News 2003 – übernommen von www.pankeanke.de

Januar 2003

Seit einigen Tagen bin ich wieder aus Indien zurück. Viereinhalb Wochen war ich dort. Obwohl, nicht ganz. Denn drei Wochen war ich in Dharamsala, und das ist nicht wirklich Indien. Aber der Reihe nach.

Ende November flog ich mit Simon nach Delhi, wo uns Tom vom Flughafen abholte. Mitte Dezember stieß noch Moritz zu uns. Zuerst fuhren wir nach Dharamsala im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh.

Dharamsala, im 19. Jahrhundert und Anfang des 20. Jahrhunderts Sommerausflugsort der britischen Kolonialherren, ist heute Sitz der Tibetischen Exilregierung. Der Dalai Lama lebt hier und mit ihm etwa 6.000 Tibeter. Es ist also eigentlich eher eine tibetisch-buddhistisch geprägte Gegend.

Dort unternahmen wir als erstes eine dreitägige Trekkingtour zum 4.600 m hohen Indrahar-Pass. Dezember ist eigentlich keine Trekkingzeit mehr und Tom und Simon hatten auch nicht Lust, auf eine längere Tour. So entschieden wir uns für diese Route. Ein Glück, dass ich einen guten Schlafsack dabei hatte, denn die erste Nacht schliefen wir in einem Forest Rest House, das aus leeren Mauern und einem Holzboden bestand. Die zweite Nacht verbrachten wir auf etwa 3.300 m Höhe in einer Höhle, ohne jeglichen Komfort. Mit wenig Wasser und wenig Essen. Das war schon abenteuerlich. Jedoch entschädigten die kurzen fünf Minuten auf dem Pass, sprich die Aussicht auf die dahinterliegenden Bergketten, für die Strapazen.

Zwei Tage später reisten Tom und Simon weiter. Ich wollte länger in Dharamsala bleiben. Aus verschiedenen Gründen: Mich zog es noch nicht ins „richtige“ Indien. Ich wollte nicht von einem Ort zum anderen „hoppen“. Ich wollte in ein Nonnenkloster, um eine Reportage darüber zu schreiben. Und ich wollte mich etwas mehr mit dem Tibetischen Buddhismus beschäftigen. Dafür ist Dharamsala der richtige Ort.

Vormittags ging ich in die Tibetan Library, wo ein alter Mönch und buddhistischer Professor Vorlesungen über buddhistische Philosophie hielt, die ins Englische übersetzt wurden. Ich kaufe mir einige Bücher (natürlich auch auf Englisch), die momentan über den großen Ozean nach Deutschland schippern, war in einigen Klöstern, lernte einen Tibeter kennen, der mir einiges über seine Heimat erzählen konnte.

Ich besuchte natürlich auch zwei Nonnenklöster des Tibetan Nun’s Project, traf mich mit der ehemaligen Bildungsministerin, Rinchen Khandro Choeling, der Tibetischen Exilregierung, die dieses Projekt leitet. Das TNP ermöglicht den geflohenen Nonnen das Studium des Tibetischen Buddhismus, um dann den höchsten Abschluss in buddhistischer Philosophie machen zu können. Bis dato eigentlich nicht üblich für Nonnen.

Nach drei Wochen riss ich mich dann doch von diesem Ort los, wirklich ungern, aber ich war mit Simon, Moritz und Tom für Weihnachten in Pushkar (Rajasthan) verabredet. Über Delhi (welch schreckliche Stadt) fuhr ich nach Pushkar, einer gemütlichen, wenn auch touristischen Stadt in einer schon fast wüstenartigen Gegend. Weihnachten war unspektakulär: selbstgebastelter Weihnachtsbaum aus Papier, Blumengirlanden, einige Kerzen und selbst gekochte Pasta.

Auf dem Rückweg nach Delhi machte ich noch Stop in Jaipur, der Hauptstadt Rajasthans. Das war noch einmal das wirkliche Indien: laut, voller Menschen, die alle etwas von einem wollten, Warnungen vor Betrügern, kein gemütliches Schlendern möglich. Aber als ich nach anderthalb Tagen weiter musste, dachte ich, wenn man einfach mehr Zeit hat, dann kann man sich auch an so etwas gewöhnen.

Für Indien braucht man einfach Zeit, um den Menschen richtig begegnen zu können, um erkennen zu können, wer will dir jetzt einfach nur etwas verkaufen oder wer will sich wirklich nur mit dir unterhalten, um nicht genervt zu sein von der lauten Geräuschkulisse, um mit Bettlern richtig umgehen zu können, um die Geduld beim Warten auf den Bus oder den Zug nicht zu verlieren. Zeit ist nicht wichtig für Inder (zumindest scheint es oft so), aber für einen Reisenden ist sie wichtig, er muss genug davon mitbringen.

Ich habe natürlich viel mehr erlebt in Indien. Wer den längeren Reisebericht haben möchte, der kann mir schreiben, dann schicke ich ihn gerne per E-Mail zu. Auf die Fotos müsst Ihr noch eine Weile warten. Die Dias habe ich zwar heute abgeholt, jedoch dauert es noch, bis ich sie eingescannt habe. Mit dieser Technik muss ich mich noch auseinandersetzen. Aber nächsten Monat gibt es dann die schönsten Bilder aus Indien.

4. Januar 2003

Februar 2003

Fast einen Monat bin ich nun wieder in Deutschland. Nach der warmen Zeit in Indien hat mich erst einmal eine ordentliche Erkältung erwischt, die mittlerweile zum Glück bereits auskuriert ist.

Ein Monat Ausland ist vielleicht nicht lang genug, um sich „ausgelebt“ zu haben, trotzdem hatte ich doch fiel es mir nicht leicht, mich wieder in meiner Heimat einzuleben. Immer, wenn ich mir die mitgebrachte tibetische Musik anhörte oder Bilder vom Himalaya anschaute, bekam ich wieder unendliches Fernweh. Ich möchte es fast als Heimweh bezeichnen, denn in dieser Ecke der Erde fühle ich mich wohl und auch etwas zu Hause. Der Besuch beim „Tibetan Nun’s Project“ diente dazu, eine Reportage darüber zu schreiben. Auch über das dreitägige Trekking habe ich einen Bericht geschrieben. Beide habe ich nun diversen Zeitungen und Zeitschriften angeboten.

Bilder vom Trekking, von Dharamsala, vom „Tibetan Nun’s Project“ und von Rajasthan sind mittlerweile auch auf meiner Homepage zu finden.

März 2003

Ich liege gerade in meinem Bett und erhole mich von einer kleineren Operation, die doch schmerzhafter war als erwartet. Naja, nicht direkt die OP, denn die verlief natürlich unter Vollnarkose, ich habe also nichts gemerkt. Aber jetzt muss ich doch im Bett bleiben, was mir ungeduldiger Person natürlich überhaupt nicht so gefällt. Und dieses Untätigsein! Um so schneller ich jedoch gesund bin, um so schneller kann ich auch wieder am Schreibtisch sitzen und arbeiten, recherchieren, herumtelefonieren.

Denn das ist meine momentane Tätigkeit bei der Filmproduktionsfirma JanusFilm, die für ProSieben ein neues Auslandsmagazin entwickelt. „terraluna“ wird am 21. März zum ersten Mal auf Sendung gehen, zur Prime time um 20:15 Uhr. Drei bis vier Auslandsreportagen werden jede Woche gezeigt. Wir sind momentan auf Themensuche – in Zeitung, Internet…

Ansonsten ist bei mir nicht viel passiert.So ist es eben, wenn man fünf Tage die Woche arbeiten muss, da bleibt kaum Zeit für andere Dinge. Auf die Reportagen, die ich an verschiedene Zeitungen und Zeitschriften verschickt habe, erhielt ich bis jetzt nur Absagen: „Wir haben unseren festen Autorenstamm, deshalb nehmen wir keine Artikel freier Autoren.“ oder: „Ihre Reportage ist sehr interessant, aber passt nicht in unser Konzept.“ oder: „Wir bekommen jeden Tag viele Artikel auf unseren Tisch, die wir leider nicht unterbringen können.“ usw. usf. Schade. Vor allem wenn ich in namhaften Zeitungen mit Niveau Artikel lese, die eine reine Beschreibung einer Reisebüro-Reise sind. Aber so ist das Medien-Milieu, damit muss man klarkommen oder man lässt es.

Seit diesem Jahr engagiere ich mich mehr im Verein meditibet und mache dort die Pressearbeit. Am 7. März findet in der Berliner Columbushalle eine Benefizveranstaltung zugunsten unseres Vereins statt. In dieser Zeit feiern die Tibeter ihr Neujahrsfest Losar. Zum Programm: Mit einer Bild-Klangreise entführt Santrra Oxyd in die tibetische Heimat des Mönches Lama Tschaglung Tulku Ngawang Gelek. Nach dem Neujahrsgebet von Lama Gelek singen Santrra und Gelek „tibetisch-oyxdianische“ Lieder. Yvonne Wittig, Gründerin von meditibet e.V. wird in einem kurzen Vortrag den Verein und dessen Arbeit präsentieren. Weiter geht es u.a. mit Nina Hagen und der mongolischen Jazzgruppe Börte, die mit ungewöhnlichen Instrumenten und Stimmen aus dem Kehlkopf Musik machen.

