die Krippenausstellung zu gehen und zu basteln – Fensterschmuck und Baumschmuck usw. Silvester haben wir mehr oder weniger verschlafen. Tenzin wollte zwar geweckt werden, aber ich habe ihn partout nicht wach bekommen. Natürlich war das Theater am nächsten Morgen groß, als er das realisierte Aber ich hätte ihn wahrscheinlich kalt abduschen müssen, um ihn wach zu bekommen. Da auch Gendun schlief, legte ich mich auch ins Bett und las noch etwas.

Danach war ich mit Tenzin noch für drei Tage bei einer Freundin im Allgäu, die ich schon ewig nicht mehr gesehen hatte. Sie hat zwei größere Kinder (7 und 11, glaube ich), mit denen Tenzin jedoch gut spielen konnten. Einen Tag waren wir sogar beim Ski fahren. Da im Juni unser zweites Kind kommen soll, habe ich nur zugeschaut, aber Maria hat die Skilehrerin für Tenzin gemacht. Erst musste er im Parallelschritt auf den Skiern den Hang ein paar Mal hochstapfen, was ganz schön schwierig für ihn war. Aber dann zum Schluss, als sie auch ein paar Mal mit ihm den so einem Ziehlift hochgefahren ist und dann konnte er runterrutschen, das klappte schon ganz gut. Sehr erstaunt war ich dann, als ich Tenzin bei einem Skikurs beobachtete, den er zusammen mit vier anderen Kindergartenkindern für einen Tag am Brauneck belegte. Der Skikurs dauerte vier Stunden (inkl. Mittagessen). Tenzin kam in keine reine Anfängergruppe, sondern zu einer Gruppe mit Kindern, die an einem Ziehlift immer hochfuhren und dann im Slalom runter. Als ich dort ankam, fuhr er immer wieder allein mit diesem kleinen Lift hoch und in Kurven den Hang runter, konnte die Pizza (früher sagte man „Schneepflug“), konnte Kurven und Bremsen. Und er war so enttäuscht, als der Kurs dann schon vorbei war.

Dieser Skikurs fiel in die einzige Winterzeit dieses Jahr in München. Zwischenzeitlich war es so kalt, dass der Skikurs um eine Woche verschoben wurde. Aber es war vielleicht ein bis zwei Wochen so richtig kalt, in dieser Zeit fiel auch Schnee, so dass wir einmal Schlitten fahren konnten und ich Tenzin zweimal mit dem Schlitten in den Kindergarten bringen konnte. Das erinnert mich an den letzten Sommer, der so wenig von Sommer hatte und in dem wir auch nur zwei- oder dreimal baden waren. Mal sehen, wie es dieses Jahr wird.

Dieses Wochenende sind meine Männer in Paris. Das erste Mal bin ich allein in München ohne Tenzin und ohne Gendun. Wenn ich sonst verreiste, war doch immer Tenzin dabei. Ich habe nichts gemacht, außer Babywäsche waschen, einkaufen und putzen, aber alles ruhiger und mit mehr Pausen, ohne Stress. Das tat auch mal gut. Ich hatte mir eine DVD ausgeliehen, meine Bücher aus der Bibliothek hatte ich leider schon vorher ausgelesen. Morgen früh um Sieben werde ich sie kurz am Bahnhof treffen, bevor ich zur Arbeit gehe.

Da ich oben Fasching erwähnte, muss ich natürlich auch noch erzählen, dass Tenzin als Teufel ging. Den roten Umhang habe ich selbst genäht. Die Maske haben wir zusammen gebastelt und auch den Schwanz. Ein schwarzes T-Shirt bekam er von mir. Und schon war das kleine Teufelchen fertig.

Kinder, in meinem Fall Tenzin, sind ein unerschöpfliches Thema für alle Lebensbereiche. Wenn Tenzin die Treppe runtergeht und mir dabei etwas erzählen will, bleibt er meistens stehen. Dies bevorzugt, wenn ich losgehen möchte und ich mir dann immer denke, ich kann doch auch im Gehen reden. Und ich frage mich dann immer, ob es dieses Nicht-Multitasking-Ding von Männern ist? Aber letztens kam mir dann auch der Gedanke, dass doch eigentlich auch das mit der Achtsamkeit, das die Buddhisten immer anbringen, dahinterstecken könnte – nämlich dass man in diesem einen Moment auch nur das eine machen soll. Wenn ich erzähle, dann erzähle ich und mache nichts anderes. Und eigentlich hat er ja Recht. Warum soll er sich stressen. Und warum soll er nicht mal mich zur Pause zwingen, um ihm zuzuhören.

