News 2009 – übernommen von www.pankeanke.de

Januar 2009

Schon wieder ist ein Jahr vorbei und das alte auch bereits um zwei Wochen älter, wenn man so sagen kann. Den Jahreswechsel haben wir verschlafen: Abends waren wir kurz in einem tibetischen Restaurant und als ich Tenzin ins Bett brachte, wollte ich am liebsten auch einschlafen. Bis ca. 23 Uhr hielten wir aus, tranken ein Glas Prosecco und gingen dann einfach schlafen. Trotz Knallerkrach draußen und geräuschintensiver Party unter uns sind wir Mitternacht nicht aufgewacht, auch Tenzin nicht.

Das alte Jahr ging noch mit einer guten Nachricht zu Ende: Deutschland ist um einen Staatsbürger reicher, was Deutschland wahrscheinlich nicht so interessiert, aber für uns eine große Freude war. Am 30. Dezember waren wir noch im Ausländeramt und bekamen – wegen Einsparmaßnahmen – die Urkunde nur mit einem Händedruck der Mitarbeiterin überreicht, aber das Fehlen einer offiziellen Zeremonie war uns auch nicht so wichtig. Über diese gute Nachricht konnte Gendun ein bisschen verdrängen, dass ich es nicht, wie gesagt, geschafft hatte, zum Jahresende einen Vollzeitjob zu finden.

Weihnachten fuhr ich mit Tenzin nach Berlin, Gendun hatte keine große Lust dazu und blieb zu Hause. Schon das Ticketbuchen war spannend. Ich hatte über Internet mein Ticket bestellt, als ich dann später am Schalter mich nach Plätzen im Kinderabteil erkundigen wollte, stellte sich heraus, dass es die Züge gar nicht mehr gab. Zum Glück war ich noch einmal zum Schalter gegangen, so wurde mein Ticket anstandslos umgeschrieben. Vorsichtshalber ging ich ein paar Tage nochmals zum Schalter, um nachzufragen, ob diese Züge wirklich fuhren, da merkte ich, dass mir die Frau beim letzten Mal in dem Durcheinander eine Reservierung für einen falschen Zug verkauft hatte. Auch diese Reservierung bekam ich ohne Probleme umgetauscht. Zum Glück, denn der Zug war wirklich voll. Und im Zug bemerkten wir dann ein Problem, das ich selbst verschuldet hatte: Ich hatte die Tickets aus Versehen mit Bahncard 25 berechnet gekauft, ich hatte jedoch keine Bahncard. Rückzu durften wir dann selbst noch Doppelbuchungen erleben, aber zum Glück wurde bald neben mir ein Platz frei, so dass ich mit Tenzin wieder zwei Plätze hatte. Die Zugfahrten waren beide anstrengend, weil Tenzin natürlich lieber im Zug hin und herlaufen wollte, ich aber nicht immer unbedingt. Er war auch nicht dazu zu bewegen, mal die Äuglein zuzumachen. Und dann sagte trotzdem die Frau gegenüber, dass ich so geduldig mit ihm umginge, ihm alles so schön erklärte usw. Und das gerade in einem Moment, in dem ich doch etwas genervt war. Nun, dann konnte ich ja doch nicht alles falsch gemacht haben.

Die Tage in Berlin waren sehr entspannt. Tenzin liebt seine beiden Großeltern sehr. Da wir fast die ganze Zeit bei meiner Mutter und Opa Siggi waren, wie auch schon im Sommer, ist da der Bezug noch etwas größer. Aber auch bei Papa (=Locken-Opa) und Oma Doris taute er bald (nach der überwundenen Angst vor Nussknacker und Räuchermännchen) auf. Ausschlafen ließ Tenzin mich dort auch nicht, schon gegen sechs war er wach, bis sieben konnte ich ihn meist noch bei mir im Zimmer halten, bevor er dann unbedingt zu Oma und Opa ins Bett wollte. Die Tage waren zwar entspannt, aber doch auch sehr vollgepackt: 23. Anreise. Weihnachtsfrühstück am 24. mit meinen Abi-Schulfreunden und deren Kindern, nachmittags Bescherung bei Mama. 25. Fahrt nach Merseburg zu meiner Oma inklusive Treffen mit 19 Verwandten in ca. fünf Stunden. 26. Ruhetage mit Spaziergang im Park und Spielplatz. 27. Shoppingtour mit Mama, nachmittags „kinderlos“ unterwegs mit Gesine zu Nadine in ihren neuen Modeladen „von weerth“. 28. Fahrt zu Papa und noch einmal Bescherung. 29. Fahrt nach München.

Während des Urlaubs in Berlin hat Tenzin irgendwie noch einmal einen Schub gemacht. Gendun meinte, er hätte sich sehr verändert. Tenzin ist momentan wie ein kleiner Papagei und plappert alles nach. Ich bin immer ganz stolz, wenn er lange Wörter wie „Räuchermännchen“ oder „Eichhörnchen“ sagen kann. Jetzt kommt auch richtig sein eigener Wille durch. Zum Beispiel wird er richtig ärgerlich, wenn man etwas macht, ohne ihn vorher zu fragen: Also, einfach ungefragt sein Fleisch klein schneiden – das geht überhaupt nicht. So langsam fängt er auch an, „Geschichten“ zu erzählen, die bis jetzt noch aus einzelnen Wörtern bestehen, aber wenn man sich etwas hinversetzt, kann man ahnen, was er erzählen möchte. Letztens kam es auch zu einer witzigen Situation. Wir saßen in der Straßenbahn, neben uns eine Frau in einem Pelz: Tenzin sagte mit Blick auf diese Frau „eiei“ (momentan möchte er alles und jedes streicheln, vor allem seine kleinen Holz- und Kuscheltiere). Ich reagierte nicht darauf, weil ich vor der Frau jetzt auch keine großen Erklärungen machen wollte, dass dieser Mantel kein Kuscheltier sein. Dann sagte er abschließend noch „wauwau“. Als wir dann draußen waren, klärte ich ihn darüber auf, was dieser Mantel nun wirklich war. In den letzten freien Tagen haben wir nichts Besonderes gemacht, wir waren in München, haben zu Hause mit Tenzin gespielt oder waren draußen etwas spazieren, ich war joggen usw. Aber trotzdem, irgendwann fällt einem doch die Decke auf den Kopf. Zum Glück konnte ich Gendun und Tenzin dazu überreden, einen Nachmittagsausflug ins Cafe zu unternehmen. Das war am 6. Januar – und prompt kamen noch Sternensinger herein, allerdings nur zwei. Keine Ahnung, wo sie den dritten verloren hatten.

Seit Mittwoch gehe ich nun wieder arbeiten. Gendun hat derzeit Winterpause. Ich bin gespannt, was uns das neue Jahr bringen wird.