3. März 2003

April 2003

Als eifriger ZEIT-Leser habe ich in der letzten Ausgabe ein Gedicht (aus: Hermann Hesse: „Stufen“) gefunden, das ich sehr schön finde und Euch nicht vorenthalten möchte:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln und uns engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Dann gibt es mal wieder eine kleine Änderung auf meiner Homepage:
Unter Tipps für Auge und Ohr findet Ihr kleine Hinweise zu Veranstaltungen auf Charlys Bauernhof oder auf der Hütte, zu irgendwelchen Sachen, die in irgendeiner Weise mit mir zusammen hängen. Zum Besipeil der neue Film von Gerhard Baur, der am 20. April auf Bayern3 kommt, unter anderem mit Paloma und mir kletternder Weise im Oberreintal. AUFRUF: Kann mir jemand diesen Film auf VHS aufnehmen???

Die Vorbereitung zu dieser ersten Ausstrahlung von „terraluna“ war ziemlich stressig, denn auch wir mussten wegen des Irakkriegs die Sendung umbauen, was heutzutage einen ziemlichen Rattenschwanz nach sich zieht. Aber ich denke, dass wir das alles gut bewältigt haben und letzten Freitag eine interessante Sendung lief. Der Irakkrieg bewirkte auch, dass unsere Sendung erst einmal auf Sommer verschoben wurde. Denn zur gleichen Zeit fing der Krieg an, die Menschen schauten verständlicherweise mehr aktuell-politische Berichte, und die Einschaltquoten für unsere Sendung waren schlecht.

Ende Februar wurde ich operiert. Eigentlich wollte ich nicht davon schreiben, aber in diesem Zusammenhang gab es einfach ein paar witzige Äußerungen. Also, ich musste am Bauch operiert werden und diesen ziert nun eine kleine Narbe oberhalb des Bauchnabels. Nun bin ich zwar nicht so die große Bikini-Trägerin, aber trotzdem bin ich nicht gerade glücklich über diese Narbe. Jedoch bekam ich von drei (männlichen) Seiten dazu zu hören: „Ist doch süß/erotisch!“, wobei sie die Narbe selbst nicht gesehen hatten. Nun, so kann man es natürlich auch sehen. Die Krönung war mein Chirurg, der mir erklärte, ich hätte nun keine „Champagnerrinne“ mehr. Ich verstand ihn erst gar nicht, erst als er mir sagte, dass das ein Begriff sei, den Schönheitschirurgen gerne verwenden, machte es klick bei mir. Mir fiel die Champagnerwerbung ein, in der der jungen, schlanken Dame Champagner auf den Bauch gegossen wird und dieser in der „Champagnerrinne“ (bei einem trainierten Bauch zwischen den Bauchmuskeln) gen Bauchnabel fließt.

Zur gleichen Zeit besuchte mich mein alter Schulfreund Carsten, der wegen eines Kongresses nach München kam. Bevor auch er (wegen einer Grippe) darniederlag, konnten wir am Sonntag, dem Tag der Entlassung aus dem Krankenhaus, in den Englischen Garten gehen. Im Biergarten setzten wir uns für eine Weile hin, um ein Bier zu trinken, war es doch noch zu kalt. Aber ein Kaffee wäre gerade recht gewesen. Carsten begab sich auf die Suche nach einem, kam jedoch mit der Bemerkung zurück, dass sie nur Caro-Kaffee hätten, fand ich etwas merkwürdig, aber okay. Irgendwann auf dem Weg nach Hause kamen wir noch einmal darauf zu sprechen und wir kamen hinter Carstens Denkfehler. Auf der Getränkekarte stand „Haferl Kaffee“, was für ihn Hafer-, also Getreidekaffee bedeutete.

Ansonsten gibt es so viel nicht zu berichten. Jeden Tag gehe ich fleißig zur Arbeit. Am Wochenende arbeite ich manchmal noch für den „Münchner Merkur“ und schreibe Artikel für die Lokalredaktion Süd. Sport durfte ich wegen der OP leider nicht machen, aber eigentlich fehlte mir die Zeit dazu, denn wenn ich nach Hause kam, war es schon dunkel, also zu spät zum Joggen.

Naja, eins ist vielleicht noch erwähnenswert, weil ich es selbst kaum glauben kann. Am 31. März bin 30 Jahre alt geworden. Dabei fühle ich mich doch noch gar nicht so alt. Andererseits ist es doch so. Ich bin schon so alt. Woran merkt man das? An irgendwelchen alten Hits, die man im Radio hört und dann denkt, das haben wir doch damals im Ferienlager gehört. Oder man sieht andere „Erwachsene“, die aber zehn Jahre später geboren sind. Was habe ich geschafft in meinen ersten dreißig Jahren: Schule beendet, Studium auch, diverse Praktika absolviert und mich langsam zur Journalistin entwickelt. Ich bin vielleicht noch nicht ganz da, wo ich einmal hinmöchte, aber unzufrieden muss ich mit meinem Leben auch nicht sein. Ich habe zwar noch keine eigene Wohnung, weder Mann noch Kind, habe keinen festen Job. Dafür bin ich noch nicht geschieden und habe doch schon viel erlebt in meinem kurzen Leben. Ist doch auch ein gutes Fazit! Aber trotzdem – nachdenklich wird man doch!

Ach ja, Ostern steht vor der Tür: Ich wünsche Euch allen frohe Ostern!

5. April 2003

Mai 2003

Ein ereignisreicher Monat liegt hinter mir. Ich bin schon einen Monat lang 30, habe meinen Geburtstag nachgefeiert, war auf einem beeindruckenden Konzert, mache wieder etwas mehr Sport und lebe einfach.

Am 19. April habe ich in Nannenbach meinen 30. Geburtstag gefeiert. Schließlich wird man nur einmal 30. Am Mittwoch kam bereits Gesine aus Berlin. Ich holte sie abends vom Flughafen ab. Donnerstags hatte ich frei, so dass wir diesen sonnigen Tag im Englischen (Bier-) Garten und an der Isar genießen konnten. Am Freitag ging es mit dem Zug ins schöne Allgäu, nach Leutkirch. Dort stand schon unser Empfangskomitee bereit: Charly, sein Bruder Wolfgang, Mama und Freund sowie Nadine. Wir fuhren dann erst einmal nach Nannenbach. Nachmittags fuhr Charly mit uns drei Berliner Gören an den Bodensee. Zusammen mit zig tausend anderen Menschen spazierten wir ein Stück am Bodensee entlang, immer noch in der Sonne, und aßen diverse Eisbecher mit Blick auf diese Löwenskulptur, die den Hafen in Lindau krönt.

Samstag früh, wirklich früh um acht, fuhren Charly und ich zum Einkaufen in die Stadt, während Gesine und Nadine ein Frühstück zauberten. Nach dem Frühstück, also mit etwas Verspätung kamen Jan plus Töchterlein Mara und Roman, die über Nacht aus Berlin angereist waren. Wir werkelten so im Haus herum, bereiteten alles vor. Und zum Kaffee trinken kamen bereits die ersten Gäste. Nach und nach trudelten auch die anderen ein. Vielen Dank für Eure lukullischen Mitbringsel und natürlich für Euer Kommen. Nach dem Sturm auf das Buffett bildeten sich Grüppchen an den Bierbänken, im Wohnzimmer und am Lagerfeuer draußen. Ganz zum Schluss noch eine Tanzgruppe der Unermüdlichen.

Ich lag um vier im Bett, musste allerdings um acht wieder raus, da meine Berliner leider wieder abreisen mussten. Sie verpassten ein schönes Frühstück draußen vor dem Haus in der Sonne. Während die anderen abreisten, waren Charly und ich mit dem Putzen beschäftigt. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mir Muskelkater beim Putzen geholt. Nannenbach ist ein toller Ort zum Feiern. Kann ich nur jedem empfehlen.

Ich muss zugeben, dass ich vielleicht nicht der perfekte Gastgeber bin. Weder habe ich offiziell das Buffett eröffnet noch habe die alle Gäste einander vorgestellt. Mama, da muss ich wohl noch üben. Für mich war jedoch ein wunderschönes Fest. Und ich hoffe, Ihr habt Euch genauso gut amüsiert wie ich.

Eine Woche später war ich schon wieder im schönen Allgäu. Charly veranstaltete auf seinem Bauernhof ein tolles Konzert. Die mongolische Band “ Börte„, die während der Sommermonate immer in Europa auf Tournee geht, war zu Gast. Die fünf Musiker, zwei Frauen und drei Männer, boten ein beeindruckendes Konzert. Gekleidet in traditionelle Kostüme spielten sie auf für uns ungewohnten Instrumenten. Das Hackbrett ähnelte dem hier bekannten. Die Harfe jedoch lag jedoch auch in der Horizontalen. Die Bass- und Pferdekopfgeigen sahen aus wie viereckige Cellos. Wahnsinn auch ihr Gesang, der berühmte Kehlkopfgesang der Männer. Ich fragte mich immer, woher diese Töne kommen. Der Mund war zwar offen, aber irgendwie schienen die Laute woanders herzukommen. Dieser Abend trug mich wieder nach Indien. Fast Fernweh habe ich bekommen. Am liebsten hätte ich wieder meinen Rucksack gepackt und wäre nach Asien gefahren. Die Gruppe ist Anfang Juli zu Gast auf der Reintalangerhütte.

