News 2010 – übernommen von www.pankeanke.de

Januar 2010

Die Weihnachtszeit birgt für Nichtbayern bzw. für die Nicht-Bairisch-Sprechenden Bewohner schon so seine Tücken. Das merkte ich mal wieder während unserer Weihnachtsfeier, als ich zwischen drei bayrischen Damen saß. Und als in einer Rede Rotkohl gesagt wurde, hieß es gleich: „Das heißt doch Blaukraut!“ Und dann ging es weiter mit Weihnachtsbaum und –markt bzw. Christbaum und Christkindlmarkt. Heute waren wir bei einer Freundin Tenzins. Als ich sie fragte, was sie denn vom Weihnachtsmann bekommen hätte, sagte sie mir, dass zu ihr der Weihnachtsmann nicht gekommen sei. Die Mutter half mir dann netterweise auf die Sprünge und erwähnte das Christkind. Dann erst zählte mir das Mädchen seine Weihnachtsgeschenke auf. Aber da ja nun auch „unser“ Erzbischof Marx meinte, dass wir den Weihnachtsmann nicht bräuchten und dafür lieber an den Heiligen Nikolaus denken sollten, ob ich mich nun doch noch umgewöhnen soll. Mit den ostdeutschen Wörtern Ein-Raum-Wohnung und Plastik ist es mir ja schon gelungen. Trotzdem ist der Weihnachtsmann irgendwie tief verwurzelt in mir. Aber ich lebe ja auch schon über die Hälfte meines Lebens in Gesamt-, also quasi Westdeutschland, dagegen erst ein gutes Drittel meines Lebens in Bayern.

A propos Weihnachten und DDR – Weihnachten muss ich mich immer an meine Kinderheit erinnern, wie wahrscheinlich viele. Dieses Jahr gab es bei uns einen winzigen Weihnachtsbaum, pardon Christbaum – etwa vierzig cm hoch, im Topf. Ich glaube, er hieß Zuckertanne. Beim Kauf musste ich daran denken, wie meine Mutter Nanne und mich am 23. oder 24. Dezember losgeschickt hat, einen Weihnachtsbaum zu kaufen. Vielleicht war Mama auch dabei. Natürlich gab es zu diesem späten Zeitpunkt keine schönen mehr. Jedenfalls haben wir dann zwei „Krücken“ gekauft, die dann zusammen gebunden doch noch einen schönen Weihnachtsbaum hergaben. Es gab bei uns damals auch nur einmal im Jahr, nämlich zur Weihnachtszeit, Orangen und Bananen, für die man sich immer anstellen musste. Und dann gab es immer leckeren Obstsalat. Und wenn unsere Mutter uns unsere Frühstückspäckchen machte, schälte sie die Orangen immer schon vor, indem sie die Schale wie Blütenblätter einschnitt und anschälte, aber dranließ, genauso wie ich es nun auch manchmal mache. Oder im Winter, wenn Mama bei uns immer im Zimmer morgens einheizte, damit es schon kuschelig war, wenn wir aufstanden. Jaja, die Kinderzeit…

Unsere Weihnachten waren dieses Jahr sehr schön. Meine Mutter kam am 19. Dezember zu uns. Ich hatte ihr angedroht, dass wir gerne eine Weihnachtsgans machen wollen. Sie war erst gar nicht begeistert. Auf Empfehlung eines Kindergartenpapas machten wir dann eine Niedertemperaturgans, die bei 80 Grad die ganze Nacht im Ofen war. Am 23. schmückten wir dann unseren kleinen Weihnachtsbaum. Während Tenzin mittags schlief, legten wir alle Geschenke darunter bzw. davor. Dann wurde Tenzin geweckt. Es war schön, wie begeistert er alle Geschenke (nicht nur seine) auspackte und wie er sich wirklich über jedes große und kleine Geschenk freute. Während der Zeit wurde die Gans noch einmal warm gemacht und dann verputzt, mit Blaukraut für die Damen und Sauerkraut für die Herren. Warum wir noch Kartoffeln dazu machten, weiß ich nicht, denn die wurden kaum beachtet. Aber die Gans war auch einfach viel zu lecker. Von den Resten zehrten wir noch zwei Tage. Am 24. fuhr Mama wieder zurück nach Berlin, um noch mit ihrem Liebsten zu feiern. Wir sind nachmittags noch in die Kirche gegangen zum Krippenspiel. Das mit den Mikrofonen klappte dort leider nicht so richtig, aber Tenzin hat es gefallen.