9. Januar 2009

Februar 2009

Mit Kind erlebt man doch immer wieder witzige Sachen. Letztens war ich mit Tenzin auf dem Spielplatz und kam mit einem Papa ins Gespräch, der dann irgendwann meinte, dass Tenzin ja irgendwie asiatische Augen hätte (von einer älteren Dame habe ich mal die tolle Wortwahl „schlitzig“ gehört). So erzählte ich, dass der Papa aus Tibet käme. Daraufhin erzählte er mir von den „Fünf Tibetern“ – eine Art Meditationsgymnastik (so würde ich es beschreiben), die aus dem Yoga kommt und bereits im 8. Jahrhundert von Indien nach Tibet gekommen sei und dort von den tibetischen Mönchen vor der Meditation praktiziert würde. Man kann dafür sogar in München eine Ausbildung machen und bekommt für ca. 1200 Euro ein Zertifikat. Jedenfalls hatte ich schon gehört, dass es das in Tibet nicht gäbe. Auch Gendun kennt das, als ehemaliger Mönch, auch nicht. (Steht auch so auf wikipedia, nämlich, dass diese fünf Tibeter in Tibet gänzlich unbekannt seien.) Aber die Krönung war, als der Herr diese besagten fünf Übungen Tenzin und mir vor machte, dabei im Sand auf die Knie ging, sich auf die dreckige Parkbank legte usw. Für mich sehr amüsant.

Mitte Januar wurden Tenzin operativ die Rachenmandeln entfernt, zum Glück eine ambulante Geschichte, die er sehr gut überstand. Am Tag selbst klagte er noch über Schmerzen, aber das war’s dann auch. Natürlich durfte er viel Vanilleeis essen. Aber das war auch nur einen Tag interessant. Nur leider habe ich eine 2,5-Liter-Packung gekauft, die nun im Tiefkühlfach so vor sich hindümpelt.

Gendun ist ja eher ein ruhiger und vorsichtiger Papa (wahrscheinlich ist diese aktive Rolle für einen tibetischen Mann sowieso ungewohnt). Jedenfalls hat er wenig von einem Abenteuer-Papa. Aber dafür hat Tenzin zum Beispiel seine „Paten“ wie Anne und Max. Denn als wir die beiden letztens besuchten, durfte Tenzin mit Max das Feuer im Kachelofen machen. Ich sehe den kleinen Mann noch vor mir, wie er ganz stolz mit den zwei Holzscheiten auf den kleinen Arm vorsichtig zum Ofen ging und Max beim Feuer machen „assistierte“.

Habt Ihr Vorsätze für das neue Jahr? Ich habe ganz viele, worunter jedoch auch Pläne fallen: Regelmäßig Joggen, etwas zur Entspannung machen, Englisch und Tibetisch lernen, diverse Sachen kaufen (das mache ich abhängig von einem neuen Job), immer geduldig und freundlich und ausgeglichen mit Tenzin und Gendun sein usw. Das mit dem Joggen fing schon gut an. Immer am Wochenende hat mich Gendun rausgescheucht, damit ich im Westpark laufen gehe. Leider ist er dieses Wochenende unterwegs und wird auch nächstes nicht da sein, so dass das nichts wird. Schade, denn das tut mir wirklich gut. Alle anderen Sachen – nun ja, im Januar habe ich davon noch nichts geschafft, bis auf den letzten Punkt, den versuche ich immer, auch wenn es nicht immer gelingt. Aber für alles andere habe ich ja noch elf Monate Zeit. Oder?

Montag fährt Gendun (mit deutschem Pass!, der schneller fertig war, als erwartet) für zehn Tage in die Schweiz und besucht seine tibetischen Freunde da. Damit er diesen lange gehegten Plan auch wirklich umsetzt, habe ich ihm dann letztendlich das Ticket besorgt, auch wenn zehn Tage allein zum ersten Mal schon eine lange Zeit sind bzw. sein können. Wobei ich denke, dass die Zeit als „Strohwitwe und allein erziehende Mutter“ vielleicht doch eher entspannt als stressig sein wird. Mal sehen. Jedenfalls möchte ich nächstes Wochenende Freunde in Kempten besuchen.

Diesmal kurz und schmerzlos, geschrieben am 1. Februar 2009

April 2009

Es bleibt kurz und schmerzlos. Ich hatte ja auch letzten Monat nicht so die rechte Lust. Trotzdem waren Februar und März doch zwei schöne Monate.

  • mit einem Ausflug nach Österreich in den kleinen Ort mit dem sympathischen Namen „Gottsgut“. Freunde hatten uns schon vor Ewigkeiten eingeladen, aber nie klappte es. Und nun konnten wir (leider ohne den kranken (mittlerweile wieder gesunden) Gendun) dort mit Tenzin Schlitten fahren und den Zauber, aber auch die Unromantik eines alten, kalten Bauernhauses mit einem tollen Kachelofen genießen. Tenzins fand’s toll. Und ich mal wieder, wenn auch nicht Ski fahrend, in den Schneebergen.
  • Tenzin läft mehr oder weniger gut zum Kindergarten – freiwillig. Dort wurden bereits Ostereier bemalt, die jetzt bei uns zu Hause am Iris-Zweig-Strauß hängen.
  • Heute waren wir zusammen im Westpark. Ich joggenderweise, Tenzin und Gendun mit dem Rad. Natürlich entdeckte Tenzin den Eisstand, Gendun gab nach und schon kamen die runtergelaufenen Kalorien wieder drauf. Was soll’s! Die Sonne schien so schön und der Frühling kommt!
  • Heute in einem Café am Rotkreuzplatz: Tenzin und ich brachten Gendun zur Arbeit, weil wir Zeit hatten, gingen wir noch in ein Café, weil ich ja auch Kuchen liebe und Tenzin mit dieser Liebe ebenfalls nach Oma und Mama kommt. Gendun kann dem nichts so abgewinnen und wollte nichts. Die erste Reaktion der Bedienung, als wir winkten: „Immer mit der Ruhe!“. Und als ich dann nur EINEN Kaffee und EINEN Kuchen bestellte, meinte sie, dass es nicht ginge, dass wir für drei Personen nur einen Kuchen bestellten. Keine Ahnung, ob es irgendwo geschrieben steht, dass jede Person im Restaurant etwas bestellen muss. Trotzdem! Und der Kuchen hätte ja für die eine und der Kaffee für die andere Person sein können. Kinder müssten nichts bestellen. Egal. Ich zahlte gleich. Aber der Kuchen war lecker.
  • A propos lecker – Letztens schickte ich beruflich eine Einladung an unseren E-Mail-Verteiler raus und schrieb irgendwie, dass es noch eine leckere Hüttensuppe gäbe. Baldige Korrektur eines Lesers, dass ich wohl nicht aus Bayern käme, sonst hätte ich nicht lecker geschrieben. Er schlug vor „schmackhaft“ – aber da finde ich doch lecker viel besser.
  • Der Frühling ist endlich da! Ich genieße die Sonne und Wärme – wie wahrscheinlich die meisten. Also, schon einmal frohe Ostern und viele schöne Frühlingsgefühle! – 5. April 2009

Mai 2009

Der Frühling hat in München Einzug gehalten – der Flieder blüht und die Kastanienbäume. Der Löwenzahn verwandelt sich langsam in Pusteblumen. Ostern vorbei, Frühlingsfest vorbei (mit Karussell fahren und Reiten! und bayrischer Hut vom Flohmarkt – Geschenk von der Patentante), Fahrradanhänger wurde rausgeholt und das Fahrrad sommerfit gemacht, Tenzin hat neue Sandalen bekommen. Also, von uns aus kann der Sommer kommen.

Zwei lange Frühlingswochenenden liegen hinter uns: Ostern und das Maiwochenende mit dem 1. Mai vorneweg. Beides schöne, ruhige Wochenenden mit ein bisschen action und einfach doch unspektakulären Sachen.