Von meiner Mama bekam ich letztens eine Postkarte mit einem Spruch von Mahatma Gandhi:

„Es gibt wichtigeres im Leben,
als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“

Das ist etwas, was mich hier immer etwas nachdenklich stimmt. Wir packen unsere Zeit voll mit allem Möglichen und haben kaum Zeit für das, was uns wichtig ist. Und es ist doch komisch, dass während so viele Menschen aus Asien und Afrika in die westlichen Länder wollen, viele Europäer und Amerikaner ihr Glück in den Ländern suchen, wo die Menschen noch viel Zeit haben.

Deshalb genieße ich jetzt um so mehr das Radeln zur Arbeit jeden Morgen und abends zurück. Ich kann direkt von mir aus an die Isar hinunterfahren und dann bis nach Ismaning immer an der Isar entlang radeln. Das ist so toll. Nicht nur, dass es ein guter Ausgleich zum Bürojob ist, sondern ich habe damit einfach einen Moment, nämlich diese insgesamt anderthalb Stunden ganz für mich allein.

Meine Schwester schenkte mir zum Geburtstag eine elektrische Zahnbürste, über die ich sehr glücklich bin, denn ich hasse Zähne putzen. Aber wir kommen ja nicht drum herum. Beim Zähne putzen denke ich immer an eine Lehrerin in der Unterstufe von mir, die die Notwendig vom Putzen betonte und meinte: „Wenn ihr mal tot seid, dann vergeht alles, nur die Zähne bleiben erhalten.“ Und ich sah dann immer dieses Gebiss vor meinen Augen. Jedenfalls muss ich nun beim Putzen immer daran denken, wie abstrus es doch ist, dass wir diese elektrischen Zahnbürsten haben, die uns die Zähne putzen und die uns auch noch anzeigen, wann die Bürstenköpfe ausgetauscht werden müssen. Aber trotzdem vielen Dank, Nanne, wie gesagt, ich liebe diese Zahnbürste.

3. Mai 2003

Juni und Juli 2003

Dank der Telekom haben wir nach einer Tarifumstellung erst jetzt wieder Internet-Anschluss, ich konnte also nicht eher meine monatlichen News ins Netz stellen. Deshalb mache ich auch diesmal quasi zweimonatige News. Auch aus dem Grund, weil ich am 28. Juni wieder auf die Reintalangerhütte für fünf Wochen zum Arbeiten gehe.

Viel war los im letzten Monat. Auf der Reintalangerhütte wurde am 23. Juni die Hüttensaison eröffnet. Bei schönstem Wetter kamen doch nicht so viele Gäste, etliche Tagesgäste, jedoch blieben nur dreißig über Nacht. Daher war es für uns Hüttenmitarbeiter ein sehr ruhiges und angenehmes Wochenende. Schnee liegt übrigens keiner mehr, nur auf dem Weg der Hütte lagen damals noch drei ganz kleine Schneefelder, die man problemlos queren konnte. Morgen, Pfingstsamstag, werde ich wieder hochgehen. Die Wettervorhersage ist ganz gut und Charly dementsprechend optimistisch. Das Reintal ist traumhaft schön wie immer. Die Wiesen sind grün, einige Blumen blühen schon. Auf meinem Lieblingsplatz, die Wiese direkt hinter dem Haus mit den schönen großen Steinen, habe ich mittags mal wieder gesessen und die Sonne genossen.

Der Besuch S.H. des Dalai Lama am letzten Wochenende (30.5.-1.6.) bedeutete für uns Mitglieder vom Verein meditibet e.V., für den ich die Pressearbeit mache, viel Arbeit. Die Pressemappen und Flyer mussten aktualisiert und die beiden Infostände in der TU und in der Olympiahalle mussten vorbereitet werden. Zwei Tage waren wir mit einem schönen Stand in der Münchner TU vertreten. Dort fand der Kongress „Medizin im Kontext der Kulturen“ statt. Eingeladen waren verschiedene Ärzte, Naturheilpraktiker u.a. aus den Bereichen der chinesischen, tibetischen Medizin, Schamanismus und Aryuveda. Auch S.H. der Dalai Lama hielt einen Vortrag über tibetische Medizin.

Am Sonntag mussten wir morgens um sechs Uhr den nächsten Stand in der Olympiahalle aufbauen, denn am Nachmittag sollte S.H. der Dalai Lama dort sprechen. Nach einigen organisatorischen Schwierigkeiten verlief das alles ganz glatt und wir konnten in unser Office, wo für die alle Gremiumsmitglieder (aus ganz Deutschland angereist) ein Frühstück und eine gemeinsame Gremiumssitzung angesetzt worden war.

Höhepunkt für uns war jedoch die persönliche Audienz bei S.H. dem Dalai Lama. Wegen der geplanten Tibetischen Medizinschule in Thubten Choling (Solu Khumbu/Nepal) hatten wir dieses Treffen ermöglicht bekommen. Der Abt des Klosters von Thubten Choling ist ein Lehrer des Dalai Lama. Im Solu Khumbu gibt es kaum tibetische Ärzte, die medizinische Versorgung ist nicht ausreichend. Mit dem Bau dieser Medizinschule will meditibet e.V. tibetischen Mönchen eine medizinische Ausbildung ermöglichen und damit die Tibetische Medizin erhalten.

Pünktlich erschienen wir im Bayrischen Hof, wo S.H. logierte. Erst einmal mussten wir, eine Gruppe von 20 Personen warten. Sicherlich fast eine Stunde, mir taten schon richtig die Füße weh. Dann erschien er. Mit einer ganzen Entourage aus Mönchen, Übersetzer, deutsche Freunde, tibetische Security-Männer usw. Zuerst wurde ein Gruppenfoto gemacht. Ihm war, glaube ich, nicht ganz bewusst, dass wir einen Audienztermin hatten. Aber, obwohl sichtlich unter Zeitdruck, nahm er sich die Zeit für die Audienz. Um einen riesigen Tisch versammelt saßen wir dann zusammen, wir konnten unseren Verein und das geplante Projekt vorstellen. Er schaute sich auch das mitgebrachte Fotoalbum an, stellte einige Fragen und sicherte uns dann seine Unterstützung zu. Dann durften wir ihm noch die Hand schütteln und dann war die Audienz auch schon vorbei. Ich muss sagen, dass es durchaus auch etwas von einer „Massenabfertigung“ hat. Nicht dass S.H. der Dalai Lama das mit Absicht so machen würde, aber er hat einen so voll gepackten Terminkalender, dass es gar nicht anders möglich ist.

Danach sind wir direkt in die Olympiahalle zu seinem Vortrag „Ein menschlicher Beitrag zum Weltfrieden“ gefahren. Ich muss gestehen, dass ich dermaßen müde war, dass es mir schwer fiel, dem Vortrag zu folgen. S.H. der Dalai Lama spricht fließend Englisch und sprach jeweils sehr lang, bis er seinem Dolmetscher Zeit zum Übersetzen ließ.

Die Weisheit des Dalai Lama ist eine sehr einfache, wenn man so seine Worte hört. Wenn man sich mit dem Tibetischen Buddhismus beschäftigt, dann ist es auch nichts Neues, trotzdem beeindruckend. Weil es Dinge sind, bei denen man denkt: „Stimmt, das ist wahr.“ Erstaunt war ich über die tiefe Stimme S.H. Die hatte ich nicht erwartet. Und über seine Kindlichkeit, ständig wollte er seinem Dolmetscher die Notizen umblättern. Aber das ist ja ein schöner Zug. Trotz alledem darf man das Ganze nicht überbewerten.

Was für ein Job! S.H. der Dalai Lama ist mittlerweile 69 Jahre, reist durch die ganze Welt, muss überall Vorträge halten, Menschen empfangen und dabei immer freundlich sein. Was mag in seinem Kopf wohl vorgehen? Hat er wirklich diese Ruhe, die einem guten Buddhisten innewohnt, oder ist er nicht vielleicht doch manchmal etwas genervt? S.H. der Dalai Lama wäre eine Person, die ich gerne einmal persönlich, ganz allein für vielleicht ein, zwei Stunden zu einem Gespräch treffen würde.

Für uns waren die beiden Stände ein Erfolg. Wir haben viele interessante Kontakte knüpfen können und sympathische Menschen kennen gelernt.

Ansonsten bin ich noch bei der Filmproduktionsfirma bis Ende Juni. Nebenbei weiterhin die Arbeit für den Münchner Merkur. Ich lerne noch Saxophon und seit April auch Tibetisch. Manchmal gehe ich in ein buddhistisches Zentrum hier in München, um einfach noch mehr über den Tibetischen Buddhismus zu erfahren. Irgendwann muss ich mich wohl entscheiden, was mir am wichtigsten ist.

6. Juni 2003

August 2003

Viel ist passiert im Oktober: Innerhalb von drei Wochen hatte ich eine Wohnung und bin umgezogen und zwei Wochen habe ich als Hilfsgärtnerin im Schwäbischen gearbeitet. Und im ALPIN ist ein schöner Artikel von mir über die Reintalangerhütte erschienen.