Ansonsten waren wir spazieren, heiße Schokolade trinken und haben einfach die Zeit als Familie mit Oma genossen. Zwei Wochen vorher waren bereits der „Lockenopa“ (also mein Vater) und Oma Doris zu Besuch, auf der Durchreise nach Südtirol und brachten etwas zum Nikolaus vorbei. So hatten wir im Dezember beide Großeltern zu Besuch, was sehr schön war. Am 26. Dezember feierten die Tibeter in München hier bei uns in der Nähe, wohin wir auch gingen. Mit Tenzin blieb ich bis 21 Uhr. Da er am Nachmittag noch (ohne Mittagsschlaf) bei einer Kindergartenfreundin war, schlief er mir auf dem Nachhauseweg auf dem Arm ein, während Gendun noch länger auf dieser Party blieb. Am nächsten Tag gingen wir dann alle drei bereits wieder um elf ins Bett und machten einen langen Mittagsschlaf.

Silvestern wollen wir ganz gemütlich zu Hause verbringen, etwas Schönes kochen, für Tenzin wollen wir Wunderkerzen kaufen. Mal schauen. Wahrscheinlich werden wir wieder viele Vorsätze fassen. Ich habe natürlich mal geschaut, wie meine Vorsätze für 2009 waren. Das mit dem Joggen habe ich wenigstens teilweise geschafft, weil ich ja im Sommer am Münchner Firmenlauf teilnehmen wollte. Aber danach ist es mit dem Joggen wieder etwas eingeschlafen. Das mit der Entspannung für mich habe ich nicht geschafft. Vielleicht klappt es 2010. Einen Englischkurs an der Volkshochschule habe ich Anfang des Jahres gemacht. Es war jedoch ein Intensivkurs zweimal in der Woche. Das war fast zu viel für mich mit Kind und Familie. Tibetisch habe ich nicht gelernt, außer den Wörtern, die ich quasi mit Tenzin zusammen lerne, weil Gendun mit ihm ja ausschließlich Tibetisch lernt. Da ich erst Ende des Jahres eine neue Arbeit gefunden habe, konnte ich auch nicht meine materiellen Wünsche käuflich erwerben, aber das ist auch nicht so wichtig. Außerdem wollte ich immer geduldig, ausgeglichen und freundlich mit Gendun und Tenzin sein. Ich arbeite jeden Tag daran. Und es gelingt mir mal mehr oder weniger gut. Und meine Vorsätze für 2010 – ich habe noch nicht darüber nachgedacht. Joggen wieder mehr, mehr für mich tun, Tibetisch lernen und natürlich einen guten Start in meiner neuen Arbeit hinlegen. Und wie schaut es bei Euch aus?

Tenzin ist momentan eine richtige Quasselstrippe und plappert wirklich alles nach: Heute sagte er am Tisch „Ich lache mich tot“ und fing auch wirklich an laut zu lachen. Oder er sagt Sprüche, wie „ohne Punkt und Komma“. Also, er redet mir wirklich alles nach. Und erzählt ohne Ende alle möglichen Geschichten. Letztens meinte er zu mir: „Der Papa hat genauso Striche auf der Stirn wie Du.“ Er meinte damit unsere Falten. Charmant, oder? Genauso wie er mal zu mir sagte: „Du bist schon ein bisschen alt, oder?“ Er kann auch schon „So ist das Leben“ oder „C’est la vie.“ Damit ist er bestens für das nächste Jahr gerüstet.

Und ich bin wieder Tante geworden: Meine Schwester hat am 9. Dezember eine kleine Tochter, Josephine, bekommen. Wir sind sehr glücklich darüber!

Nach meinen letzten News bekam ich gleich einen Brief von meiner Mutter, die mich darauf hinwies, dass der Spruch, der mir so gut gefiel, aus der Bibel stammt. Nämlich aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther. Wieder ein Stück klüger.

Ich wünsche Euch für 2010 alles, alles erdenklich Gute!