Was braucht man für ein perfektes Osterwochenende mit Kind? Bzw. Was braucht Familie Palden mit Tenzin dafür? Gar nicht viel und nicht teuer:

1.) Ein kg Mehl, vier Eier, Hefe und Milch für Hefezöpfe am Karfreitag und Milchbrötchen am Montag (ja, alles selbst gemacht, mit Tenzins Unterstützung)
2.) Karfreitag: Eier und Eierfarbe sowie eine Einladung bei einer Kollegin mit Kind zum Ostereierbemalen)
3.) Sonne und Fahrräder für eine kleine Tour entlang der Isar zu einem schönen kinderfreundlichen Biergarten zusammen mit der Nachbarsfamilie (die Tochter ist genauso alt wie Tenzin) – Steinchen schmeißen an der Isar und nachher relaxen für die Eltern im Biergarten mit einem großen Sandkasten und Rutsche für die beiden kleinen. Ich habe mal wieder reden können, ohne auf Tenzins gucken zu müssen und ohne dass Tenzin immer zu uns kam. Unter den ganzen Kindern war mit Spielen beschäftigt und wollte gar nicht nach Hause.

Mittlerweile geht Tenzin mit seinen zweieinhalb in die Kindergartengruppe, gehört also schon zu den Großen. Und weil er schon ein großer Junge ist, wurde schon vorher sein Buggy in den Keller verbannt. Weil das Laufen einfach schon viel besser klappt. Tenzin steht ja gerne früh auf, manchmal wird er sogar vor Genduns Weckerklingeln (halb sechs) wach. Also sind wir auch ziemlich früh schon auf dem Weg in den Kindergarten. Keine Ahnung, was die anderen Leute denken. „Rabenmutter, die ihr Kind schon so früh in den Kindergarten schickt“ o.ä., aber die wissen eben auch nicht, dass ich gerne noch eine halbe Stunde länger im Bett geblieben wäre, anstatt schon so früh loszulaufen.

Mama-Mund und Kindermund: Jeden Morgen (und auch andermal) komme ich mir vor wie ein Plattenspieler, auf dem eine Platte mit Sprung liegt. Jeden Morgen die gleichen Worte, die bei Tenzin wohl zum einen Ohr reingehen und sofort wieder zum anderen herauskommen: An der Straße bleibst du stehen und gibst mir die Hand, wenn wir über die Straße gehen. Und jetzt einen großen Schritt in die S-Bahn rein bzw. raus. Nein, du läufst nicht auf dem Fahrradweg, sondern bei mir. Lauf bitte an meiner Hand. (Die Redewendung „sich den Mund fusselig reden“ kann nur von einer Mutter kommen!) Ich versuche es freundlich mit positiven Sätzen, ich versuche es mit Erklärungen, ich versuche es etwas strenger – bei allem komme ich mir gleich dumm vor, weil es meist nichts nutzt. Das war der Mama-Mund. Kindermund ist da etwas lustiger bzw. direkter: Wenn Tenzin an einer dicken Frau vorbeigeht, kann es schon vorkommen, dass er „dicke Frau“ sagt. Zum Glück ist er dabei meist nicht wirklich laut. Oder er fragt, warum ein Blinder einen Stock hat oder warum der Mann im Rollstuhl sitzt. Und weil ich gelesen habe, dass diese Leute herumreden eher nicht mögen, versuche ich auch, dass einfach zu erklären.

Meine Mutter, der ich mein Leid über Tenzins Essensmanieren geklagt hatte, schickte mir letztens einen Artikel von dem Stuttgarter Koch Vincent Klink, in dem es über Essen und Kinder ging. Dort sagte Klink zum Thema Tischmanieren: „Da will ich mal meine Erfahrungen aus Italien ins Spiel bringen. Dort essen die Familien zumindest an den freien Tagen miteinander, und dabei werden die Kinder am Tisch nicht erzogen. Da ist es einfach Chaos. Die Eltern nehmen an diesem Chaos nicht teil, die essen normal, und so lernen die Kinder das nach und nach. Ich würde Tischmanieren nicht überbewerten. Es ist jedem Gastronomen lieber, das Kind ist zufrieden und es fliegt ein bisschen in der Gegend rum, als dass das Kind im Lokal erzogen wird und es entsteht Geschrei, das den anderen Leuten auf den Keks geht. Da sind die meisten deutschen Eltern verklemmt.“ Schauen wir mal: Im Juni ist Familientreffen. Mal sehen, was meine Mutter dann sagt. Also, liebe Mama und lieber Vincent Klink, ich werde mich in Gelassenheit üben, auch wenn Tenzin mal wieder Reis mit den Fingern in den Mund stopft, die Nudeln mit Tomatensoße mit den Fingern verrührt, Joghurt mit der ganzen Hand nachschiebt und ihm die Suppe den Arm bis zum Ellenbogen runterläuft. Sein Essen erinnert manchmal an Malen mit Fingermalfarben.

Hatte ich schon von meinen Vorsätzen für 2009 geschrieben? Nächste Woche beginnt mein Englischkurs: zwei Monate lang, zweimal wöchentlich von 18 bis 21 Uhr. Uff! Außerdem schaffe ich es doch fast jede Woche ein- bis zweimal zu joggen, oft in Begleitung von Gendun und Tenzin, die sich derweil auf den Spielplatz verziehen. An den anderen Vorsätzen arbeite ich noch.

Alles schöner macht der Mai – in diesem Sinne allen eine gute Zeit.

4. Mail 2009

Juni 2009

Wir haben Familienzuwachs – Haustiere. Bei uns in der Wohnung kann man manchmal ein Murmeltier im Zahnputzbecher finden oder Yak, dass schnell die Treppe im Hausflur hochläuft. Auf dem Nachhauseweg ist auch schon eine Giraffe vor uns zur S-Bahn gelaufen. Manchmal nimmt Tenzin das kleine Murmeltier auch mit, steckt es in seine Hosentasche und holt es im Kindergarten wieder raus. Das sind alles Geschichte, mit denen ich versuche, Tenzin zu etwas zu bewegen und motivieren, z.B. dass er die Treppe allein hochläuft oder allein zur S-Bahn läuft. Bei der Treppe zieht auch oft die Geschichte vom Gipfelkreuz und der Berghütte, die zufällig genau in unserer Wohnung sind, wo es dann aber auch eine leckere Apfelschorle gibt. Und seine schwarzen festen Schuhe, die ihm erst nicht so richtig gefielen, zieht er nun viel lieber an, seit ich sie als Bergschuhe betitelt habe. Schön, dass solche Geschichten bei Kindern wirklich oft ziehen. Fragt sich nur wie lange. Muss ich halt mal die Haustiere austauschen und vielleicht zur Abwechslung einen Elefanten in die Wohnung lassen.

Momentan komme ich nicht zum Zeitunglesen, eigentlich schon seit wahrscheinlich Tenzins Geburt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Gendun mehr über Deutschland durch seine tibetischen Internet-Nachrichten weiß als ich. Zur Arbeit im Museum gehört zwar auch, die SZ durchzublättern und nach Artikeln zu suchen, aber dann doch nicht nicht die ganzen politischen Artikel zu lesen. Und ich gebe zu, dass ich ja auch immer mit dem Panorama-Teil anfange, mit dem „Vermischten“. Morgen radele ich an den Zeitungsaufstellern vorbei. Aber leider helfen die Schlagzeilen darauf auch nicht weiter, mich wirklich politisch zu bilden: „Monti in weißen Tennissocken (oder waren es Schuhe) beerdigt!“ oder „Hund wochenlang in Lüftungsschacht gefangen“ usw. Manchmal frage ich mich, wen interessiert das wirklich?