Anne, meine Mitbewohnerin aus der Orleansstraße, erzählte mir von der kleinen schnuckeligen Wohnung in Westend, in der Nähe der Theresienwiese, wo das alljährliche Oktoberfest stattfindet. Sie hatte sich die Dachgeschosswohnung angeschaut, aber ihr gefiel sie nicht so, weil sie nur Dachfenster nach oben raus hat, also keine wirkliche Aussicht, nur durch das eine schräge Fenster. Bei mir jedoch war es Liebe auf den ersten Blick, sicherlich auch noch dadurch begünstigt, dass ich endlich mein WG-Leben nach über zehn Jahren beenden wollte. Ich wollte meine eigene Wohnung, ganz für mich allein. Nun habe ich in eine kleine Zwei-RAUM-Wohnung mit großer Küche, die genauso viel kostet wie mein altes WG-Zimmer. Da konnte ich einfach nicht „Nein“ sagen. Von Vermieter-Seite gab es auch keine Einwände. Meine Mutter bürgte vorsichtshalber für die Mitzahlung. Außerdem wohnt André (Zimmermann, Architektur-Student und Freund von der Hütte) bis Ende Januar im zweiten Zimmer, er macht ein Architektur-Praktikum hier und so teilen wir uns das bisschen Miete auch noch.

Innerhalb kürzester Zeit musste ich also meinen Umzug organisieren. Moritz versprach, mir seinen VW-Bus zu leihen. Viel Zeit blieb mir nicht, denn über das verlängerte Wochenende war ich zum Arbeiten auf der Hütte, am 6. feierte ich noch mit den Reintalfreunden in Charlys Geburtstag rein. Am Mittwoch packte ich dann endlich die ganzen Kisten. Wie ich diese Arbeit hasse – der ganze Kleinkram, der verstaut werden muss. In der Früh um acht kam am Donnerstag, den 9. Oktober, Katja vor ihrer Arbeit vorbei und half mir, die ersten Kisten unten in den Hausflur zu tragen. Gegen halb zehn kamen Moritz und Paloma zum eigentlichen Umzug. Moritz hatte das ganze wohl unterschätzt, er meinte nur, er könne gar nicht glauben, dass die Frau Schulze so viel Zeug hätte. Ich weiß nicht, wie viele Bananenkisten ich gepackt habe. Aber es waren sicherlich zwanzig Stück. Das meiste waren davon Bücher. Zweimal mussten wir den VW-Bus voll laden und alles wieder in den vierten Stock hochtragen. Vom Dachjuchhe ziehe ich ins nächste Dachgeschoss. Aber um zwei saßen wir drei dann um einen provisorischen Tisch in meiner neuen Wohnung und aßen Fertig-Pizza.

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem VW-Bus nach Berlin, machte unterwegs noch Halt bei meiner Oma und Tante Ille in Merseburg. Abends holten ich mit meiner Schulfreundin Gesine meinen alten Küchenschrank, der fast fünf Jahre bei Freunden meiner ehemaligen Mitbewohnerin Valérie stand. Sie gaben ihn nur ungern heraus, aber ich freute mich, ihn endlich wiederzuhaben. Zum Abendessen fuhren wir zu meiner Mutter, denn dort stand ja mein geliebter Kleiderschrank, den ich von der Freitaler Oma mal geschenkt bekam. Zu viert schleppten wir dieses schwere Ungetüm zum Fahrstuhl in die neunte Etage und dann zum Auto. Das war meine Rache für Mamas Schleppaktion – die größte war der Transport ihres neu bezogenen Sofas über zehn Etagen hoch in die Wohnung, weil der Fahrstuhl nicht funktionierte und Mama dieses Sofa unbedingt haben und nicht länger warten wollte. Außerdem packte ich meine alte Plattensammlung. Jetzt fehlt mir nur noch ein Plattenspieler.

Samstag ging es dann gen Süden. Als Sozius dabei Gesine, die gleich ein paar Tage „Urlaub“ mit dran hängen wollte. Erst fuhren wir nach Nannenbach, zu Charlys Bauernhof, weil dort mein kleiner Küchentisch und ein wackliges IKEA-Regal stand und auch einiges an Geschirr noch vorhanden war. Maria in Kempten besuchten wir auch noch, sie wollte mir Geschirr schenken. Von ihr bekam ich schrecklich-schönes 70er Jahre Geschirr mit den typischen orangefarbenen Blumenmustern. Irgendwann spät abends kamen wir an und verschoben den Hochtransport der Schränke auf Sonntag. In der vermöhlten (?) Wohnung machten wir uns Platz für die Matratzen, André war schon eingezogen.

Am nächsten Morgen trugen wir dann zu dritt den Küchenschrank hoch. Der passte noch rein. Später kam mein ehemaliger Mitbewohner Mike hinzu, der in einer Möbelspedition arbeitet, früher als Träger, heute in der Disposition. Trotz seiner Rückenprobleme musste ich ihn bitten, mir zu helfen. Denn ich wusste, dass der Kleiderschrank ein Problem darstellen würde. Nicht nur wegen der Schwere, sondern vor allem wegen der Größe. Man kann ihn nämlich nicht auseinander nehmen. Und das Treppenhaus bei mir unterm Dach ist recht klein. Zu klein, wie wir dann leider feststellen mussten. Trotz der verschiedensten Versuche – die angeklebten Zierleisten am Schrank abmachen, Drehen und Wenden des Schrankes und Lockern des Geländers – war nichts zu machen. Wir mussten das schwere Stück die vier Etagen wieder hinuntertragen. Mir kamen fast die Tränen. Ich hatte mich so auf diesen Schrank gefreut. Nicht nur, weil ich einen größeren gebrauchen könnte, sondern weil ich ihn einfach wieder haben wollte. Nun steht er bei Maria im Allgäu.

Gesine blieb die ganze Woche, half mir beim Bücher einräumen. Wusch das alte Geschirr, dass die letzten Jahre in den Kartons war. Richtete die Wohnung ein. Zusammen waren wir dann auch shoppen. Ich habe endlich mal schöne Winterstiefel gefunden. Aus dem geplanten Tanzen wurde nichts, weil Gesine einen Tag wegen Erkältung das Bett hüten musste. Am Wochenende gingen wir dann mit André und anderen Hüttenfreunden zum Abtrieb auf die Hütte hoch. Ole hatte einen großen Ghettoblaster besorgt, die anderen Jungs etwas zu viele Alkoholika. Charly und Simon hatten für alle leckeres Gulasch gekocht. Vor dem Winterraum wurde es dann noch, als die „normalen“ Gäste im Bett lagen, eine schöne Party, auf der Gesine und ich zu unserem Tanz kamen.

Am Montag drauf bin ich nach Biberach gefahren zu Charlys Bruder Siggi, dem ich bei seinen Gartenarbeiten helfen wollte/sollte. Wegen dem bevorstehenden Allerheiligen und dem damit verbundenen Kranz/Gesteck binden, waren sie etwas im Stress. Ich habe vor allem Siggi geholfen. Vormittags hatten wir immer auf „Baustellen“ zu tun. D.h. zusammen mit Fridjof fällten wir Bäume, schnitten Haselnussbüsche dünner. Meine Aufgabe bestand vor allem darin, beim Fällen die Bäume am Seil mit hinunterzuziehen, die Äste aufzusammeln, das Laub zu rechen. Oft konnten wir das Reisig der Nadelbäume benutzen, um Bündel von Deckreisig zu machen. Über das Biberacher Forstamt hatte Siggi den Auftrag, die Leute mit Deckreisig zu beliefern. Über hundert Bestellungen waren es zum Schluss. Manchmal fuhr ich mit Siggi das Deckreisig aus, manchmal auch mit Sohn Helmut. Mittlerweile kenne ich mich in Biberach und seinen Stadtteilen etwas aus. Und kann mit Anhänger fahren, nur nicht unbedingt rückwärts. Irgendwie fuhr der Anhänger dann immer in eine andere Richtung, als ich wollte.

Nachmittags war ich oft in der Gärtnerei, habe dort die alten Tomatenstauden und die letzten Karotten rausgezogen. Wenn Kundschaft kam und ich allein war, musste ich „Zeugs“ verkaufen – vor allem winterharte Pflanzen für die Gräber. Denn zu Allerheiligen muss es ja auf dem Friedhof schön aussehen. Aber was ist winterhart. Das „Erika“ winterhart sind, dass wusste ich. Aber sonst… Zum ersten Mal habe ich von Pflanzen wie „Veronika“ oder „Hebe“ gehört, sind auch winterhart. Dass sich hinter „Veigele“ Veilchen, also Stiefmütterchen verbergen, habe ich auch irgendwann gelernt. Diese wurden auch gerne fürs Grab gekauft. Ansonsten Chrysanthemen. Währenddessen war Irma damit beschäftigt, Kränze und Gestecke für drei Beerdigungen und dann vor allem für Allerheiligen zu machen. Ich habe ihr manchmal geholfen, in dem ich die Schleifen bedruckte oder die Blumen entblätterte und deren Stiele mit Draht umwickelte.

Und ich lernte nicht nur Blumennamen, sondern auch schwäbische Ausdrücke, wie das bereits genannte „Veigele“. Vielleicht wird das Wort auch mit „F“ geschrieben, ich weiß es nicht. „Holz beige“ ist „Holz stapeln“. „Randig“ (sprich: „Randich“)ist Rote Beete – Mama, ich habe ein leckeres Rezept für Dich: rohe Rote Beete raspeln, Apfel dazu, Zwiebeln und mit Essig und Öl anmachen. Fertig ist der Randig-Salat.

Was gab’s sonst noch? Wenn wir übers Land fuhren, sind mir immer wieder an den Feldrändern die Kreuze aufgefallen, auf denen Sprüche standen wie „Gott schütze unsere Fluren“. Morgens stand oft der Bodennebel über dem Boden, nur langsam verzog er sich, hüllte alles in milchiges Licht und ließ erst nach und nach die rötlichen Sonnenstrahlen durch. Wunderschöne Stimmungen. Genauso abends, wenn die schmale Mondsichel am Himmel erschien und dieser immer dunkler wurde. Und der Sternenhimmel – einmalig schön, wie überall auf dem Land, wo nicht so viel Werbung das Licht trübt.