28. Dezember 2009

Juni 2010

Ich habe ja schon ewig nicht mehr geschrieben. Irgendwie ist irgendwann mal die Luft raus und man muss Pause machen. Natürlich kam noch die Umstellung hinzu, da ich ja seit Januar ganztags arbeite. Und zwar bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen. In München gehören dazu die Alte und Neue Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, das Museum Brandhorst und die Sammlung Schack – und der Besucherdienst im Palais Pinakothek. Im Palais Pinakothek ist auch mein Büro. Es ist ein extra Haus und somit sitzen wir auch extra von den anderen Kollegen. Wobei in allen Häusern Kollegen arbeiten und damit alle irgendwie extra sitzen. Aber wahrscheinlich sind wir die kleinste Abteilung. Das Palais Pinakothek bzw. der Besucherdienst ist verantwortlich für die öffentlichen und buchbaren Führungen, für anderen Kunstvermittlungsangebote wie Workshops, Seminare, Kinderpalais usw. Außerdem sind wir auch verantwortlich für die „Orientierungspläne“ der einzelnen Häuser, also die Infoblätter, und die Eintrittskarten. Das ist einer meiner Aufgabenbereiche, d.h. ich muss die ganze Produktion abwickeln, von Angebotseinholung, genehmigen lassen, Korrekturen einholen und an den Grafiker weitergeben, Kontakt mit dem Drucker usw. Ansonsten organisiere ich auch die Buchungsanfragen für Führungen im Museum Brandhorst und in der Neuen Pinakothek.

Diese „ganze Kunst“ und der Kunstbetrieb sind mir natürlich fremd. Klar kenne ich Bilder aus der Alten und Neuen Pinakothek, teils auch aus der Pinakothek der Moderne, aber die ganz moderne Kunst – damit hatte ich bisher kaum etwas zu tun. Das macht für mich das Spannende bei dieser Arbeit aus, dass ich mich jetzt damit beschäftigen muss, auch mehr Einblick bekomme. Wir können zu den Pressekonferenzen gehen, bekommen manchmal, zusammen mit den Referenten für die Führungen, Führungen von den Kuratoren. Manchmal gehe ich auch bei Führungen mit, um die Themen und die Referenten besser kennen zu lernen. Ich möchte doch auch kennen, was ich „verkaufe“.

Wir haben uns nun zu Hause mit der neuen Situation eingespielt und eingewöhnt. Im Winter konnte Gendun Tenzin immer noch ganz normal vom Kindergarten um drei abholen. Ab März war damit auch Schluss, seitdem geht Tenzin ganztags in den Kindergarten. Unser großes Glück ist, dass er gerne in dorthin geht und immer sehr unglücklich ist, wenn er zum Beispiel wegen Krankheit nicht gehen darf. Derzeit ist es so, dass ich Tenzin immer in den Kindergarten bringe und wir Eltern uns ins Abholen reinteilen. Zu Hause geht die Teilung weiter. Der Abholer muss dann auch meist kochen und die Küche abholen, während der andere dann später Tenzin ins Bett bringt. Durch die Arbeit haben wir natürlich nun viel weniger Zeit zusammen oder auch mit Tenzin allein, das Basteln und Malen fällt weg. Dafür versuche ich, die Wochenenden schön zu gestalten. Aber es ist doch mehr Alltag. Der Samstag geht drauf mit Einkaufen und manchmal auch putzen (letzteres fällt manchmal aus – gebe ich zu). Montag ist der Abend für Gendun und mich, den wir uns freihalten, auch wenn wir zu Hause sind. Zum Glück kommt jetzt wieder die Zeit, in der man viel draußen sein kann. So können wir auch unseren Wirbelwind etwas bändigen. Und das Sonntagsfrühstück mit Brötchen, Eiern und Leckereien ist mir heilig.

Zu meinem Geburtstag bzw. davor bekam ich von Gendun eine Reise zur Albert-Link-Hütte geschenkt. Wir fuhren schon ein Wochenende vorher, weil Gendun dann wieder in der Jugendherberge anfing. Wir hatten wieder, wie damals mit meiner Mutter, das kleine gemütliche Dreier-Lager mit den duftenden Heukräuterkissen. Wir haben das gute Essen und das selbst gebackene Brot genossen. Leider spielte das Wetter nicht so mit. Der matschige Schnee war auch nicht so ideal. Und ich in der Zwickmühle zwischen meinem Wunsch, doch mal etwas zu wandern, und dem Wunsch Tenzins, der lieber einfach nur im Schneematsch herumspielen wollte. Also endete unsere Wanderung ziemlich schnell. Wann lernt man das, sich an seine Kinder so anzupassen? Aber es geht ja auch nicht immer. Aber in diesem Fall, da wir Tenzin auch nicht mehr die ganze Zeit tragen können, mussten wir uns dem Willen unseres Kleinen beugen.