Dass Tenzin in die Kindergartengruppe geht, schrieb ich schon. Aber ich habe noch nicht die Reise erwähnt, die die Gruppe im Mai unternommen hat. Für zwei Nächte und die Tage drumherum fuhren die 19 Kinder mit vier Betreuerinnen zu einer Blockhütte. Bedenken hatte ich keine, da Tenzin einfach wirklich gerne in den Kindergarten geht und auch bei den „Großen“ schon zwei Freunde gefunden hatte. Und ich gebe zu, dass wir Eltern uns auch darauf freuten. Schließlich waren wir seit Tenzins Geburt nicht einmal eine Nacht allein. Ehrlich gesagt, hätte es auch noch eine Nacht mehr sein können. Tagsüber habe ich immer daran gedacht, was Tenzin jetzt wohl gerade macht. Abholtag war ein Freitag. Als ich ankam, lagen vor dem Kindergarten alle Taschen, die Schlafsacke, teilweise hing Wäsche zum Trocknen über dem Zaun und in der Woche darauf ging das Suchen nach vertauschten Wäschestücken los. Wir haben zum Glück alles wiedergefunden. Und Tenzin, der ja sonst nicht so viel erzählt, hat dann doch ein paar Stichwörter gegeben: Pony reiten, Feuer, Kälbchen, Schweine. Und er würde sofort wieder reisen.

Sofort wieder würde er auch in die Berge gehen. Letztes Wochenende waren wir für eine Nacht in Oberammergau bei Paloma. Nach einem gemütlichen Abend (mit Spaziergang im Platzregen zum Fluss und Grillen) sind wir drei am nächsten Vormittag auf einen Berg, auf einen kleinen Berg bei Oberammergau gelaufen. Ein gutes Stückchen ist Tenzin sogar selbst gelaufen. Zuerst war die Brücke, die ihn anzog, dann konnte ich ihn mit den Kühen motivieren, die auf der Wiese lagen, dann noch mit Pferden, die sich leider hinter dem Stall versteckten, als wir endlich da waren. Aber bei den Schafen sagte er dann doch mit Nachdruck „Mama, Kraxe“, diesmal konnte ich es nicht mehr abwenden und musste ihn mit seinen 14 Kilo hochtragen. Runter auch wieder, denn erst war es steil und dann war er eingeschlafen. Tenzin hatte es jedenfalls so gut gefallen, dass er mich am Montag fragte, wann wir wieder in die Berge fahren. Mir tat der Tag wahnsinnig gut und ich merke immer wieder, dass Zeit in den Bergen für mich ein richtiges Aufputschmittel ist. Gäbe es Arbeit dort für mich, ich würde sofort hinziehen.

Ein Ärgernis war mal wieder die Bahn: Pendelverkehr wegen Bauarbeiten, das ist okay und der war auch super organisiert. Aber im Internet stand, dass die meisten Züge zwischen München und Tutzing ausfallen würden. Auf der Rückfahrt merkte ich aber, dass dem gar nicht so war. Was in sofern ärgerlich war, weil ich deshalb einen Besuch bei einer anderen Freundin absagen musste.

Neben den Bergen haben wir nun endlich auch die Schwimmbäder entdeckt. Dieses Wochenende waren wir zweimal baden. Zum Schwimmen kommen wir da nicht, weil Tenzin ja noch ins Planschbecken geht. Aber egal, der heutige Tag im „Maria Einsiedel“, ein Naturbad, mit einem Nebenarm der Isar quer durch, war wie Urlaub.

Mit meinem Englischkurs bin ich nicht wirklich zufrieden. Die anderen Lerner sind sehr nett, aber unsere Lehrerin (wir sind ihr erster Kurs) peitscht uns ziemlich durch. Gibt es wenig Möglichkeiten zum Reden, man wird zu schnell zum Aufhören gezwungen und dann zur Kontrolle müssen alle etwas sagen, was ja gar nicht notwendig ist. Zumindest ist es mal interessant, einen Fremdsprachenunterricht aus der anderen Perspektive zu erleben, nachdem ich selbst schon so viele Kurse gemacht habe.

Eigentlich hatte ich gedacht, meine Baustellenzeit sei vorbei. Aber ich habe das Gefühl, momentan drei Baustellen zu haben: 1) die Familie (eine natürlich sehr schöne Baustelle – meistens), 2) Arbeitssuche (man merkt, dass die Wirtschaft nicht gerade boomt) und 3) eine wirkliche Baustelle – Nämlich Tenzins Kindergarten. Wegen Kündigung müssen wir zum Sommer raus und das neue Objekt muss umgebaut werden. Da wir dafür noch Spenden suchen, bin ich nun in der „Spendengruppe“. Wir wollen Firmen ansprechen und hoffen, dass sie uns sponsorn, aber auch Freunde und Bekannte. Also, wenn Ihr unseren Kindergarten und unsere Kinder unterstützen wollt, dann freuen wir uns sehr darüber.

So, meine Augen werden müde. Ich mache jetzt Schluss. Einen guten Start in den Sommer, wünscht Anke

14. Juni 2009

Juli und August2009

Was haltet Ihr von dem Wetter? Dieses ewige Hin- und Her ist nicht wirklich sommerlich und macht keinen richtigen Spaß. Letzte Woche, als es am Donnerstag mal schön und heiß werden sollte, habe ich früher Feierabend gemacht, bin schnell in den Kindergarten und mit Tenzin ins Schwimmbad. Natürlich hatte halb München auch diese Idee und dementsprechend voll war das Bad. Das Baby-/Kinderbecken war vor lauter Kinder nicht mehr zu sehen. Deshalb waren wir die anderen Male bei heißem Wetter im Hirschgarten auf dem Wasserspielplatz. Tenzin läuft mit Begeisterung mit seinem Eimerchen durch die Wasserfontänen, bis er bibbert. Der einzige Grund, warum ich mich über den immer wiederkehrenden Regen freue, ist, dass ich nun eine Ausrede habe, meine Fenster nicht putzen zu müssen. Allerdings habe ich diese Ausrede nun auch schon ein paar Wochen und dementsprechend sehen sie aus.

A propos Hausarbeit – Wie löse ich folgendes Dilemma? Ich mit meiner halben Stelle habe relativ viel Zeit für Tenzin, auch wenn ich nicht wirklich viel aktiv mit ihm spiele oder auf den Spielplatz gehe, aber wir essen zusammen Frühstück, wir putzen die Zähne zusammen oder wir kochen zusammen. Aber Gendun, der ja ganztags arbeitet und auch noch abends am Wochenende, sieht Tenzin manchmal nur eine Stunde am Tag und umgekehrt. Dementsprechend zurückhaltend ist Tenzin dem Papa gegenüber. Manchmal. Nun versuche ich, den beiden mehr gemeinsame Zeit zu ermöglichen, was aber auch für mich bedeutet, dass der Rest der Hausarbeit wieder an mir kleben bleibt. In einem der vielen schlauen Paar- und Erziehungsratgeber steht bestimmt eine tolle Lösung. Letztlich ärgere ich mich einerseits zwar über die zu machende Hausarbeit, aber andererseits freue ich mich auch sehr, wenn ich sehe, wie glücklich die beiden zusammen sind, wenn sie Zeit zusammen haben. Und ich habe Gendun zu einer Woche Papa-Sohn-Urlaub „verdonnert“. Er hat eine Woche länger Urlaub und die soll er aktiv mit Tenzin verbringen. Bin gespannt, was die beiden so machen.