Und am letzten Nachmittag, Siggi wartete zu Hause mit dem gedeckten Kaffeetisch auf mich kam’s noch einmal hart. Naja, nicht wirklich hart, aber es kam eine Kundin, die wollte keine Veigele, auch keine Erika. Nein, sie wollte Blaukraut, Weißkohl, Wirsingkohl, Tomaten, Karotten und Lauch sowie Endiviensalat. Kohl habe ich nicht gefunden. Lauch und Salat standen noch auf den Feldern. Die Kundin sagte mir dann, dass der Lauch herausgezogen wird, den Salat schneidet man über der Wurzel ab. Karotten und Tomaten musste ich in einer dieser Waagen abwiegen, mit denen ich nicht so richtig klar komme, bei denen man diverse Gewichte verschieben muss. Die Kohlstrunke waren total hart und ich fand kein gescheites Messer. Zwischendurch verschwand die Kundin, weil sie das Auto der Schwägerin zurückbringen musste. Halb fünf war nun vorbei. Siggi rief irgendwann an, wo ich bliebe… Naja. Aber es fand alles ein gutes Ende, die Kundin war zufrieden, meinte irgendwann, dass sie ja selbst hätte dran denken können, dass am nächsten Tag Allerheiligen sei. Bei Siggi bekam ich noch leckeres Birnenbrot – hmm. Und dann brachte er mich auch schon zum Bahnhof. Ich konnte vorher noch schnell duschen, nur die Trauerränder unter den Nägeln blieben.

Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht, ich war immer draußen an der frischen Luft und abends dementsprechend müde. Manchmal kam mir die Gartenarbeit wie Sport vor. Der ganze Körper wurde in Anspruch genommen. Zur Lockerung machte ich jeden Abend einige Yoga-Übungen, um nicht ganz verspannt am nächsten Morgen aufzumachen. Nur die tauben Arme, die konnte ich nicht verhindern. Jeden Morgen waren die Arme kribbelig und taub, taten weh, einmal wachte ich nachts um drei auf, weil die Arme so weh taten. Nun hoffe ich, dass sich das bald gibt.

Gestern kam ich nach Hause. Dieses Wochenende ist André im Winterraum der Hütte. Und ich habe zum ersten Mal die Wohnung für mich allein. Auch schön. Ich habe als erstes meine ganzen Bücher sortiert.

Nun muss ich noch Werbung in eigener Sache machen: In der November-Ausgabe vom ALPIN erschien ein Artikel von mir – ein Porträt der Reintalangerhütte. Text und Fotos von mir. Also, ich finde ihn gut gelungen. Einige der Fotos, die ich im Rahmen der „Recherche“ gemacht habe, findet Ihr nun auch im Netz.

September 2003

Jetzt sind schon wieder vier Wochen vergangen, dass ich im Tal bin. Wenigstens hatte ich nach den fünf Wochen Bergleben einen etwas gemäßigteren Übergang ins städtische Leben. Erst war einige Tage in München, dann habe ich einen tibetischen Freund in der Schweiz besucht. Und danach hatte mich das chaotische ProSieben wieder.

Es ist ja immer wieder ein komisches Gefühl, von den Bergen in die Stadt zurückzugehen. Zumal dieser eine Monat auf der Reintalangerhütte für mich diesmal ein ganz besonderer war: Sonnenschein, liebe Mitarbeiter, sympathische Gäste, viel Musik, besondere Wanderungen… Irgendwie sträubt man sich im Innern dagegen, nicht mit einem Fitzelchen seiner Seele möchte man zurück in komplizierte Großstadtleben.

Als ich nach meiner Rückkehr nach München ins Redaktionsbüro der Zeitschrift ALPIN fuhr, boten sie mir, ein Porträt über die Reintalangerhütte zu schreiben. Da habe ich natürlich nicht nein gesagt. Für eine solche Zeitschrift zu schreiben, ist ja ein Traum von mir. Den Text habe ich heute per E-Mail an die Redaktion geschickt. Im November gibt es ein Special über Garmisch-Partenkirchen, dann wird auch mein Artikel zu lesen sein. Zweimal war deswegen im August noch einmal auf der Hütte, um zu fotografieren. Übrigens ist die Meldung zu „Börte“ in der jetzigen ALPIN-Ausgabe erschienen.

Artikel und Bericht über den Besuch von „Börte“ auf der Reintalangerhütte
Fotos vom Besuch von „Börte“ auf der Reintalangerhütte

Beim ersten Mal bin ich auch endlich mal wieder zum Klettern im Oberreintal gekommen. Freitag traf ich mich schon mit Paloma in Murnau am Staffelsee zum Baden. Sie hat dort nämlich ein kleines Boot. Abends wollte ich ursprünglich gleich ins Oberreintal radeln, habe mich dann aber doch dazu entschlossen, bei Paloma und ihrem Freund zu übernachten. Die wohnen in dem Schlosspark von Linderhof – ein Traum. Da Paloma jedoch momentan kein Auto hat, mussten wir von Linderhof nach Garmisch-Partenkirchen und dann noch die Forststraße hinauf radeln. Sechs Uhr starteten wir, ohne irgendetwas im Bauch, und waren dann gegen zehn Uhr zum Frühstück im Oberreintal. Sonnenschein, sympathische Gäste, die wir auch kannten. Was will man mehr. Wir verhockten etwas. Und dann sind wir doch endlich losgeklettert mit einer zweiten (Männer-)Seilschaft, Thosti und Uli, hinterher. Wir wollten die Altherren-Partie wiederholen, die wir letztes Jahr schon kletterten. Leider bin ich dieses Jahr überhaupt nicht fit, so dass Paloma fast alles vorsteigen musste. Abends musste Paloma wieder hinunter und ich übernachtete im Freien. Es war ein so schöner und gemütlicher Abend, irgendwann weit nach Mitternacht bin ich endlich in meinen Schlafsack gekrochen. Thosti und Uli half ich am nächsten Morgen noch dabei, die leeren Bierkästen in die Säcke zu laden, da in den folgenden Tagen die Hubschrauber-Versorgung anstand. Dann machte ich mich doch endlich auf den Weg ins Reintal, versprach aber, auf dem Rückweg wieder vorbeizuschauen. Das Wetter war einfach zu schön, ich hatte noch frei und Thosti ist ein angenehmer Mensch zum Ratschen.

Im Reintal habe ich viel fotografiert. Natürlich. Dazu war ich ja extra hochgelaufen. Aber gegen Mittag des nächsten Tages bin ich wieder hinunter. Mitten in der höchsten Hitze. Es war ja immer noch schönes Wetter. Im Oberreintal haben wir geratscht, viel gelacht… Mit Thosti war ich noch abends, es wurde immer dunkler, im Klettergarten gegenüber klettern. Diesmal schlief ich drinnen, denn die meisten Gäste waren weg. Am nächsten Tag war Hubschrauber-Versorgung. Während die starken Männer die Säcke ausleeren durften, habe ich drinnen den „Haushalt geschmissen“. Thosti und ich wollten eigentlich noch zum Klettern, es zog sich und zog sich, irgendwann sind wir dann losgekommen und haben die „Alte Westwand“ gemacht. Ich konnte mich danach nur noch schicken und runterdüsen. Denn am nächsten Tag wollte ich ja nach Bern fahren, um Gendun zu besuchen.

Gendun ist ein in der Schweiz als tibetischer Flüchtling. Jetzt ist er in Münchenbuchsee, in einem Flüchtlingswohnheim in der Nähe von Bern. Wir können wirklich froh sein, wie gut es uns geht. Gendun wohnt in einem Vier-Bett-Zimmer mit null Privatsphäre. Die Flüchtlinge können nichts machen, außer zu den Deutschkursen zu gehen. Aber sie dürfen ja nicht arbeiten. Sie können auch noch nicht die Sprache, sind dadurch eingeschränkt, das europäische Leben birgt auch viele Rätsel bzw. ist doch komplett anders als das Leben in Asien.

Da ich noch nie in den Schweizer Alpen war, wollte ich mit ihm unbedingt wandern gehen und hatte mir die Grindelwald-Region ausgesucht. Eigentlich weil ich mir endlich mal die Eiger-Nordwand anschauen wollte. Aber an dem Tag, an dem wir Grindelwald erreichten, regnete es bzw. es war ziemlich bewölkt und wir machten uns gleich auf den Weg zur Glecksteinhütte, wo ich uns angemeldet hatte. Eine wunderschöne Gegend. Wir mussten erst durch den ganzen Ort gehen (ich war erstaunt, über die vielen asiatischen Touristen – Chinesen, Inder, Koreaner, Japaner), dann zog sich der Weg noch etwas über Wiesen bis zum eigentlichen Einstieg der Tour. Dann ging es aber gleich recht steil und ausgesetzt los, der Weg immer wieder mit Drahtseilen versichert. Und so blieb es die ganze Zeit. Für mich war es nicht weiter anstrengend, aber für Gendun war es doch recht ungewohnt. Er macht keinen Sport. Und Asiaten gehen nicht ohne Grund in die Berge so wie wir zum Wandern. Er war ein einziges Mal Bergwandern – und das war seine Flucht von Tibet nach Nepal über den Himalaya. Kurz vor der Hütte stießen wir auf den Gletscher, der sich dort entlang zieht. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich einen „leibhaftigen“ Gletscher gesehen. Ich war fasziniert von dem ätherischen Blau des Eises. Wunderschön. Ein paar Minuten, bevor wir endlich die schützende Hütte unterhalb des Wettersteins erreichten, fing es wieder an zu regnen und zu gewittern. Wir hatten viel Zeit, denn es war gerade mal 16 Uhr als ankamen oder sogar noch früher. Gendun legte sich erst einmal hin, ich las etwas und dann trafen wir uns unten in der Gaststube.