Zum Jahresanfang flogen Tenzin und ich nach Merseburg zum 90. Geburtstag meiner Oma. Pfingsten fuhr ich mit Tenzin nach Berlin bzw. nach Petershagen zu meinem Vater und Doris (alias Locken-Opa und Oma Doris). Es war eine schöne Zeit mit Spaziergängen durch Wiesen, Besuch im „Dinosauriermuseum“ (Naturkundemuseum – Tenzin waren alle anderen Tiere auch wirklich furchtbar egal), Ausflug zum Kinderbauernhof und Treffen mit Doris’ Jungs und ihren Familien. Die eine Tochter ist nur ein Jahr jünger als Tenzin. Und die beiden haben den ganzen Nachmittag miteinander gespielt. Die letzte Stunde vor Zugabfahrt trafen wir auch noch Mama und Siegfried (alias Berlin-Oma und Opa Siggi).

Dazwischen gab es Besuch im Offenen Palais (ein Familienangebot vom Palais Pinakothek mit kreativen Arbeiten zum Thema „Kunst spricht“ und einer Montessori-Wunderkammer), Frühlingsfest mit Autoscooter und Ponyreiten, Arbeiten im Kindergarten-Garten, der hoffentlich bald fertig wird, Besuch meiner Freundin Gesine aus Berlin. Und die Pläne für den Sommer: eine Reise ans Meer nach Kroatien (ich muss zugeben, dass ich noch nie bei einem geplanten Urlaub so wenig über das Zielland wusste, aber das kann sich noch ändern) und der Besuch meiner Mutter im September mit Ausflug in die Berge (Tradition seit drei Jahren).

Hoffentlich kommt der Sommer bald wieder.

15. Juni 2010

Juli 2010

Im letzten Monat schrieb ich: „Hoffentlich ist der Sommer bald wieder da.“ Und nun ist es endlich so weit. Es ist total heiß. Mal schauen, wie lange. Aber viel heißer darf es für mich nicht werden. Ich weiß gar nicht, wie ich den Kroatienurlaub überstehen soll :-). Wir freuen uns schon riesig auf diese eine Woche am Meer. Es ist unser erster gemeinsamer Urlaub, also, was ich so unter Urlaub verstehe, denn Familienbesuche, seien sie auch im Ausland, sind für mich weniger Urlaub, obwohl wir natürlich sowohl in Tibet als auch in Paris touristisch unterwegs waren. Aber dieser Kroatienurlaub verspricht Sonne, Faulenzen, Ausschlafen wahrscheinlich weniger, Baden. Und vielleicht kann ich meine Männer auch zum Anschauen überreden.

Letztens haben wir die Sonne spontan dazu genutzt, um ein Picknick im Westpark zu machen. Gendun hatte Tenzin abgeholt und war mit ihm dorthin gefahren. Ich habe etwas früher Feierabend gemacht, auf dem Heimweg zwei halbe Hendl geholt, schnell zu Hause alles Weitere zusammengesucht und eingepackt und dann bin ich auch in den Westpark geradelt. Dort haben wir dann in der Abendsonne gegessen, ein wenig Fußball gespielt, sofern man mit Tenzin wirklich Fußball spielen kann, weil er es nicht mag, wenn man ihm den Ball wegnimmt, was ja, soweit ich Fußball verstehe, u.a. der Sinn dieses Spieles ist.

Das Fußball-Fieber hat uns natürlich auch – gemäßigt – erwischt. Tenzin sammelt die Panini-Aufkleber und gibt immer „kluge“ Kommentare zum Fußball. Manchmal nicht direkt falsch, aber manchmal auch sehr frei interpretiert. Und seine Fußball-Schuhe, die er letztes Jahr geschenkt bekam, sind leider immer noch Nummern zu groß und versteht dann nicht, warum ich sie nicht zum Fußball spielen mitnehme. Autos mit Deutschlandfahnen sind Fußballfan-Autos. Aber ehrlich gesagt, bin ich froh, dass das Ganze nun auch wieder vorbei ist. Denn es ist nicht wirklich verständlich, warum Leute, die eigentlich nie Fußball schauen, nun auf einmal jedes Spiel verfolgen müssen.