A propos Urlaub – in diesem Sommer fahren wir für fünf Tage nach Paris. Schrieb ich das schon? Fünf Tage sind nicht viel, zumal wir Genduns Bruder besuchen. Aber für Tenzin und mich wird es wohl doch manchmal etwas langweilig, wenn nur Tibetisch gesprochen und viel gegessen wird. Wir wollen einmal Boot fahren und einmal in die cité de la science, eine Art Technikmuseum auch für die ganz Kleinen. Und ich bin gespannt, ob Tenzin dann auch mal anfängt Tibetisch zu sprechen, wenn Onkel und Tante kein Deutsch können.

Ein wenig Urlaub hatten Tenzin und ich bereits. Zum Wellerschen Familientreffen fuhren wir nach Berlin zu Oma und Opa und mit denen in den Spreewald. Höhepunkt für Tenzin war das Boot fahren. Erst in einem dieser Kähne, auf dem wir alle saßen und dann durch die Kanäle gestakt wurden. Und zum Schluss doch noch eine halbe Stunde in einem Paddelboot, in dem uns ein Onkel mitnahm. Ich war ja erst skeptisch, ob Tenzin ruhig bleiben würde. Aber bei der ersten Fahrt, die zwei Stunden dauerte, schlief er nach einer halben Stunde ein, weil er keinen Mittagsschlaf hatte, und die Paddelfahrt fand er ganz aufregend.

Und vor zwei Wochen waren wir (Tenzin und ich) wieder in den Bergen. Mit meinen Berliner Schulfreunden zusammen wanderten wir auf die Brunnsteinhütte bei Mittenwald. Die Hütte liegt für normale Wanderer ca. anderthalb bis zwei Stunden Fußmarsch von Mittenwald entfernt. Mit Tenzin brauchte ich etwa doppelt so lange, nicht nur weil er so schwer auf meinem Rücken war, sondern weil er auch selbst wandern wollte und das auch super machte. Mit seinem Wanderstock (aus der Isar gefischt) stieg er toll den Berg hinauf – besser als in der Ebene, denn im Flachland bleibt er ständig stehen, um irgendetwas (Ameisen, Schnecken, einen Zweig, einen Kaugummi…) ausgiebig anzuschauen und zu beobachten. Aber bergauf ging er fast ohne Pause voran. Die Brunnsteinhütte ist sehr schön: klein (etwa 35 Übernachtungsplätze) und mit einer schönen Sonnenterrasse mit super Aussicht. Für die Kleinen gibt es sogar noch einen Mini-Sandkasten und eine Schaukel, außerdem laufen Hühner und ein Esel sowie manchmal zwei riesige Hunde frei herum, was ich persönlich jetzt nicht so toll fand. Dafür waren die Kasspatzen sehr lecker. Leider spielte das Wetter nicht so mit, so dass es ständig zwischen Sonne und Wolken und Schauern wechselte und man gar nicht wusste, was man nun anziehen sollte: sollte man nun lieber frieren oder schwitzen? Am Samstag machten wir uns alle auf den Weg zum Gipfel Brunnsteinkopf, aber Tenzin und ich und ein paar andere wir drehten dann doch um, als es anfing zu regnen. Es war doch ziemlich steil und mit Tenzin auf dem Rücken oder an der Hand war es mir bei nassem Weg doch etwas zu heikel. Tenzin trug natürlich seine Bergschuhe, die eigentlich gar keine Bergschuhe sind. Es sind normale Rennsemmeln, die Tenzin nicht so gefielen, als ich ihm sie (ohne ihn) kaufte. Aber als ich sie dann einfach „Bergschuhe“ taufte, sah die Sache bzw. die Schuh ganz anders aus.

Wenn wir auf der Straße bei Musikern vorbeikommen, bleibt Tenzin gerne stehen und hört zu. Natürlich wie alle Kinder bei lateinamerikanischer Musik. Aber nicht nur, sondern auch bei klassischer Musik. Seine Reaktionen darauf sind manchmal sehr lustig: Ohren zu halten, wenn die Geige so laut ist zum Beispiel. Als ich dann Plakate für ein Kinderkonzert im Nymphenburger Schlosspark sah, dachte ich mir, das ist genau das Richtige für ihn. Leider fiel dieses Konzert in die Schlechtwetterzeit und damit praktisch ins Wasser. Das Konzert wurde ins Schloss verlegt, in einen Saal, der nur 400 Plätze hat. Und bereits eine halbe Stunde vor Beginn war der Saal voll und viele Eltern mit ihren teilweise sehr enttäuschten Kindern standen vor der Tür. No way – es ging nicht mehr rein und es gab auch keine Entschädigung für die Kleinen. Auch die Eltern, mich eingeschlossen, waren sehr ärgerlich. Auf der Website war der Umzug ins Schloss bereits angekündigt, aber man hätte ja noch dazuschreiben können, dass die Platzanzahl begrenzt ist und wirklich nur Familien reinlassen sollen. Auch ich konnte Tenzin nur schwer nach Hause locken, so versprach ich, dass wir uns im nahe gelegenen Café ein Trostpflasterchen holen würden. Als ich ihn auf dem Weg dahin fragte, was er denn gerne essen würde, wenn wir dann da wären, antwortete er: „Ein Trostpflasterchen!“ Leider fand ich das Café nicht und hatte im Regen auch keine große Lust, auf die Suche zu gehen. So gab es einfach nur ein Eis auf die Hand. Zu Hause legte ich dann eine Klassik-CD ein mit einem Violinenkonzert von Mendelssohn-Bartholdy. Als ich ihn fragte, ob es ihm gefiele, sagte Tenzin, dass da Pferde seien. Ich glaube, ich muss mal die „Peter und der Wolf“-CD rausholen.

Diesmal habe ich nun auch mal wieder etwas nur von mir zu berichten: Nach vielleicht acht Jahren bin ich endlich mal wieder bei einem Massenlauf, nämlich dem B2RUN-München-Firmenlauf, mitgelaufen. Mit dem Team vom Deutschen Alpenverein bin ich die 6,75 km durch den Olympiapark gelaufen. Dafür, dass ich wirklich nicht viel trainieren konnte, bin ich ganz zufrieden mit meinen 39 Minuten. Damit bin ich auf Platz 12.303 von gut 23.000 Teilnehmern, das DAV edelweiß-runners-Team liegt auf Platz 211 (von 2810 Teams). Das Wetter war mehr als bescheiden. Als wir auf den Start warteten, fing es an zu regnen und vor allem zu gewittern. Auch während des Laufs regnete es immer wieder, war aber erträglich. Ich versuche normalerweise ein- bis zweimal die Woche zu laufen. Auch immer so um die 45 Minuten, aber anscheinend nicht so viele Kilometer, denn mein Jogging durch den Westpark ist wesentlich entspannter.

Heute (montags habe ich immer frei) wird es wieder heiß bzw. es ist schon heiß. Ich werde also wieder eine Decke einpacken, wenn ich Tenzin abholen fahre, und mit ihm auf den Wasserspielplatz im Hirschgarten gehen. Eine Schlagzeile habe ich auf den Zeitungen entdeckt: Sechs Wochen Sommerwetter stehen uns bevor! Also, auf ins Schwimmbad.