Am nächsten Morgen sind wir früh los, der Himmel sah immer noch so aus, als würde es schlechtes Wetter geben. Und so war es auch. Nach einer Weile fing es an zu regnen. Zum Glück waren wir da schon aus den gefährlichsten Stellen raus. Unten auf der Wiese setzten wir uns erst einmal in einen kleinen Holzschuppen und warteten, aber das Wetter wurde nicht besser. Also sind wir zur Straße, dort hatten wir Glück und es kam gerade der stündliche Bus der uns für 18 Franken (!) die kurze Strecke nach Grindelwald brachte. Auf dem Rückweg nach Bern machten wir noch Station in Thun am großen Thuner See und bummelten durch die Altstadt. Abends fuhren wir dann nach Neuenegg, wo tibetische Freunde von Gendun auch in einem Flüchtlingswohnheim leben. Wir konnten in einem Zimmer von ihnen schlafen, da Tenpa freundlicherweise für die zwei Nächte zu Tashi zog.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Bern, weil ich mir gerne die Stadt anschauen und ins Paul-Klee-Museum wollte. Paul Klee war immerhin in Münchenbuchsee geboren. Bei der Auskunft am Bahnhof gab man mir eine kleine Broschüre mit Bildern von Klee, die ich Gendun zeigte, als ich sagte, ich würde gerne in dieses Museum gehen. Er grinste nur, als er sich die Bilder anschaute, und meinte, die seien ja wie Kinderbilder. Tja, wie soll man solche Kunst – ist es wirklich Kunst? Und: was ist Kunst? – erklären? Wie soll man europäische Kunstgeschichte erklären? Ich habe es aufgegeben und mir die Ausstellung allein angeschaut. Dann sind wir einfach so durch die Altstadt geschlendert, klein, aber fein. Was mich ja erstaunte, alle Joint-Raucher werden jetzt wahrscheinlich zu grinsen anfangen: Dass die Schweizer mitten in der Öffentlichkeit, im Park, in der Bahn ihre Joints rauchen. Ich wusste ja, dass die Schweizer da etwas toleranter sind, aber ich hatte es nicht erwartet.

Tja, und dann waren meine Ferien vorbei. Nun bin ich wieder in der Janus Filmproduktion. Wir kämpfen mit den Herren von ProSieben darum, schöne „terraluna“-Sendungen zu produzieren. Es ist nicht einfach, oft frustrierend. Mal sehen, wie es weitergeht. Die ersten Einschaltquoten waren sehr. Aber die der fünften Sendung leider nicht mehr. Und wir sind eben doch nur Sklaven der Quoten, nichts anderes zählt leider in diesem Bereich.

31. August 2003

Oktober 2003

Die Sendung „terraluna“, für die ich hier bei der Janus Filmproduktion noch einmal gearbeitet habe, war am 23. September das letzte Mal „on air“. Ob es eine zweite Staffel geben wird, das wissen die Sterne, denn die Herren Chefredakteure wissen es wahrscheinlich nicht. Es waren wahnsinnig chaotische Woche, was jedoch nicht an unserer Arbeit lag. Ich saß ja hier zum größten Teil am Schreibtisch, aber zum Schluss durfte ich wenigstens zweimal Teaser (die Ankündigung innerhalb der Sendung auf die nächsten Beiträge) schneiden. Der letzte Arbeitstag war am 30. September, gekrönt durch eine Party.

Wie es für mich jetzt weitergeht, weiß ich auch noch nicht. Ich bin wieder arbeitssuchend. Ich bin auf der Suche nach Arbeit, die es nicht gibt. Im Medienbereich sind die Jobs momentan, eigentlich seit Jahresanfang schon, sehr mager gesät. Leider. Die Idee, einen Englisch-Sprachkurs auf Malta zu machen, habe ich deshalb erst einmal verschoben.

Stattdessen ziehe ich um. Ich habe eine kleine Wohnung in der Nähe des Münchner Hauptbahnhofs gefunden. Jaja, mit meinen dreißig habe ich es endlich geschafft – und ich habe sogar drei Zimmer, die ich mein Eigen nennen darf, zumindest angemietetes Eigen. Eine kleine Wohnung unter dem Dach, die genauso viel kostet, wie mein WG-Zimmer. Der einzige Nachteil, die Wohnung hat keine richtigen Fenster zum Hinausgucken. Die Fenster gehen nach oben hinaus, und das einzige Dachschrägenfenster geht auf eine Hauswand hinaus. Aber man kann nicht alles haben. Am 10.-12. Oktober werde ich umziehen, muss dafür noch nach Berlin und ins Allgäu fahren.

Mitte September war ich noch einmal auf der Hütte oben. Gana, der Bassist der mongolischen Band „Börte“ wollte zusammen mit seiner Frau Mogi und ihren Freunden Mogis 28. Geburtstag feiern. Ich holte sie unten in Garmisch-Partenkirchen ab, Charly hatte uns sein Auto zur Verfügung gestellt. So konnte ich die doch etwas ungeübteren Wanderer zum Umschlagplatz hochfahren. Die Hütte war brechend voll, obwohl es am Samstag regnete.

Nachdem die anderen ihre Hüttenarbeit erledigt hatten, saßen wir alle zusammen in der Küche. Kurz vor Mitternacht bereiteten die Mongolen die Geburtstagsparty vor. Liebevoll deckten sie den Tisch, hatten Sekt dabei, russischen Wein und Wodka, Schokolade und Kekse, alles. Mitternacht war dann Geschenke überreichen und vor allem Reden halten. Ist ja bei Leuten in unserem Alter weniger üblich. Aber die Mongolen hielten kurze Reden, sangen Lieder… auf die Frauen, auf die Mütter, auf die Ehefrauen und wieder von vorne. Ich war die letzte von der Hütte, die mit den Mongolen wach blieb. Um vier, nach etlichen Wodka, gingen die letzten dann ins Bett. Um halb sieben wurden Gana und ich schon wieder geweckt, zum Weckruf spielen. Jedoch im Gegensatz zu den Hüttenmitarbeitern durften wir noch einmal ins Bett.

Am Nachmittag ging ich wieder mit den Mongolen hinunter, zwei Stunden später, als sie eigentlich vorhatten. Unterwegs sagte ich noch einmal, dass wir diesmal kein Auto hätten, was ich auch bereits beim Hochwandern gesagt hatte. Aber das hatten sie nicht so richtig mitbekommen. Und obwohl sie alle ihre Kinder irgendwo zur Betreuung machten und noch nach Würzburg und Fürth mussten, blieben sie ziemlich gelassen. Im Gegenteil – sie ließen es sich nicht nehmen, an Wegrand kurz vor der Partnachklamm noch Nudeln zu kochen und ewig zu picknicken. Mir war es ja egal, ich musste ja nur nach München. Aber Soyölma und Sambo sollten eigentlich schon noch den letzten Zug von Nürnberg nach Würzburg schaffen.

Danach war ich noch zweimal zum Arbeiten oben auf der Hütte und gehe auch morgen, zum Tag der Deutschen Einheit, wieder hoch. Es ist verlängertes Wochenende. Und da alle anderen Hütten schon zu haben, wird bei uns sicherlich volles Haus sein, wenn das Wetter mitspielt.

Letztens habe ich beim Aufräumen diese alte japanische Postkarte gefunden, die ich mal irgendwo auf einem Flohmarkt gekauft habe. Da ich selbst kein Sütterlin lesen kann, habe ich meine Oma gebeten, das für mich zu „übersetzen“. Oma hatte uns zwar mal irgendwann das deutsche Alphabet gelehrt, aber diese Handschriften sind wirklich immer sehr schwer zu entziffern. Gerichtet ist die Postkarte an Fräulein Alwino Gumpach in Liegnitz, Schlesien. Und Marie schreibt ihr: „Wir sitzen eben im Panoptikum, und erfrischen uns an einem Gläschen Bier und lauschen der himmlischen Musik. Besten Gruß sendet Dir absch… Siehst Du, ich bin nicht so schlecht, ich denke an Dich, Alwine. Deine Marie“

2. Oktober 2003

November 2003

Viel ist passiert im Oktober: Innerhalb von drei Wochen hatte ich eine Wohnung und bin umgezogen und zwei Wochen habe ich als Hilfsgärtnerin im Schwäbischen gearbeitet. Und im ALPIN ist ein schöner Artikel von mir über die Reintalangerhütte erschienen.