Und auf dem Weg zum Kindergarten hat Tenzin einen Lieblingsweg, der natürlich nicht der kürzeste ist. Ich möchte ja immer schnell zur Arbeit, um auch schnell zu Hause zu sein abends und bevorzuge deshalb den geraden Weg an der großen Straße entlang. Tenzin möchte gerne den kleinen Weg, der durch die kleine Wohnsiedlung durchführt. Ich fragte ihn dann, warum er immer dort entlang gehen möchte. Worauf er mir antwortete, dass der gerade Weg einfach langweiliger sei. Auch hier hat er natürlich vollkommen Recht.

Ich bin gespannt, was mir meine Männer morgen Abend erzählen werden von ihrer Parisreise. In zwei Wochen dann fährt Tenzin schon wieder los. Diesmal mit mir zusammen nach Berlin. Wir haben meinen Vater lange nicht gesehen, und ich möchte diese Reise auch machen, so lange es von meiner Seite aus gut geht. Wir bleiben ein Wochenende bei meinem Vater, fahren dann für drei Tage nach Warnemünde, weil Tenzin so gerne einmal die Ostsee sehen (und eigentlich natürlich auch darin baden) möchte und dann bleiben wir den Rest bei meiner Mutter. Es ist schön, mit Tenzin diese Reise machen zu können, bevor das Baby da ist und er seinen Status als Einzelkind verliert.

Wir sind gespannt, was die nächste Zeit und das nächste Jahr uns bringen wird. Babysachen sind alle schon in den Schrank eingeräumt, der Kinderwagen muss auf Vordermann gebracht werden. Für die Zeit im Krankenhaus muss alles organisiert werden. Und dann beginnt das Leben zu viert!

26. Februar 2012

Juli 2012

Jetzt sind wieder vier Monate vergangen, seit ich das letzte Mal geschrieben habe und in der Zeit ist viel passiert, sehr viel. Ich fange mal mit Tenzin an bzw. einem Kindermund-Zitat. Ich weiß gar nicht mehr, warum mich Tenzin gerade danach fragte (wahrscheinlich hatte jemand im Kindergarten davon erzählt), aber er fragte mich folgendes: „Was ist ein Zombie?“ Nun kenne ich mich mit diesen Figuren nicht wirklich gut aus, überlegte eine Weile und antwortete: „Ein Untoter.“ Natürlich kam die Gegenfrage, was denn ein Untoter sei. Und ich erwiderte: „Ein Toter, der nicht tot ist.“ Grübeln und Nachdenken auf der Gegenseite und Tenzins dritte Frage lautete dann: „War Jesus dann ein Zombie?“ Worauf ich mich beeilte, dies zu verneinen. Zum Glück war das Thema damit erst einmal beendet und ich musste mich nicht auf philosophische Diskussionen einlassen. Denn Zombies sind zwar u.a. zum Leben erweckte Tote und Jesus ist auch von den Toten wieder auferstanden, aber mehr Gemeinsamkeiten sehe ich da dann doch nicht.