27. Juli 2009

September 2009

Seit zwei Wochen hat uns der Arbeitsalltag wieder. Der Sommerurlaub ist vorbei. Und es war, zumindest was das Wetter anbelangt, ein richtiger Sommerurlaub mit wirklich sommerlichen Temperaturen.

Gendun und Tenzin hatten ja eine Woche länger Urlaub, und die hat den beiden richtig gut getan. Was vor allem auch für mich eine große Erleichterung gebracht hat, da Tenzin nun nicht mehr so ausschließlich auf mich fixiert ist. Danach stand die „große“ Parisreise ins Haus. Gefreut haben wir uns alle darauf, aber wie es mit Kind werden würde, das wusste ich nicht. Paris ist ja eine riesige Stadt und der August, gerade bei so sommerlichen Temperaturen, nicht der perfekte Reisemonat. Das Fazit war dann auch: Die Tage in Paris waren schön, aber auch anstrengend. Denn Paris als Riesenstadt ist jetzt doch nicht so für kleine Füsse ausgerichtet und viele Spielplätze haben wir auch nicht entdeckt. Aber Tenzin ist tapfer mitgelaufen. Aber der Reihe nach: Am Montag ging es zum Flughafen, Warten und Flug hat Tenzin gut mitgemacht. In der Bahn zu Genduns Bruder schlief er dann doch ein. Abends waren noch andere tibetische Verwandte da mit einem fünfjährigen Jungen, so dass die beiden da noch eine Weile herumtobten. Dementsprechend schwierig war dann für Tenzin das Einschlafen.

Am ersten Tag haben wir die geplante Bootstour gemacht. Vorher waren wir am Eiffelturm mit vielen anderen tausend Touristen auch. Nach der Bootstour gab es eine Runde Karussell für Tenzin und danach sind wir zum Trocadero gelaufen. Dort tanzten junge Männer – es war modern, keine Ahnung, welche Richtung, aber sehr witzig. Am nächsten Tag dann Viaduc d’art bzw. promenade planté. Das war ursprünglich wohl mal eine Bahnlinie und wurde vor relativ kurzer Zeit zu einem schönen Spazierweg mitten durch die Häuser umgebaut (wenn die französische Tafel richtig verstanden habe), links und rechts Blumen, kein Verkehr, leise. Unten gibt es Ateliers und Boutiquen, aber die haben dann Gendun nicht mehr gelockt. Der Weg fängt etwa eine viertel Stunde Fußweg von Genduns Schwagers Wohnung an und geht bis zur Bastille. Danach sind wir zu den Tuilerien und dort in der Mittagshitze durchgelaufen, mit „Picknick“, Eis und Seifenblasen zwischendurch und Karussell vorneweg. Der Arc de Triomphe sah so nah aus, dass wir meinten, wir könnten hinlaufen. Aber es war dann doch ein ganzes Stückchen entfernt und wir alle durch die Hitze ziemlich platt. Am letzten Tag dann doch nicht das cité de la science, sondern einfach etwas ruhiger der jardin des plantes, der Botanische Garten, mit dem kleinen Zoo, dem wohl ältesten der Welt. Es stehen sogar zwei Yaks drin. Tenzin weiß natürlich jetzt, wie der Eiffelturm aussieht (und vergleicht nun zu alle möglichen Türme und Hochhäuser mit ihm), aber er fand die Platanen u.ä. doch wesentlich interessanter.

Morgens bin ich immer mit Tenzin zur Boulangerie gegangen und habe pain au chocolat und richtige croissants gekauft. Tagsüber ist Tenzin tapfer mitgelaufen, auch wenn es heiß war. Spielplätze haben wir wenige gefunden. Am Eiffelturm ist einer und im Botanischen Garten. Keine Ahnung, woran das liegt, vielleicht an dem alten Stadtzentrum oder vielleicht haben sie nicht diese Vorschriften wie hier in Deutschland, wo man ja ab einer bestimmten Anzahl von Bewohnern etwas für Kinder bauen muss. Unser Programm haben wir an Tenzin ausgerichtet. Zum Glück war ich ja schon einige Male in Paris, so dass mir der Montmartre oder der Louvre o.ä. nicht so wichtig waren.

Bei Genduns Schwager wurde nur tibetisch (oder mit mir französisch) gesprochen. In der kurzen Zeit hat Tenzin natürlich nicht wirklich angefangen tibetisch zu sprechen, aber nach Aufforderung schon und im Spielen, weil er mit Deutsch nicht weiterkam, hat er doch auch das eine oder andere tibetische Wort benutzt.

Nach Paris hatten wir noch eine Woche in München, mit viel Sonne, also ging es auf den Wasserspielplatz, ins Schwimmbad, in den Englischen Garten, Ausflug zum Schliersee im Alpenvorland. Und schon war der Urlaub vorbei. Nun geht alles seinen Gang. Und Tenzin und ich warten auf den Besuch meiner Mutter in einer Woche. Dann gibt es noch einmal eine richtige Bergtour zur Reintalangerhütte.

Langsam wird es kühler. Deshalb habe ich mit Tenzin gestern eine Modenschau veranstaltet, um zu sehen, was noch alles passt vom letzten Jahr bzw. von den neu „geerbten“ Stücken. Das Resultat seht Ihr im Foto.

Für die Wiesn-Zeit in zwei Wochen sagen die Meteorologen noch einmal schönes Wetter voraus. Vielleicht ist das ja auch schon eine Woche vorher da.

5. September 2009

Oktober 2009

Über ein Monat ist vergangen, seit ich die letzten News geschrieben habe, und sehr viel ist passiert. Womit fange ich an? Vielleicht mit dem Besuch meiner Mutter hier in München.

Mitte September kam sie für eine Woche nach München und es war wieder volles Programm – Pinakothek, Englischer Garten mit Chinesischem Turm, Reintalangerhütte, Momo essen. Aber der Reihe nach. Am Tag ihrer Ankunft kochte Gendun Momos, bevor er zur Arbeit fuhr. Am Tag darauf gingen wir mit Tenzin (und ohne Gendun) in die Neue Pinakothek – als Vorbereitung für ein Vorstellungsgespräch. Ich war bereits eine Woche vorher mit Tenzin in der Alten Pinakothek. Sonntags kostet es nur 1 €. Und in Anbetracht dessen sagte ich mir, dass ich es riskieren könne, mit Tenzin dorthin zu gehen und vielleicht das Haus bereits nach einer viertel Stunde wieder zu verlassen. Und ich war überrascht, wie gut man doch auch mit einem kleinen Kind solche Gemäldegalerien anschauen kann, denn er schaute sich alles an und stellte interessierte Fragen, was natürlich mich mitunter in Verlegenheit brachte. Denn viele Motive, vor allem in der Alten Pinakothek, stammen aus der Bibel. Einerseits bin ich nicht so sehr bibelfest und andererseits musste ich Tenzin die Geschichte auch irgendwie kindgerecht – vor den Ohren der anderen Besucher – erklären. Während mir die Landschaftsbilder gefielen, war Tenzin beeindruckt von einem Bild, das Jesus mit Dornenkrone zeigt. In der Alten Pinakothek war jedoch nach einer halben Stunde schon Schluss, weil wir durch den Museumsshop mussten, Tenzin dort eine kleine Holzpfeife entdeckte, nach der er beim Weitergehen immer wieder fragte und nach ihr verlangte, so dass wir sie kauften und das Haus verließen. In der Neuen Pinakothek war es ähnlich. Bei einem Toilettengang entdeckte er das Gartencafé und wollte sich keine Bilder mehr anschauen. Aber nun habe ich eine schöne Beschäftigung für Regentage gefunden und werde mit ihm als nächstes in die Pinakothek der Moderne gehen.