Anne, meine Mitbewohnerin aus der Orleansstraße, erzählte mir von der kleinen schnuckeligen Wohnung in Westend, in der Nähe der Theresienwiese, wo das alljährliche Oktoberfest stattfindet. Sie hatte sich die Dachgeschosswohnung angeschaut, aber ihr gefiel sie nicht so, weil sie nur Dachfenster nach oben raus hat, also keine wirkliche Aussicht, nur durch das eine schräge Fenster. Bei mir jedoch war es Liebe auf den ersten Blick, sicherlich auch noch dadurch begünstigt, dass ich endlich mein WG-Leben nach über zehn Jahren beenden wollte. Ich wollte meine eigene Wohnung, ganz für mich allein. Nun habe ich in eine kleine Zwei-RAUM-Wohnung mit großer Küche, die genauso viel kostet wie mein altes WG-Zimmer. Da konnte ich einfach nicht „Nein“ sagen. Von Vermieter-Seite gab es auch keine Einwände. Meine Mutter bürgte vorsichtshalber für die Mitzahlung. Außerdem wohnt André (Zimmermann, Architektur-Student und Freund von der Hütte) bis Ende Januar im zweiten Zimmer, er macht ein Architektur-Praktikum hier und so teilen wir uns das bisschen Miete auch noch.

Innerhalb kürzester Zeit musste ich also meinen Umzug organisieren. Moritz versprach, mir seinen VW-Bus zu leihen. Viel Zeit blieb mir nicht, denn über das verlängerte Wochenende war ich zum Arbeiten auf der Hütte, am 6. feierte ich noch mit den Reintalfreunden in Charlys Geburtstag rein. Am Mittwoch packte ich dann endlich die ganzen Kisten. Wie ich diese Arbeit hasse – der ganze Kleinkram, der verstaut werden muss. In der Früh um acht kam am Donnerstag, den 9. Oktober, Katja vor ihrer Arbeit vorbei und half mir, die ersten Kisten unten in den Hausflur zu tragen. Gegen halb zehn kamen Moritz und Paloma zum eigentlichen Umzug. Moritz hatte das ganze wohl unterschätzt, er meinte nur, er könne gar nicht glauben, dass die Frau Schulze so viel Zeug hätte. Ich weiß nicht, wie viele Bananenkisten ich gepackt habe. Aber es waren sicherlich zwanzig Stück. Das meiste waren davon Bücher. Zweimal mussten wir den VW-Bus voll laden und alles wieder in den vierten Stock hochtragen. Vom Dachjuchhe ziehe ich ins nächste Dachgeschoss. Aber um zwei saßen wir drei dann um einen provisorischen Tisch in meiner neuen Wohnung und aßen Fertig-Pizza.

Am nächsten Tag fuhr ich mit dem VW-Bus nach Berlin, machte unterwegs noch Halt bei meiner Oma und Tante Ille in Merseburg. Abends holten ich mit meiner Schulfreundin Gesine meinen alten Küchenschrank, der fast fünf Jahre bei Freunden meiner ehemaligen Mitbewohnerin Valérie stand. Sie gaben ihn nur ungern heraus, aber ich freute mich, ihn endlich wiederzuhaben. Zum Abendessen fuhren wir zu meiner Mutter, denn dort stand ja mein geliebter Kleiderschrank, den ich von der Freitaler Oma mal geschenkt bekam. Zu viert schleppten wir dieses schwere Ungetüm zum Fahrstuhl in die neunte Etage und dann zum Auto. Das war meine Rache für Mamas Schleppaktion – die größte war der Transport ihres neu bezogenen Sofas über zehn Etagen hoch in die Wohnung, weil der Fahrstuhl nicht funktionierte und Mama dieses Sofa unbedingt haben und nicht länger warten wollte. Außerdem packte ich meine alte Plattensammlung. Jetzt fehlt mir nur noch ein Plattenspieler.

Samstag ging es dann gen Süden. Als Sozius dabei Gesine, die gleich ein paar Tage „Urlaub“ mit dran hängen wollte. Erst fuhren wir nach Nannenbach, zu Charlys Bauernhof, weil dort mein kleiner Küchentisch und ein wackliges IKEA-Regal stand und auch einiges an Geschirr noch vorhanden war. Maria in Kempten besuchten wir auch noch, sie wollte mir Geschirr schenken. Von ihr bekam ich schrecklich-schönes 70er Jahre Geschirr mit den typischen orangefarbenen Blumenmustern. Irgendwann spät abends kamen wir an und verschoben den Hochtransport der Schränke auf Sonntag. In der vermöhlten (?) Wohnung machten wir uns Platz für die Matratzen, André war schon eingezogen.

Am nächsten Morgen trugen wir dann zu dritt den Küchenschrank hoch. Der passte noch rein. Später kam mein ehemaliger Mitbewohner Mike hinzu, der in einer Möbelspedition arbeitet, früher als Träger, heute in der Disposition. Trotz seiner Rückenprobleme musste ich ihn bitten, mir zu helfen. Denn ich wusste, dass der Kleiderschrank ein Problem darstellen würde. Nicht nur wegen der Schwere, sondern vor allem wegen der Größe. Man kann ihn nämlich nicht auseinander nehmen. Und das Treppenhaus bei mir unterm Dach ist recht klein. Zu klein, wie wir dann leider feststellen mussten. Trotz der verschiedensten Versuche – die angeklebten Zierleisten am Schrank abmachen, Drehen und Wenden des Schrankes und Lockern des Geländers – war nichts zu machen. Wir mussten das schwere Stück die vier Etagen wieder hinuntertragen. Mir kamen fast die Tränen. Ich hatte mich so auf diesen Schrank gefreut. Nicht nur, weil ich einen größeren gebrauchen könnte, sondern weil ich ihn einfach wieder haben wollte. Nun steht er bei Maria im Allgäu.

Gesine blieb die ganze Woche, half mir beim Bücher einräumen. Wusch das alte Geschirr, dass die letzten Jahre in den Kartons war. Richtete die Wohnung ein. Zusammen waren wir dann auch shoppen. Ich habe endlich mal schöne Winterstiefel gefunden. Aus dem geplanten Tanzen wurde nichts, weil Gesine einen Tag wegen Erkältung das Bett hüten musste. Am Wochenende gingen wir dann mit André und anderen Hüttenfreunden zum Abtrieb auf die Hütte hoch. Ole hatte einen großen Ghettoblaster besorgt, die anderen Jungs etwas zu viele Alkoholika. Charly und Simon hatten für alle leckeres Gulasch gekocht. Vor dem Winterraum wurde es dann noch, als die „normalen“ Gäste im Bett lagen, eine schöne Party, auf der Gesine und ich zu unserem Tanz kamen.

Am Montag drauf bin ich nach Biberach gefahren zu Charlys Bruder Siggi, dem ich bei seinen Gartenarbeiten helfen wollte/sollte. Wegen dem bevorstehenden Allerheiligen und dem damit verbundenen Kranz/Gesteck binden, waren sie etwas im Stress. Ich habe vor allem Siggi geholfen. Vormittags hatten wir immer auf „Baustellen“ zu tun. D.h. zusammen mit Fridjof fällten wir Bäume, schnitten Haselnussbüsche dünner. Meine Aufgabe bestand vor allem darin, beim Fällen die Bäume am Seil mit hinunterzuziehen, die Äste aufzusammeln, das Laub zu rechen. Oft konnten wir das Reisig der Nadelbäume benutzen, um Bündel von Deckreisig zu machen. Über das Biberacher Forstamt hatte Siggi den Auftrag, die Leute mit Deckreisig zu beliefern. Über hundert Bestellungen waren es zum Schluss. Manchmal fuhr ich mit Siggi das Deckreisig aus, manchmal auch mit Sohn Helmut. Mittlerweile kenne ich mich in Biberach und seinen Stadtteilen etwas aus. Und kann mit Anhänger fahren, nur nicht unbedingt rückwärts. Irgendwie fuhr der Anhänger dann immer in eine andere Richtung, als ich wollte.

Nachmittags war ich oft in der Gärtnerei, habe dort die alten Tomatenstauden und die letzten Karotten rausgezogen. Wenn Kundschaft kam und ich allein war, musste ich „Zeugs“ verkaufen – vor allem winterharte Pflanzen für die Gräber. Denn zu Allerheiligen muss es ja auf dem Friedhof schön aussehen. Aber was ist winterhart. Das „Erika“ winterhart sind, dass wusste ich. Aber sonst… Zum ersten Mal habe ich von Pflanzen wie „Veronika“ oder „Hebe“ gehört, sind auch winterhart. Dass sich hinter „Veigele“ Veilchen, also Stiefmütterchen verbergen, habe ich auch irgendwann gelernt. Diese wurden auch gerne fürs Grab gekauft. Ansonsten Chrysanthemen. Währenddessen war Irma damit beschäftigt, Kränze und Gestecke für drei Beerdigungen und dann vor allem für Allerheiligen zu machen. Ich habe ihr manchmal geholfen, in dem ich die Schleifen bedruckte oder die Blumen entblätterte und deren Stiele mit Draht umwickelte.

Und ich lernte nicht nur Blumennamen, sondern auch schwäbische Ausdrücke, wie das bereits genannte „Veigele“. Vielleicht wird das Wort auch mit „F“ geschrieben, ich weiß es nicht. „Holz beige“ ist „Holz stapeln“. „Randig“ (sprich: „Randich“)ist Rote Beete – Mama, ich habe ein leckeres Rezept für Dich: rohe Rote Beete raspeln, Apfel dazu, Zwiebeln und mit Essig und Öl anmachen. Fertig ist der Randig-Salat.