Wenn so schönes Wetter ist, versuche ich immer, wieder mehr Sport zu machen, also Joggen zu gehen. Als Motivation habe ich mich nun auch für den München-Marathon im Oktober angemeldet, wobei ich natürlich nicht den Marathon laufe, sondern erst einmal nur die 10 Kilometer. Ich hoffe darauf, dass meine Männer mich anfeuern werden. In Tenzin habe ich auch einen Sparringspartner gefunden. Er läuft auf dem Laufrad neben mir her, was zu Beginn der Runde auch ganz gut klappt und er auch ein ordentliches Tempo vorlegt, aber spätestens wenn wir die Hälfte erreicht haben, geht ihm die Puste aus und wir machen eine Pause auf einem kleinen Hügel. Das reicht jedoch nicht und ich muss ihn joggenderweise schieben oder im Kringel um ihn herum laufen. Tenzin muss ein bisschen fitter werden (was ich nicht ganz ernst meine, denn er macht ja schon viel „Sport“ und geht jeden Mittwoch mit einem anderen Kindergartenkind zum Turnen), aber ich muss auch ein bisschen geduldiger mit ihm werden, denn wenn ich ihn mitnehme zum Laufen, kann ich einfach nicht davon ausgehen, dass er die dreiviertel Stunde durchläuft. Diese Aktionen erinnern mich immer daran, wie meine Mutter mit dem Laufen anfing. Wir wohnten noch in der Zelterstraße und sie lief morgens um 6 ungefähr los. Aus irgendeinem Grund nahm sie Nanne und mich mit. Ich wieß nicht, ob wir unbedingt mitwollten. Jedenfalls drehte Mama ihre kleinen Kreise um den Spielplatz in der Nähe, während Nanne und ich dort morgens in aller Frühe spielten.

Letztens war wieder die Blockhütten-Fahrt vom Kindergarten. Drei Tage war Tenzin nicht zu Hause. Diesmal hatten wir uns auch wirklich etwas vorgenommen. Essen gehen und Kino. Aufgrund der knappen Zeit wurde aus dem Essen gehen ein Abstecher in einen asiatischen Imbiss, große, nein riesige Portionen und Einheitsgeschmack. Danach waren wir im Kino. Ich durfte mir den Film aussuchen und entschied mich für SATC II, ein richtiger Frauenfilm, was ich Gendun auch mehrmals sagte. Ich glaube, es wäre auch egal gewesen, welchen Film ich ausgesucht hätte, denn er schlief bereits bei der Werbung ein. Ein action-Film hätte ihn vielleicht wach gehalten, aber da bin ich mir nicht sicher. Danach liefen wir durch das nächtliche München und ich habe mich in die Zeit versetzt gefühlt, als ich so etwas öfter gemacht habe, also als ich jünger und ungebunden war.

Im Schwimmbad waren wir nun auch zweimal schon. Das Schyrenbad ist nicht weit von uns entfernt, dort können wir gut hinradeln. Bei Freibädern kommen natürlich auch Kindheitserinnerungen hoch. Wir sind immer ins Freibad Pankow gefahren, teils auch mit dem Rad.

Zu den Seen außerhalb sind wir noch nicht gefahren, weil es mich eigentlich abschreckt, mit Tenzin in der Hitze ewig mit den Öffentlichen rumzuzuckeln. Andererseits sind wir als Kinder ja auch mit der Bahn zum Lotschesee gefahren, wenn ich mich richtig erinnere. Und das war immer ein Abenteuer. Allerdings waren wir da auch schon älter als Tenzin jetzt. Aber der Starnberger See, der nicht so weit weg wäre, hat wenig öffentliche Strände, die man „zu Fuß“ auch nicht so gut erreicht. Glaube ich zumindest. Ich muss mich endlich mal schlau machen.

Also, auf in den Sommer!