Am nächsten Tag, es war ein Dienstag, wollten wir drei in den Englischen Garten. Vom Marienplatz nahmen wir eine Fahrradrikscha und ließen uns bis zum Biergarten am Chinesischen Turm kutschieren. Wir wollten unbedingt einen Steckerlfisch dort essen. Leider war der Fischstand zu. Als ich die Kassiererin fragte, warum es keinen Steckerlfisch gäbe, meinte sie: „Nur bei schönem Wetter!“ Daraufhin schaute ich in den Himmel: ein paar weiße (keine Regen-) Wolken, blauer Himmel, angenehme Temperatur. Und ich sagte zu ihr, dass es doch schönes Wetter sei. Woraufhin sie stur erwiderte: „Nur bei schönem Wetter!“. Vielleicht ist ja Mitte September untertags an einem Wochentag nicht mehr so viel los, so dass es sich nicht lohnt, den Stand aufzumachen. Eine solche Erklärung hätte ich mir gefallen lassen. Aber vielleicht war ihr ein solcher Satz einfach zu viel. Egal. Wir aßen leckeres Brathendl mit Pommes und waren danach dick und rund.

Danach kam endlich unsere Bergtour ins Wetterstein – Oma, Mama und Sohn, leider ohne Gendun, so dass ich das Tragepferd für Tenzin war. Mit dem Zug ging es nach Garmisch, und kaum saßen wir im Zug, wurde der Proviant ausgepackt. Allerdings waren wir früh losgefahren und hatten wirklich noch nicht gefrühstückt. Wir starteten am Skistadion und liefen zur Partnachklamm. Da ich von der letzten Bergtour wusste, dass Tenzin ziemlich gut bergauf läuft (wahrscheinlich weil er sich konzentrieren muss), hatte ich mich für die Treppe hoch zur Partnachalm entschieden, die vor der Klamm anfängt. Und er lief auch wirklich super das Stück dort hoch, etwa eine Stunde lief. Bei der Alm setzten wir uns ins Gras, um zu picknicken. Gerade als wir darüber sprachen, dass es doch schön wäre, wenn uns ein Auto auf der Forststraße mitnehmen könnte, kam auch wirklich eins vorbei. Drinnen saß der Schäfer mit seiner Frau, die ich beide kenne – und sie nahmen uns auch wirklich mit bis zum Umschlagplatz. Damit hatten wir ungefähr die Hälfte des 16 km langen Weges geschafft. Danach kam Tenzin wieder in die Kraxe, es war Mittagszeit und er schlief dann auch bald ein. Als er wieder wach wurde, wanderte er mit seinem Wanderstock ein Stück des Weges, aber nicht sehr lang. Pünktlich zum Kaffee trinken des Hüttenteams kamen wir auf der Hütte an. Danach war Steine schmeißen angesagt. Vor der Hütte fließt die Partnach entlang. Wohlweislich hatte ich Gummistiefel und Regensachen eingepackt, so dass Tenzin dort spielen konnte. Am nächsten Tag drehten wir vormittags und nachmittags eine Runde zum Partnachursprung, aus dem eigentlich fast kein Wasser mehr rauskam, gingen durch den „Märchenwald“ zum hohlen Baum und über den Oberanger zurück zur Hütte. Diese beiden Runden, für die ein normaler Wanderer etwa jeweils eine gute halbe Stunde braucht, lief Tenzin allein. Zum Schluss dann von einem Steinhaufen zum anderen, auf die wir Steine legen mussten. Am dritten Tag ging es wieder hinunter ins Tal. Diesmal lief Tenzin nicht sehr viel. Aber die Oma spendierte uns nach der Partnachklamm eine Kutschfahrt bis zum Skistadion. Tenzin wiegt mittlerweile 15 Kilo. Die Kraxe hat ein geringes Gewicht, aber unten im Fach waren Tenzins Sachen. Damit hatte ich sicherlich 18 Kilo auf dem Rücken. Leider merke ich das immer noch. Ächz! Das Bild zeigt Tenzin übrigens in der Kraxe, bevor wir in die Klamm gehen, in der viel Wasser auch von oben kommt, deshalb hatte ich Tenzin meine Regenjacke übergezogen.

Vom Pinakothekenbesuch möchte ich einen Bogen zum Wahlwochenende eine Woche darauf schlagen, weil das so etwas wie ein kleines Schlüsselerlebnis in Bezug auf Tenzin war, in Bezug darauf, was Tenzins Wurzeln sind. In den Pinakotheken habe ich Tenzin Szenen aus der Bibel erklärt. Am Samstag vor der Wahl waren wir zwei mit Max und Anne, Tenzins „Pateneltern“ auf der Wiesn – Tenzin natürlich in Lederhosen, Anne im Dirndl und Max auch in Lederhosen (siehe auch das Bild, da ist also Max zu sehen und nicht Gendun). Wir waren also bayrisch angezogen (außer ich) auf einem urbayrischen Fest. Am Tag darauf gingen wir erst zur Wahl (Genduns erste) und gingen danach zu einem buddhistischen Zentrum, in dem ein hoher Mönch zu Gast war, der die Zufluchtsnahme-Zeremonie durchführte. (Mit dieser Zeremonie nimmt man Zuflucht zu den drei Kostbarkeiten Buddha, Dharma (buddhistisches Wissen) und Sangha (buddhistische Gemeinschaft) – vielleicht ein bisschen vergleichbar mit einer Taufe.) Gendun und ich, wir haben uns ja bewusst für unser gemeinsames Leben zwischen Abendland und Tibet entschieden. Aber Tenzin wurde genau da hineingeboren und wird ganz automatisch damit groß.

Und wieder eine Woche später zog der Kindergarten um. Vier Tage lang waren wir Eltern beschäftigt, nicht jeder jeden Tag. Der Kindergarten ist sehr schön geworden, sehr großzügig und hell. Es gibt zwei große Gruppenräume, jeweils auch mit Empore und Kuschelecke, es gibt ein Atelier für kreative Arbeiten, eine „Baustelle“, einen Schlafraum mit Wolkenhimmel an der Decke und einen großen Turnraum, der gerade noch fertig gestellt wird. Und wenn dann im Sommer nächsten Jahres der Garten auch fertig ist, dann wird er noch schöner sein. Kleinigkeiten sind weiterhin zu tun. So war ich heute beim Putzen, während Gendun und Tenzin bei einem Freund beim Momo-Essen sind.

Übrigens gibt es auch dieses Jahr wieder einen medihimal-Kalender. Er ist bereits im Office und kann bestellt. Die Motive und Bestellmodalitäten findet Ihr unter: www.medihimal.org. Die Bilder von März und August sind von mir.

Wenn die Blätter fallen und es Herbst wird, dann weiß Tenzin, dass er Geburtstag hat. In zwei Wochen wird er drei Jahre alt. Ich kann es kaum glauben!

Euch noch einen schönen Herbst! (Hat schon jemand Lebkuchen gekauft?)

11. Oktober 2009

November und Dezember 2009

„Und wüsste ich alle Geheimnisse und hätte alle Erkenntnisse und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“

Diesen Spruch lese ich jedes Mal, wenn ich mit dem Rad zur Arbeit im Alpinen Museum lese. Ich glaube, es ist ein Kloster (St. Anton), auf dessen Außenmauern dieser Spruch angebracht ist. Jedes Mal lese ich ihn von Neuem und finde immer wieder, wie wahr er doch ist.