Zurück zum „normalen Leben“. Tenzin und Gendun waren in Paris bei Genduns Bruder und hatten dort eine schöne Zeit. Im März gingen Tenzin und ich noch einmal auf Reisen. Wir wollten die beiden Großeltern in Berlin besuchen und an die Ostsee fahren. Zuerst waren wir ein Wochenende bei meinem Vater und Doris in Petershagen. Papa lud uns in den Zirkus ein, der dort gerade gastierte. Es war ein etwas eigenartiger und abgehalfterter Zirkus. Die Artisten waren teils Schüler eine Zirkusschule, die noch etwas dilettantisch ihre Kunststücke darboten. Das Ganze jedoch für einen im Verhältnis ziemlich hohen Eintrittspreis, den Papa bezahlen musste. Dann wurde noch mit einem Streichelzoo und Kamelreiten extra Geld gemacht. Papa und ich konnten eigentlich nur erstaunt den Kopf schütteln, aber Tenzin war trotzdem begeistert. Ich erinnere mich noch an die leckere Ente, die für uns gekocht wurde. Von Petershagen ging es dann weiter mit dem Zug nach Warnemünde, dort hatte ich in der Jugendherberge ein Familienzimmer reserviert. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal in einer Jugendherberge geschlafen habe. Als Schülerin oder als Studentin? Jetzt nun also als Mutter mit Kind. Und ich muss sagen, es ist okay. Das Zimmer mit zwei Doppelstockbetten war groß genug, es gab ein eigenes Badezimmer. Die Halbpension war jetzt kein Sterne-Menü, aber essbar und reichlich. Und die Jugendherberge in Warnemünde liegt direkt am Strand. Man muss nur über die Straße, dann die Dünen runter und schon ist man am Wasser. Tenzin wollte natürlich in der Ostsee baden, aber dafür waren wir zu früh dran. Er wollte auch Drachen steigen lassen, aber da ich ihm bereits ein Windrädchen gekauft hatte, gab es nun keinen Drachen mehr. Aber dafür bastelten wir uns einen tollen aus einer alten Einkaufstüte und Packband. Und der kreiselte so herrlich, dass wir uns köstlich darüber amüsierten. (Den Drachen brachte dann der Osterhase. Und dank des Aprilwetters an Ostern konnte der auch gleich ausprobiert werden.) Wir waren also öfter am Strand und haben (kleine) Muscheln gesammelt, haben uns vom Wind durchpusten lassen, haben im 3D-Kino ein Film über Korallenriffe gesehen (zu wenige gefährliche Tiere für Tenzin) und haben Fischsemmeln gegessen. Von Warnemünde ging es zurück nach Berlin zu meiner Mutter und Siegfried. Meine Mutter verwöhnte uns und lud uns zum Frühstück und mich zur Fußpflege ein. Einen Nachmittag / Abend traf ich mich mit Gesine. (Tenzin war etwas beleidigt, dass er nicht mitkommen durfte, aber es war wirklich auch mal schön ohne Begleitung.)

Tenzin geht nun seit ein paar Wochen zum Fußballtraining. Da ich überhaupt kein Fußball-Fan bin und auch keinerlei Regeln kenne, hatte ich Tenzin vorgeschlagen, er solle doch nicht nur zum Fußball-Probetraining, sondern auch Karate ausprobieren. Er hat auch beides ausprobiert, aber Fußball war einfach schon immer der Favorit und blieb es auch. Er hätte gerne beides gemacht, aber er musste sich für eine Sportart entscheiden. Es soll ja für uns alle auch machbar bleiben. Nun geht er jeden Montag zum Training, momentan meist mit Gendun. Die beiden gehen auch oft am Wochenende auf einen Fußballplatz hier bei uns in der Nähe und spielen zu zweit und mit anderen Jungs dort. Wie das Training langfristig wird, das wird sich zeigen. Es sind ja ehrenamtliche Trainer und eigentlich auch viel zu viele Kinder. Und die Trainerin meinte letztens zu Gendun, ob Tenzin denn auch mal im Fernsehen Fußball guckte, um die Regeln zu lernen. Als Gendun mir das erzählte, dachte ich mir, das sei doch ihre Aufgabe, den Kindern die Regeln beizubringen. Die Fußballspiele, jetzt auch zur Europameisterschaft, kommen / kamen jedoch meist so spät, da ist Schlafenszeit für Tenzin. Für uns ist es wichtig, dass Tenzin viel Spaß daran hat, dass der Verein bei uns in der Nähe ist. Na ja, und Gendun träumt davon, dass Tenzin einmal Profi wird. (Da sind die Prioritäten bei Gendun und mir doch etwas anders, aber er sieht es jetzt auch nicht so verbissen.) Tenzin hat zwar noch nicht viele Fußballspiele gesehen, aber die Nationalspieler kennt er natürlich durch die diversen Sammelkarten. Mario Gomez hat es ihm da angetan, weil der so viele Tore geschossen hat. Aber auch dessen Frisur. Als ich nach der Entbindung im Krankenhaus war, entdeckte Tenzin im Badezimmerschrank ein Haarspray, das meine Mutter falsch gekauft und bei uns gelassen hatte. (Warum ich es nicht gleich entsorgt hatte, weiß ich nicht, denn so mussten wir erst einmal durch ein paar Diskussionen mit Tenzin.) Jedenfalls wollte Tenzin dann immer mit einer Gomez-Frisur in den Kindergarten. Und dabei hatte er Glück, dass er mit Gendun allein zu Hause war, der ihm das erlaubte, dafür aber die Diskussion hatte, dass Tenzin nun mit der tollen Frisur aber nicht den Fahrradhelm aufsetzen wollte, da die Frisur ja dadurch zerstört würde. Eine meiner ersten Aktionen zu Hause war dann mit Tenzin zu besprechen, dass er einmal in der Woche mit eingesprayten Haaren in den Kindergarten darf (zumal ich eh der Meinung bin, dass Kindergartenkinder noch kein Haarspray oder Haargel brauchen).