12.07.2010

ps: Wir haben letztens unseren „Eisernen Hochzeitstag“ begangen. Mehr oder weniger spektakulär. Am eigentlichen Hochzeitstag, einem Monat, kam Gendun erst spät nach Hause. Also bin ich noch extra zu einem Feinschmecker-Supermarkt in der Galeria Kaufhof, wurde dann aber etwas enttäuscht, weil das Personal doch nicht so perfekt Deutsch sprach. Und mir damit die ganzen Feinschmecker-Zutaten nichts nutzten, weil mir nicht weitergeholfen werden konnte. Aber ich habe trotzdem eine leckere asiatische Kokosmilch-Shiitake-Suppe zaubern können. Und am Freitag waren wir dafür in einem kleinen, gemütlichen Biergarten gleich bei uns in der Nähe und haben Schweinsbraten gegessen. Womit wir an unserem / für unseren Hochzeitstag wieder beide Kulturen zumindest annähernd verbinden konnten. Abgesehen vom Essen bin ich immer wieder doch auch verwundert – im positiven Sinne, dass wir es schon so lange geschafft haben.

Diese Woche haben wir im Büro bis zu 32 Grad gemessen. Schrecklich!

Oktober 2010

Vor drei Monaten habe ich das letzte Mal geschrieben. Wie die Zeit vergeht. Nun ist auch schon wieder das Oktoberfest vorbei. Gerade heute bin ich über die Wiesn geradelt. Das Riesenrad steht noch, allerdings ohne Gondeln, aber alle anderen großen Fahrgeschäfte sind schon platt gemacht oder weg. Nur die großen Bierzelte stehen noch.

Wir waren dieses Jahr zweimal auf dem Oktoberfest. Tenzin wie immer in Lederhosen und ich diesmal auch im Dirndl. Nach zehn Jahren in Bayern habe ich es nun endlich geschafft, mich entsprechend einzukleiden. Aber ich muss sagen, dass es schon ein kühles Unterfangen ist, wenn man nicht die passende Jacke dazu hat. Jedoch hatten wir Glück am ersten Wiesn-Samstag und am letzten Wiesn-Sonntag war einigermaßen bis sehr schönes Wetter. Autoscooter musste sein. Bis zum letzten Jahr bin ich noch nie Autoscooter gefahren, aber dann wollte Tenzin unbedingt. Und da er nicht allein fahren darf, musste ich mit. Im Mäusezirkus mit 300 echten Mäusen, die teilweise übereinandergestapelt in kleinen Spielzeugholzeisenbahnwagons schliefen, teilweise sich im Laufrad drehten, irgendwo hochkletterten und herumturnten. Die Zuckerwatte wollte Tenzin unbedingt probieren, aber letztlich musste ich sie aufessen. Ihm war die Konsistenz dieses aufgeblusterten Zuckers nicht geheuer. Es sind natürlich immer wahnsinnig viele Menschen unterwegs, und die Münchner beschweren sich jedes Jahr, dass die Wiesn immer touristischer wird. Aber so ganz ohne die Münchner ist das Oktoberfest doch auch nicht so groß geworden. Wir sind ja nie zu den Stoßzeiten unterwegs, deswegen finde ich es das Oktoberfest eigentlich einfach nur amüsant anzusehen mit den vielen Menschen, den Frauen in ihren schönen Dirndln, den Touristen mit ihren komischen riesigen Filzhütten und mit den Männern in ihren Lederhosen.

Das Oktoberfest ist immer auch ein Meilenstein für Tenzin, wenn wir überlegen, wie lange es noch bis zu seinem Geburtstag dauert. Es gibt die Meilensteine , grünende Bäume, Frühlingsfest, dann Sommer-Tollwood, Oktoberfest und die fallenden Blätter, dann kommt der Geburtstag, gefolgt vom Weihnachtsmarkt und dann von Weihnachten mit dem Schnee. Dieses Jahr gab es noch die Meilensteine Urlaub in Kroatien und, wie auch schon die letzten Jahre, den Bergausflug mit der Oma.