Ich bin nicht oft zum Alpinen Museum geradelt, von uns gibt es keine wirklich schönen Wege dorthin, sondern mitten durch die Stadt und auf großen Straßen. Nun ist Winter und die Radelsaison auch schon fast vorbei. Und ab nächstem Jahr werde ich nicht mehr auf der Praterinsel arbeiten. Vor einer Woche habe ich meinen Vertrag bei den Pinakotheken unterschrieben. Mein Arbeitsplatz wird das Palais Pinakothek sein, dort ist das Referat Besucherdienste untergebracht, dahinter verbirgt sich u.a. die Museumspädagogik. Nächstes Jahr weiß ich mehr. Ich werde das Alpine Museum sehr vermissen, auch wenn ich morgens das kleine Stück an der Isar entlang laufe und es jedes Mal anders aussieht oder den schönen Garten hinterm Museum und natürlich die Kollegen. Die Arbeit im Alpinen Museum war wirklich perfekt – alles hat gestimmt. Nur war es eben ein befristeter Vertrag und deshalb war ich auf der Suche. Es war eine lange Suche. Letztens habe ich nur allein die E-Mail-Absagen gezählt. Es waren 59 Stück. Aber ich muss sagen, zum Glück waren das alles Absagen. Es waren selten Stellen, die mich wirklich 100-Prozentig interessiert haben. Aber jetzt mit der Pinakothek habe ich, glaube ich, das Richtige gefunden.

Damit wären meine News eigentlich abgeschlossen, zu Tenzin gibt es viel mehr zu erzählen. Ob er das auch selbst so erlebt, dass immer so viel passiert? Es sind so Kleinigkeiten, die mir auffallen oder die ich lustig, bemerkenswert finde. (Andere finden das vielleicht nicht.)

Vor einem Monat hatte Tenzin seinen dritten Geburtstag, der für mich doch mit viel Arbeit verbunden war. Einen Tag vorher buken wir zusammen Muffins für den Kindergarten. Am Geburtstag selbst konnte ich mir zum Glück noch frei nehmen, denn ich wollte noch Kuchen für den Nachmittag backen, eine Suppe zum Abendessen (das eingeladene Nachbarsmädchen hatte sich nämlich kurz vorher die Zähne wackelig geschlagen und durfte nichts Hartes essen) und vor allem putzen. Letzteres gelang mir nur zur Hälfte, im Rest der Wohnung wurde nur schnell durchgesaugt. Es war ja nun der erste Geburtstag, den Tenzin auch bewusst mitgemacht hat. Und ich muss sagen, es wird nächstes Jahr wieder etwas anderes sein, weil man doch auch als Eltern die richtige Balance finden muss, damit sich nicht nur die Erwachsenen unterhalten, denn die Hauptperson ist doch eigentlich das Kind bzw. die Kinder.

Um die Zeit seines Geburtstages herum hatte Tenzin kurzzeitig eine Warum?-Phase. Ich dachte immer, das kommt erst später. Allerdings ist diese Phase auch schon wieder vorbei. Auch wenn es manchmal anstrengend war, mir eine Antwort auf ein Warum, das uns Erwachsenen ja doch manchmal unsinnig erscheint, zu finden, hoffe ich, dass das wiederkommt. Und ich, wenn ich nicht weiter weiß, den dummen Spruch bringen kann: „Warum, warum, warum ist die Banane krumm? – Weil niemand in den Urwald bog und die Banane grade bog.“ In dieser Zeit waren auch die Autos doppelt interessant. Bei jedem Auto fragte mich Tenzin, welche Automarke das sei. Nun kennt er die wichtigsten. Und bei dieser Phase bin ich doch ein wenig erleichtert, dass sie vorbei ist. Autos sind für mich einfach Männersache.

Bei seiner Oma gibt es manchmal Shrimps zum Frühstück. Wir haben dann auch mal Crevetten probiert. Und so stehen wir jeden Samstag im Supermarkt vor dem Regal und Tenzin zeigt ganz zielsicher auf diese rosa Tierchen, die er zum Sonntagsfrühstück essen möchte. Komisch, was er alles isst. Aber am liebsten macht und hat er es so wie sein Papa: Ein Stück Fleisch in der Hand, mit einem Knochen drin und drauf losnagen – Raubtierfütterung, kann ich da nur sagen.

Im Kindergarten rückt nun auch die Weihnachtszeit heran, das heißt, dass dort über Weihnachten, das Christkind, Kirche usw. gesprochen wird. Sonst erzählt Tenzin ja nicht so viel, was er im Kindergarten machen, aber vorletztes Wochenende sagte er dann immer wieder Kirche, fragte, wann sie läutet, ob jetzt „Gottendienst“ sei. Da Gendun eh arbeiten musste, machte ich mich mit Tenzin am Nachmittag auf den Weg zum Odeonsplatz, um die Theatinerkirche anzuschauen. (Bei uns stehen zwar zwei, aber die sind sehr nüchtern innen gestaltet, und Tenzin sollte doch auch etwas zu sehen bekommen, wenn man das so sagen darf.) Leider war die Theatinerkirche aus irgendeinem Grund nur sehr schwach beleuchtet, so dass Tenzin bald sagte, dass es ihm zu dunkel sei und er wieder hinaus wolle. Vorgestern hatten wir Gelegenheit zu einem zweiten Kirchenbesuch. Ich hatte nämlich keine Lust, irgendetwas zu spielen, so sind wir einfach Kuchen essen gegangen, was Tenzin nicht ganz so gern macht, wie Fleisch essen, aber die Antwort auf meine Frage war doch sofort: „Ja! Kuchen essen!“ Als wir zum Café Kreuzkamm fuhren kamen wir an der Kirche mit den zwei Türmen vorbei und Tenzin hatte nicht vergessen, wie die hieß. Also sagte ich ihm, dass wir danach noch die Frauenkirche anschauen würde. Nun habe ich mir überlegt, dass wir vielleicht Weihnachten, wenn Mama wieder abgereist ist, nachmittags in den Kindergottesdienst gehen.

Wir waren auch wieder im Museum. Einmal in der Mucha-Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung. Das war aber nichts für Tenzin. Vielleicht sind die Motive zu ähnlich und es ist zu wenig drauf zu sehen, was eine Geschichte erzählt. Und gestern waren wir im Straßenbahnmuseum, weil er unbedingt immer mit den alten Straßenbahnen fahren möchte, diese fahren jedoch auf unseren Linien hier vor der Haustür nur, wenn irgendwo Baustellen auf den Tramlinien sind (keine Ahnung, warum).

Jetzt ist bald der erste Advent. Ich muss noch einen Kranz kaufen, damit wir am Samstag die erste Kerze anzünden können. Dann steht wieder das Geschenke kaufen an. Ich hoffe, mir kommen noch ein paar Ideen, aber eigentlich weiß ich schon alles. Und ich möchte eine Weihnachtsgans mal kochen, ich gebe zu, mit Mamas Unterstützung. Ich hoffe, sie sprengt nicht unseren Ofen. Mama kommt am vor Weihnachten für ein paar Tage und wir werden mal wieder vorfeiern – wie so oft schon in der Familie Schulze.

Also, Euch eine schöne Vorweihnachtszeit.

24. November 2009

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