Was gab’s sonst noch? Wenn wir übers Land fuhren, sind mir immer wieder an den Feldrändern die Kreuze aufgefallen, auf denen Sprüche standen wie „Gott schütze unsere Fluren“. Morgens stand oft der Bodennebel über dem Boden, nur langsam verzog er sich, hüllte alles in milchiges Licht und ließ erst nach und nach die rötlichen Sonnenstrahlen durch. Wunderschöne Stimmungen. Genauso abends, wenn die schmale Mondsichel am Himmel erschien und dieser immer dunkler wurde. Und der Sternenhimmel – einmalig schön, wie überall auf dem Land, wo nicht so viel Werbung das Licht trübt.

Und am letzten Nachmittag, Siggi wartete zu Hause mit dem gedeckten Kaffeetisch auf mich kam’s noch einmal hart. Naja, nicht wirklich hart, aber es kam eine Kundin, die wollte keine Veigele, auch keine Erika. Nein, sie wollte Blaukraut, Weißkohl, Wirsingkohl, Tomaten, Karotten und Lauch sowie Endiviensalat. Kohl habe ich nicht gefunden. Lauch und Salat standen noch auf den Feldern. Die Kundin sagte mir dann, dass der Lauch herausgezogen wird, den Salat schneidet man über der Wurzel ab. Karotten und Tomaten musste ich in einer dieser Waagen abwiegen, mit denen ich nicht so richtig klar komme, bei denen man diverse Gewichte verschieben muss. Die Kohlstrunke waren total hart und ich fand kein gescheites Messer. Zwischendurch verschwand die Kundin, weil sie das Auto der Schwägerin zurückbringen musste. Halb fünf war nun vorbei. Siggi rief irgendwann an, wo ich bliebe… Naja. Aber es fand alles ein gutes Ende, die Kundin war zufrieden, meinte irgendwann, dass sie ja selbst hätte dran denken können, dass am nächsten Tag Allerheiligen sei. Bei Siggi bekam ich noch leckeres Birnenbrot – hmm. Und dann brachte er mich auch schon zum Bahnhof. Ich konnte vorher noch schnell duschen, nur die Trauerränder unter den Nägeln blieben.

Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht, ich war immer draußen an der frischen Luft und abends dementsprechend müde. Manchmal kam mir die Gartenarbeit wie Sport vor. Der ganze Körper wurde in Anspruch genommen. Zur Lockerung machte ich jeden Abend einige Yoga-Übungen, um nicht ganz verspannt am nächsten Morgen aufzumachen. Nur die tauben Arme, die konnte ich nicht verhindern. Jeden Morgen waren die Arme kribbelig und taub, taten weh, einmal wachte ich nachts um drei auf, weil die Arme so weh taten. Nun hoffe ich, dass sich das bald gibt.

Gestern kam ich nach Hause. Dieses Wochenende ist André im Winterraum der Hütte. Und ich habe zum ersten Mal die Wohnung für mich allein. Auch schön. Ich habe als erstes meine ganzen Bücher sortiert.

Nun muss ich noch Werbung in eigener Sache machen: In der November-Ausgabe vom ALPIN erschien ein Artikel von mir – ein Porträt der Reintalangerhütte. Text und Fotos von mir. Also, ich finde ihn gut gelungen. Einige der Fotos, die ich im Rahmen der „Recherche“ gemacht habe, findet Ihr nun auch im Netz.

Dezember 2003

Diesen Monat gibt es leider keinen Weihnachtskalender. Da ich die Weihnachtszeit irgendwie verdrängt hatte, habe ich nichts für die 24 Fensterchen eines Kalenders gesammelt, keine Geschichten, keine Gedichte, keine Bilder. Nichts! Aber vielleicht wieder im nächsten Jahr. Denn mir selbst fehlt ja auch etwas. Aber irgendwie ist mir das Weihnachtliche in diesem Jahr nicht so präsent gewesen. Klar, habe ich immer nach kleinen Weihnachtsgeschenken Ausschau gehalten, ich habe auch die Lebkuchen im Supermarkt bemerkt und meinen ersten Glühwein getrunken. Aber erst letzten Donnerstag, als ich in einem buddhistischen Zentrum saß, wo ich Einführungsveranstaltungen besuche, fiel mir ein: „Oh Gott, am Sonntag ist ja schon der erste Advent!“ Naja, wenigstens habe ich mir einen kleinen Strauß Stechpalmen gekauft. Und wegen der Plätzchen – da warte ich, bis meine Mama am 12.12. nach München kommt.

Denn die drei Schulze-Frauen treffen sich anlässlich des Geburtstags meiner Schwester hier in München. Mama kommt von Berlin eingeflogen, Nanne von Zürich, wo sie bis Januar an einem Institut arbeitet. Das Programm wird sicherlich voll mit Shopping, Besuch des Tollwood- Weihnachtsmarktes, Frühstück mit Freunden und draußen vor den Toren Münchens spazieren gehen. Ich freue mich schon sehr darauf, denn „S’Nannili“, wie sie selbst manchmal ihre Mails unterschreibt, habe ich schon über ein Jahr nicht mehr gesehen. Und nicht einmal zwei Wochen später sehe ich sie wieder. Denn ich fahre Heilig Abend nach Zürich. Dort wollen wir zwei Schwesterherzen zusammen Weihnachten und einige Tage miteinander verbringen.

Ansonsten arbeite ich momentan über meine alte Zeitarbeitsfirma als Urlaubsvertretung in einem Baustellen-Sekretariat der Firma Wayss & Freytag, die am Rosenheimer Platz ein Hotel mit über 300 Zimmern baut. Ich hätte nie gedacht, dass eine Baustelle, so viel Papierkram produziert. Jeden Tag kommen zwischen 50 und 80 Briefe bzw. Faxe rein, diese müssen eingescannt und per E-Mail verteilt werden, trotzdem werden sie noch abgeheftet. Und dann die zig Nachunternehmer mit ihren Behinderungs-, Bedenkenanmeldungen, die sie schicken, Mängelrügen, die sie bekommen. Und was weiß ich nicht noch alles.

Jedenfalls habe ich in diesem Zusammenhang mal darüber nachdenken müssen, wo ich bis jetzt schon überall gearbeitet habe, mal abgesehen von der Hütte, von der Kellnerei und den Praktika bzw. Arbeiten als Journalistin. Meine erste Schulferienarbeit war eine Woche Telegramme ausfahren bei der Post. Erster Arbeitstag 8.8.88. Viel zu tun gab es da nicht. Die nächste Arbeit war im Krankenhaus, auf einer chirurgischen Station, dort habe ich immer mal wieder als Schwesternhelferin gearbeitet, mit Nachtschichten, Hintern abwischen usw. Eine ziemlich lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte. Dann habe ich bei der „Pappe“, sprich bei Stange Design gearbeitet, die Pappmöbel hergestellt haben. In dieser Zeit hatte ich immer zerkratzte Unterarme, als hätte ich eine Katze, denn die Pappe und das Papier waren messerscharf. Während meiner ersten Münchner Zeit habe ich im Compact Verlag im Sekretariat des Vertriebs gearbeitet und musste während dieser Zeit unglücklicherweise auch am Telefon Bücher verkaufen. Schwierig, wenn man nicht wirklich zum Produkt steht. Aber eigentlich war es doch reine Sekretariatsarbeit mit Serienbriefen, nach Diktat schreiben usw. Über die Zeitarbeitsfirma war ich im Sekretariat der Marketing-Abteilung von Bristol-Myers Squibb, einer Pharmafirma. Dazu gehörte viel Kaffee kochen und die Tische schön decken, außerdem Power Point-Präsentationen erstellen, etwas SAP (was ich nicht wirklich gelernt habe). Tja, und nun bin ich auch einer Baustelle. Welche eine Entwicklung!

Ansonsten ist im November nicht viel passiert. Doch, eigentlich schon. Denn noch nie in so kurzer Zeit hatte ich so viel Besuch bzw. abendliche Treffen bei mir zu Hause. Andrés Freundin kam zu Besuch für zwei Wochen. Bei mir fand der erste Stammtisch der Reintalfreunde München statt. Meine ehemaligen Mitbewohner Mike und Anne kamen zum Abendessen vorbei. Und die mongolischen Musiker Gana und Mogi schliefen auch bei mir zwei Nächte, als sie für meinen Verein meditibet im Patagonia-Laden auftraten.

Das Konzert von „Börte“ bei Patagonia war natürlich super, wenn auch in einem etwas ungewöhnlichen Rahmen, nämlich inmitten der Patagonia-Klamotten. Als sie ihr letztes Konzert in diesem Jahr während des Hackbrettfestivals gaben, war ich auch noch einmal dabei. Es gibt ein, zwei Lieder, die mich so sehr berühren, dass mir jedesmal die Tränen kommen.

Übrigens muss ich noch etwas zu meinen letzten News nachtragen. Das schwäbische Wort für Rote Beete heißt nicht Randig, sondern Randich. Jaja.

So, anstelle des Weihnachtskalenders gibt es wenigstens einen Weihnachtsgruß mit einem Motiv einer Postkarte, die mein Verein meditibet dieses Jahr produziert hat. Also, liebe Leser meiner News: Ich wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest in Ruhe und Frieden, im Kreise von Familie und Freunden, ohne Stress, ohne schlechtem Gewissen, weil man vielleicht zu viel Plätzchen gegessen hat, mit viel Harmonie, Freude, Spaß. Und für das neue Jahr wünsche ich Euch die Erfüllung Eurer Träume, die Verwirklichung Eurer Pläne, Zufriedenheit in allen Lebensbereichen und viel Lebensfreude. Eure Anke

1. Dezember 2003

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