Geplant waren im Sommer drei Wochen Urlaub für Gendun und zwei Wochen Urlaub für mich. Bei mir blieb es bei den zwei Wochen, Gendun musste jedoch verkürzen, weil er eine neue Arbeit gefunden hatte. Am 1.8. fing er bei der Firma BayernBankett an, Tochterfirma der BayernLB, und arbeitet dort in der Kantine. Derzeit arbeitet er wirklich bei mir um die Ecke, da hier die BayernLB ihren Sitz hat, aber das ist vielleicht nicht sein endgültiger Arbeitsplatz. In einer Kantine wollte er schon immer arbeiten. Und wir waren auf der Suche nach einer Arbeit mit besseren Arbeitszeiten, so dass nicht immer ich Tenzin abholen muss. Nun hat es sich so eingespielt, dass ich Tenzin in den Kindergarten bringe und Gendun ihn abholt. Dadurch habe ich nicht den Stress, früher Feierabend machen zu müssen, aber dafür fehlen mir natürlich die Abendstunden mit Tenzin. Ich bin zwischen 6 und halb sieben zu Hause. Dann gibt es Abendessen und Sandmännchen und dann ist auch schon Schlafenszeit. Aber das Wichtigste war erst einmal, dass Gendun eine Arbeit findet, bei der er sich wohlfühlt.

Jedoch zurück zu Kroatien und unserem Urlaub. Ich hatte also eine Woche Urlaub mit Tenzin. Zuerst bekamen wir noch Besuch aus Paris. Genduns Bruder kam mit seiner Frau für ein Wochenende. Einen Tag machten wir einen schönen Ausflug in die Berge. Wir fuhren nach Garmisch zur Kreuzeckbahn, fuhren mit der Bergbahn hoch bis zum Kreuzeck unterhalb der Alpspitze. Dort mussten die beiden erst einmal ewig fotografieren und dann liefen wir wieder hinunter zur Talstation. Wir hatten zwar die Kraxe dabei, aber Tenzin wollte einfach nicht rein. Er lief den ganzen Berg hinunter, trotz Regen zum Schluss. Weil das Wetter wieder schöner wurde, konnten wir sogar noch zum Eibsee fahren und waren dort noch eine Stunde mit dem Tretboot unterwegs. Als die beiden wieder wegwaren, waren wir bei einem Familienworkshop in der Pinakothek, haben eine Stadtrundfahrt mit dem Stoppeldock-Bus gemacht und trafen Gendun zum abendlichen Picknick im Westpark.

Kroatien war: schön, heiß und heiß und heiß, viel Wasser. Wir hatten uns für eine Anreise mit dem Bus entschieden. Ich hatte gedacht, dass diese heutzutage in Europa bei solchen Entfernungen mit Toiletten ausgestattet seien, aber dem war nicht so. Auf der Hinfahrt zerrte ich dann Tenzin in der Nacht noch mit zur Toilette bei einem Stop und stellte ihn halbschlafend und ganz wackelig vor das WC. Bei der Rückfahrt mussten wir auch noch umsteigen und den Bus wechseln, da wurde Tenzin automatisch wach. In Rovinj (Istrien) hatten wir eine kleine Ferienwohnung etwas am Stadtrand. Da wir kein Auto hatten, mussten wir alle Wege laufen und Tenzin ist, wohl oder übel, fleißig mitgelaufen. In die Stadt liefen wir mit ihm ca. eine halbe Stunde, zum Strand war es mindestens auch so weit. Wir waren jeden Tag bis zu 4 km unterwegs. Wir waren jeden Tag am Strand, wenn auch nur für einige Stunden und nicht von morgens bis abends. Tenzin blieb manchmal bis zu einer Stunde im Wasser. Er liebte das Planschen, wie wahrscheinlich fast alle Kinder. Zwischendurch kam ein Krapfenverkäufer vorbei, den Tenzin auch meist entdeckte. Einmal haben wir eine Bootstour um die Inseln herum gemacht. Einen Tag haben wir uns Räder ausgeliehen (mit Kindersitz) und sind am Strand entlang geradelt. Das war eine sehr schöne Tour.

Wir waren natürlich auch in Rovinj und sind zu der schönen Kirche hochgelaufen, von dort aus haben wir auch einmal den Sonnenuntergang angeschaut – mein Wunsch. Ein bisschen Romantik muss schon sein, wenn man schon einmal am Meer ist. Und Fisch waren wir natürlich auch essen, dass muss auch sein, wenn man schon einmal… Rovinj ist eine schöne, kleine, alte, natürlich auch touristische Stadt mit einem mittelalterlichen, italienisch anmutenden Stadtkern rund um den Hügel unterhalb der Kirche – mit kleinen, sehr schmalen und manchmal sehr steilen Gassen mit alten Pflastersteinen und alten Häusern, zwischen den man teilweise zum Meer hinunterschauen konnte, mit kleinen Tavernen und Restaurants, Wäscheleinen unter den Fenstern, kleinen Souvenirshops, vielen Touristen und Einheimischen, die auf ihren Stühlen vor den Häusern saßen.