Im Juni war wieder die Blockhüttenfahrt vom Kindergarten, diesmal sogar drei Nächte. Wir hatten ja immer gehofft, dass in dieser Zeit unser Kind auf die Welt kommen würde, weil wir dann keine Betreuung für Tenzin organisieren müssten. Ich hatte zwar etliches angeleiert – Übernachtungsmöglichkeiten für Tenzin, Abholmöglichkeiten, Mitfahrgelegenheiten etc., aber wir mussten wirklich nichts davon in Anspruch nehmen. Denn in der ersten Nacht allein ging es los. Morgens um zwei wurde ich wach. Um vier waren wir im Krankenhaus. Nach dem CTG ging Gendun erst einmal ganz normal in die Arbeit. Bei mir wurde noch getestet, ob es nun ein Blasensprung ist oder nicht. Am frühen Nachmittag wurden dann die Wehen eingeleitet. Und am nächsten Morgen um acht war es dann soweit. Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg. Nachmittags spazierte ich noch ganz optimistisch über den Mini-Krankenhaushof, immer im Kreis herum. Später kam noch eine Freundin, die bis 23 Uhr blieb, bis Gendun von der Arbeit kam. Nun, ich will die Details hier ersparen. Im Gegensatz zu Tenzins Geburt war es diesmal eine spontane. Es war eine interessante, wenn auch sehr, sehr schmerzhafte und langwierige Erfahrung. Unterstützt von insgesamt vier Hebammen (im Laufe des Tages) und Gendun, der wirklich bis zum Schluss bei mir blieb. Aber am 14.06., um 08:06 Uhr, war es dann soweit: Unsere Tochter Yangzom Annelie erblickte das Licht der Welt (bzw. das schummerige Licht des Kreißsaals).

Gendun hatte drei Wochen Urlaub. Übermorgen muss er wieder anfangen zu arbeiten. Die ersten Tage waren wir noch allein. Dann stieß Tenzin wieder zu uns. Er hat zwar manchmal so kleine Eifersuchtskrisen, weil er sich vernachlässigt fühlt, aber wir bekommen das immer besser hin. Und er ist ein toller Bruder, will immer mit Yangzom kuscheln, sie auf den Arm nehmen, tragen, wickeln (außer Po sauber machen), er singt ihr etwas vor usw. Da können wir uns nicht beschweren. Durch Genduns Urlaub war alles natürlich viel einfacher und weniger stressig. Er brachte Tenzin in den Kindergarten und holte ihn ab, ging einkaufen. Ab Montag ist das dann wieder mein Job. Ich bin gespannt, wie sich alles einspielen wird.

Drei Wochen nach Yangzoms Geburt hatten wir (am Donnerstag) unseren achten Hochzeitstag und haben ihn mal wieder vergessen, bis meine Mutter anrief und uns gratulierte. Da das Wetter so schön waren, entschieden wir uns spontan zu einem Picknick im Westpark (mit beim Tengelmann eingekauften Leckerheiten) und holten dann am Nachmittag noch Tenzin dazu. Tja, im Dezember kennen Gendun und ich uns zehn Jahre, im Oktober wird Tenzin sechs Jahre alt und seit drei Wochen sind wir nun zu viert. Das ist doch eine ganz schöne Bilanz. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

07. Juli 2012

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