Kaum hatte ich nach Kroatien und dem Paris-Besuch Bettwäsche und Schmutzwäsche gewaschen, stand der nächste Besuch vor der Tür – in Gestalt meiner Mutter. Wie die letzten beiden Jahre auch schon, wollten wir wieder eine Bergtour zusammen mit Tenzin unternehmen. Ich hatte wieder eine kinderfreundliche Hütte ausgesucht, die Riesenhütte am Chiemsee. Die Reise stand nicht so ganz unter einem glücklichen Stern, was das Wetter anbelangte. Am Montag war eigentlich ganz gutes Wetter vorhergesagt, ohne Regen. Also wir jedoch in Grainbach vor der Seilbahn standen, die uns zum Hochries bringen sollte, regnete es und die Seilbahn war gerade kurz vorher ausgeschaltet worden. Nun standen wir irgendwo in der Pampa, etwas von der Bushaltestelle entfernt und wussten erst einmal nicht weiter. Netterweise nahm uns der Seilbahnangestellte mit bis nach Frasdorf, wo der Fußweg startete. Nun stand uns ein Weg bevor, für den Erwachsene 2,5 Stunden brauchen. Das nun mit Tenzin, für den ich, nach unserer Alpspitztour ohne Kraxe, auch keine Kraxe mitgenommen hatte, weil es vom Hochries auch nur 45 Minuten (Angaben für Erwachsene) gewesen wären, abwärts. Es fing an zu nieseln, dann regnen, die Frasdorfer Hütte auf halbem Wege hatte Ruhetag, es fing an zu schütten. Wir waren kurz vor dem Umdrehen, aber die von der Hütte, wo wir anriefen, sagten, es sei nicht mehr weit. Für ein kurzes Stück nahm uns jemand im Auto mit. Ansonsten hieß es zum Schluss laufen, laufen, tragen, laufen, laufen, tragen – in starkem Regen, Nebel und Wind. Tenzin wurde immer leiser, lief aber anstandslos weiter, wenn ich ihn nicht mehr tragen konnte, denn das schaffe ich wirklich nicht mehr viel. Dann waren wir endlich oben. Die Riesenhütte ist eine kleine Hütte mit leckerer Küche, Spielzeug, Büchern für Kindern, kleinen Zimmern und natürlich netten Wirtsleuten, sie liegt in einem Almgelände zwischen Riesenberg und Spielberg. Den Spielberg umrundeten wir am nächsten Tag, mit Tenzin eine 5-Stunden-Tour auf Wegen, die nicht immer ausgeschildert oder wenn, dann komisch und dadurch irreführend waren. Auch hier lief er tapfer mit. Aber die Riesenhütte ist ihm als die in Erinnerung geblieben, wo er viel laufen musste, denn auch am nächsten Tag waren wir einige Stunden unterwegs. Am zweiten Abend musste Tenzin eine „Küchenrunter schubsen“. Er hatte an der Kuhglocke geläutet, die in der Gaststube hing. Wenn man das macht, muss man den Wirtsleuten eine Küchenrunde ausgeben, eine „Küchenrunde schmeißen“, wie der Wirt sagte. Tenzin, der wohl diese Wortkombination nicht so richtig verstehen und nachvollziehen konnte, machte daraus „Küchenrunter schubsen“, als er mir abends noch einmal davon erzählte.

Letztes Wochenende gab es noch einen Familienausflug mit Kindergarten-Eltern und Erzieherinnen zum Brauneck bei Lenggries mit Seilbahn, wenig Laufen und Schatzsuche. Jetzt steht uns die Geburtstagsplanung bevor und der erste Kinobesuch mit Tenzin, denn nun ist endlich auch der Sandmann im Kino. Morgen aber erst einmal Früstück mit Freunden und Sonntag ein 10-km-Lauf im Rahmen des München-Marathons.

8. Oktober 2010

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